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  • Need for Speed angespielt - Die E3-Vorschau: Underground-3-Tuning mit schicker Frostbite-Politur

    Reboots, wohin man sieht. Nach zahlreichen Kinofilmen erwischt es jetzt auch die Need-for-Speed-Reihe, die 21 Jahre nach dem ersten Teil zurück zu ihren Wurzeln will. Gelingt ihr das auch, oder versteckt sich hinter Need for Speed nur ein drittes Underground?

    Nach einem Jahr Pause stellte Electronic Arts auf der E3 den 22. Teil der Need-for-Speed-Serie vor, schlicht Need for Speed genannt. Die Entwickler haben die Nummer aber nicht aus Angst vor großen Zahlen weggelassen. Laut Craig Sullivan, Creative Director bei der EA-Tochter Ghost Games, fehlt sie, weil der neueste Teil der Rennspielserie als "kompletter Reboot" die besten Elemente aller Vorgänger in sich vereint. Was das bedeutet, erzählte er uns in Los Angeles, wo wir uns auch selbst hinters Lenkrad setzen durften.

    Need for Speed - Fünf Wege zu Ruhm und Ehre

          

    Wie frühere Serienteile besitzt Need for Speed eine Story, die in Zwischensequenzen mit echten Schauspielern erzählt wird und die etwa in unserer Demo mit einem Kameraschwenk in einer Garage nahtlos ins Spiel übergeht. Wie bereits berichtet, müssen wir unseren Ruf bei den anderen Rasern in Ventura Bay steigern, um neue Fahrzeuge und Tuning-Optionen freizuschalten. Die kaufen wir dann mit Geld, was wir in Rennen und bei Herausforderungen erfahren. Wie wir berichteten, sammeln wir die Rufpunkte auf fünf unterschiedliche Art und Weisen - mit Geschwindigkeit, Stil, unserer Crew, als Schrauber und Gesetzesbrecher. Die fünf Bereiche lassen sich in den Rennen kombinieren, um den Ruf-Multiplikator zu erhöhen: "Wer mit seinen Freunden mit Vollgas in einem aufgemotzten Fahrzeug elegant der Polizei entkommt, erhält die fünffache Rufmenge", erklärt Craig Sullivan. In solchen Fällen schickt das Spiel auf Wunsch sogar automatisch einen Tweet ins Netz - denn Need for Speed verlangt nach einer dauerhaften Internetverbindung.

    Need for Speed - Online-Zwang und Auto-Selfies

          

    Die Online-Verbindung ist jedoch nicht nur schmückendes Beiwerk. Im Hauptmenü finden sich tägliche Herausforderungen, die die Entwickler nach der Veröffentlichung mit Inhalten bestücken wollen. Außerdem gibt es dort die Möglichkeit, eine Gruppe mit Freunden zu bilden - oder mit Fahrern, die wir schon in früheren Rennen getroffen haben, die aber noch nicht unsere Freunde sind. Cool ist auch die Schnappschuss-Galerie: Need for Speed drückt automatisch auf den Auslöser, wenn uns eine besonders gute Aktion gelingt, etwa die im letzten Absatz beschriebene. Auch ein besonders gut aufgebohrtes Fahrzeug lässt das Spiel die Kamera zücken. Alle Bilder werden automatisch auf die Need-for-Speed-Server hochgeladen. "Wenn eure Freunde sie dann mit 'Likes' versehen, bekommt ihr ebenfalls Rufpunkte, was euch in der Story etwas schneller voranbringt", erklärt Craig Sullivan.

    03:51
    Need For Speed: Erstes Gameplay-Video direkt von der E3
    Spielecover zu Need for Speed 2015
    Need for Speed 2015

    Need for Speed - Schrauben in 180 Sekunden

          

    Nun dürfen wir das Spiel selbst ausprobieren, denn: "Videos sind gut, Videospiele sind besser", so Craig Sullivan. Hätte sich doch Electronic Arts auch auf der Pressekonferenz am Vortag der E3 an diesen Ratschlag gehalten. Unsere Zeit im Spiel ist jedoch eng getaktet. Gerade mal drei Minuten dürfen wir in der E3-Demo in der Garage verbringen, um eins der fünf Startfahrzeuge zu wählen und aufzumotzen. Wir entscheiden uns natürlich nicht für die Marken Nissan oder Subaru, sondern greifen zum 1974er Porsche 911. Wir versuchen, ihn über fünf Schieberegler von Cremegelb nach "so rot wie möglich" zu färben, dann tönen wir die Scheiben etwas dunkler. Wie wären neue Felgen? "Allein davon habt ihr hunderte zur Auswahl", treibt uns Craig Sullivan an. Spoiler, Auspuffanlagen, Motoren, breitere Kotflügel, Verzierungen auf der Karosserie - hier kann man locker mehrere Stunden verbringen.

    Need for Speed - Driften oder wie ein Brett auf der Straße?

          

    Wir stellen die Balance zwischen Driften und Griffigkeit ein. Vor dem Start legen wir noch etwas ganz entscheidendes fest: das Handling unseres Porsches. Um die Fahrmodelle der letzten 21 Need for Speeds abzubilden, stellen wir die Balance zwischen Driften und Griffigkeit ein. "Driften steht für Serienteile wie Need for Speed: Rivals, während die Griffigkeit mehr den klassischen Versionen entspricht", sagt Craig Sullivan. Und verrät: "Etwa ein Drittel der 130 Millionen Need-for-Speed-Spieler steht mehr auf den ersten, zwei Drittel auf den zweiten Wert." Je nach Position des Schiebereglers verändern sich Bremsverhalten, Front- und Hinterraddruck sowie das Steuerverhalten des Wagens. Wer mag, feilt auch individuell an den vier Unterkategorien.

    Need for Speed - Fahrzeug-Handling: noch etwas durchwachsen

          

    Endlich sehen wir unseren 911er auf der nächtlich-regennassen Fahrbahn in Ventura Bay. Im fliegenden Wechsel übernehmen wir das Lenkrad, um zunächst mit sieben weiteren Spielern ein kurzes Rennen zu fahren. Der Start gelingt uns gut, mit dem Turbo ziehen wir an einigen Konkurrenten vorbei. Doch dann erwischt uns ein Verfolger und drückt uns kurz vor einer Kreuzung an die Seite - wir schleudern in die Seitenstraße und drehen mühsam um. Natürlich ist das Feld bereits an uns vorbeigezogen, und wir holen es aufgrund der Kürze des Rennens auch nicht wieder ein. Das Handling - ein Viertel Driften, drei Viertel Griffigkeit - stellt sich als weniger griffig heraus, als wir gedacht hätten. Ohne den Einsatz der Handbremse vor 90-Grad-Kreuzungen verlieren wir zu viel Geschwindigkeit: Need for Speed geht definitiv in Richtung des Underground-Duos. Andererseits fahren wir auch ein Auto aus dem Jahr 1974, das noch nicht mit den neuesten Errungenschaften und Tuning-Teilen verbessert wurde.

    Need for Speed - Events, Events, Events

          

    Need for Speed angespielt - Die E3-Vorschau (6) Quelle: EA/Ghost Unterwegs begegnen wir auch einer Polizeistreife, die missmutig unsere Verfolgung aufnimmt. "Die Polizei fährt in der Tat Streife", sagt Craig Sullivan. "Das bedeutet, dass ihr sie manchmal seht, manchmal auch wieder nicht." Nach dem Rennen sieht unser Auto etwas lädiert aus, was sich aber nicht auf seine Steuerbarkeit auszumachen scheint. Nun dürfen wir die Stadt frei erkunden. "Es gibt hunderte von Events, an denen ihr alleine oder mit beliebig vielen anderen Fahrern teilnehmen könnt", erklärt Sullivan. Dazu gehören Drift-Events und Punkterennen, in denen wir durch das Durchfahren von Kontrollpunkten eine Mindestpunktzahl erreichen müssen. Wir rufen die Stadtkarte auf, sind von einer Drifting-Challenge auf einem Parkplatz nicht ganz so angetan, sondern wählen ein Zeitrennen am anderen Ende der Stadt. Dorthin hätten wir fahren können, doch aufgrund der knappen Demozeit lassen wir uns dorthin teleportieren. Langsam haben wir den Dreh raus, wie wir unseren Porsche driften lassen, aber immer noch kontrollieren können, und sausen durch die Kontrollpunkte. Doch ach, die Demozeit ist vorbei und Craig Sullivan lenkt unseren Blick auf einen Ergebnismonitor. "Hier seht ihr nach jedem Rennen, wer zum Beispiel am schnellsten gefahren ist, wer die meisten Beinahe-Kollisionen verursacht hat und wer am längsten dicht neben einem anderen Wagen gefahren ist."

    Need for Speed - Fazit

          

    Need-for-Speed-Veteranen mögen über mangelnden Realismus und die ausschließlichen Nachtfahrten die Stirn runzeln. Und so gerne auch wir Küstenfahrten bei Sonnenschein oder in sich geschlossene Rennkurse statt Punkt-zu-Punkt-Rennen sehen würden: Fakt ist, dass sich das Underground-Duo 2003 und 2004 jeweils elf Millionen Mal verkauft hat. Das Open-World-Spektakel Need for Speed Rivals sah vor zwei Jahren nur um die vier Millionen Käufer. Über die Story mit den Filmsequenzen kann man geteilter Meinung sein - immerhin scheinen sich die Szenen nicht übermäßig aufzublähen.

    Auf der Habenseite verbucht Need for Speed die ausgiebigen Schrauber-Elemente und die fünf unterschiedlichen Möglichkeiten, sich bei den anderen Fahrern in Los Angeles, pardon, Ventura Bay Respekt zu verschaffen. Solide sieht auch die von der Frostbite-Engine produzierte Optik mit schicken Blend- und Reflektionseffekten aus - auch, wenn die Nitro-Flamme aus dem Auspuff noch etwas unscheinbar wirkt. Gerne hätten wir eine neue Runde mit anderen Handling-Einstellungen probiert, um zu sehen, wie sehr sie sich tatsächlich auf das Fahrverhalten auswirken. Serienfans dürfen dem "Franchise Reboot" dennoch vorsichtig optimistisch entgegensehen.

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    Need for Speed: 10-Minuten-Demo angespielt - Ersteindruck im Video
    Spielecover zu Need for Speed 2015
    Need for Speed 2015
    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Need for Speed 2015 FAQ: Release, Beta, Gameplay, DLCs [Update]
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Need for Speed 2015
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http://www.pcgameshardware.de/Need-for-Speed-2015-Spiel-55563/Specials/E3-Vorschau-Preview-1162581/
20.06.2015
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