Roccat Leadr: Drahtloses Maus-Flaggschiff mit Schubregler und Haifischflosse im Test

Roccat kombiniert die ergonomische Form und sehr gute Ausstattung der Tyon mit dem neuen optischen, per IR-LED abtastenden Owl-Eye-Sensor und spendiert der Mixtur einen optisch auffälligen Empfänger, der gleichzeitig als Ladestation fungiert. Das Ergebnis ist die neue Roccat Leadr, eine drahtlose Roccat Tyon, die sich als ernst zu nehmende Konkurrenz zur Razer Mamba 2015, Asus ROG Spatha und Logitech G900 aufstellt.

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Roccat Leadr: Drahtloses Maus-Flaggschiff mit Schubregler und Haifischflosse im Test
Quelle: PC Games Hardware

Mit den verdrahteten Mäusen der Kone-Serie (Kone +/XTD/EMP/Pure) sowie der Tyon, der Nyth und der Neuauflage Kova hat sich Roccat nicht nur bei Spieler eine Namen gemacht. In unseren Tests schnitt die kabelgebundene Gaming-Mouse-Kollektion der Hamburger auch immer sehr gut ab, dies belegt beispielsweise der Preis-Leistungs-Tipp für die Roccat Kone EMP (Note: 1,42) in der Spielermaus-Marktübersicht der PCGH 04/2017. Im Gegenzug war im Portfolio des Eingabegerätespezialisten, von der erfolglosen und längst nicht mehr erhältlichen Pyra Gaming Mouse abgesehen, bis dato kein drahtloser Nager zu finden.

Mit der Leadr ändert sich das jetzt, denn mit der "drahtlosen Tyon" präsentiert Roccat seit Langem wieder eine kabellose Maus, die bei der Ausstattung und Technik nicht kleckert, sondern klotzt. Die Leadr verfügt nämlich über die ergonomische Form, den Fin-Switch sowie den Schubregler der Roccat Tyon und für die Abtastung ist der hauseigene Roccat Owl-Eye-Sensor (IR-LED, maximal 12.000 Dpi) verantwortlich. Mit dieser Kombination will man sich, der Name der Maus deutet es indirekt an, die Führung im Markt der drahtlosen Mäuse sichern und die Konkurrenz von Asus, Logitech und Razer auf die Plätze verweisen. Ob das gelingt, zeigt der folgende Test.

Roccat Leadr: Gelungene Ausstattung dank Tyon-Vorlage

Mit der Entscheidung, der Leadr die Form und von der neuesten Owl-Eye-Abtasttechnik abgesehen auch die identische Ausstattung der Tyon zu spendieren, hat Roccat alles richtig gemacht. So stehen auch bei der Leadr neben den beiden Haupttasten und dem mit einer Gummierung versehenen Scrollrad sechs frei programmierbare und beispielsweise mit Makros belegbare Tasten zur Verfügung. Roccat Leadr: Drahtloses Maus-Flaggschiff mit Schubregler und Haifischflosse im Test (9) Quelle: PC Games Hardware Roccat Leadr: Drahtloses Maus-Flaggschiff mit Schubregler und Haifischflosse im Test (9) Dazu kommt ein idealerweise für die Tastenverdoppelung (Easy-Shift-Funktion) nutzbarer Knopf am unteren Ende der Daumenablage sowie der digitale Fin-Switch, der eine Haifischflosse erinnert. Ab Werk ist der direkt hinter dem Scrollrad positionierte Fin-Schalter übrigens mit der Tilt-Funktion des Scrollrads belegt. Alternativ kann der Kippmechanismus beispielsweise bei Spielen der Battlefield-Reihe für das Rollen des Jets oder Heli nach rechts oder links genutzt werden. Ebenfalls von der Tyon übernommen wird der sogenannte "X-Celerator". Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein stufenloser 2-Wege-Schubregler, den Fans von Flugspielen, beispielsweise von Joysticks der Einsteigerklasse, her kennen. Roccat schlägt vor, den analogen Regler mit der Schub- oder Neigungsfunktion eines virtuellen Kampfjets/Fliegers, beispielsweise bei Battlefield 4/1 oder War Thunder, zu belegen.

Zur weiteren Ausstattung, die Roccat bei der Leadr von der Tyon übernimmt, gehört eine einstellbare Polling-Rate bis 1.000 Hz sowie der 512 Kilobyte große Speicher für 5 Profile inklusive deren Makro- und Beleuchtungseinstellungen. Letztgenannte lassen sich für das Mausrad und das Logo getrennt einstellen. In der gewohnt umfangreichen und vor allem bei der Makroprogrammierung einfach bedienbaren Swarm-Software findet man dafür neben vier Effekten (Vollbeleuchtung/Blinking/Breathing/Heatbeat) noch einen Farbwechsel sowie eine Beleuchtung, die den Ladestand der Kombination aus Empfänger und Ladestation angezeigt - eine Ladung soll laut Roccat 20 Stunden Akkuleistung garantieren. Inszeniert werden die Lichteffekte von einer 32-Bit-ARM-CPU mit 72 MHz, deren Distance Control Unit (kurz DCU) den Spieler per Software die Wahl lässt, wie niedrig die Lift-Off-Distanz (Hubhöhe) ausfällt. Weitere Einstellungen für die Untergrundkalibrierung (TCU, Tracking Control Unit bei der Kone XTD und Tyon) sowie die Pfadbegradigung fehlen jedoch. Letzteres Feature ist für die Leadr nicht notwendig, da mit dem neuen, mit maximal 12.000 Dpi abtastenden Owl-Eye-Sensor (modifizierte Pixart PMW 3361) anders als noch bei der Tyon keine Laser-, sondern ein optischer Sensor mit Infrarot-LED zum Einsatz kommt. Dieser Sensortyp hat den guten Ruf, ganz ohne jegliches Angle Snapping seinen Dienst zu verrichten.

Roccat Leadr: Handschmeichelnd wie das Vorbild

Dank ihres Akkus wiegt die Leardr mit 136 Gramm zwar zehn Gramm mehr als die Tyon. Sie lässt sich aber trotzdem mit weniger Kraftaufwand über ein Mauspad mit beschichteter Alu-Oberfläche manövrieren. Da Roccat bei der Form keine Änderung vornimmt, liegt die Leadr genauso gut in der Hand wie die Tyon, deren handschmeichelnde Oberschalenform und -größe wiederum auf der Kone +/XTD/EMP basiert. Zur sehr guten Ergonomie kommt eine fast durchweg sehr gute Erreichbarkeit aller Tasten. Einzig der flossenförmige Schalter lässt sich leider nur mit dem Palm-Grip optimal erreichen und bedienen. Während Spieler mit dieser Maushaltung kaum umgreifen müssen und den Schalter sogar mit der mittleren Partie von Zeige- sowie Mittelfinger bedienen können, sind Claw-Grip-Spieler hier gezwungen, die gewohnte Haltung von Zeige- und Mittelfinger zu verändern.

Das bleibt dann auch der einzige Kritikpunkt. Mit Ausnahme des Fin-Schalters sowie den dank ihrer Position am Rande der beiden Haupttasten per Zeige- respektive Mittelfinger optimal auslösbaren Extratasten werden die restlichen Sondertasten der Leadr nämlich mit dem Daumen bedient. Dabei lassen sich der Schubregler, die beiden Tasten darunter sowie der unterhalb der Daumenablage positionierte Easy-Shift-Knopf nicht nur durch minimale Daumenbewegungen oder den Einsatz bestimmter Daumenpartien wie Spitze oder Wurzel perfekt bedienen. Es kommt sogar beim festen Claw-Grip nie dazu, dass eine der eben aufgeführten Tasten unbewusst ausgelöst wird. Die Griffmulden für den Daumen sowie Ring- und kleinen Finger geben guten Halt, für den optimalen Grip hätte Roccat der Leadr allerdings Griffmulden mit einer Gummischicht anstelle der Seitenteile aus stark angerauten Hartplastik spendieren müssen.

Roccat Leadr: Anstandslose Abtastung trotz drahtloser Datenübertragung

Mit dem Owl-Eye-Sensor, einem von Roccat modifizierte Pixart PMW 3361, verzichtet man bei der Roccat Leadr auf den altbewährten Pro Aim (Laser)Sensor R3, der noch in der Roccat Tyon und Kone XTD eine äußerst präzise Abtastung mit maximal 8.200 Dpi inklusive DCU und TCU garantierte. Die neue Abtastmechanik arbeitet mithilfe eines Infrarot-LEDs, die maximale Abtastrate liegt bei 12.000 Dpi. Ein Vorteil eines optischen Sensors wie dem Owl Eye ist die Tatsache, dass hier kein Angle Snapping zum Einsatz kommt, was eine Option in der Software unnötig macht. Die Hubhöhe lässt sich dagegen auch hier per Software auf einen Millimeter verringern, das ist gerade für einen IR-LED-Sensor ein sehr guter Messwert. Ob eine per ARM-CPU gesteuerte Untergrundkalibrierung mit einem solchen Sensor machbar ist, wissen wir nicht, vermissen diese Funktion aber bei der Roccat Leadr.

Bildergalerie

Beim Spielen am PC zeigt der Owl-Eye-Sensor dann aber, was er drauf hat, denn er ist mit 12.000 Dpi immer noch erstaunlich gut kontrollierbar und setzt auch sehr schnell Richtungswechsel ohne jede Verzögerung um. Auch die Leadr respektive ihr optischer Sensor demonstriert erneut, dass eine drahtlose Maus ihrem verdrahteten Pendant bei der Abtastleistung in Nichts nachsteht. Es kommt zu keiner Signalverzögerung, die Maus reagiert absolut präzise und eine 180-Grad-Drehung lässt sich kontrolliert durchführen. Latenzen oder Aussetzer gibt es nicht und die Reichweite des Empfängers fällt mit in unserer Büroumgebung gemessenen 10 Metern auch sehr gut aus. Alles in allem hat Roccat mit dem neuen Owl-Eye-Sensor eine optimale, sehr präzise und leistungsstarke Abtasteinheit für die Leadr gefunden.

Roccat Leadr - das Fazit: Empfehlenswert und einen Tick besser als die Konkurrenten

Die Roccat Leadr übernimmt knapp, aber verdient mit einer Wertung von 1,22 die Führungsposition bei den voll spieletauglichen Funkmäusen. Ihre Ausstattung hat zusätzlich zur drahtlosen Arbeitsweise alle Vorzüge und Extra zu bieten, die schon der Tyon eine Ausstattungsnote von "Sehr gut" eingebrachten. Die Ergonomie ist top und alle Tasten sind, zumindest beim Palm-Grip, optimal zu erreichen. Dazu kommt die überzeugende Leistung des neuen optischen Sensors, der dem Spieler auch bei 12.000 Dpi noch das Gefühl vermittelt, die Kontrolle über die Bewegung seines Alter Egos zu haben. Das alles zusammen ergibt ein empfehlenswertes Produkt und den neuen Klassenprimus.

PCGH-Wertung

1,22
Produkt Leadr
Hersteller/Vertieb (Webseite) Roccat (www.Roccat.org)
Preis/Preis-Leistung Ca. 160,- Euro/befriedigend
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/1558254
Bauart/Anschluss Drahtlose Maus/USB
Empfohlener Spielstil Low-, Mid- und High-Sense
Ausstattung: 1,00
Abtastung/Lasertyp Optisch (IR-LED)/modifizierter Pixart PMW 3361 (Owl Eye)
Anzahl Tasten 16 + Scrollrad
Max. Auflösung 12.000 Dpi
Kabellänge Anschlusskabel Station/Kabel für den verdrahteten Betrieb mit ca. 180 cm Länge
Sonderausstattung 16 programmierbare Sondertasten, Dpi-Umschaltung (fünf Stufen, 100-Dpi-Schritte), ARM Cortex MO (72 MHz, DCU für Lift-Off-Distanz), Fin-Switch, Schubregler, Makrofunktion, 512 kb Speicher (fünf Profile und Makros), RGB Beleuchtung (2 Zonen: Mausrad und Heck/fünf Lichteffekte + Farbwechsel pro Zone), 1.000 MHz Polling Rate, Esay-Shift-Tastenverdopplung
Eigenschaften: 1,80
Geeignet für/Gewicht/Verabeitung Rechtshänder/134 Gramm/sehr gut
Druckpunkte Haupt-/Sondertasten Sehr gut/gut
Druckpunkt/Rasterung Scrollrad Gut bis sehr gut/sehr gut
Funktionsumfang und Features Software Gut bis sehr gut/Lift-Off-Distanz (DCU) verstellbar/keine Optionenn für die Pfadbegradigung und Untergrundkallibrierung, sehr umfangreicher Makro-Editor
Leistung: 1,11
Ergonomie Sehr gut (alle Griffstile)
Präzision/1.000 Hz Polling-Rate Sehr gut/ja, per Software
Gleiteigenschaften Gut bis sehr gut
Abtastverhalten/Lift-Off-Distanz Sehr gut/sehr niedrig: ca. 1 mm
Gesamtnote (Fazit) 1,22
   
Pro und Contra: + Ergonomie für beide Griffstile
  + Ausstattung (u.a. Easy-Shift)/Tasten-Druckpunkte
  + Leistung der neuen Owl-Eye-Sensor/Drahtlos ohne Latenz
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    • Kommentare (25)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von dynastes Software-Overclocker(in)
        Zitat von JackA$$
        Zur Maus selbst, lasse ich mich mal nicht aus. Bis auf den Preis wurde vieles gut gemacht. Mir stoßt die kabellose Verbindung nach wie vor sauer auf.
        Wer nen Mausbungee hat, braucht keine kabellose Maus mehr.
        Als jemand, der beides hat, muss ich dem widersprechen, das Gefühl und die Vorzüge komplett kabelloser Mäuse sind noch einmal andere - aber das kommt zugegebenermaßen auch aufs eigene Anwendungsprofil an.
      • Von dynastes Software-Overclocker(in)
        Zitat von JackA$$
        Zur Maus selbst, lasse ich mich mal nicht aus. Bis auf den Preis wurde vieles gut gemacht. Mir stoßt die kabellose Verbindung nach wie vor sauer auf.
        Wer nen Mausbungee hat, braucht keine kabellose Maus mehr.
        Als jemand, der beides hat, muss ich dem widersprechen, das Gefühl und die Vorzüge komplett kabelloser Mäuse sind noch einmal andere - aber das kommt zugegebenermaßen auch aufs eigene Anwendungsprofil an.
      • Von Muxxer Freizeitschrauber(in)
        So den Führrrerrr angekabelt und muss sagen für n 119€ schnappper echt gute solide kabellose maus mach jezz erst ma nen gametest ob das teil lagt
        mfg
      • Von Pleasedontkillme Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Mir wäre kein Standard für in trapezförmigen Vertiefungen platzierte Micro-USB-Anschlüsse bekannt und die bei mir zu Hause vorhandenen Kabel müssten alle zu dick sein, um den Anschluss der Leadr zu erreichen. Zugegebenermaßen bin ich aber auch kein Smartphone-Junkie – möglich also, dass man heutzutage mit ausreichend schlanken Steckern zugeschmissen wird.
        Gibt tatsächlich einen Hersteller der macht nicht mit weil Er lieber sein eigenes Kabel verkauft.
        Die Firma heisst Apple.

        ...kennt die wer??

        An sonsten so aus dem Stehgreif; Das Samsung meiner Freundin hats, mein Huawai hats mein EliteXboxController hats und meine PolarWatch hats auch und habe einige Kameras gesehen die umgeschwenkt sind.
        Zugegeben es gibt schon fangs ein haufen USB Anschlüsse aber mit diesem sind wir der Vereinheitlichung so nah wie noch nie.
      • Von JackA Lötkolbengott/-göttin
        Also als deutsches Unternehmen, hätten sie die Maus schon "Führer" taufen können, anstatt sich nen Mainstreamnamen wie "Leadr" auszudenken.
        "Mit der Maus zum totalen Sieg" hätte gleich eine ganz andere Bedeutung.
        "Nur ein Klick von der Weltherrschaft entfernt".
        Werbungen verkünden ja heute nichts anderes bei Gaming Produkten

        Zur Maus selbst, lasse ich mich mal nicht aus. Bis auf den Preis wurde vieles gut gemacht. Mir stoßt die kabellose Verbindung nach wie vor sauer auf.
        Wer nen Mausbungee hat, braucht keine kabellose Maus mehr.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Pleasedontkillme
        Kein Problem.
        Kommt heut zu Tage mit jedem aktuellen Gerät mit (USB), ist Standard!
        Micro-USB-Standard – Wikipedia

        Kann man auch von einem Ladegerät eines SmartPhones nehmen. Ist wie Stromkabel, irgendwann schwimmt Ihr darin.
        Mir wäre kein Standard für in trapezförmigen Vertiefungen platzierte Micro-USB-Anschlüsse bekannt und die bei mir zu Hause vorhandenen Kabel müssten alle zu dick sein, um den Anschluss der Leadr zu erreichen. Zugegebenermaßen bin ich aber auch kein Smartphone-Junkie – möglich also, dass man heutzutage mit ausreichend schlanken Steckern zugeschmissen wird.
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