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  • Von K5 bis Kaveri: Die Geschichte der Sockel für AMD-Prozessoren - inklusive Video

    Die Zeiten, in denen AMD lediglich Nachbauten von Intel-Prozessoren fertigte, sind längst vorbei. Seit vielen Jahren bereichert der Hersteller den Markt mit eigenen Prozessorarchitekturen und CPU-Sockeln. Wir werfen einen Blick zurück auf die Entwicklung der Sockel für AMDs K5-Chips bis zu aktuellen Kaveri-Chips. Wir beschränken uns dabei auf für PC-Spieler relevante Hardware. Server-Sockel bleiben ebenso außen vor wie Mobile-Sockel oder die neue Low-Budget-Lösung AM1.

    1979 erwirbt AMD von Intel die Lizenz zur Fertigung von Nachbauten der Modelle 8086 und 8088. 1986 erscheint AMDs 286er-Variante AM286, bald darauf kommt es aber zu einem Rechtsstreit mit Intel. Der x86-Erfinder möchte den Lizenznehmer davon abhalten, weitere Nachbauten herzustellen, AMD fertigt indessen weiterhin Varianten des 386ers und 486ers. Die beiden Unternehmen einigen sich schließlich außergerichtlich darauf, dass AMD ab der Pentium-Generation keine Nachbauten mehr fertigen wird.

    AMD entwickelt daraufhin den x86-kompatiblen K5, der sowohl für den Sockel 5 als auch den Sockel 7 erscheint. Bei dem 1994 debütierten Sockel 5 und dem 1995 erschienenen Sockel 7 handelt es sich noch um Intel-Lösungen, die für den Pentium gedacht sind. AMD bleibt mit den (Super-)Sockel-7-Prozessoren mit K6-Architektur, präzise gesagt K6, K6-2 und K6-III vorerst sockelkompatibel und steigert die Rechenleistung der eigenen CPUs.

    1999 emanzipiert sich AMD mit dem Slot A. Die Slot-A-Chips sind zwar mechanisch zu Intels 1997 erschienenem Slot 1 kompatibel, aber nicht elektrisch. Die Slot-Bauweise ermöglicht es, Cache-Chips nahe des Prozessors zu platzieren, die im Chipgehäuse keinen Platz gefunden hätten, auf dem Mainboard platziert aber nur mit vergleichsweise hohen Latenzen ansprechbar gewesen wären. Im März 2000 erreicht AMDs Athlon im 1-GHz-Rennen das Ziel.

    Im Sommer 2000 ist das Slot-Abenteuer vorbei und der AMD Athlon ist für den neuen Sockel A erhältlich, der aufgrund seiner 462 Kontakte und einer dementsprechend beschrifteten Fassung auch als Sockel 462 bekannt ist. Mit dem Athlon (XP) kann AMD Konkurrent Intel unter Druck setzen, der zu dieser Zeit mit dem Pentium 4 den Wechsel auf die für hohe Taktfrequenzen ausgelegte Netburst-Architektur vollzieht. Zur Sockel-A-Zeit leistet sich Via mit der verbuggten Southbridge VT82C868B einen Fauxpas, von dem sich der Hersteller nie ganz erholen sollte: Große Last auf dem PCI-Bus konnte durch Pufferüberlauf zu Datenkorruption führen.

    12:05
    Die CPU-Sockel-Historie (AMD) im Video


    2003 lässt AMD die K8-Architektur von der Leine, die mit 64-Bit-Unterstützung und einem in die CPU integrierten Speichercontroller sehr fortschrittlich ist. Passend dazu verabschiedet sich AMD vom Frondside Bus (FSB) und wechselt zum Punkt-zu-Punkt-Protokoll Hyper Transport. Mit dem Sockel 940 peilt AMD Server, Workstations und High-End-PCs an, denn aufgrund der Verwendung von Register-Speicher und des Dual-Channel-Interfaces ist die Plattform für Ahtlon 64 FX und Opteron kein günstiges Vergnügen. Im Mainstream-Segment soll daher der günstige Sockel 754 punkten, der ohne Zweikanal-Anbindung für den Arbeitsspeicher auskommen muss.

    Bereits 2004 erscheint der Sockel 939. Mit Dual-Channel-Unterstützung und einem von 800 auf 1.000 MHz beschleunigten HT-Link entwickeln sich Sockel-939-Mainboards rasch zur ersten Wahl von AMD-Nutzern, zumal es eine breite Auswahl von günstigen Semprons bis hin zu Opterons und den Topmodellen Athlon 64 FX gibt. Mit dem Athlon 64 X2 erscheinen außerdem Dualcore-CPUs - wer 2003 auf den Sockel 754 setzte, kam nicht in den Genuss von Zweikernmodellen.

    Im Sommer 2006 vollzieht AMD den Wechsel auf den Sockel AM2 mit DDR2-Unterstützung ohne Grundlegendes an der K8-Architektur zu ändern. Große Leistungssprünge bleiben aus. Wechselstimmung kommt im Lager der AMD-Nutzer daher kaum auf, insbesondere da Intel zu jener Zeit mit dem kurze Zeit später folgenden Core 2 Duo für Furore sorgt. 2007 folgt die Variante AM2+ und AMD liefert mit dem Phenom nun auch Vierkernprozessoren aus. AM2 und AM2(+) sind was CPUs und Mainboards betrifft kompatibel zueinander, wenngleich zum Teil mit Funktionseinschränkungen zu rechnen ist. Erstmals ist es mit dem AM2+ möglich, die Kerne und den RAM-Controller mit unterschiedlichen Spannungen zu betreiben. Die auf 2.000 MHz angehobene Taktfrequenz des HT-Links beschleunigt außerdem die Kommunikation des Chipsatzes.

    Der Wechsel auf DDR3-RAM erfolgt 2009 mit dem Sockel AM3. Aufrüster freuen sich darüber, dass AM3-Prozessoren aber auch mit DDR2-Speicher zusammenarbeiten und dank Pin-Kompatibilität grundsätzlich auf Hauptplatinen mit dem Sockel AM2(+) funktionieren. Die aufgebohrte Version AM3+ erblickt 2011 das Licht der Welt und ist der offizielle Sockel für die neuen auf der Bulldozer-Architektur basierenden AMD-Prozessoren. Um die Unterscheidung von AM3 und AM3+ zu erleichtern, ist die Sockelfassung auf Hauptplatinen mit dem neueren Sockel AM3+ schwarz gefärbt. Auch das Retention Module hat sich geändert: Die neue Bauweise ohne Kunststoffrahmen an den Längsseiten soll die Frischluftzufuhr im Sockelbereich verbessern.

    2011 spendiert AMD auch der neuen APU-Sparte einen eigenen Sockel in Form des FM1. Da der PCI-Express-Controller in die CPU der Llano-Prozessoren wandert, wird die Northbridge auf dem Mainboard eingespart. Gleiches gilt für den 2012 herausgebrachten Sockel FM2, auf dem sich APUs mit Piledriver-Kernen, also Trinity und Richland, verbauen lassen. Neu an Bo(a)rd ist Crossfire-Unterstützung dank des A85X. 2013 folgt die zu Trinity und Richland kompatible Version FM2+, die auch Kaveri-APUs aufnimmt.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Mainboard-Kaufberatung 2016: Gaming-Boards für Sockel 1151, 2011-v3 und mehr [November]
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    Es gibt 8 Kommentare zum Artikel
    Von Erich1980
    Hmm da kann ich ja fast nicht mehr mit reden da ich mal 1994 beim intel 486Dx266 dann Pentium 150, Pentium 3 667mhz…
    Von 442
    Sehr interessanter Artikel und Video!
    Von S754
    Sockel 754 beschde!
    Von Cosmas
    hach ja...*nostalgie mode activated*sockel 5 hatte ich, sockel 7 mitm k6- und k6-3, slot A mitm 600 und 800er, sockel…
    Von Noctua
    Na so gross waren die Slot-CPUs nun auch nicht.Damals n 600er Athlon mit Goldfinger Device und Golden Orb zusammen…
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Von K5 bis Kaveri: Die Geschichte der Sockel für AMD-Prozessoren - inklusive Video
Die Zeiten, in denen AMD lediglich Nachbauten von Intel-Prozessoren fertigte, sind längst vorbei. Seit vielen Jahren bereichert der Hersteller den Markt mit eigenen Prozessorarchitekturen und CPU-Sockeln. Wir werfen einen Blick zurück auf die Entwicklung der Sockel für AMDs K5-Chips bis zu aktuellen Kaveri-Chips. Wir beschränken uns dabei auf für PC-Spieler relevante Hardware. Server-Sockel bleiben ebenso außen vor wie Mobile-Sockel oder die neue Low-Budget-Lösung AM1.
http://www.pcgameshardware.de/Mainboard-Hardware-154107/Specials/Die-Geschichte-der-Sockel-fuer-AMD-Prozessoren-1125681/
23.06.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2009/04/Phenom-2-xyz_b2teaser_169.jpg
mainboard,amd,cpu
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