Riesen-Display für Zocker: Philips BDM4065UC mit 40 Zoll und Ultra HD im Test
Spieletaugliche Ultra-HD-Bildschirme sind endlich bezahlbar geworden. Die Hersteller buhlen mit den verschiedensten Modellvarianten um die Gunst der Käufer. Besonders populär ist in unseren Leserkreisen der eigentlich als Fernseher und Business-Gerät konzipierte 40-Zoll-Riese BDM4065UC von Philips. Wir prüfen, ob sich das Gerät auch für PC-Spieler eignet.
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UHD-Monitore kommen mittlerweile in den verschiedensten Formen daher: Klassische 27-Zoll-Geräte mit TN-Panel sind bereits für weniger als 300 Euro zu haben. Auch 24-Zoll-Displays mit besonders hoher Pixeldichte finden sich auf dem Markt, ebenso wie auf Gaming spezialisierte Panels mit Nvidia-G-Sync- oder AMD-Freesync-Unterstützung. Der BDM4065UC von Philips sticht besonders durch seine Größe heraus: 40 Zoll entsprechen einer Bilddiagonale von knapp über einem Meter. Zudem soll der Bildschirm dank MVA-Panel durch eine gute Farbwiedergabe bestechen. Als Sahnehäubchen sollen auch die Reaktionszeiten so niedrig ausfallen, dass selbst anspruchsvolle PC-Spieler zufriedengestellt würden. Positive Forenberichte über das Gerät sorgen dafür, dass wir sehr gespannt sind, wie sich der 40-Zoll-Koloss in der Redaktion schlägt.
Philips BDM4065UC: Die Ausstattung
Die Ausstattung des etwa 700 Euro teuren Philips BDM4065UC ist gut. Für PC-Gamer ist der Displayport 1.2 sicherlich die wichtigste Signalquelle. Diese ermöglicht die problemlose Darstellung von Inhalten in nativer Auflösung bei 60 Hertz. Das funktioniert im Test auch per Plug-and-Play. Frühe UHD-Bildschirme hatten hier stellenweise noch kleinere Schwachstellen, etwa, dass nur ein 30-Hertz-Betrieb "out-of-the-Box" möglich war. Dies ist heutzutage aber kein Hindernis mehr: einstecken und loslegen.
Philips BDM4065UC
Ergänzt wird die Anschlusspalette des Philips BDM4065UC durch zwei HDMI-1.4-Schnittstellen, diese erlauben ebenfalls die Darstellung von UHD-Inhalten, allerdings nur bei 30 Hertz. Ebenfalls mit an Bord sind zudem noch ein Mini-Displayport sowie eine D-Sub-Schnittstelle, wer Letztere verwenden soll (/möchte), ist uns allerdings unklar. Audiosignale nimmt der Philips BDM4065UC per Klinkenkabel entgegen. Diese können über den Audio-Out (ebenfalls Klinke) auch an Kopfhörer oder Boxen weitergegeben werden. Vier USB-3.0-Ports machen aus dem 40 Zoll großen Display einen brauchbaren Geräte-Hub. Interessantes Detail: Eine der vier USB-Buchsen eignet sich zum Schnellladen von Kleingeräten, markiert ist der Port mit einem Blitz-Symbol.
Auf umfangreiche Ergonomieoptionen müssen Interessenten übrigens verzichten. Eine Höhenverstellung oder gar eine Pivot-Funktion gibt es nicht, was angesichts der schieren Größe des Philips BDM4065UC aber auch kaum verwundert. Immerhin lässt sich das Display neigen, das war es dann aber auch schon.
Philips BDM4065UC: Die Eigenschaften
Der riesige UHD-Bildschirm mit einer Diagonale von über einem Meter setzt auf ein MVA-Panel mit einer nativen Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixel. Schon beim ersten Einschalten gefällt uns das Gerät extrem gut: Alle Farben wirken sehr satt und brillant, das macht Spaß. Dank einem VA-typisch hohen Kontrast von 4.000:1 werden auch Schwarzwerte dunkel wiedergegeben. Der Adobe-sRGB-Farbraum wird zu etwa 92 Prozent abgedeckt. Dadurch wird der Riese insbesondere für Hobby-Fotografen interessant. Echte professionellen Anwendern wird der Wert noch etwas zu niedrig sein, aber wenn es lediglich um das Bearbeiten von Urlaubs-Fotos geht, stellt dies keinen Makel dar. Hinzu kommt, dass durch die hohe Auflösung enorm viel Arbeitsfläche zur Verfügung steht. Selbst Werkzeuge, die man eher selten benutzt, können so noch ihren Platz im ständigen Sichtfeld bekommen, ohne den Blick auf das Wesentliche, dem zu bearbeitende Bild, zu verdecken. Die Größe des Displays tut ihr übriges dazu: Selbst bei einer 100-Prozent Skalierung ohne Vergrößerung lassen sich alle Inhalte sehr gut lesen.
Durch die hohe Auflösung und die große cm²-Fläche des Displays lassen sich zudem bequem zwei oder gar drei Anwendungen im Fenster auf einem Desktop parallel benutzen. Wer also viel mit Office-Anwendungen wie Excel oder Word hantiert, der wird viel Freude am Philips BDM4065UC haben. Selbst beim Spielen kann sich dies als nützlich erweisen: Im 2.560 × 1.440 Pixel großen Fenster läuft beispielsweise Hearthstone und auf der restlichen Bildfläche kann man während der gegnerischen Spielzüge einen Guide zu neuen Taktiken von Blizzards Kartenspiel lesen.
Die enorme Größe ist wie gerade beschrieben also durchaus eine Stärke. Sie kann aber auch eine Schwäche sein: Besonders in Vollbildanwendungen, etwa Spielen, müssen wir bei einer üblichen Sitzentfernung von etwa einem Meter hin und wieder den Kopf neigen und drehen, um alle relevanten Informationen an den Bildrändern zu erfassen. Das kann auf Dauer nerven. Je näher man am Bildschirm sitzt, umso ausgeprägter wird das Problem. Hier helfen regelmäßige Pausen. Man könnte natürlich auch die Anwendungen im Fenster laufen lassen, so dass sich diese zentriert im Blickfeld abspielen, aber das würde in unseren Augen den Anreiz des großen Displays ad absurdum führen.
Philips BDM4065UC: Die Leistung
Philips BDM4065UC
Kommen wir nun also zur wohl spannendensten Frage dieses Tests: Ist der Philips BDM4065UC wirklich spieletauglich? Die Antwort ist: Für die überwiegende Mehrheit auf jeden Fall. Reaktionszeit (knapp 9 Millisekunden) und Inputlag (knapp 11 Millisekunden) sind für eine MVA-Panel wirklich sehr gute Werte und in den allermeisten Fällen spieletauglich. Lediglich sehr schnelle Ego-Shooter wie Quake Live überfordern den Philips BDM4065UC etwas. Doch auch hier dürften vor allem ambitionierte E-Sportler die leichten Schwächen bemerken. Der Autor spielt ganz gerne mal eine Runde "Gungame" in Counterstrike: Global Offensive und hat keine Probleme beim Zocken bemerkt (auch hier gilt: Profi-E-Sportler mögen dies eventuell anders sehen). Auch Trackmania Nations United war ohne Einschränkungen spielbar.
Die Reaktionszeit ließe sich übrigens noch etwas drücken, wenn man im OSD die maximale Overdrive-Option auswählt. Das funktioniert auch, resultiert in unseren Augen aber nicht in einem spürbaren Vorteil, eher im Gegenteil: DIe gemessene Reaktionszeit per SMTT sinkt zwar ein wenig (Um etwa 0,5 ms, es könnte sich also auch um einen Messfehler handeln, dass können wir nicht zweifelsfrei ausschließen), dafür treten sichtbare Korona-Effekte und Bluring auf. Das vergällt den Spielspaß eher, setzen sie daher den Overdrive am besten auf "Aus" oder "Schnell". In beiden Fällen schaltet der Philips subjektiv schnell genug.
Weitere Gaming-Funktionen wie etwa ein digitales Fadenkreuz oder auch Technologien wie Freesync oder G-Sync bietet der Philips BDM4065UC übrigens nicht. Das macht aber nichts, denn das Gesamtpaket aus Reaktionszeit, Größe und Auflösung macht auch so einen sehr runden Eindruck. Erwähnenswert ist an dieser Stelle eventuell noch der sehr gute Kontrast.
Philips BDM4065UC: Testtabelle
| Produktname | BDM4065UC |
|---|---|
| Hersteller | Philips |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 700,-/Ausreichend |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1201936 |
| Ausstattung (20 %) | 1,37 |
| Diagonale/Anschlüsse | 100,5 cm (40 Zoll)/2x HDMI, Displayport, Mini-Displayport, D-Sub |
| Max. Auflösung | 3.840 x 2.160 |
| Panel/Hintergrundbeleuchtung | VA/LED |
| Reaktionszeit (Hersteller)/Netzteil | 9 ms/intern |
| Gewicht/Maße | 9,7 kg/90 x 59 x 22 cm |
| Drehbar/neigbar/höhenverst. | Nein/35 Grad/Nein |
| TCO/Garantie | TCO 6.0/2 Jahre |
| Sonstiges | USB-3.0-Hub |
| Eigenschaften (20 %) | 2,13 |
| Betrachtungswinkel horizontal/vertikal | 178/178 Grad |
| Downsampling (50 %/100 %) | -/- |
| Kontrastverhältnis (statisch) | 4000:1 |
| Leistungsaufnahme/Stand-by | 78,1/0,1 Watt |
| Leistung (60 %) | 2,23 |
| Reaktionszeit/Schlieren-/Korona-Bildung | 9 ms/gering/gering |
| Subjektiv spieletauglich/Inputlag | Ja/11 ms |
| Regelbereich Helligkeit (0, 50, 100 %) | 72, 151, 220 cd/m² |
| Interpolation* | Vollbild, 16:10, 16:9, 4:3/ausreichend |
| Helligkeitsverteilung (Abweichungen) | Max. 14% |
| Grobkörniges Bild (Kristalleffekt) | Klares Bild (geringer Kristalleffekt) |
| Farbbrillanz/Farbechtheit | Sehr gut |
| Endnote | 2,04 |
| Fazit | + Ultra-HD |
| * (1.280 x 1.024/1.680 x 1.050) | + Riesiges Display |
| +MVA-Panel |
Philips BDM4065UC: Fazit
Zugegeben, ich bin im Desktopbetrieb kein Fan von Monitoren mit einer Bildschirmdiagonale von mehr als 28 Zoll. Für mich persönlich überwiegen die Nachteile den optischen Reiz der schieren Größe. Ich mag es einfach nicht, regelmäßig meinen Kopf bewegen zu müssen, um wirklich alle Bildinhalte erfassen zu können. Dabei sitze ich mit etwa 110 cm doch eher weit von meinem Bildschirm entfernt. Wer das ähnlich sieht, der sollte den Philips BDM4065UC unbedingt mal zuhause ausprobieren, bevor er die knapp 700 Euro investiert.
Wen die Größe jedoch nicht stört oder wer ohnehin noch weiter vom Bildschirm entfernt sitzt, dem kann ich den Philips BDM4065UC mit gutem Gewissen ans Herz liegen. Die Größe gepaart mit der hohen Auflösung hat einige Vorzüge, beim Spielen kommt schon fast "Kino-Feeling" auf. Die Farbwiedergabe ist sehr gut und die Reaktionszeit für nahezu alle Titel schnell genug, Ausnahmen muss man schon mit der Lupe suchen, etwa Quake Live. Die schicke Optik tut ihr Übriges, sodass Spieler mit potenter Hardware, die auf der Suche nach einem UHD-Bildschirm sind, den Philips auf jeden Fall in die engere Wahl ziehen sollten.

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Sehr guter Preis für den sehr guten Riesen
OLED ist momentan eher eine Technik als Ersatz für Plasma. Also mehr zum Genuß eines Films oder einer Serie in am besten gedimmter Umgebung. Für den 24h Betrieb ist so ein Gerät nicht konzepiert und das sollte es auch nie.
24h am Tag laufen lassen ist wohl eher ein Extremfall.
ZB werden es im normalen Bürobetrieb 8h am Tag sein.
Da bist du dann bei 6 Jahren.
Ausserdem steht OLED noch ziemlich am Anfang.
Habe nur 5000h bei 1000cd/m² und 12000h bei 100cd/m² gefunden.