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  • Sockel-1156-Panik: der große PCGH-Dauerstabilitätstest mit drei Foxconn-Sockel-Boards - drittes Update: Bluescreen und vorläufiges Ende

    Verbrannte Sockelkontakte und defekte CPUs - Horrorbilder von beschädigter Sockel-1156-Hardware machten im Internet die Runde. Schuld sollen die Sockel von Foxconn sein, die auf den meisten Sockel-1156-Mainboards sitzen. Mit den seltenen Sockeln von LOTES gibt es hingegen angeblich keine Probleme. In unserem großen Dauerstabilitätstest prüfen wir, ob Sockel-1156-PCs mit Foxconn-Sockel wirklich gefährdet sind.

    Die Stellungnahme von Foxconn zum Sockel-1156-Problem (33)Die Stellungnahme von Foxconn zum Sockel-1156-Problem (33)Quelle: http://www.foxconnchannel.comOriginal-Artikel: 30.12.2009
    Foxconn bietet nicht nur eigene Mainboards an, sondern fertigt auch Mainboard-Teile wie Anschlüsse oder Sockel. Seit dem 29. Dezember um 12 Uhr läuft unser anspruchsvoller Dauerstabilitätstest mit drei Foxconn-Sockel-Boards. Der Test dauert je nach Bedarf mindestens eine Woche. Dabei werden wir in regelmäßigen Updates über den Zustand der Test-PCs berichten. Doch der Reihe nach:

    Die ersten Probleme mit 1156er-Mainboards samt Foxconn-Sockel traten bei Extremübertaktern auf: Nach dem Ausbau konnte man deutliche Brandflecken auf dem Prozessor und an den Kontakten des Sockels erkennen. Schon bald folgten Berichte, dass das Problem auch bei leicht übertakteten Systemen oder sogar bei Standardtakt auftreten kann.

    Angeblich berühren beim Foxconn-Sockel nicht alle Pins die dafür vorgesehenen Kontaktflächen auf der Unterseite des Prozessors. Diese Kontakte sollen für die Spannungsversorgung wichtig sein. Unser erster Test mit einem Sockel 1156 von Foxconn bestätigte die Theorie: Nach dem ersten Einbau fiel auf, dass nicht alle Kontaktflächen der CPU über eine sichtbare Einkerbung durch die Pins des Sockels verfügten. Nachdem wir die CPU in das DFI-Mainboard DK P55 T3EH9 samt LOTES-Sockel setzten, wiesen hingegen alle Kontaktfelder eine Einkerbung auf.

    Gleich nach den ersten Meldungen von defekten CPUs in Foxconn-Sockeln reagierte Foxconn mit einem Schreiben an die Mainboard-Hersteller (siehe Bild rechts). Darin bürgt Foxconn für die Qualität seiner Sockel, sofern man angemessene Handhabung und Anwendungen einhält ("proper operation and application"). Wie diese "angemessene Handhabung" aussehen soll, verriet Foxconn bisher nicht.

    Bitte bedenken Sie, dass es sich bei den verbrannten CPUs und Sockeln bisher um Einzelfälle handelt, die natürlich hohe Wellen schlagen. Wie groß die Gefahr bei Standartakt oder maßvollem Overclocking wirklich ist, wollen wir mit unserem Dauerstatbilitätstest herausfinden.

    Von welchem Hersteller stammt mein Sockel?

    Zum Vergleich - MSI Big Bang Trinergy: Sockel-Abdeckung von LOTESZum Vergleich - MSI Big Bang Trinergy: Sockel-Abdeckung von LOTESQuelle: http://www.pcgameshardware.deZum Vergleich - MSI Big Bang Trinergy: Sockel-Backplate von LOTESZum Vergleich - MSI Big Bang Trinergy: Sockel-Backplate von LOTESQuelle: http://www.pcgameshardware.deDiese Frage lässt sich nicht auf den ersten Blick beantworten, denn ein Sockel 1156 besteht aus mehreren Teilen, die jeweils von einem anderen Hersteller stammen können: Die Sockel-Abdeckung, die Sockel-Backplate und der eigentliche Sockel. Zwei der wenigen Boards, bei denen alle drei Komponenten von LOTES stammen, sind das MSI Big Bang Fuzion und das MSI Big Bang Trinergy (siehe Bilder neben und unter diesem Absatz). Leider gibt es keine Garantie dafür, dass ein bestimmter Sockel stets bei einer Mainboard-Reihe verwendet wird. So werden etwa die P55-Mainboards von MSI angeblich mal mit LOTES- und mal mit Foxconn-Sockel geliefert. Verlassen Sie sich also nicht auf Forenberichte, sondern schauen Sie lieber selbst bei Ihrem Mainboard nach.

    Welcher Hersteller bei Ihrem Mainboard die Abdeckung gefertigt hat ist schnell zu erkennen: Stammt der Deckel von LOTES, sind diese fünf Buchstaben gut lesbar aufgedruckt. Handelt es sich um eine Foxconn-Abdeckung, steht der Name gewöhnlich nicht auf dem Deckel, sondern lediglich auf dem Plastikeinsatz, den Sie entfernen müssen, um die CPU einzubauen.

    Um herauszufinden, von welchem Hersteller die Sockel-Backplate stammt, drehen Sie das Mainboard um. Bei bisher allen Sockel-1156-Mainboards, die wir getestet haben, ist der Name des Herstellers auf der Backplate abgedruckt. Schwieriger wird es bei dem eigentlichen Sockel: Lösen Sie den Verriegelungshebel und klappen Sie den Sockel herauf. Auf einer Seite sollte nun der Name des Hersteller schwach zu erkennen sein. Wir haben allerdings auch schon Sockel gesehen, bei denen kein Herstellername aufgedruckt ist.
    Zum Vergleich - MSI Big Bang Trinergy: Sockel von LOTESZum Vergleich - MSI Big Bang Trinergy: Sockel von LOTESQuelle: http://www.pcgameshardware.de

    Unser Dauerstabilitätstest mit drei Foxconn-Sockel-Boards

    Unter anderem diese Komponenten haben wir für unseren Dauerstabilitätstest verwendet.Unter anderem diese Komponenten haben wir für unseren Dauerstabilitätstest verwendet.Quelle: http://www.pcgameshardware.deBei dem Top-Sockel-1156-Board P55-UD6 von Gigabyte traten laut Internetberichten die ersten Probleme beim Extreme-Overclocking auf. Daher haben wir dieses Board für unseren Test gewählt und in den Test-PC 2 eingesetzt. Sockel, Sockel-Abdeckung und Sockel-Halterung stammen hier von Foxconn. Das neuere P55A-UD6 verfügt ebenfalls über einen Foxconn-Sockel, Deckel und Backlpate werden allerdings bei unserem Testmuster von LOTES hergestellt (siehe Bildergalerie). Wie das "A" in der Bezeichnung andeutet, unterstützt das P55A-UD6 anders als das P55-UD6 USB 3.0 und SATA 3. Bis auf die entsprechenden Controller und den Sockel sind die beiden Board jedoch praktisch identisch, weshalb wir das P55A-UD6 ebenfalls für unseren Test verwenden - es sitzt in Test-PC 3. So lässt sich herausfinden, ob Sockel-Abdeckung und Sockel-Backplate von LOTES bereits einen Vorteil bieten. Die zusätzlichen Controller für USB 3.0 und SATA 3 haben wir im BIOS abgeschaltet, damit die Boards mit möglichst gleichen Voraussetzungen arbeiten.

    Da das Foxconn-Sockel-Problem angeblich von Overclocking beeinträchtigt wird, haben wir beide Boards übertaktet (Details folgen). Da der Defekt laut Forenmeldungen auch bei nicht übertakteten PCs auftreten kann, haben wir das günstige und daher sehr beliebte Asus-Mainboard P7P55D ausgewählt und den Prozessor hier mit Standardtakt betrieben. Das Board steckt in unserem Test-PC 1. Sockel, Sockel-Abdeckung und Sockel-Backplate stammen hier ebenfalls von Foxconn. Wie bei den anderen beiden Mainboards haben wir das BIOS aktualisiert; allerdings haben wir hier die BIOS-Standardwerte geladen - inklusive SMT und Turbo-Modus.

    Damit alle drei Test-PCs mit den gleichen Bedingungen arbeiten, haben wir versucht abgesehen von den Mainboards möglichst identische Komponenten zu verwenden. Hierfür hat uns Intel drei finale Core i7-860 zur Verfügung gestellt. Bei Test-PC 2 und Test-PC 3 (jeweils Gigabyte-Mainboards) haben wir den Prozessor von 2.800 MHz auf 3.360 MHz übertaktet. Dafür haben wir die Spannung auf 1,25 Volt angehoben, den Referenztakt von 133 auf 160 MHz gesetzt und den CPU-Multiplikator auf 21 belassen. Den QPI/DMI-Mulitplikator haben wir hingegen gesenkt. Die genauen BIOS-Einstellungen finden Sie in der Bildergalerie weiter unten.

    Den Speichertakt setzten wir bei den drei Test-PCs auf DDR3-1600 (1,65 Volt). Bei allen drei Test-PCs kommen zweimal 2.048-MiByte Dominator-RAM von Corsair zum Einsatz. Das Netzteil stammt ebenfalls von Corsair. Damit die Grafikkarte in unserem Dauerstabilitätstest nicht limitiert, haben wir jeweils eine Geforce GTX 285 verwendet. Als CPU-Kühler haben wir uns bei allen drei PCs für den Alpenföhn Nordwand von EKL entschieden. Wegen des hohen Gewichts kann der Kühler zusätzlich negativ auf den fehlenden Kontakt zwischen Foxconn-Sockel und CPU einwirken.

    Uns war es wichtig, dass der Dauerstabilitätstest möglichst praxisnah ist. Daher haben wir alle Test-Systeme in gewöhnliche Gehäuse eingebaut. Leider standen uns nicht drei identische Gehäuse zur Verfügung. Für Chancengleichheit haben wir bei allen drei Test-PCs lediglich einen 120er-Lüfter im Gehäuseheck verwendet.

    Genaue Details zu den Test-PCs zeigen die folgenden Tabellen:

    PC 1: Foxconn-Sockel, Standardtakt 
    ProzessorCore i7-860 (Standardtakt, Turbo-Modus aktiviert)
    MainboardAsus P7P55D (BIOS: 1207)
    SockelFoxconn
    Sockel-AbdeckgungFoxconn
    Sockel-BackplateFoxconn
    CPU-KühlerEKL Alpenföhn Nordwand
    SpeicherCorsair CMD4GX3M2A1600C8 (4 GiByte, DDR3-1600, 8-8-8-24, 1,65 Volt)
    GrafikkarteGeforce GTX 285
    NetzteilCorsair HX 850 Watt
    GehäuseIkonik Zaria (ein 120er-Gehäuselüfter)
    BetriebssystemWindows 7 x64
    Grafikkarten-TreiberGeforce-Treiber 195.62
    PC 2: Foxconn-Sockel, maßvolles Overclocking 
    ProzessorCore i7-860 (3.360 MHz, 160 MHz x 21, 1,25 Volt)
    MainboardGigabyte P55-UD6 (BIOS: F6)
    SockelFoxconn
    Sockel-AbdeckgungFoxconn
    Sockel-BackplateFoxconn
    CPU-KühlerEKL Alpenföhn Nordwand
    SpeicherCorsair CMD4GX3M2A1600C8 (4 GiByte, DDR3-1600, 8-8-8-24, 1,65 Volt)
    GrafikkarteGeforce GTX 285
    NetzteilCorsair HX 850 Watt
    GehäuseNZXT Gamma (ein 120er-Gehäuselüfter)
    BetriebssystemWindows 7 x64
    Grafikkarten-TreiberGeforce-Treiber 195.62
    PC 2: LOTES/Foxconn-Sockel, maßvolles Overclocking 
    ProzessorCore i7-860 (3.360 MHz, 160 MHz x 21, 1,25 Volt)
    MainboardGigabyte P55A-UD6 (BIOS: F6)
    SockelFoxconn
    Sockel-AbdeckgungLOTES
    Sockel-BackplateLOTES
    CPU-KühlerEKL Alpenföhn Nordwand
    SpeicherCorsair CMD4GX3M2A1600C8 (4 GiByte, DDR3-1600, 8-8-8-24, 1,65 Volt)
    GrafikkarteGeforce GTX 285
    NetzteilCorsair HX 850 Watt
    GehäuseAntec Threehundred (ein 120er-Gehäuselüfter)
    BetriebssystemWindows 7 x64
    Grafikkarten-TreiberGeforce-Treiber 195.62

    Bei unserem Dauerstabilitätstest wollten wir den Prozessor stets zu 100 Prozent auslasten, allerdings war es uns wichtig dabei nicht allein auf synthetische Tests zu setzen. Schließlich wollten wir herausfinden, ob das Problem auch im typischen Spieleeinsatz auftreten kann. Daher haben wir eine Benchmark-Szene von Anno 1404 in der Endlosschleife verwendet, die das Anno-Team von Related Designs extra für uns programmiert hat. Das Spiel läuft mit allen Details in der Auflösung 1.920 x 1.080. Auf FSAA und AF haben wir verzichtet, damit die Grafikkarte nicht zur limitierenden Komponente wird.

    Da Anno 1404 den übertakteten Core i7-860 je nach Szene nur zu 1 bis 27 Prozent auslastet, verwenden wir zusätzlich das zuverlässige Tool Core Damage. Damit Anno 1404 nicht beeinträchtigt wird, haben wir dem Spiel per Windows-Task-Manager eine hohe Priorität zugeteilt. So ist gewährleistet, dass Anno 1404 stets die nötige CPU-Leistung zur Verfügung steht; Core Damage sorgt dafür das die gesamte CPU-Last dann stets bei 100 Prozent liegt. So rackern die drei Test-PCs seit dem 29.12. um 12 Uhr und müssen die Tortur mindestens eine Woche ertragen. Beim folgenden Bild handelt es sich um einen aktuellen Screenshot von Test-PC 2:

    Unser Dauerstabilitätstest: Core Damage (normale Priorität) und Anno 1404 in der Endlosschleife (hohe Priorität); CPU-Z zeigt die übertaktete CPU, Core Temp verrät die CPU-Temperatur, GPU-Z die GPU-Temperatur.Unser Dauerstabilitätstest: Core Damage (normale Priorität) und Anno 1404 in der Endlosschleife (hohe Priorität); CPU-Z zeigt die übertaktete CPU, Core Temp verrät die CPU-Temperatur, GPU-Z die GPU-Temperatur.Quelle: http://www.pcgameshardware.de
    Die CPU-Temperaturen lagen nach den ersten knapp 24 Stunden bei 57 bis 62 Grad Celsius (nicht übertaktet, Test-PC 1) beziehungsweise 72 bis 75 Grad Celsius (übertaktet, Test-PC 2 und Test-PC 3). Im nächsten Update werden wir berichten, wie es den Foxconn-Sockel-PCs im Dauerstabilitätstest ergeht.

    Erstes Update: 04.01.2010
    Unser Dauerstabilitätstest läuft mittlerweile seit rund sechs Tagen und die drei Test-PCs mit Foxconn-Sockel arbeiten bisher tadellos, wie die folgenden Screenshots von heute Morgen zeigen.

    Im Forum hat sich zu diesem Thema eine lebhafte Diskussion entwickelt. So berichtet der Forenbesucher GRÜN-BLAU, dass das Foxconn-Sockel-Problem bei ihm aufgetreten ist. Hierzu hat er sogar Bilder von seinen verbrannten Komponenten gepostet. Viele andere Anwender haben hingegen keine Probleme mit ihren übertakteten Sockel-1156-PCs. Zum Foreneintrag von GRÜN-BLAU mit zerstörtem Foxconn-Sockel.

    Zudem hat unser Moderator ruyven_macaran eine passende Umfrage erstellt: "Ist euch schon einmal ein So1156 verschmort?" So erkennen Sie gleich, wie häufig das Foxconn-Sockel-Problem bei den Anwendern in unserem Forum aufgetreten ist - zur Umfrage von ruyven_macaran"

    Manche Leser wünschen sich zudem einen anschließenden Stabilitätstest mit noch höherem Takt und weiter angehobener Spannung. Bei großem Interesse, gehen wir natürlich auf diesen Wunsch ein. Was meinen Sie: Ist ein weiterer Dauerstabilitätstest mit gefährlicheren OC-Einstellungen spannend für Sie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

    Test-PC1 (Core i7-860 @ Standardtakt und Standardspannung, Asus P7P55D) am 04.01.2010 um 8:55 Uhr - der Dauerstabilitätstest läuft bereits seit knapp sechs Tagen. Die großen Drachenmännchen tauchen auf, sobald der Benchmark mehrere Tage läuft - offenbar ein Easteregg der Programmierer.Test-PC1 (Core i7-860 @ Standardtakt und Standardspannung, Asus P7P55D) am 04.01.2010 um 8:55 Uhr - der Dauerstabilitätstest läuft bereits seit knapp sechs Tagen. Die großen Drachenmännchen tauchen auf, sobald der Benchmark mehrere Tage läuft - offenbar ein Easteregg der Programmierer.Quelle: http://www.pcgameshardware.de
    Test-PC2 (Core i7-860 @ 3.360 MHz, 1,225 Volt, Gigabyte P55-UD6) am 04.01.2010 um 8:53 Uhr - der Dauerstabilitätstest läuft bereits seit knapp sechs Tagen. Die großen Drachenmännchen tauchen auf, sobald der Benchmark mehrere Tage läuft - offenbar ein Easteregg der Programmierer.Test-PC2 (Core i7-860 @ 3.360 MHz, 1,225 Volt, Gigabyte P55-UD6) am 04.01.2010 um 8:53 Uhr - der Dauerstabilitätstest läuft bereits seit knapp sechs Tagen. Die großen Drachenmännchen tauchen auf, sobald der Benchmark mehrere Tage läuft - offenbar ein Easteregg der Programmierer.Quelle: http://www.pcgameshardware.de
    Test-PC3 (Core i7-860 @ 3.360 MHz, 1,225 Volt, Gigabyte P55A-UD6) am 04.01.2010 um 8:49 Uhr - der Dauerstabilitätstest läuft bereits seit knapp sechs Tagen. Während des Dauerstabilitätstests wurden schon einige Schiffe versenkt.Test-PC3 (Core i7-860 @ 3.360 MHz, 1,225 Volt, Gigabyte P55A-UD6) am 04.01.2010 um 8:49 Uhr - der Dauerstabilitätstest läuft bereits seit knapp sechs Tagen. Während des Dauerstabilitätstests wurden schon einige Schiffe versenkt.Quelle: http://www.pcgameshardware.de

    Zweites Update: 10.01.2010

    Auf den Wunsch von zahlreichen Lesern im Forum hin, haben wir am vergangenen Samstag zwei der drei Test-PCs abgebaut und stattdessen heute um 9:30 neue Test-PCs aufgestellt. Die drei bisherigen Testrechner liefen bis Samstag bereits seit elf Tagen im Dauerstabilitätstest. Test-PC 1 ist einmal ohne erkennbaren Grund neu gestartet, Test-PC 2 zeigte plötzlich nur noch ein schwarzes Bild und musste ebenfalls neu gestartet werden. Anschließend liefen jedoch beide PCs wieder fehlerfrei. Von einem Sockelbrand gab es keine Spur. Das Windows-Ereignisprotokoll zeigte nichts Auffälliges.

    Da der Test-PC 3 als einziger seit dem 29.12.2009 um 12 Uhr fehlerfrei läuft, haben wir uns dazu entschieden, diesen PC weiter im Dauerstabilitätstest schuften zu lassen. Bei Test-PC 1 haben wir jedoch den schweren EKL Alpenföhn Nordwand gegen den Boxed-Kühler von Intel getauscht, da manche Leser im Forum vermuten, dass das Sockel-Problem nur bei Boxed-Kühlern auftritt. Ansonsten ist die Konfiguration unverändert geblieben. Das System wird nun als Test-PC 4 in unserer Liste aufgeführt.

    Für den Test-PC 5 verwenden wir das MSI P55-GD65, da sich viele Leser im Forum einen Dauerstabilitätstest mit dieser Platine gewünscht haben. Bei dem MSI-Board stammen Sockel, Sockel-Backplate und Sockel-Abdeckung ebenfalls von Foxconn. Außerdem haben wir bei diesem Rechner CPU-Spannung und Takt weiter angehoben als bei den bisherigen Tests: Der Core i7-860 arbeitet nun mit 3,8 GHz statt der üblichen 2,8 GHz. Die CPU-Spannung setzten wir auf 1,24 Volt. Die VTT-Spannung haben wir jedoch lediglich auf 1,208 Volt gesteigert.

    Derzeit laufen somit folgende PCs in unserem Dauerstabilitätstest:

    PC 3: LOTES/Foxconn-Sockel, maßvolles Overclocking 
    ProzessorCore i7-860 (3.360 MHz, 160 MHz x 21, 1,25 Volt)
    MainboardGigabyte P55A-UD6 (BIOS: F6)
    SockelFoxconn
    Sockel-AbdeckgungLOTES
    Sockel-BackplateLOTES
    CPU-KühlerEKL Alpenföhn Nordwand (Rev. B)
    SpeicherCorsair CMD4GX3M2A1600C8 (4 GiByte, DDR3-1600, 8-8-8-24, 1,65 Volt)
    GrafikkarteGeforce GTX 285
    NetzteilCorsair HX 850 Watt
    GehäuseAntec Threehundred (ein 120er-Gehäuselüfter)
    BetriebssystemWindows 7 x64
    Grafikkarten-TreiberGeforce-Treiber 195.62
    PC 4: Foxconn-Sockel, Standardtakt 
    ProzessorCore i7-860 (Standardtakt, Turbo-Modus aktiviert)
    MainboardAsus P7P55D (BIOS: 1207)
    SockelFoxconn
    Sockel-AbdeckgungFoxconn
    Sockel-BackplateFoxconn
    CPU-KühlerIntel-Boxed
    SpeicherCorsair CMD4GX3M2A1600C8 (4 GiByte, DDR3-1600, 8-8-8-24, 1,65 Volt)
    GrafikkarteGeforce GTX 285
    NetzteilCorsair HX 850 Watt
    GehäuseIkonik Zaria (ein 120er-Gehäuselüfter)
    BetriebssystemWindows 7 x64
    Grafikkarten-TreiberGeforce-Treiber 195.62
    PC 5: Foxconn-Sockel, deutliches Overclocking 
    ProzessorCore i7-860 (3.800 MHz, 181 MHz x 21, 1,26 Volt)
    MainboardMSI P55-GD65 (BIOS: 1.5)
    SockelFoxconn
    Sockel-AbdeckgungFoxconn
    Sockel-BackplateFoxconn
    CPU-KühlerEKL Alpenföhn Nordwand (Rev. B)
    SpeicherCorsair CMD4GX3M2A1600C8 (4 GiByte, DDR3-1600, 8-8-8-24, 1,65 Volt)
    GrafikkarteGeforce GTX 285
    NetzteilCorsair HX 850 Watt
    GehäuseNZXT Gamma (ein 120er-Gehäuselüfter)
    BetriebssystemWindows 7 x64
    Grafikkarten-TreiberGeforce-Treiber 195.62

    Damit der deutlich übertaktete Prozessor in Test-PC 5 nicht zu heiß wird, haben wir den Lüfter des EKL Alpenföhn Nordwand von etwa 10,5 auf 12 Volt gesetzt und zwei weitere Gehäuselüfter eingebaut (120 mm und 140 mm). Damit liegen die Temperaturen bei knapp 75 Grad Celsius. Der nicht übertaktete Prozessor in Test-PC 4 wird mit dem Intel-Boxed-Kühler in unserem anspruchsvollen Dauerstabilitätstest bis zu 92 Grad Celsius heiß. Die Tjunction der CPU liegt laut Core Temp bei 99 Grad Celsius.

    Bisher laufen alle drei PCs problemlos.

    Im Forum äußerten manche Leser die Theorie, das Problem sei auf ältere Foxconn-Sockel beschränkt. Leider können wir nicht feststellen, wann die von uns verwendeten Mainboards gefertigt wurden. Stattdessen zeigen wir hier zumindest auf, wann die jeweiligen Boards bei uns in der Redaktion angekommen sind:

    • Asus P7P55D (Test-PC1/Test-PC4): 07.09.2009
    • Gigabyte P55-UD6 (Test-PC2): 13.08.2009
    • Gigabyte P55A-UD6 (Test-PC3): 10.11.2009
    • MSI P55-GD65 (Test-PC5): 06.08.2009

    Sie haben eigene Erfahrungen mit einem Sockel-1156-PC? Nutzen Sie die Kommentarfunktion.

    Drites Update: 19.01.2010
    Gestern um 15 Uhr haben wir den Dauerstabilitätstest nach 20 Tagen vorerst beendet. Bei keinem der Test-PCs ist ein Sockelbrand aufgetreten. Da manche Anwender berichten, ihr System sei trotz Sockelbrand problemlos weitergelaufen, haben wir alle CPUs ausgebaut und begutachtet: Kein Prozessor und kein Sockel zeigte Brandspuren.

    Am 14.01. war beim stark übertakteten Test-PC ein Bluescreen aufgetreten (siehe Bild unten). Allerdings handelte es sich wie gesagt nicht um Sockelbrand - das System lief nach einem Neustart fehlerfrei weiter.

    Bluescreen beim MSI P55-GD65 aus Test-PC 5. Nach einem Neustart lief das System problemlos weiter.Bluescreen beim MSI P55-GD65 aus Test-PC 5. Nach einem Neustart lief das System problemlos weiter.Quelle: http://www.pcgameshardware.de

    Kann man nun Entwarnung geben? Leider nicht ganz, denn bei manchen Lesern wie Grünblau trat bereits ein Sockelbrand auf. Ob und wann es zum Sockelbrand kommen kann, lässt sich leider nicht hundertprozentig herausfinden.

    Dennoch konnten wir aus den Gemeinsamkeiten der Fälle ein paar Tipps ableiten: Nutzen Sie, falls möglich, ein Mainboard mit LOTES-Sockel, heben Sie die VTT/IMC-Spannung nicht über 1,21 Volt an und meiden Sie die automatische OC-Funktion des Mainboards: Immerhin: Fast alle neuen 1156er-Platinen verfügen über einen Sockel von LOTES statt Foxconn.

    Vielen Dank für die lebhafte Diskussion und die guten Ratschläge in unserem Forum.

    Kein Sockelbrand: Core i7-860 nach unserem DauerstabilitätstestKein Sockelbrand: Core i7-860 nach unserem DauerstabilitätstestQuelle: http://www.pcgameshardware.de
    Kein Sockelbrand: MSI P55-GD65 aus Test-PC 5 nach unserem DauerstabilitätstestKein Sockelbrand: MSI P55-GD65 aus Test-PC 5 nach unserem DauerstabilitätstestQuelle: http://www.pcgameshardware.de

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Mainboard-Kaufberatung 2016: Gaming-Boards für Sockel 1151, 2011-v3 und mehr [November]
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    Es gibt 770 Kommentare zum Artikel
    Von Vinz1911
    ist bei pcgh_uncut im video 20 nicht stephan ein board abgeraucht ?oder war das noch sone alte rev. des boards
    Von BigBubby
    ich frag mich, was amdintel inzwischen dazu sagt. der hatte ja einen riesen aufstand deswegen gemacht. naja schlafende…
    Von ruyven_macaran
    Mir sind keine weiteren Fälle zu Ohren gekommen. Die eindeutig dokumentierten kann weiterhin bequem an zwei Händen…
    Von Burkuntu
    Er läuft und läuft und läuft und ......
    Von Vinz1911
    sooo leute ist ja jetzt ne ganze zeit vergangen und mich würde mal interessieren wie es aussieht mit dem sockelbrand…
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Drei 1156er-Boards mit Foxconn-Sockel im Praxistest
Verbrannte Sockelkontakte und defekte CPUs - Horrorbilder von beschädigter Sockel-1156-Hardware machten im Internet die Runde. Schuld sollen die Sockel von Foxconn sein, die auf den meisten Sockel-1156-Mainboards sitzen. Mit den seltenen Sockeln von LOTES gibt es hingegen angeblich keine Probleme. In unserem großen Dauerstabilitätstest prüfen wir, ob Sockel-1156-PCs mit Foxconn-Sockel wirklich gefährdet sind.
http://www.pcgameshardware.de/Mainboard-Hardware-154107/Tests/Drei-1156er-Boards-mit-Foxconn-Sockel-im-Praxistest-702283/
19.01.2010
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2009/12/Asus_P7P55D_01.JPG
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