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  • E3 2014: Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Ein Mix aus Splinter Cell und Red Dead Redemption

    E3 2014: Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Ein Mix aus Splinter Cell und Red Dead Redemption

    Eines der größten Spiele der Messe, eines der schönsten, eines der traurigsten und doch witzigsten. Kojima schafft es wieder mal, alle zu verwirren und zu begeistern. PC Games Hardware hat sich Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain auf der E3 2014 angeschaut, das für den PC noch nicht bestätigt ist, Gerüchten zufolge aber kommen soll.

    "Ich werde ganz depressiv, wenn ich den Trailer zu GTA 5 sehe", erzählt ein aufgeregter Hideo Kojima in Los Angeles. "Da bin ich plötzlich recht unsicher, was mein eigenes Spiel angeht." Lieber Hideo Kojima, wir können Sie offiziell beruhigen: Metal Gear Solid 5 ist nicht nur eine technische Wucht, sondern hat uns vor allem spielerisch mehr als überrascht. Mit einer Basis, in die sich Soldaten, Waffen und bei Bedarf sogar Ziegen einfliegen lassen. Insofern können wir folgendes Zitat von Kojima nur unterstreichen: "Viele Leute denken bei Open World an dieses Spiel. Aber unser Projekt ist ganz anders." Richtig, denn hier rekrutieren wir ganze Armeen und müssen Sandstürmen trotzen.

    Mit dem Schützenpanzer oder Sandsturm reingehen?

    "Metal Gear Solid 5" fühlt sich ein bisschen so an, als würde man Splinter Cell mit dem Wüsten-Sandkasten Red Dead Redemption kreuzen. Klar ist es im Rahmen der Reihe schon immer Usus gewesen, feindliche Stützpunkte möglichst unbeobachtet zu infiltrieren. Doch wurden Sie in der Regel direkt vor den Toren abgesetzt und konnten flott ihr Ziel erreichen. Ganz anders hier: 900 Meter zeigt die Anzeige auf dem Hightech-Fernglas an. Das ist ganz schön weit, wenn man als Big Boss eine Ebene durchqueren muss, die von Scharfschützen, Wachtürmen und sogar Kampfhubschraubern abgesichert wird. Wer mutig und ein bisschen frech ist, der schnappt sich einen russischen BMP2-Schützenpanzer, wirft den Motor an und fährt an den ersten Patrouillen einfach vorbei. Solange Sie sich mit unauffälligem Tempo bewegen, wird niemand Verdacht schöpfen. Panzer und Helikopter kontrollieren vor allem den äußeren Sicherheitsbereich rund um die Basis. Ist der erst überwunden, warten in erster Linie Jeeps mit aufgepflanztem Maschinengewehr und Bodentruppen als Gegner. Generell sagt Ihnen das Spiel aber nie, was Sie als nächstes tun sollen. Der Weg ist das Ziel und nicht selten passieren auf selbigem skurrile Dinge. Über eine Art Wetter-App auf unserem iDroid-Tablet bekommen wir eine Warnung vor einem Sandsturm und tatsächlich faucht der uns brutal um die Ohren. Die neue Fox-Engine stellt nicht nur die tiefstehende Sonne wunderbar dar, sondern auch die physische Macht des Sturms, der unseren gesamten Panzer einhüllt. Plötzlich kommen wir nicht mehr weiter, die Ketten haben sich im Sand festgefahren. Dann wohl doch lieber zu Fuß. Oder doch hoch zu Ross?

    Das kötelnde Pferd und die fliegende Ziege

    Kojima ist für seine extravaganten Design-Wünsche bekannt und weil der japanische Star-Designer nicht nur Ferraris, sondern auch echte Pferde mag, hat Kojima Productions ein Ross ins Motion-Capture-Studio geholt. Eine gute Entscheidung, denn selten wurde die Anatomie von Pferden perfekter nachgezeichnet. Schon Red Dead Redemption war sehr stark in diesem Bereich, aber hier kontrahieren richtig die Muskeln, wenn sich das Tier anstrengt. Die ganze Muskulatur arbeitet wie bei einem echten Tier und Kojima wäre nicht Kojima, hätte er sich nicht auch für diesen "Mitarbeiter" einen Gag einfallen lassen. So können wir uns an der Seite des Rosses runterhängen lassen, damit uns Wachen nicht sehen. Nähern sich Wachen und brüllen das Tier an, lässt es vor Aufregung ein paar Äpfel fallen. Die Soldaten halten sich dann die Nase zu und ziehen sich zurück, Pferde-Kot riecht eben nicht so angenehm. Insgesamt ist The Phantom Pain weniger als Hollywood-Epos angelegt, es ist mehr ein Titel, der sich traut zu sagen: Hey, ich bin ein Spiel und das ist gut so.
    So können wir das Pferd, einen Jeep oder sogar einen ausgeknockten Soldaten an einen Heißluftballon binden und in unsere Hauptbasis fliegen lassen. Auch einem sichtlich verwirrten Ziegenbock lehrt der Präsentator in Los Angeles das Fliegen.

    Die Hauptbasis: Geschützturm oder Krankenstation?

    Die Geschichte dreht sich dieses Mal nicht um Solid Snake, sondern dessen genetische Vorlage Big Boss. Der legt erst eine steile Karriere in Spezialabteilungen der National Security Agency hin und macht dann mit seiner Söldnerarmee die Drecksarbeit für das Pentagon. Sein "Motherbase" genannter Stützpunkt wird jedoch 1975 von Cipher attackiert (Für Serien-Kenner: Das ist der Codename für die Patriots) attackiert – einer Geheimorganisation, die zu diesem Zeitpunkt bereits das Weiße Haus unterwandert hat und den US-Präsidenten stellt. Sie sehen schon, dass die Geschichte Kojima-typisch wieder sehr komplex wird. Big Boss jedenfalls erwacht erst 1984 in einem britischen Krankenhaus. Als Cipher erfahren, dass Big Boss lebt, greifen sie das Hospital an. Der Protagonist wird jedoch von Ocelot gerettet, einem befreundeten Cowboy. Der verrät ihm, dass Kaz von den Patriots gefangen genommen und in einem Lager in der afghanischen Wüste gefoltert wird. Warum wir Ihnen das alles erzählen? Weil es das Meta-Game von The Phantom Pain schön erklärt. Wir können zwar theoretisch auch versuchen, als Ein-Mann-Armee Kaz zu retten, praktisch gesehen ist es aber sinnvoller, in der neuen Basis, einer weitläufigen Öl-Plattform, eine neue Söldnerarmee zu trainieren. Als wir dort eintreffen, salutieren alle Soldaten vor uns und es eröffnen sich zahlreiche taktische Möglichkeiten: wir können unser durch Missionen aufgestocktes Budget etwa in die Waffenforschung stecken, dann steht Big Boss bessere Technologie zur Verfügung. Oder in Flak-Geschütze, denn die Plattform wird immer mal wieder von Gegnern attackiert. Witzig: bei unserem Erkundungsgang treffen wir auch Pferd und Ziegenbock wieder, die gerade die Plattform erkunden.

    Hey, ich bin einfach nur ein Spiel und das ist gut so

    Auf der E3 beobachten wir einen interessanten Trend: Spiele trauen sich wieder, verspielter zu sein. Die Zeiten, in denen alles bitterernst und möglichst realistisch sein musste, scheinen vorbei, schließlich macht es eigentlich keinen Sinn, in "Far Cry 4" auf einem Elefanten reitend eine Festung zu stürmen, bei der jeder sofort das Feuer eröffnet. Und auch The Phantom Pain hat viele dieser verrückten Ideen: brauchen wir ein Pferd, bestellen wir es aus der Basis und es wird natürlich in einem Pappkarton angeliefert, denn Kojima liebt Pappkartons. Deshalb wird ihm auch ein größerer spielerischer Nutzen beigemessen: aus irgendwelchen Gründen stört sich mitten in der Wüste niemand an einem Karton, darin können wir unbemerkt schleichen. So pirschen wir uns an einen russischen Soldaten ran, klappen den Deckel auf, ziehen den Kerl in den Karton, knocken ihn aus und schicken ihn mit dem nächsten Transportballon Richtung Basis. Zumindest wenn das Wetter mitspielt, bei Stürmen verfliegen sich unsere Pakete gerne mal. Da hatten Ziege und Pferd noch mal Glück.

    Fazit:

    Kojima hat es mal wieder geschafft, alle zu verwirren, denn The Phantom Pain setzt sich so oft es kann zwischen die Stühle. Die Geschichte ist sehr hart und brutal inszeniert, wir sind gezwungen, einen alten Freund zu foltern und erleben, wie Kindersoldaten erst das Schießen üben und dann im Kugelhagel sterben. Das Spiel schwebt immer zwischen heiklen Themen wie Blutdiamanten und der Ausbeutung Afrikas durch den Westen und vielen humorigen Situationen, wie dem fliegenden Geißbock oder einem Karton, der wie in einem Cartoon mitten in der Wüste an Wachposten vorbeikriecht. Es ist eine schwierige Balance, die Kojima Productions aber schon sehr oft gemeistert hat. Schade nur, dass die Zwischensequenzen eher kurz und sehr auf den Punkt sind, ich persönlich werde die Filme innerhalb des Spiels vermissen. Sie auch?

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    Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Der komplette E3-Trailer
    Spielecover zu Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
    Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
  • Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
    Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
    Publisher
    Konami
    Developer
    Kojima Productions
    Release
    01.09.2015

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    Es gibt 7 Kommentare zum Artikel
    Von XD-User
    Ich will auch eher nen Film Abend anstatt kleiner Sequenzen
    Von FAKKERZ
    Du meinst Peace WalkerIch glaube nicht, dass es dadurch merklich leichter wird. Man hat schließlich nur eine begrenzte…
    Von XD-User
    Zeitlupe wird man sicherlich wie in Ground Zeroes ausschalten können, sowie dass gesamte restliche HUD +…
    Von Rizzard
    PP soll meines Wissens für PS3 erscheinen.Auf der PS4 hat man 1080p bei 60Fps. Dieses Ballon System finde ich noch…
    Von Ob4ru|3r
    Yo, lief vorhin auf dem Konami Twitch Channel live, bin übelst angefixt. Balloons op!
      • Von XD-User Software-Overclocker(in)
        Zitat von FAKKERZ
        Was mich eher abschreckt, sind die Zwischensequenzen. Ich meine schnell und präzise auf'n Punkt gebracht? Das ist so gar nicht MGS like Hoffentlich wurden wichtige, längere Sequenzen der Presse vorbehalten. Genau das liebte ich immer an der Serie.

        Ich will auch eher nen Film Abend anstatt kleiner Sequenzen
      • Von FAKKERZ Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Du meinst Peace Walker

        Ich glaube nicht, dass es dadurch merklich leichter wird. Man hat schließlich nur eine begrenzte Anzahl von den Ballons dabei. Zumindest war das so noch in Peace Walker. Ich fand das am Anfang auch komisch, mittlerweile aber sehe ich das als coole Möglichkeit um an Soldaten für die Base zu kommen.

        Was mich eher abschreckt, sind die Zwischensequenzen. Ich meine schnell und präzise auf'n Punkt gebracht? Das ist so gar nicht MGS like
        Hoffentlich wurden wichtige, längere Sequenzen der Presse vorbehalten. Genau das liebte ich immer an der Serie.

        Technisch zweifle ich auch an der Entscheidung das Spiel mit 60FPS laufen zu lassen. Die Weitsicht ist arg begrenzt und das ständige aufploppen der Umgebung nervt schon gewaltig.

        Trotzdem freue ich mich extrem drauf, da ich ein großer Fanboy von der Serie bin. Nur kann kojima wirklich mal den release nennen!
      • Von XD-User Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rizzard
        Dieses Ballon System finde ich noch etwas komisch. Man muss keine Gegner mehr verstecken sondern schickt sie einfach weg. Bei Entdeckung macht dieses Zeitlupensystem auch einen sehr einfachen Eindruck.Weis von beidem nicht was ich davon halten soll.

        Zeitlupe wird man sicherlich wie in Ground Zeroes ausschalten können, sowie dass gesamte restliche HUD + Spieleerleichterungen
        Und das Ballon System müssteste doch aus Ground Zeroes kennen, ich meine so baut man sich dann eben auch in PP seine Armee auf + eben noch Tiere

        Wie ich mich schon freue

        Edit:@ FAKKERZ Natürlich Peace Walker
      • Von Rizzard PCGH-Community-Veteran(in)
        Zitat von Jan565
        Da ich jeden Teil habe von Metal Gear, außer die NES Teile Original für NES habe, ist es schon ein Pflichtkauf das Spiel.

        Aber wie die Trailer aussehen, beschreitet das Spiel neue Wege, ich bin mal gespannt!

        Na hoffen wir mal das es auch für PS3 erscheint, dann muss ich mir nicht extra eine PS4 kaufen dafür. Außer Final Fantasy 15 kommt nur für PS4, dann werde ich mir wohl eine holen müssen.
        PP soll meines Wissens für PS3 erscheinen.
        Auf der PS4 hat man 1080p bei 60Fps.

        Zitat von Ob4ru|3r
        Yo, lief vorhin auf dem Konami Twitch Channel live, bin übelst angefixt. Balloons op!
        Dieses Ballon System finde ich noch etwas komisch. Man muss keine Gegner mehr verstecken sondern schickt sie einfach weg. Bei Entdeckung macht dieses Zeitlupensystem auch einen sehr einfachen Eindruck.
        Weis von beidem nicht was ich davon halten soll.

        Aber egal, PP wird eh blind vorbestellt.
      • Von Ob4ru|3r PCGH-Community-Veteran(in)
        Yo, lief vorhin auf dem Konami Twitch Channel live, bin übelst angefixt. Balloons op!
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Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain
E3 2014: Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Ein Mix aus Splinter Cell und Red Dead Redemption
Eines der größten Spiele der Messe, eines der schönsten, eines der traurigsten und doch witzigsten. Kojima schafft es wieder mal, alle zu verwirren und zu begeistern. PC Games Hardware hat sich Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain auf der E3 2014 angeschaut, das für den PC noch nicht bestätigt ist, Gerüchten zufolge aber kommen soll.
http://www.pcgameshardware.de/Metal-Gear-Solid-5-The-Phantom-Pain-Spiel-14823/Specials/E3-2014-Metal-Gear-Solid-5-The-Phantom-Pain-1125931/
19.06.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/06/MGSThePhantomPain_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
metal gear solid,e3 2014
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