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  • Dell P2815Q im Test: 3.840 x 2.160 Pixel für rund 500 Euro - Gibt es einen Haken?

    Ultra HD ist für PC-Anwender der nächste Schritt in punkto Auflösung. Mit den neuen 28-Zoll-LCDs von Dell, Asus, Samsung, Philips und Lenovo wird dies nun sogar finanzierbar. Die neuen UHD-Displays kosten teilweise nur knappe 500 Euro. Der erste verfügbare Monitor ist das Dell P2815Q, welches PCGH erstmals testen durfte. Doch im Testlabor gibt es unangenehme Überraschungen.

    Dell P2815Q - Einleitung

          

    Der neue Trend im Display-Bereich sind Monitore mit 28 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel - also Ultra HD. Die neue Generation der UHD-Displays kostet teilweise nur knappe 500 Euro - damit sind diese LCDs 500 bis 2.000 Euro günstiger als alle bisher erhältlichen UHD-Monitore. Der Tribut dafür ist unter anderem das eingesetzte TN-Panel, wodurch der Einblickwinkel und die Farbechtheit etwas eingeschränkt werden. Der Vorteil von TN ist hingegen die bessere Viskosität der Flüssigkristalle, was in einer niedrigeren Reaktionszeit mündet - hier sollten Spieler hellhörig werden. Als ersten Vertreter der neuen LCD-Zunft ist das Dell Professional P2815Q zu Gast im PC-Games-Hardware-Testlabor. Da Dell uns selbst nicht bemustern konnte, bedanken wir uns bei Redcoon.de für die freundliche Teststellung des Dell P2815Q.

    04:37
    Dell P2815Q: Unboxing 28-Zoll-LCD mit Ultra-HD-Auflösung

    Dell P2815Q - Ausstattung

          

    Die Ausstattungsliste des Dell P2815Q ist bemerkenswert, denn das 28-Zoll-Display (exakt 71,12 Zentimeter Bilddiagonale) bietet neben Ultra HD diverse Signal-Ein- und -Ausgänge: Auf der Eingangsseite stehen Displayport, Mini-Displayport, HDMI (nur MHL-Unterstützung) und USB zur Verfügung. Ausgeben kann das P2815Q USB 3.0 auf vier Ports und einmal Displayport (MST) für eine Art "LCD-Reihenschaltung". Dell setzt ein TN-Panel mit 5 Millisekunden Reaktionszeit ein, dies lässt darauf schließen, dass keine Overdrive-Schaltung zum Einsatz kommt. Als Hintergrundbeleuchtung werden weiße LEDs genutzt. Wie es sich für ein gutes Display gehört, lässt sich auch das Dell P2815Q in der Höhe verstellen, neigen und drehen. Zudem verfügt das LCD über eine Pivot-Funktion. Im Lieferumfang ist neben dem Stromkabel auch ein Mini-Displayport-auf-Displayport-Kabel.

    Dell P2815Q - Eigenschaften

          

    Wie alle Bildschirme mit TN-Panel ist auch das Dell-Display in punkto Blickwinkel eingeschränkt. Der Kontrast lässt schon ab ca. 160 Grad (vertikal und horizontal) sichtbar nach. Die Bedenken, dass TN bei einem solch großen Monitor schon Kontrastprobleme hat, wenn man direkt davor sitzt, können wir nicht bestätigen. Das statische Kontrastverhältnis des Dell P2815Q liegt bei ordentlichen 778:1. Der Schwarzwert ist mit 0,4 Candela pro Quadratmeter TN-typisch etwas hoch. Die Energieaufnahme bei maximaler Helligkeit liegt bei 45 Watt, bei 80 Candela pro Quadratmeter sind es etwa 25 Watt. Für ein Display dieser Größe ist das noch akzeptabel. Merkwürdig ist allerdings, dass bei unserem Testmuster die Energieaufnahme im Stand-by nicht unter 1 Watt sinkt - die von uns gemessenen 8,8 Watt können nicht gewollt sein; wir klären das aktuell noch mit Dell. Downsampling funktioniert mit unserem einfachen Test ohne Anpassung der Pixelmenge im Geforce-Treiber überhaupt nicht.

    Dell P2815Q im Test (14)Dell P2815Q im Test (14)Quelle: PC Games Hardware

    Dell P2815Q - Leistung

          

    Bevor wir auf den Dealbreaker eingehen: Die gemessene Reaktionszeit liegt bei 5,5 Millisekunden, was für Spieler noch in Ordnung wäre. Der Inputlag erreicht maximal 15 Millisekunden, ebenfalls noch akzeptabel. Die Helligkeit kann zwischen 43 und 311 Candela pro Quadratmeter eingestellt werden. Die Interpolation von Auflösungen unterhalb Ultra HD ist gut; Sie können zwischen Vollbild, 16:10 und 4:3 wählen. Das Dell P2815Q bietet ein klares Bild mit kaum sichtbarem Kristalleffekt. Die Farbbrillanz ist gut und die Helligkeitsverteilung befriedigend.

    Die Krux: Während man mit 1.920 x 1.080 noch 60 Hertz nutzen kann, sind mit 3.840 x 2.160 Pixeln beim Dell P2815Q nur noch 30 Hertz möglich. Selbst wenn wir im Bildschirmmenü "Displayport 1.2" aktivieren, lassen sich nicht mehr als 30 Hertz einstellen. Eine manuelle Anhebung der Bildwiederholfrequenz funktioniert ebenfalls nicht. Damit ist das Dell P2815Q für Spieler nicht geeignet, da bei 30 Hertz Bildwiederholrate jede noch so hohe Bildrate rucklig wirkt.

    Das Statement von Markus Schütz (Senior Press Reviews Manager EMEA DELL) dazu: "Dieser Monitor ist technisch generell nicht in der Lage 60 Hz bei dieser Auflösung zu unterstützen. Dies ist eine Hardware-Limitierung des verwendeten Scalar-Chips. Es gab Chips, die 60 Hz können, diese fielen jedoch durch unsere Quality-Checks. In der nächsten Generation des Displays wird dafür sicherlich eine Lösung da sein."

    Dell P2815Q - Fazit

          

    Ausstattung, Eigenschaften und Preis des Dell P2815Q haben für leichte Euphorie in der Redaktion gesorgt. Doch 30 Hertz sind für PC-Spieler ein absoluter Dealbreaker. Daher kann PC Games Hardware das LCD für Zocker nicht empfehlen, schließt aber nicht aus, dass Freunde hoher Auflösungen trotzdem Freude an der guten Pixeldichte haben.

    Dell P2815Q - Testtabelle

          
    ProduktnameP2815Q
    HerstellerDell
    Preis/Preis-Leistungs-VerhältnisCa. 510,-/-
    PCGH-Preisvergleichwww.pcgh.de/preis/1040740
    Ausstattung (20 %)1,67
    Diagonale/Anschlüsse71,12 cm (28 Zoll)/Displayport, Mini-Displayport, HDMI (MHL)
    Max. Auflösung/Pixelabstand3.840 x 2.160/0,198 mm
    Panel/HintergrundbeleuchtungTN (Twisted Nematic)/LED
    Reaktionszeit (Hersteller)/Netzteil5 ms/intern
    Gewicht/Maße7,8 kg/61 x 44 x 21 cm
    Drehbar/neigbar/höhenverst.90 Grad/20 Grad /125 mm
    TCO/Garantie6.0/3 Jahre
    SonstigesPivot, USB-3.0-Hub
    Eigenschaften (20 %)2,17
    Betrachtungswinkel horizontal/vertikal160/160 Grad
    Downsampling (50 %/100 %)-/-
    Kontrastverhältnis (statisch)778:1
    Leistungsaufnahme/Stand-by45,2/8,8 Watt
    Leistung (60 %)2,15
    Reaktionszeit/Schlieren-/Korona-Bildung 5,5 ms (19 ms)/sichtbar/sehr gering
    Subjektiv spieletauglich/InputlagNein/15 ms
    Regelbereich Helligkeit (0, 50, 100 %)43, 170, 311 cd/m2
    InterpolationVollbild, 16:10, 4:3/gut
    Helligkeitsverteilung (Abweichungen)Max. 19 %
    Grobkörniges Bild (Kristalleffekt)Klares Bild (geringer Kristalleffekt)
    Farbbrillanz/FarbechtheitGut
    Endnote2,06

    Dell P2815Q - Testmethoden

          

    Seit Ausgabe 12/2012 testen wir auch die Reaktionszeit per Small Monitor Test Tool 2.5.1. Den Wert aus dem alten Farbkombinationstest geben wir vorläufig in der Testtabelle in Klammern weiterhin an. Die Werte der Schaltgeschwindigkeit nach der neuen Methode liegen deutlich näher an den Werten der Hersteller, sodass auch unregelmäßige PCGH-Leser nicht von den großen Differenzen zwischen Herstellerangaben und unseren Messwerten verunsichert werden. So sind LCDs mit einer gemessenen Reaktionszeit von weniger als 5 Millisekunden voll spieletauglich. Eine eventuelle Korona-Bildung durch den Einsatz von Bildverbesserungstechniken (Overdrive) geht weiterhin in die Leistungsnote ein. Ein wichtiges Leistungsmerkmal für Spieler ist neben der Reaktionszeit der Inputlag (Signallaufzeit): Die meisten Spieler stört eine Signallaufzeit von 2 Fps nicht, das entspricht bei einem 60-Hertz-LCD etwa 30 Millisekunden. Viele Profispieler nehmen solche Verzögerungen durch den Inputlag allerdings wahr. Daher sollte die Signallaufzeit im optimalen Fall unter 10 Millisekunden liegen.

    Mithilfe der Software Icolor messen wir die Farbtreue der Bildschirme. Das Programm gibt uns eine Kennlinie aus, die zeigt, wie gut das LC-Display die geforderten Farben wiedergibt. Die Tests werden auch weiterhin durch eine subjektive Einschätzung der Spieletauglichkeit ergänzt. Die Leuchtdichte der Monitore messen wir bei den Einstellungen 0, 50 und 100 Prozent Helligkeit des jeweiligen Bildschirms. Zur Helligkeitsverteilung: Wir geben die maximale Abweichung vom Mittelpunkt des Monitors an. Dazu nehmen wir neun Messungen auf dem Bildschirm vor. Die Angaben im Bereich "Eigenschaften" - Betrachtungswinkel und Kontrastverhältnis (nur statisch) - werden ebenfalls im Testlabor ermittelt.

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    Es gibt 39 Kommentare zum Artikel
    Von donativo
    Ich habe mir den Monitor rein für Office geholt, da ich 4k eh nicht spielen kann mangels Grafikkarte. Leider ist der…
    Von OberstFleischer
    Da leg ich nen Hunni auf den SAMSUNG U 28 D 590D der kann dann auch 60Fps. Den Test hab ich hier gelesen. Für…
    Von Haemi
    Also hab meinen U28D590D abgeholt, aufgestellt und anschließend mit einem Spyder 4 kalibriert. Wenn ich direkt davor…
    Von Bandicoot
    Schöner Monitor, aber UHD bleibt Uninteressant bis es unter min 60Hz läuft und es ne GPU gibt die das flüssig…
    Von ALxx
    Alle chatten, mailen, bashen, scannen usw. da darf man aber das Wort "Dealbreaker" nicht benutzen.Oh my.....
      • Von donativo Kabelverknoter(in)
        Ich habe mir den Monitor rein für Office geholt, da ich 4k eh nicht spielen kann mangels Grafikkarte. Leider ist der InputLag auch bei reinem Desktopbetrieb nicht zu übersehen und geht einem unweigerlich nach einer gewissen Zeit gewaltig auf den Keks. Ich habe alles mögliche probiert, HDMI, DP. auch DP 1.2 aktiviert etc. Es hilft nichts. Inputlag ist einfach da und den kann man sich auch nicht schönreden bei aktuellen 380 eur Kaufpreis. Aber Auflösung ist geil. Werde dann wohl doch zu Samsung mit 60hz greifen müssen.
      • Von OberstFleischer PC-Selbstbauer(in)
        Da leg ich nen Hunni auf den SAMSUNG U 28 D 590D der kann dann auch 60Fps.

        Den Test hab ich hier gelesen.
        Für Interessenten hab ich auch hier mehr gefunden.
      • Von Haemi Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Also hab meinen U28D590D abgeholt, aufgestellt und anschließend mit einem Spyder 4 kalibriert.
        Wenn ich direkt davor sitze, sehe leichte Verfärbungen in der Vertikalen. Horizontal aber nicht, da muss ich mich schon zur Seite beugen.
        Windows 7 ist auf 150% skaliert und es sieht einfach nur wahnsinnig gut aus.
        Imputlag scheint niedrig zu sein, jedenfalls bemerke ich nichts.
        Da ich zurzeit nicht an meinen eigenen Rechner rankomme nutze ich den PC meines Vaters mit einer GTX660. Hab ein par ältere Spiele getestet. Half-Life2, Portal und AoE III laufen flüssig. Anno 2070 ruckelt bei ca. 10fps rum (alles auf max.) und Portal 2 will garnicht in 4k(Bild schwarz). Morgen probier ich noch etwas neuere Spiele.
        Und Photoshop CS5 skaliert nicht, ist alles extrem winzig.
      • Von Bandicoot Software-Overclocker(in)
        Schöner Monitor, aber UHD bleibt Uninteressant bis es unter min 60Hz läuft und es ne GPU gibt die das flüssig hinbekommt beim Zocken.
        Wird wohl noch mind. 2 GPU Generationen dauern. Soweit schon mal ein Gutes Signal aus der Dell Ecke.
      • Von ALxx Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Alle chatten, mailen, bashen, scannen usw. da darf man aber das Wort "Dealbreaker" nicht benutzen.

        Oh my.....
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Dell P2815Q im Test: 3.840 x 2.160 Pixel für rund 500 Euro - Gibt es einen Haken?
Ultra HD ist für PC-Anwender der nächste Schritt in punkto Auflösung. Mit den neuen 28-Zoll-LCDs von Dell, Asus, Samsung, Philips und Lenovo wird dies nun sogar finanzierbar. Die neuen UHD-Displays kosten teilweise nur knappe 500 Euro. Der erste verfügbare Monitor ist das Dell P2815Q, welches PCGH erstmals testen durfte. Doch im Testlabor gibt es unangenehme Überraschungen.
http://www.pcgameshardware.de/Monitor-Display-Hardware-154105/Tests/Dell-P2815Q-Ultra-HD-Test-1120301/
09.05.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/05/Aufmacher_Dell_Dell_P2815Q_Retusche-pcgh_b2teaser_169.jpg
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