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  • CES: OLED ausprobiert auf Dells 5.000-US-Dollar Display und Alienwares 13-Notebook

    Viel Licht, ein bisschen Schatten beim Refresh der 13er-Serie. Enttäuschend ist die schwache 960M als GPU, spannend dagegen das OLED-Panel, welches Alienware als erster Gaminghersteller implementiert. Quelle: Alienware

    Dell hat ein starkes Line-Up auf der CES aufgefahren: Das OLED-Panel des Alienware 13 punktet im Hands-On-Test mit perfekten Schwarzwerten, arbeitet in der PC-Version von Street Fighter 5 aber auch Konturen schöner heraus als die LED-Technologie. Außerdem im Check: Ein 30-Zoll-OLED-Display für groteske 5.000 US-Dollar und ein Oculus-Deal, der Ihnen Geld sparen könnte. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt

    Kurz vorweg: Frank Azor, General Manager von Alienware, die ja zur Dell-Gruppe gehören, hat im Gespräch mit den US-Kollegen von TheVerge enthüllt, das seine Firma Bundles mit Oculus anbieten wird. Ab einem Verkaufspreis von 1.199 US-Dollar, sparen Sie 200 US-Dollar pro Oculus. Der Preis liegt dann nur noch bei 399 US-Dollar plus Steuern. Ob Dell Deutschland mitziehen wird, werden wir erst zum Oculus-Launch in Deutschland erfahren.

    OLED auf der CES

    Bevor wir das Alienware 13 mit OLED-Screen sowie seinen großen Bruder, den 30-Zöller UltraSharp UP3017Q vorstellen, sollten wir klären, warum OLED, also organische Leuchtdioden, als Display-Technologie so interessant sind. Noch vor wenigen Jahren galten Plasmas als schneller und kontrastreicher als LCD-Fernseher, schluckten aber wegen ihrer Technologie tendenziell mehr Strom. Bei einem Plasma-Display befinden sich kleine Kammern zwischen zwei Glasplatten, die mit einem Edelgasgemisch gefüllt sind. Die Kammern sind jeweils für die Grundfarben Rot, Blau und Grün zuständig, drei Kammern ergeben ergo ein Pixel. Zum Leuchten gebracht werden die Kammern durch Gasentladung, wobei ionisiertes Gas, also Plasma, entsteht, welches dann sichtbares Licht aussendet. Die Pixel leuchten dabei nur, wenn sie eine Farbe darstellen. Es gibt keine Hintergrundbeleuchtung, dadurch ist Schwarz wirklich Schwarz. LCDs haben früher mit Leuchtstoffröhren gearbeitet, dadurch konnten sie kein richtiges Schwarz produzieren, nur ein dunkles Grau. Bei der LED-Technologie flogen die Leuchtstoffröhren raus und wurden durch Leuchtdioden ersetzt. Die lassen sich einzeln abschalten, dadurch lässt sich ein besserer Schwarzwert als bei den dauerbeleuchteten LCD-Kollegen erzielen. Die OLED-Technologie vereint jetzt die technischen Vorzüge von Plasmas (die heute quasi ausgestorben sind, alle großen TV-Hersteller haben sich aus dem Geschäft zurückgezogen) und LEDs. Organische Dioden benötigen keine Hintergrundbeleuchtung, sie können selbst verschiedenfarbig leuchten und Pixel direkt darstellen. Das sorgt für sehr knackige, kontrastreiche Bilder und sehr gute Schwarzwerte.

    Alienware 13 mit OLED-Panel: Hands-On mit Street Fighter 5

    Das Alienware 13 arbeitet mit einer Vier-Phasen-Beleuchtung, damit können Sie ähnliche Welleneffekte wie beim Razer Chroma Stealth erwirken. Das Alienware 13 arbeitet mit einer Vier-Phasen-Beleuchtung, damit können Sie ähnliche Welleneffekte wie beim Razer Chroma Stealth erwirken. Quelle: Ryan Southardt Aufgrund seiner geringen Größe kommt das Alienware 13 nur mit einer GTX 960M, entsprechend ergibt ein 4k-Screen keinen Sinn und der Hersteller setzt nur auf ein Display mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten. Dafür ist die Schaltzeit des OLED-Panels mit einer Millisekunde beeindruckend gut. Alienware präsentiert den Refresh des 13er interessanterweise mit dem Intro von "Call of Duty: Ghosts", weil Infinity Ward 2013 mit sehr vielen unterschiedlichen Grau-Abstufungen sowie dunklen Szenen gearbeitet hat. Das Intro war ja recht künstlerisch gehalten, fast wie bei James Bond. Und tatsächlich beeindruckt die signifikant feinere Farbabstufung. Wo beim LED-Display daneben die schwarzen Bereiche leicht grau meliert wirken, sind sie beim OLED-Panel in ein richtig tiefes Schwarz getaucht. Auch die unterschiedlichen Grautöne werden besser herausgearbeitet. Den harten Kontrast liefert das Hands-On mit Street Fighter 5, das aussieht, als wäre es in einen Farbtopf gefallen. Harte, dick gezeichnete Konturen treffen auf grelle Leuchtfarben, die so ein OLED-Panel sehr schön und fein nuanciert ausspielt. Street Fighter ist auch deshalb ein interessanter Testlauf, weil die Silhouetten der Charaktere wie mit schwarzem Filzstift gezogen sind. Tiefes Schwarz trifft hier auf extrem knallige Leuchtfarben. Eine positive Überraschung ist der Preis: Dell plant trotz OLED-Technologie nicht die Daumenschrauben fester zu schnallen, es bleibt bei einem Einstiegspreis von 1.400 US-Dollar für die kleinste Konfiguration. Dell Deutschland hat noch keine Preise festgelegt.

    Preis: Ab 1.400 US-Dollar für die kleinste Variante (i7-4720HQ, GTX 960M)

    CES-Fazit: Es ist überraschend, wie langsam die Gaming-Branche in Sachen OLED ist. Während LG, Samsung & Co. bereits Mitte letzten Jahres für ihre TVs mit der neuen Panel-Technologie losgeprescht sind, kommt der OLED-Zug im Segment der Spiele-Notebooks erst jetzt ins Rollen. Spieler profitieren dabei von den signifikant gesunkenen Produktionskosten und der Ersteindruck ist exzellent. Schwarz ist hier wirklich Schwarz, Farben wirken deutlich nuancierter, gerade in Street Fighter fällt das auf. Für Spieler ist eine 960M allerdings mit vielen Kompromissen verbunden, Alienware sollte über einen Refresh der 15-Zoll-Serie mit 980M und OLED-Display nachdenken.

    Dell UltraSharp UP3017Q: 30 Zoll, 4k, absurder Preis

    Die technischen Daten sind beeindruckend, insbesondere auch die von Dell versprochene Reaktionszeit von einer Millisekunde. Mit 4.999 US-Dollar richtet sich der UltraSharp UP3017Q aber wirklich nur an Fotografen und andere professionelle Anwender. Die technischen Daten sind beeindruckend, insbesondere auch die von Dell versprochene Reaktionszeit von einer Millisekunde. Mit 4.999 US-Dollar richtet sich der UltraSharp UP3017Q aber wirklich nur an Fotografen und andere professionelle Anwender. Quelle: Ryan Southardt Gerade bei einem Monitor hat OLED mehrere Vorteile: die Blickwinkelstabilität ist extrem hoch, Sie können sich fast neben das Display stellen, trotzdem bleibt alles scharf und der Farbeindruck verändert sich nicht. Der Dell UltraSharp UP3017Q richtet sich vor allem an professionelle Anwender wie Fotografen, die profitieren von einer feinen Farbabstufung, exzellenten Schwarzwerten und einem Kontrast von 400.000:1. Haben Sie ein Foto mit schwarzem Rand, müssen Sie schon zwei Mal hinschauen, um überhaupt den haptischen Rand des Displays erkennen zu können. Ebenfalls wichtig für Profis ist die Abdeckung des gesamten Adobe-RGB-Farbraumes, das sind 1,7 Milliarden Farben. OLEDs neigen allerdings ähnlich wie Plasmas zum Einbrennen, deshalb nutzt Dell eine Technik namens Pixel Shifting. Ein cleverer Marketingname für eine einfache Lösung, es handelt sich dabei lediglich um einen Algorithmus, der die Pixel permanent umverteilt. Sie sollten allerdings erste Tests abwarten, denn auch Plasmas nutzen bereits ein ähnliches Verfahren, trotzdem brennen sich dort mitunter statische Elemente wie Icons ein.

    Preis: 4.999 US-Dollar

    CES-Fazit: Eine Millisekunde Reaktionszeit bei einem Kontrast von 400.000:1 klingt nach einem Gamer-Traum, die Preise müssen aber dringend runter. Für so viel Geld bekommen Sie einen 4k-OLED-Fernseher im 65-Zoll-Format oder einen 5k-Retina-iMac mit i7 und Radeon R9 M395X. Für 5.000 US-Dollar ist das Ultra Sharp UP30 nur für Profis interessant. Wann das Gerät in Deutschland launcht, ist noch unklar.

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    Es gibt 33 Kommentare zum Artikel
    Von soth
    Ich habe tatsächlich nicht nachgeschaut, danke für den Link. Neben QLEDs kommen aber auch "rails" und QD-Folien zum…
    Von Pu244
    Das du zu faul bist Google zu benutzen, hier steht es im drittrn Satz des zweiten Absatzes.So funktioniert Triluminos…
    Von soth
    Was soll uns dieser Kommentar jetzt sagen?
    Von DKK007
    Backlight ist es, wenn man zu den eigentlichen Pixeln noch extra Lichtquellen braucht um eine brauchbare Helligkeit zu…
    Von Rollora
    Ist das Problem größer/gravierender als bei alten CRTs? Weil da hat sich bei mir nie was eingebrannt. Sonst muss ich…
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Dell hat ein starkes Line-Up auf der CES aufgefahren: Das OLED-Panel des Alienware 13 punktet im Hands-On-Test mit perfekten Schwarzwerten, arbeitet in der PC-Version von Street Fighter 5 aber auch Konturen schöner heraus als die LED-Technologie. Außerdem im Check: Ein 30-Zoll-OLED-Display für groteske 5.000 US-Dollar und ein Oculus-Deal, der Ihnen Geld sparen könnte. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/Monitor-Display-Hardware-154105/Specials/Alienware-13-Werden-OLED-Notebooks-der-Trend-2016-1183043/
12.01.2016
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