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  • Mafia 3 Vorschau - Ein härteres und cineastischeres Mafia
    Quelle: 2k Games

    Mafia 3 Vorschau - Ein härteres und cineastischeres Mafia

    Mafia 3 schlägt eine neue Richtung ein, fühlt sich cineastischer an, mehr wie eine Der-Pate-Version von New Orleans. Doch ist es noch ein richtig gutes Mafia oder mehr ein GTA mit alternativem Setting? Hangar 13 haben auf der PAX in Boston etwas weiter die Hosen runtergelassen und mit jeder Menge italienischem Blut gespritzt.

    v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt • Lincoln Clay ist nicht Vito Scaletta. Zwar sind beide Kriegsveteranen, doch Lincoln hat offensichtlich mehr durchgemacht, mehr Grausames gesehen und wurde von den Special Forces in der Hölle Vietnams zur Mordmaschine ausgebildet, die keine Gnade kennt. War Vito gerade in den Anfangsstunden von Mafia 2 noch angewidert und verwirrt ob der Brutalität, mit der die italienische Mafia ihre Gebiete kontrollierte, Widersacher aus dem Weg räumte und Schutzgeld schon auch mal mit dem Baseballschläger erpresste, ist Lincoln mehr Typ "Der Punisher". Ein Getriebener, der auf der einen Seite Rache will, weil der Clan der Marcanos all seine Freunde, seine Ersatzfamilie nach dem Krieg, liquidiert hat, aber auch weil er das Töten ganz offensichtlich genießt. Er ist kein Sam Fisher oder Big Boss, der einem Gegner von hinten die Luftröhre zudrückt und Ihnen spielerisch die Wahl gibt, ob Sie ihn final ausschalten, verhören oder nur K.O. schlagen wollen. Stattdessen reißt er ihn mit seiner mächtigen Pranke nach hinten, sticht ihm das Kampfmesser in den Rücken, dreht ihn um, knallt ihn auf einen Tisch und hämmert die Spitze mit der mechanischen Präzision und Schnelligkeit eines Terminators in einen Kerl, der eigentlich nur dafür bezahlt wird, einen der Bosse zu bewachen.

    Mafia 3 wird also definitiv ein Spiel, das voll auf den amerikanischen Markt zugeschnitten wird, wovon Technikfreunde durchaus profitieren. Granaten zerreißen Bücherschränke, die Splitter bohren sich in das Fleisch der Gegner. Abgesägte Schrotflinten haben so viel Wucht, dass sie ein Opfer gegen ein dahinterliegendes Aquarium katapultieren, dessen Sicherheitsglas langsam bricht, splittert und einen langen Riss zieht, aber nicht zerplatzt. Perforierte Gegner hinterlassen auch jede Menge Blutspuren, der rote Lebenssaft zieht sich wie eine Spur des Todes über italienische Designermöbel und verziert weiß gestrichene Wände. Doch die Physikengine ist nicht nur ein technischer Gimmick zum Angeben, sondern lässt sich erstaunlich taktisch nutzen, wie wir auf der PAX East in Boston herausgefunden haben.

    01:06
    Mafia 3: 'Family'-Trailer

    Stealth versus Brutalität und Physik als taktische Elemente

          

    Mafia 3 lebt das Open-World-Gefühl noch eine Spur stärker aus als GTA 5, das Sie ja in den Missionen an einer recht eng abgesteckten Struktur entlangführt. Das Rockstar-Epos ist ohne Frage ein brillantes Spiel, aber wenn sie dort Waffen oder Fahrzeuge besorgen müssen, dann sagt Ihnen das Spiel haarklein, wo es was zu beschaffen gibt. Mafia 3 verfolgt eine andere Philosophie, lässt Sie vom ersten Eindruck her deutlich mehr von der Leine und auch einfach mal experimentieren. Wollen Sie in einer Mission ein Lagerhaus infiltrieren und sabotieren, gibt es dafür sehr viele Wege. Sie können per Scharfschützengewehr die Security-Leute nach und nach ausschalten, um freie Bahn für einen Sturmangriff zu haben. Mafia 3 lebt das Open-World-Gefühl noch eine Spur stärker aus als GTA 5. Charmanter ist es jedoch die Umgebung zu beobachten: Trucks fahren aus der Anlage rein und raus, wer sich eines der Fahrzeuge schnappt, gelangt unerkannt aufs Gelände. Das hat viele Vorteile, unter anderem lassen sich so Feindbewegungen leichter analysieren. Solange Sie sich ruhig verhalten und nicht versehentlich oder absichtlich im Firmen-LKW Mitarbeiter überfahren, fallen Sie nicht auf und können bequem Angriffsrouten planen. Es gibt häufig die Möglichkeit, sich an Wachposten vorbeizuschleichen und die Weitläufigkeit des Lagers auszunutzen.

    Es ist durchaus bemerkenswert, wie kompetent sich Mafia 3 in den unterschiedlichen Gameplay-Varianten anfühlt. Die Stealth-Mechaniken sind kein aufgesetztes Goodie wie in so manchen Spielen, aber auch die Action fühlt sich kraftvoll und durchdacht an. Physikeffekte dienen nicht nur der Show, sondern sind nützlich für Rambotypen. Mit Granaten lässt sich Holzdeckung zerschreddern, mit Schrotflinten Türen perforieren. Stehen dahinter ein paar Bodyguards, werden die gleich mit zu Schweizer Käse verarbeitet. Keine unwichtige Mechanik, wenn sich Ihnen eine kleine Armee an mit Thompsons und Pistolen bewaffneten Mafiosos auf Sie stürzt. Sie können Mafia 3 zwar auch als Deckungsshooter spielen, das Gameplay ist aber eigentlich auf Bewegung ausgelegt. Laufen und Rennen, währenddessen das Sturmgewehr leeren und die Flure mit Blut und Leichen pflastern, darauf steht Hangar 13. Aber eben nicht nur, in einer anderen Mission können Sie mit ein bisschen Beobachtungsgabe eine schallgedämpfte Pistole von einem Sal-Marcano-Henker abnehmen und sich so leise und Mann für Mann den Weg in Richtung Fahrstuhl freischießen.

    Fahrphysik wie früher, aber Schauspieler wie in Der Pate

          

    Die Fahrphysik ist skurril, fühlt sich aber genau richtig an: Diese Ami-Flagschiffe steuern sich nun mal wie Wannen auf vier Rädern. Das erfordert sicherlich ein bisschen Eingewöhnung, verleiht Mafia 3 aber einen ganz besonderen Charme. So ein Chevy ist kein Ferrari, wer zu spät auf die Bremse steigt, der kann die Kiste auch im Drift kaum noch in die Kurve kriegen. Hangar 13 hat sich übrigens beim Nachbau von New Orleans einige Freiheiten genommen, die echten Straßen sind nämlich oft sehr schmal, in Mafia 3 würde auch ein Zwölftonner durchpassen. Sie müssen sich auch keine Sorgen machen, anders als auf der Gamescom fliegen Fahrzeuge nicht mehr durch ein bisschen Anbumsen in die Luft. Um die Partikeleffekte und den volumetrischen Rauch in die Luft steigen zu sehen, müssen Sie schon auf den Tank zielen oder den Granatwerfer rausholen.

    Die Stunt-Cars aus Köln dienten mehr der Show. Man wollte die Demo mit einer dicken Explosion enden lassen, so wie das US-Entwickler nun mal lieben. Im echten Mafioso-Leben werden die schicken Amischlitten eher verkratzt und zerbeult, die Frontscheibe zerschossen und die Reifen geplättet, was das Fahren erschwert. Ebenfalls nicht nur der Show, sondern einer ganz besonderen Atmosphäre dienen die CGI-Einspieler nach jeder Mission, in dem Sie mit ihren Partnern am Tisch sitzen. Darunter der mittlerweile ergraute Mafia-2-Protagonist Vito, Cassandra, Anführerin der Haitianer, der Ire Iren Burke und John Donovan, für den Lincoln früher die Drecksarbeit bei der CIA gemacht hat und der immer noch weiß, wie man Cops schmiert und Telefonleitungen blockiert. Spannend an diesem Meeting: Sie drücken nicht nur auf Knöpfchen herum, um Gebiete zu verteilen, Sie blicken wirklich in die Gesichter dieser schwer durchschaubaren Figuren und spüren, wie sich ihre Laune verändert. Wer aus nostalgischen Gründen immer wieder Vito bevorzugt, wird erleben, wie sich die Mine von Cassandra verzieht, Burke mit der Faust auf den Tisch schlägt und sich mit einem wütenden "Es gibt Grenzen, wie viel Scheiße ein Ire bereit ist zu ertragen, bevor er dir eine Kanone an die Schläfen drückt" verabschiedet.

    Mafia 3 fühlt sich wie ein lebendiger Organismus an (Fazit)

          

    Es ist schon spannend, wie stark sich die Mafia-Macher von EAs Der Pate 2 haben inspirieren lassen. Denn auch dort ging es darum, Gebiete einzunehmen, an seine Partner zu verteilen und daraus möglichst viel Profit zu pressen. Doch Hangar 13 findet dafür einen cineastischeren, atmosphärischeren Weg. Sie verschieben nicht einfach nur Parameter wie in einer Wirtschaftssimulation, vielmehr ergibt sich eine hitzige Debatte mit Ihren Partnern, während der Sie die Entscheidungen treffen müssen. Die spielen eine große Rolle, weil Sie dadurch Scharfschützen oder ganze Hit-Teams anheuern können, die für Ablenkung sorgen, während Sie als Lincoln Clay den nächsten Mord vorbereiten.

    Mafia 3 gefällt uns dabei handwerklich und technisch bereits richtig gut, die Autos fühlen sich herrlich an, die Deckungsmechaniken funktionieren, der Nahkampf ist kernig, das Zielen direkt. Auch beweist das neue Entwicklerteam viel Stilsicherheit bei der Umsetzung von New Orleans, was im Spiel übrigens New Bordeaux genannt wird, damit man sich die eine oder andere kreative Freiheit lassen kann. Bars sind richtig belebt, Saxophon-Spieler bevölkern Bühnen, deutlich mehr Menschen auch als in GTA 5 säumen die Tresen und die Ladys lassen die Pettycoats fliegen. Mafia 3 fühlt sich wie ein lebendiger Organismus an, was uns allerdings fehlt ist eine gewisse Sympathie zu Lincoln Clay. Er ist das Gegenteil von Vito und Hangar 13 muss aufpassen, nicht den gleichen Fehler zu machen wie Ubisoft in Watch Dogs. Denn genau wie Aiden Pearce ist der Protagonist eine Kampfmaschine außer Kontrolle, der nicht nur in Massen tötet, sondern das Morden genauso genießt wie sein Erzfeind Sal Marcano.

    Wie gefällt Ihnen eigentlich New Orleans als Setting oder hätten Sie sich eher Empire Bay mit moderner Technik gewünscht?

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    01:11
    Mafia 3: Der Schauplatz New Orleans
      • Von ShadowXX Kabelverknoter(in)
        Zitat von Mischu
        Ich habe Mafia 1 geliebt, und auch Mafia 2 war für mich ein gutes Spiel (vom DLC-Wahn und der sehr kurzen Spielzeit mal abgesehen). Besonders fand ich an Teil 1 aber eben auch den moralischen Teil, der sich durch das Spielen in Rückblenden, das langsame hineinrutschen in die "Familie", und natürlich auch durch das Ende ergeben hat.
        Wenn ich in diesem Bericht lese, wie Brutalität zelebriert wird, vergeht mir schon die Vorfreude aufs Spiel. Natürlich ist die Mafia kein Bingo-Club, aber es gibt dann doch Grenzen, wie weit ich in einem Spiel mit meinen virtuellen Handlungen gehen will. Und dabei reizt mich New Orleans als Schauplatz eigentlich sehr.
        Tja und mir gings genau andersherum: dieses pseudo moralische aus Teil 1 hat mich extrem genervt. Ich finde es jetzt gerade gut das der Typ nur auf Rache aus ist.....
      • Von Zundnadel Komplett-PC-Aufrüster(in)
        2K haben bis jetzt ja immer noch speziell für meinen besonders guten Geschmack Spitzensachen gebracht leider kein neues Hidden and Dangerous mehr bei Umpfang Optik Athmosphäre konnten sie immer noch bei mir Spitzenbewertungen einfahren aber leider gehts ja um Millionenverkäufesonst gibts keine Fortsetzung . DasSetting müsste dann bald am ende sein weil von da ab GTA die Neuzeit dominiert .Eigentlich schade aus den 40 -50ern hätte man inhaltlich sicher noch was rausholen können aber die Ami wissen ja schon wem sie was in grossen mengen verkaufen können.
      • Von Mischu Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich habe Mafia 1 geliebt, und auch Mafia 2 war für mich ein gutes Spiel (vom DLC-Wahn und der sehr kurzen Spielzeit mal abgesehen). Besonders fand ich an Teil 1 aber eben auch den moralischen Teil, der sich durch das Spielen in Rückblenden, das langsame hineinrutschen in die "Familie", und natürlich auch durch das Ende ergeben hat.
        Wenn ich in diesem Bericht lese, wie Brutalität zelebriert wird, vergeht mir schon die Vorfreude aufs Spiel. Natürlich ist die Mafia kein Bingo-Club, aber es gibt dann doch Grenzen, wie weit ich in einem Spiel mit meinen virtuellen Handlungen gehen will. Und dabei reizt mich New Orleans als Schauplatz eigentlich sehr.
      • Von Meroveus Software-Overclocker(in)
        Ich ahne schlimmes und biete eine vernünftige Alternative an ... macht ein Mafia (der erste Teil) Remastered und ich komm ins Boot.
      • Von idge Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich hab immer noch das erste Video davon in Erinnerung, wo Autos in Verfolgungsjagden nach 1-2 Schüssen in die Windschutzscheibe oder beim Aufprall gegen div. Hindernisse in Flammen aufgehen wie Zuckerwatte am Bunsenbrenner.
        Es machte schon einen extrem arkadig-stupiden Eindruck. Black Mob ist eh schon weit hergeholt, hätte 10x lieber Goodfellas oder gar ein modernes Szenario à la Sopranos gehabt, das geht wohl den meisten so. ..Wie geil wär das gewesen schön am Tisch mit mit Paulie & Co zu sitzen und zu überlegen, wem man als nächstes einen Denkzettel verpasst
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Mafia 3
Mafia 3 Vorschau - Ein härteres und cineastischeres Mafia
Mafia 3 schlägt eine neue Richtung ein, fühlt sich cineastischer an, mehr wie eine Der-Pate-Version von New Orleans. Doch ist es noch ein richtig gutes Mafia oder mehr ein GTA mit alternativem Setting? Hangar 13 haben auf der PAX in Boston etwas weiter die Hosen runtergelassen und mit jeder Menge italienischem Blut gespritzt.
http://www.pcgameshardware.de/Mafia-3-Spiel-13148/Specials/Vorschau-1195076/
12.05.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/05/Mafia_02-pcgh_b2teaser_169.jpg
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