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  • Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-Test

    Das Surface Pro 4 war nur eines der Produkte, die rund um Windows 10 ebenfalls von Microsoft vorgestellt wurden. Für wesentlich mehr Aufsehen sorgte das Surface Book, das mit einem eindrucksvollen Design, neuen Konzepten und für Ultrabook-Verhältnisse eine sehr gute Leistung aufweist. Der Start in Deutschland verzögerte sich, nun ist das Gerät jedoch erhältlich.

    Microsoft sieht Windows als Betriebssystem für alle Plattformen. Um das zu unterstreichen, pflegt das Unternehmen schon seit längerem seine Surface-Produktreihe. Während es sich hier bislang um Tablets handelte, die sich mit einer Tastatur in ein nicht ganz vollwertiges Notebook verwandeln konnte, geht Microsoft mit dem Surface Book einen anderen Weg: Von außen ist kaum zu erkennen, dass es sich um ein Convertible/Detachable handelt. Die Display-Einheit ist jedoch abnehmbar und lässt sich wie ein Tablet in Übergröße verwenden. Was das Surface Book sonst noch kann, beleuchten wir in diesem Artikel.

    01:35
    Microsoft Surface Book im Video

    Surface Book Hands-on-Test: Edel, edel

          

    Das Surface Book beindruckte nach seiner Vorstellung Anfang Oktober vor allem durch sein Design: Während man einem Surface-Tablet sofort ansieht, dass die Tastatur ein optionales Cover darstellt, wirkt die Kombination aus Surface Book und seiner Tastatureinheit wie ein einziges Gerät ohne sichtbare "Sollbruchstellen". Das Gehäuse besteht aus Magnesium und ist von seiner Anmutung und seiner perfekten Verarbeitung her identisch zu dem vom Surface Pro 4. Während dort jedoch nur die Tablet-Einheit in den Genuss dieses Materials kommt, benutzt Microsoft es beim Surface Book auch für die Tastatur. Selbige ist in bester Ultrabook-Manier gehalten, eignet sich problemlos für das Tippen auch längerer Texte und besitzt außer an der Unterseite keine sichtbaren Nahtstellen.

    Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-Test (2)Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-Test (2)Quelle: PCGHDie Tablet-Einheit, von Microsoft als "Clipboard" bezeichnet, ist etwas dünner als das Surface 4 Pro und lässt zudem fast jeden Anschluss vermissen, nicht einmal eine USB-Buchse ist vorhanden. Ohne Umweg über das Dock oder die Tastatur lässt sich nur eine 3,5-mm-Kopfhörerklinke mit dem Tablet verbinden. Im Vergleich zum Surface 4 Pro fehlt dem Surface Book zudem auch die Stehhilfe auf der Rückseite. Auf der Oberseite befinden sich die Power-Taste sowie der Lautstärke-Regler - eine gewohnte Anordnung, wenn man das Surface Book gerade als Tablet verwendet. Im Notebook-Modus vermisst man jedoch eine entsprechende Taste auf der Tastatur. An der Unterseite des Teils mit dem Bildschirm befinden sich insgesamt zwei proprietäre Buchsen und ein "Surface Connect"-Anschluss, über den sich das Tablet laden oder per Surface Dock erweitern lässt. Anders als fast jedes Notebook dieser Zeit nutzt das Surface Book ein Display 3:2-Format.

    Der Anschluss wird durch die Tastatur durchgeschliffen und steht dort ebenfalls zur Verfügung. Alle anderen Verbindungsmöglichkeiten befinden dort auch in der Tastatureinheit, von überbordenden Konnektivitätsoptionen kann aber auch hier keine Rede sein: Zwei USB-3.0-Anschlüsse im Typ-A-Format, ein Mini-DP und ein SD-Kartenslot zieren neben dem Surface Connect das Gehäuse. Mehr Anschlüsse, darunter auch einen RJ-45-Anschluss, gibt es nur über das optional erhältliche Surface Dock. Weitere Surface-typische Ausstattungsmerkmale wie der aktive Stylus und Windows Hello sind wie beim Surface Pro 4 ebenfalls wieder mit dabei. Angeboten wird es in verschiedenen Konfigurationen

    Surface Book Hands-in-Test: Das hält zusammen

          

    Die Art und Weise, wie die beiden Surface-Book-Hälften verbunden sind, sticht heraus. Das Detachable benutzt anders als die meisten Notebooks kein klassisches Scharnier, sondern ein (von Microsoft so bezeichnetes) Fulcrum-Gelenk, das im Prinzip aus mehreren gegenläufig angeordneten Scharnieren mit jeweils recht engem möglichem Drehwinkel besteht. In Summe ist ein Öffnungswinkel von etwa 150° möglich. Dabei überstreckt sich das Gelenk etwas, sodass es trotz der flachen Gummifüße des Geräts oft an der Aufstellfläche schrammt. An dieser Stelle war unser Testmuster schnell verkratzt.

    Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-Test (6)Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-Test (6)Quelle: PCGHDer Widerstand des Gelenkes ist jederzeit mehr als ausreichend hoch, um den Bildschirm stabil in der Position zu halten. Auf stabilem, flachem Untergrund lässt sich auch sehr gut tippen. Bei unstabilem oder schrägem Untergrund beginnt das Display aber zu wippen, genauso, wenn man den Touchscreen bedient. Die auf Bildern oft gezeigte, umgekehrt eingesetzte Displayeinheit ist physisch möglich und das Gerät lädt in dieser Position auch. Jedoch bleiben Tastatur und Trackpad in diesem Fall deaktiviert, um Fehleingaben zu verhindern. Funktionstüchtig bleibt nur die dedizierte Taste für den Docking-Mechanismus. Für knapp eine Sekunde gedrückt gibt sie nach kurzer Wartezeit die Display-Einheit mit einem hörbaren Klacken frei. Selbiges lässt sich auch über das Icon im Tray erreichen, mit dem sich der Docking-Mechanismus per Software steuren lässt.

    Surface Book Hands-on-Test: Windows 10 noch nicht ganz fit für das Surface

          

    So gut der Eindruck ist, den die Hardware macht, so sehr merkt man immer wieder einmal, dass Windows 10 noch nicht ganz für das Konzept bereit ist. So zeigte das erwähnte Tray-Icon für den Docking-Modus, in unserem Test fast durchgängig an, dass sich das Surface Book gerade im Tablet-Modus befände - obwohl die Tastatur angedockt und funktionstüchtig war. Erst im Laufe des Tests löste sich das Problem auf wundersame Weise. Neben dieser recht harmlosen Unzulänglichkeit kam es aber auch mehrmals vor, dass sich das Gerät nur widerwillig aufwecken lies und man mehrere Sekunden warten musste, bis das Surface Book aus dem Standby aufwachte. Ein Docking-Vorgang löste zudem einen Bluescreen aus. Des Weiteren erwies sich die automatische Bildschirmrotation manchmal als etwas störrisch. Microsoft hat bereits angekündigt, diese Probleme lösen zu wollen, dennoch sind sie bei Geräten dieser Preisklasse ein störendes Problem.Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-TesSurface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-TesQuelle: PCGH

    Surface Book Hands-on-Test: Hardware und Leistung

          

    Drei der vier in Deutschland erhältlichen Surface-Book-Versionen sind mit einer dedizierten GPU ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine leicht langsamere Nvidia Geforce GT 940M. Diese befindet sich in der Tastatureinheit des Surface Book. Wird das System nur als Tablet betrieben, steht dem Gerät nur die iGPU des Intel-Prozessors zur Verfügung. Hier kann sich der Nutzer zwischen einem i5-6300U und einem i7-6600U entscheiden. Da die meisten anderen Ultrabook-Hersteller zwar einen i7-6500 und einer GT 940M verwenden, diese aber nur mit DDR3 ausstatten, kann sich das Surface Book auch wegen des GDDR5-Speichers getrost zu den schnellsten Ultrabooks auf dem Markt zählen. Das Grafik-RAM ist mit 1 GiB jedoch sehr knapp. In sämtlichen Messungen ist das Surface Book etwas bis deutlich flotter als das Surface Pro 4. Unsere Messungen wurden auf dem Topmodell durchgeführt. Die Leistung ist zwar nicht überragend, reicht aber für das eine oder andere Spielchen aus, wenn man auf die native Auflösung und maximale Details verzichten kann. Das Display bietet eine Auflösung von 3.000 × 2.000 Punkten, hat eine sehr gute Darstellungsqualität und Ausleuchtung. Für ein Touch-Gerät üblich gibt es das Surface Book nur mit einem spiegelnden Glare-Panel.

    Surface Book Hands-on-Test: Fazit

          

    Das Surface Book ist ein ein technisch sehr guter Notebook-Ersatz, bei dem man angesichts der guten Verarbeitung und dem guten Docking-Mechanismus fast vergessen könnte, dass es sich um ein Detachable handelt. Leider trübt der hohe Preis die Freude. Nicht weniger gut designte und verarbeitete Geräte, die eine fast gleich gute Leistung bringen, kosten oft einige hundert Euro weniger, auch wenn der Kunde in diesem Fall meist auf die Detachable-Funktion verzichten muss. Störend fallen die Bugs auf, die immer noch vorhanden sind, obwohl Microsoft zum Beheben der Fehler nun etwa vier Monate Zeit hatte. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt mit dem Surface Book ein gut aus sehendes und Modernes Gerät, das dank der Tablet-Funktion einige potentielle Vorteile zu einem Ultrabook aufweist.

    ProduktSurface Book
    PCGH-Preisvergleichwww.pcgh.de/preis/1358453
    Gewicht728/855 g (Tablet/Tastatur)
    Garantie2 Jahre beschränkt
    Ausstattung 
    ProzessorIntel Core i7-6600U
    GrafikkarteIntel HD-Graphics 520/Variante der Nvidia Geforce GT 940M
    Hauptspeicher16 GiB DDR3-1866
    Interner SpeicherSamsung PM 951 (512 GB NVME)
    Display13,5-Zoll-IPS-Panel, 3.000 × 2.000 Pixel (267 dpi), 3:2-Format, zehn Touch-Punkte
    Anschlüsse3,5-mm-Klinke (Audio), Mini-Displayport, 2 × USB 3.0 Typ A, Surface-Connect, Micro-SD
    SonderausstattungLicht- & Beschleunigungs-Sensor, Gyroskop, Magnetometer, Stylus
    Eigenschaften 
    Optik/HaptikSehr gut
    VerarbeitungSehr gut
    ErgonomieGut
    Leistung 
    Cinebench308 cb
    PC Mark3.715 Punkte
    3D Mark (Cloud Gate)7.765 Punkte
    Akkulaufzeit (Powermark, max. Helligkeit)4h 16m
      • Von knightmare80 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von der_flamur
        Ich darf nun seit 2 Wochen mein Surface Book nutzen und muss sagen: Es ist ein Nischenprodukt, kostet verdammt viel Geld, ABER: Wenn man ganz genau weiß, wofür man es alles benötigt, dann kann das das perfekte Device sein. Das ist kein Gerät für die Masse, bietet aber für diesen Baufaktor massiv viel Leistung.
        Ich hab auch endlich meins bekommen und nach einer Woche kann ich sagen das es viel Spaß macht, ich bisher weder Bluescreens oder Macken gehabt habe die hier im Test aufgetaucht sind. Das einzigste mal wo ich gestaunt hatte, war wo mein Akku über Nacht fast 10% verloren hatte.
        Auch wenn der Aufschlag ordentlich ist, ein Apple iPad Pro kostet auch ne Menge und hiermit kann ich sogar Arbeiten.
      • Von der_flamur Freizeitschrauber(in)
        Ich darf nun seit 2 Wochen mein Surface Book nutzen und muss sagen: Es ist ein Nischenprodukt, kostet verdammt viel Geld, ABER: Wenn man ganz genau weiß, wofür man es alles benötigt, dann kann das das perfekte Device sein. Das ist kein Gerät für die Masse, bietet aber für diesen Baufaktor massiv viel Leistung.
      • Von Gamer090 PCGH-Community-Veteran(in)
        Günstig ist es nicht aber dafür kann man es auch mal zum spielen benutzen die Akkulaufzeit kann man auch verlängern in dem man die Helligkeit und die Auflösung etwas reduziert.
      • Von Eckism Software-Overclocker(in)
        Und ich hab immer gedacht, diskret ist man, wenn man die Freundin eines anderen vernascht und es nicht rauskommt...
      • Von tdi-fan PC-Selbstbauer(in)
        Kleine Bemerkung:
        Die Nvidia-GPU ist keine dedizierte GPU, sondern eine diskrete GPU, der Grund ist, dass man die Nvidia quasi an- und abstecken bzw trennen kann vom eigentlichen Gerät/PC/Notebook etc. Sie ist also extern. Diskret bedeutet nichts anderes als trennen, getrennt.

        Eine dedizierte GPU wird fest eingebaut und gilt unter anderem als eine Erweiterung bzw Ersatz zur integrierten GPU im selben Gerät und dessen Gehäuse.
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Microsoft Surface Book
Surface Book: Das Microsoft-Convertible im Hands-On-Test
Das Surface Pro 4 war nur eines der Produkte, die rund um Windows 10 ebenfalls von Microsoft vorgestellt wurden. Für wesentlich mehr Aufsehen sorgte das Surface Book, das mit einem eindrucksvollen Design, neuen Konzepten und für Ultrabook-Verhältnisse eine sehr gute Leistung aufweist. Der Start in Deutschland verzögerte sich, nun ist das Gerät jedoch erhältlich.
http://www.pcgameshardware.de/Microsoft-Surface-Book-Hardware-261247/Tests/Hands-On-Test-1187904/
03.03.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/03/IMG_0529-pcgh_b2teaser_169.jpg
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