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  • Surface Book im Import-Test: Arbeitstier, Designer und Gamer?

    2000 Euro teuer, 1,6 Kilogramm leicht, doch kann das Fliegengewicht auch im Gaming-Bereich überzeugen? Wir haben einige gute, aber auch ein paar schlechte Nachrichten. Quelle: Ryan Southardt / PCGH

    Das Surface Book zeigt sich im Test als futuristische Tablet-Notebook-Kombination für Designer und Kreative, die viel Spaß haben werden mit dem exzellenten Display mit seinen 6 Millionen Pixeln. Doch wie schlägt es sich als Fliegengewicht-Gamer? Wir haben den Zwerg aus Redmond mit The Witcher 3 gefoltert, waren allerdings durchaus überrascht wie gut er Battlefield 4 packt. Ist das Designerbook mit UHD-Display zum stolzen Preis von 2000 US-Dollar am Ende vielleicht sogar ein kompetenter Spielkamerad? Das Surface Book im Mega-Test. - v. Ryan Southardt / Benjamin Kratsch

    Verpackung, Design, Verarbeitungsqualität: es ist als hätte Microsoft das goldene Handbuch von Steve Jobs und Jonathan Ive gelesen, um mit dem Surface Book ein Produkt zu launchen, wie es nicht näher an der Apple-Philosophie sein könnte. Während die eigenen OEM-Partner nach wie vor grelle, auffallende, oft sehr bunte Logos und Werbefotos auf ihre Kartons drucken, setzt Microsoft auf Understatement: weißer Karton, dezente Schrift mit der Konfiguration auf der Rückseite, ein wenig auffälliges Bild des Surface Book auf der Vorderseite und oben links nur ein kleines Windows-Logo. Öffnen Sie den Deckel, sehen sie die exakt gleiche Anordnung der Geräte wie bei einem gewissen Hersteller aus Cupertino: dezente Folie zum Schutz des Produkts, lang gezogene weiße Schachtel für Ladekabel. Und wer das Book aus der Schachtel nimmt, der findet eine winzige schneeweiße Brief-förmige Pappbox, in der Garantiekarte und Handbuch untergebracht sind. Direkt daneben macht es sich der Surface-Pen in einer Auslassung gemütlich. Doch es ist nicht verwerflich, das Microsoft das Apple-Verpackungsdesign 1:1 kopiert, denn so macht das Auspacken Spaß. Viel wichtiger ist außerdem, wie extrovertiert sich das eigentliche Produkt präsentiert und vieles anders macht als die Konkurrenz.

    01:35
    Microsoft Surface Book im Video

    Design und Verarbeitung: edel und leicht, aber nicht perfekt
    Während die Macbooks per Laser aus einem Aluminiumblock geschnitten werden, hat sich Microsoft für Magnesium entschieden. Das wirkt genau so grazil und edel, ist aber leichter, wodurch die Redmonder trotz dedizierter Grafikkarte auf 1,6 Kilo Gesamtgewicht kommen, das ist durchaus handlich und lediglich 600 Gramm schwerer als das Macbook Air. Eine beeindruckende Leistung, schließlich steckt hier signifikant mehr Power drin: bei der Grafikeinheit handelt es sich um eine spezielle Version der GTX 940M mit 384 Shader-Einheiten, 64-Bit-Speicherinterface und 1 GByte GDDR bei einer GPU-Frequenz von 954 MHz mit 993 MHz Boost und einem Speichertakt von 2,5 GHz. In unserem Gerät, welches wir direkt im Microsoft-Store in Beverly Hills gekauft haben, stecken außerdem 8 GiByte RAM, eine 256-GByte-SSD und ein i7-Prozessor 6600U mit integrierter HD Graphics 520, die für den Tablet-Part zum Einsatz kommt. Smartes Lüfterdesign: am oberen Rahmen sowie im unteren Body, oberhalb der Tastatur verlaufen dezente Schlitze, über die die Abwärme entrinnen kann. Beim Spielen wird so zwar der Tabletpart recht warm an der Oberseite, die Unterseite auf dem Schoß bleibt aber temperiert. Smartes Lüfterdesign: am oberen Rahmen sowie im unteren Body, oberhalb der Tastatur verlaufen dezente Schlitze, über die die Abwärme entrinnen kann. Beim Spielen wird so zwar der Tabletpart recht warm an der Oberseite, die Unterseite auf dem Schoß bleibt aber temperiert. Quelle: Ryan Southardt/PCGH Die Highend-Flagschiff-Version mit 16 GByte war leider bereits ausverkauft. Zur Performance kommen wir gleich, doch wie schlägt sich das sehr experimentell wirkende Scharnier im Alltag? Zunächst mal ist es erstklassig verarbeitet, Microsoft hat hier nicht am Material gespart. Das Scharnier wirkt wie das Kettenglied einer Uhr, ist sehr stabil und wurde mit einem Diamantschneider gefräst. Das ist die perfekte Lösung für alle, die designen, animieren oder häufig digitale Skizzen anlegen müssen. Denn die Halterung ermöglicht es dem Tablet eine leicht abgeschrägte Position einzunehmen, das ist ergonomisch gesehen optimal für die Hand. Allerdings ist es auch sehr gewöhnungsbedürftig, weil Display und Tastaturpart beim Zuklappen nicht aufeinander liegen. Während bei einem Macbook oder so ziemlich jedem anderen Laptop Ober- und Unterseite exakt bündig abschließen, bleibt beim Schließen des Surface Book ein breiter Spalt. Dadurch können Sie das Gerät zwar wie ein Buch mit sich herumtragen, doch gerade Kunden mit Haustieren dürften schnell Probleme mit Katzenhaaren bekommen, die sich nur all zu gerne auf Display und Tastatur breitmachen. Ansonsten konnten wir im Test keine größere Verschmutzung als bei beispielsweise dem Macbook Air feststellen. Unser Tester lebt in Los Angeles und hatte das Surface Book überall dabei, nur am Strand sollten Sie es in der Tasche lassen. Ein echtes Problem hingegen ist das Wippen: auch wenn Sie nur dezent gegen den Screen drücken um Windows 10 im Touch-Modus zu bedienen, wippt das Display recht stark. Es ist also besser das Surface Book im Laptop-Modus ausschließlich über das sehr akkurat arbeitende Glas-Trackpad zu steuern. Dafür können Sie den Tabletpart komplett abnehmen um komfortabel eine Runde Heartstone zu spielen.

    Die Gaming-Performance: Für MOBAs konzipiert, Crysis läuft aber
    Die gute, alte "Can it run Crysis"-Frage können wir mit "Jein" beantworten: wer damit leben kann, Crysis 3 in niedrigster Texturauflösung und ohne Anti-Aliasing zu spielen, der erreicht 35 Frames pro Sekunde bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080. Das ist ein okayer Wert, schließlich ist das Surface Book kein Gaming-Laptop. Nvidia hat allerdings den 940er-Chip auf GDDR5-Basis umdesignt, dadurch steigt die Datentransferrate von 16 auf 40 GByte, das macht sich bemerkbar. Für weniger anspruchsvolle Spieler ist das Surface Book durchaus geeignet, denn die Crysis-Erfahrung zieht sich auch durch alle anderen Benchmarks: Far Cry 4 läuft in niedrigsten Einstellungen mit 40 Bildern pro Sekunde. Mad Max schafft in mittleren Einstellungen noch knapp 26 Bilder pro Sekunde, da wird's dann allerdings schon hakelig. Deutlich besser optimiert ist übrigens die Frostbite Engine: Battlefield 4 läuft in mittlerer Detailstufe mit SSAO in gut 40 Bildern pro Sekunde. Die Beta zu Star Wars: Battlefront war zum Test bereits beendet, hier müssen wir leider auf die finale Fassung warten. Für ein Business-Book ist die Performance durchaus eine positive Überraschung, wer allerdings ernsthaft spielen und dabei ultra mobil sein möchte, sollte eher zum Razer Blade greifen. Das wiegt nur 500 Gramm mehr und bietet eine GTX 970M mit 3 GByte GDDR5 Video-Speicher, mit der auch neue Titel wie The Witcher 3 in hohen Einstellungen (wenn auch nich ultra) mit gut 47 Bildern läuft. Geralt wollen Sie nun wirklich nicht in niedrigen Details durch das wohl grafisch beeindruckendste Spiel des Jahres jagen. Das Display adaptiert Full-HD in den meisten Spielen zuverlässig. Das Display operiert übrigens eigentlich mit einer nativen Auflösung von 3.000 x 2.000 Pixeln, adaptiert Full-HD aber in den meisten Spielen zuverlässig auf sein ungewöhnliches 3:2-Bildformat. Ohne Einschränkung empfehlenswert ist das Surface Book hingegen für anspruchslose MOBA-Spieler: Dota 2 läuft in 1.920 x 1.080 und allen Optionen auf Anschlag mit locker 60 Frames. Drehen Sie in League of Legends Charakter-Umgebungs- und Effektqualität sowie Schatten auf sehr hoch, erhalten sie 150 Frames im Schnitt. Eines sollte Ihnen allerdings klar sein: abgesehen von grafisch einfachen Spielen wie Hearthstone gibt es kaum Titel, die flüssig in der nativen Auflösung von 3000x2000 laufen. Auch sind Touch-optimierte Titel unter Windows 10 rar. Neben Hearthstone gäbe es beispielsweise noch Civilization 5, Halo: Spartan Assault, Pinball FX2 sowie adaptierte Mobile-Games wie Cut the Rope, Angry Birds, Superbrothers: Sword & Sorcery oder Total War Battles: Shogun. Eine der besten Umsetzungen ist zudem R.U.S.E., denn das wurde ursprünglich für Microsofts riesigen Surface-Touch-Tisch optimiert, der jedoch nie zur Marktreife kam und nur auf Presseevents benutzt wurde.

    Fazit: Für reisende Casual-Gamer und Photoshop-Künstler
    Die Hauptgründe, die für das Surface Book sprechen sind das innovative Design, was wirklich perfekt auf Künstler ausgelegt ist, die sehr viel mit Photoshop oder zBrush arbeiten, denn die Sketchbook-Haltung ermöglicht durch die starke Abschrägung eine sehr angenehme Ergonomie für Ihre Hand. Auch ist das Gerät perfekt verarbeitet, es gibt nur wenige Hersteller die sich auf Apple-Standard bewegen. Es verkauft sich wohl auch deswegen so gut in den USA, weil das Gerät durch seine Andersartigkeit Blicke quasi magisch anzieht. Seinen exorbitant hohen Preis rechtfertigt es aber letztlich über das fantastische Display. Das Panel lässt sich am ehesten mit einem Dell XPS 13 vergleichen: Dell operiert mit einer Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixeln auf 276 Pixel-Basis, während die Redmonder mit einem 3:2-Format von 3.000 x 2.000 Pixeln arbeiten, woraus 267 Pixel pro Zoll resultieren. Die Ausleuchtung ist sehr gut, dafür ist Microsoft ja spätestens seit dem Surface Pro 3 bekannt. Die Farben wirken knackig, so macht das gerade bei der Fotobearbeitung Spaß. Die funktioniert zwar theoretisch auch im Tablet-Modus, weil unter dem Display der Prozessor mit integrierter Grafikeinheit verbaut ist, allerdings ist die Intel HD Graphics 520 tendenziell zu schwach für Photoshop CC. Es bietet sich also an das Tablet ins Dock reinzustecken und in den Sketchbook-Modus zu wechseln, dann können Sie komfortabel mit dem Surface-Pen malen und zeichnen. Lags konnten wir im Test keine feststellen. Gamer werden mit dem Gerät gerade für den extrem hohen Preis kaum bedient, es sei denn Sie wollen unbedingt die 13 Stunden nach Los Angeles in der Business Class nutzen um in The Witcher 3 weiterzukommen oder Mad Max durchzuspielen. Empfehlenswert ist das Surface Book damit für alle, die ein High-Performance-Ultrabook mit integriertem Tablet sowie einem der besten Displays im Markt suchen und nur selten spielen. Sowie Mitarbeiter mit nettem Chef, der zum Jahresanfang eh ein neues Business-Book springen lässt.

    Doch wann kommt das Surface Book nach Deutschland? Im 1. Quartal 2016, so zumindest ein Microsoft-naher Blogger. Dem wurde diese Information von zwei unterschiedlichen Informationen zugespielt, eine offizielle Bestätigung von Microsoft Deutschland steht aber noch aus.

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    18:22
    Microsoft Surface Book: Die komplette Präsentation im Video
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    Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von Kubiac
    Dafür ist es ja auch nicht gedacht.
    Von pronde
    "Das ist ein okayer Wert." Was zur Hölle bin ich lesend... OKAYER...
    Von RavionHD
    Das Ding ist nicht zum Spielen gedacht, dafür gibt es in der Preisregion deutlich besseres.
    Von Ap0ll0XT
    Das Teil ist nie fürs Gaming konzipiert worden. Die Grafikeinheit soll z.B. im CAD-Bereich nur die 3D-Beschleunigung…
    Von phila_delphia
    Als "Spielenotebook" wird sich das Teil wohl auch niemand eintun... Aber darüber, dass das ein oder andere Spiel auf…
      • Von Kubiac Software-Overclocker(in)
        Zitat von KonterSchock
        zum spielen, kannst du ihn gepflegt in die Tonne treten.
        Dafür ist es ja auch nicht gedacht.
      • Von pronde Komplett-PC-Aufrüster(in)
        "Das ist ein okayer Wert."
        Was zur Hölle bin ich lesend... OKAYER...
      • Von RavionHD Lötkolbengott/-göttin
        Das Ding ist nicht zum Spielen gedacht, dafür gibt es in der Preisregion deutlich besseres.
      • Von Ap0ll0XT
        Das Teil ist nie fürs Gaming konzipiert worden. Die Grafikeinheit soll z.B. im CAD-Bereich nur die 3D-Beschleunigung verbessern und mit zusätzlicher CUDA- und OpenCL-Leistung unterstützen. Und auch professionelle Grafikprogramme profitieren sehr davon.

        Das ist definitiv genau das Notebook, was ich mir nächstes Jahr holen werde und mein altes 13" Thinkpad mit AMD-APU ablöst. Egal ob Sequenzer-Software, Grafik-Software oder IDE's. Die kleinen Abmessungen, die recht hohe Akkulaufzeit und die ausgesprochen gute Leistung sind schon sehr interessant. Und auch als Tablet hat man da wirklich ein extrem gutes Gerät. Endlich ein Notebook, das auch von Material und Qualität her endlich mal lohnenswert ist. Diese Carbonatraketen von den anderen Herstellern kann ich einfach nicht mehr sehen. Eines schlechter verarbeitet als das andere.

        Toller Wurf MS!
      • Von phila_delphia Software-Overclocker(in)
        Als "Spielenotebook" wird sich das Teil wohl auch niemand eintun... Aber darüber, dass das ein oder andere Spiel auf dem Rechner läuft wird sich (quasi als Zusatzfunktion) sicherlich kein fleißiger Arbeiter beschweren.

        Abgesehen davon sollte man wenn man von "Spielen" redet nicht vergessen, dass es einen ganzen Haufen etwas ältere Titel und Indie Games gibt, die auf dem MS Pro Book sicher problemlos dargestellt werden.

        Ich habe mir aus beruflichen Gründen ein Surface Pro 3 geholt... Und freilich trotzdem ausprobiert was man darauf zul Laufen bringt . Dabei war ich echt überrascht welche - wenn auch schon etwas angegraute - Titel und Casual games mit diesem Gerät möglich sind.

        Grüße

        phila

        P.S.: Insgesamt muss ich sagen, dass mir die Entwicklung (mal von der Modularität abgesehen) gefällt. In ein paar Jahren gibt es mein Traumnotebook.
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Microsoft Surface Book
Surface Book im Import-Test: Arbeitstier, Designer und Gamer?
Das Surface Book zeigt sich im Test als futuristische Tablet-Notebook-Kombination für Designer und Kreative, die viel Spaß haben werden mit dem exzellenten Display mit seinen 6 Millionen Pixeln. Doch wie schlägt es sich als Fliegengewicht-Gamer? Wir haben den Zwerg aus Redmond mit The Witcher 3 gefoltert, waren allerdings durchaus überrascht wie gut er Battlefield 4 packt. Ist das Designerbook mit UHD-Display zum stolzen Preis von 2000 US-Dollar am Ende vielleicht sogar ein kompetenter Spielkamerad? Das Surface Book im Mega-Test. - v. Ryan Southardt / Benjamin Kratsch
http://www.pcgameshardware.de/Microsoft-Surface-Book-Hardware-261247/Specials/Test-1176497/
05.11.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/11/SurfaceBook_Test_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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