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  • Max Payne 3 angetestet: Ein weiteres Meisterwerk von Rockstar? Wir sind begeistert!

    Bald eine Dekade nach dem ersten Max Payne schnallt sich der abgehalfterte Ex-Cop erneut die Berettas um und ballert sich in Zeitlupe durch die Nacht. Wir konnten die PC-Version ausführlich anspielen und versichern Ihnen, das IST (!) Max Payne.

    Im Herbst 2003 veröffentlichten die finnischen Remedy Studios "The Fall of Max Payne", welches den ersten (zwischenzeitlich indizierten) Teil erfolgreich weiter- aber nicht zu Ende führte: Im Abspann hieß nicht umsonst, "Max Payne's journey through the night will continue". Bis es aber soweit ist, müssen Sie sich bis Mai respektive Juni 2012 gedulden, dann erscheint der dritte Part des Film-Noir-Shooters. Dieser entsteht derzeit bei den Rockstar Studios, welche mit GTA 4 oder zuletzt Red Dead Redemption grandiose Spiele ablieferten - dennoch war die Skepsis bei vielen Fans nach den ersten Screenshots groß: Max tagsüber mit Glatze? In Sao Paulo? Was zur Hölle denkt sich Rockstar?

    Max ist ein Wrack - und das sieht man auch
    Also luden die GTA-Macher einen Tag nach München ein, wir respektive der Autor dieser Zeilen war am vergangenen Mittwoch vor Ort. Dort präsentierte uns Rockstar die PC-Version von Max Payne 3 - stilecht auf einem 30-Zöller in vollen 2.560 x 1.600 Pixeln und einer voll auf Anschlag laufenden Optik (Details zu Hardware sowie Performance benennen wir nicht, da die Optimierungsphase sichtlich noch nicht vorgenommen wurde!). Wenn wir nun sagen würden "fett", dann trifft das auf Max Payne gleich doppelt zu - denn seit den Ereignissen in Max Payne 2 sind acht Jahre vergangen, der Ex-Cop ist ein seelisches wie körperliches Wrack, gezeichnet von Alkohol und Tabletten. In einer wunderschön modellierten Kneipe an einem sorgfältig texturierten Tresen sitzt James McCaffrey und beklagt in einem typisch verbitterten Monolog sein Dasein. McCaffrey? Der in New York geborene US-Amerikaner lieh Max seit jeher seine Stimme, nun muss auch sein Gesicht [und Haare] herhalten - und das ist von Furchen durchzogen, die speckige Lederjacke plus das Schnapsglas machen ohnehin klar: Dieser Typ ist am Ende.

    Sao Paulo ist doch auch ganz nett
    Es kommt wie es kommen muss - eine Gruppe Halbstarker fällt in die Kneipe ein, pöbeln Max an und am Ende ist der Wortführer tot. Zu dumm, dass Papa bei der Mafia ist ... käme nicht gerade Raul Passos, ebenfalls ein ehemaliger NYPD-Cop um die Ecke, läge Max vermutlich längst in ebendieser - von Kugeln durchsiebt. Stattdessen beschließt Max einen Tapetenwechsel und folgt Passos ins sonnige Sao Paolo um dort als Personenschützer für den Immobilien-Hai Branco zu arbeiten. Erneut wird Max Opfer seines Schicksals, denn einmal nicht aufgepasst und Brancos "trophy wife" - die bildhübsche Fabiana - wird von einer Gang namens Comando Sombra entführt. Wir bekommen die Sportasche mit drei Millionen USD in die Hand gedrückt und sollen mit Raul die Sache ins Lot bringen.

    Immer diese Frauengeschichten
    Im nächtlichen Fußballstadion findet die theoretische Übergabe statt - die Kohle wandert Richtung Comando Sombra, von Fabiana aber ist nichts zu sehen und wir haben sowieso keine Ahnung, was die Jungs da von sich geben: Die reden nämlich portugiesisch und wir wie auch Max nun mal englisch respektive deutsch (auf Wunsch untertitelt). Da peitscht just ein Schuss durch die Stille und trifft unser Alter Ego in den Arm, der zweite bläst im wahrsten Sinne des Wortes eines der Gang-Mitglieder.

    Verdammt - ein Hinterhalt durch eine dritte Partei inklusive Scharfschütze! Raul packt den verletzten Max und schleift ihn in die Umkleiden. All das läuft in Spielgrafik ab, statt Comic Strips (Graphic Novel) aber via Motion Comics: So wanken wir stöhnend und blutend den Gang entlang, das Bild wird kurz rot und verschwimmt, zeitgleich sehen wir aus Rauls Perspektive wie Max auf ihn zustolpert, während eine weitere Einblendung die Comando Sombra zeigt; Schlagworte werden in Textform ins Bild gehämmert. Zwar sind die Effekt teils übertrieben - Rockstar feilt noch -, getreu dem Motto "spielbarer Film" ist diese Art der Präsentation jedoch grandios inszeniert. Ob gerade eine Cut-Scene läuft oder nicht, erkennen Sie in der Regel nur, wenn das schlichte altbekannte HUD eingeblendet ist - und selbst das ist nicht immer der Fall.

    Kill the Payne!
    Im Inneren des Stadions verarztet uns Raul, wir greifen uns ein paar Painkiller und ab ins Gefecht. Zwar existiert ein Cover-System, welches jedoch optional ist - wer sich duckt, wird weder geheilt noch ist er sicher. Denn wie wir feststellen müssen, umkreist uns die KI und Selbstheilung ist nicht: Wirft Max keinen sofort heilenden Painkiller ein, ist er tot. Als wir zum legendären Shoot Dodge ansetzen, sehen wir genau das: Die Kombination aus Euphoria-Animationen, Motion-Capturing und Bullet-Physik-Bibliothek sorgt für extrem realistische Bewegungsabläufe, Max muss sich für den Sprung ergo abdrücken. Einmal in der Luft ist diese physikalische Trägheit vergessen, die Bullet-Time setzt automatisch ein und mit tödlicher Präzision (unterstützt durch den klassischen weißen Punkt) betätigen wir den Abzug unserer Beretta - Spielereien wie Autoaiming gibt's nur für notorische Gamepad-Grobmotoriker.

    Ballet des Todes
    In Zeitlupe trifft unser Projektil - überrascht vom verzögerten Absprung - nur den Oberschenkel unseres Gegners, der zu straucheln beginnt und im nächsten Moment durch eine Kugel in die Schulter herumgewirbelt wird. Da Raul seine Kumpane längst erledigt hat, leitet unser finaler Kopfschuss die "Bullet Cam" ein: Die Kamera folgt der Patrone mit einer fast schon lässigen Langsamkeit, tritt mit sattem Schmatzen in die gegnerische Stirn ein und die Wucht des Geschosses reißt den tödlich Getroffenen nach hinten. Noch während die Kugel im Raum dahinter das Bild an der Wand zerfetzt, prallt der Körper gegen eine Scheibe und schlägt im Scherbenregen auf den Boden - Wahnsinn! Was Rockstar hier an zusätzlichen Animationen und hinsichtlich der Grafik auffährt, ist ein ästhetisches Ballet des Todes, welches selbst die Inszenierung eines FEAR weit hinter sich lässt. Wer auch nur im Entferntesten etwas für anspruchsvolle, stilsichere Ballereien über hat, der wird Max Payne 3 lieben. So wie wir.

    Max ist in RAGE
    Auch optisch ist Max Payne 3 eine runde Sache - und das nicht nur wegen des offenbar sehr gut implementierten FXAA-Algorithmus, der einzig die Geometrie und einige Moiree-geplagte Texturen flimmert lässt. Das tolle Charakter-Design ist detailliert, die Spielwelt mit vielen kleinen interaktiven Objekten ausstaffiert (Trinkflaschen beginnen bei Beschuss auszulaufen) und nahezu alles gibt unter Beschuss nach. Die Pixeltapeten sind weitaus besser als der GTA-Matsch anno 2008, die meist weichen Schattenkanten laufen sanft aus (Contact Hardening Shadows) und die dynamische Beleuchtung der Rockstar Advanced Game Engine sorgt für tolle Spielmomente: Tief in den Eingeweiden des Stadions zerschießen wir begeistert von den Lichtreflektionen auf dem Marmorboden experimentierfreudig die Neonröhren an der Decke, dummerweise handelt es sich aber bei der dritten Partei um schwer bewaffnete und gut ausgestattete Paramilitärs - mit Taschenlampen. Deren Lichtkegel zucken durch die Dunkelheit und erfassen Max, er geht im Kugelhagel zu Boden.

    Da wir aber noch einen Painkiller in petto haben, folgt ein Last Man Standing - wenn wir als Sieger hervorgehen, überlebt Max und landet schlitternd auf dem Rücken. Kein Problem, wir können auch in dieser Position oder im Knien weiter feuern, die restlichen Paramilitärs aber zwingen uns mittels Granate zum Aufstehen - und wir sterben endgültig durch das Feuer der Sturmgewehre. Also setzt uns Max Payne 3 per Checkpoint einen Raum zurück, wir schnappen uns eine Shotgun - Max holstert die zweite Beretta. Zücken wir eine, hält er die Flinte in der linken Hand oder klemmt sie zum Nachladen unter Schulter, wählen wir per konsoligem Kreismenü (oder 1 bis 4) beide Berettas aus, muss die Shotgun zurück bleiben - nichts da mit unsichtbarem Waffenrucksack.

    Wir sind begeistert
    So oder so - unser Weg führt uns nach oben, Richtung Fan-Tribüne: Dort stürzt sich Max todesmutig die Ränge hinab, Mantel und Hose flattern im Wind und wir hören nur das Klicken der Berettas, während wir in Zeitlupe einen Gegner nach dem anderen mit breitem Grinsen dem Jenseits zuführen. Noch im Flug schiebt sich unverkennbar die Laserzielbeleuchtung des Scharfschützen in unser Blickfeld - nichts wie weg hier! Hoch über dem Stadion springt Max schlussendlich spektakulär durch die gläserne Scheibe des IT-Turms und erschießt aus nächster Nähe den Sniper - oder genauer gesagt, das Spiel überlässt es im entscheidenden Moment uns, den Abzug zu betätigen. Alternativ sorgt ein Nahkampfangriff für ein blutiges Ende.

    Apropos, die Mission neigt sich nach bald einer Stunde Spielzeit auch dem Ende zu - Raul und Max fliehen zurück auf's Spielfeld, wo bereits ein Helikopter auf die beiden wartet. Erschöpft und mit schmerzverzerrtem Gesicht lehnt sich unser Alter Ego zurück und beginnt mit düsterer Stimme einen Monolog, während die Kamera bis zum Close-up heranfährt. Während McCaffreys Bass hallt, verwischt die Tür des Helikopters im Hintergrund und blendet sanft über - in einer wunderschön modellierten Kneipe an einem sorgfältig texturierten Tresen sehen wir einen gewissen Max Payne, welcher in einem typisch verbitterten Monolog sein Dasein beklagt. Womit wir wieder am Anfang wären, wenngleich um eine Erkenntnis reicher: Dieses Spiel, nein dieser spielbare Film (Noir) wird seinem Namen gerecht. Ja, es ist erwachsener geworden, härter und brutaler - aber das sind wir seit den Vorgängern ebenfalls.

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    Wenn Sie wissen möchten, was wir sonst noch mit Max Payne 3 erlebt haben, legen wir Ihnen den mehrseitigen Artikel in der kommenden PC Games Hardware 05/2012 ans Herz - diese erscheint am 04. April und bietet weiterhin Print-exklusive Screenshots. Max Payne 3 als PC-Version kommt am 01. Juni in den Handel; Rockstar peilt "keine Jugendfreigabe" an.

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    03:08
    Max Payne 3: Visuelle Effekte und Inszenierung
    Spielecover zu Max Payne 3
    Max Payne 3
  • Max Payne 3
    Max Payne 3
    Publisher
    Rockstar Games
    Developer
    Rockstar Games
    Release
    01.06.2012

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    Es gibt 30 Kommentare zum Artikel
    Von HolGORE
    oh jaich freu mich schon richtig darauf
    Von PCGH_Marc
    Ich bezweifle, dass das die PC-Version ist ... guck dir nur das Aiming an
    Von sierratango06
    Also wenn das Video "Visuelle Effekte und Inszenierung" von der PC Version stammen sollten, bin ich trotz der…
    Von Seabound
    Diablo 3, Max Payne 3 und alles im Mai. Hätten die das nicht besser planen gekonnt? Genug Zeit hatten sie!
    Von MonGoLo
    was war an den ersten beiden max-payne-teilen nich "erwachsen"? un ka ob ichs überlesen hab, aber was sin denn jetzt…
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Max Payne 3
Film-Noir im sonnigen Sao Paolo
Bald eine Dekade nach dem ersten Max Payne schnallt sich der abgehalfterte Ex-Cop erneut die Berettas um und ballert sich in Zeitlupe durch die Nacht. Wir konnten die PC-Version ausführlich anspielen und versichern Ihnen, das IST (!) Max Payne.
http://www.pcgameshardware.de/Max-Payne-3-Spiel-14295/Tests/Film-Noir-im-sonnigen-Sao-Paolo-873053/
16.03.2012
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2012/03/Max-Payne-3-online-Shots-01.jpg
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