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  • Logitech G900 im Test: Leichte Wireless-Gamermaus für betuchte Spieler

    Die Logitech G900 hat alles, was eine Premium-Maus im Jahr 2016 braucht: 12.000 Dpi für UHD-User und zwar ohne Tricks, ohne Hardware-Beschleunigung und ohne Pfadbegradigung dank Delta-Zero-Sensor. Ein symmetrisches Design, was sich dank magnetischer G-Keys sowohl für Links- als auch Rechtshänder optimieren lässt und mit nur 107 Gramm ein sehr leichtes Gewicht. Doch ist dieses Paket satte 179 Euro wert und kann die kabellose G900 wirklich mit einer kabelgebundenen G303 oder G502 mithalten? Die Logitech G900 im Test.

    Logitech steht auf radikale Designänderungen. War die G502 Proteus Core noch eine Reminiszenz an die legendäre MX518, überraschten die Schweizer bei der G303 Deadalus Apex mit einem Nager, der Minimalismus an die Spitze trieb: Keine Extratasten, schlichtes Gehäuse und so flach wie eine Razer Lachesis. Die G900 macht es sich jetzt in der Mitte gemütlich, ist nicht so bullig, massig und schwer wie die G502, sondern eher filigran und geschnitten wie die Motorhaube eines Lamborghini. Die Maustasten verlaufen nicht wie bei der Proteus über zwei Drittel des Mausgehäuses, sondern sind deutlich flacher und fallen bereits nach 5,4 Zentimetern steil ab in eine Art Kuhle.

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    Logitech G900: Kurzes Vorstellungsvideo

    Ein Designtrick, der Gewicht spart, dem Nager aber auch ein sehr edles Aussehen verleiht. Die 107 Gramm sind nur eine Zahl auf der Packung, was zählt ist das Gefühl beim Spielen - und das ist sehr gut. Die Maus schwebt förmlich über das Pad, das Schieben erfordert keine Kraft, auch nach langen Gaming-Sessions mit The Division stellen wir keine Ermüdung der Handgelenke fest. Das ist insofern überraschend, weil die G900 nicht genug Volumen für die Palm-Griffhaltung hat, es liegen nur Ihre Fingerkuppen auf den Tasten, während der Finger sowie die Hand selbst in der Luft stehen und lediglich ein sehr kleiner Teil des Handrückens auf dem hinteren Body Platz findet. Das verbaute Kunststoff fühlt sich zudem geschmeidiger an als bei der G502, glänzt etwas mehr, hinterlässt aber keine unschönen Fingerspuren und ist weniger schmutzanfällig als beispielsweise die Logitech G602 oder die MX Master. Selbst wenn wir gewollt mit leicht verschwitzten Fingern über die Maustasten ziehen, verschwinden die Schlieren direkt wieder.

    Logitech G900 im Test: Modulares Design, optimiert auf Fingertip- und Claw-Grip

          

    Mit der G900 werden zwar anders als bei der G502 keine Gewichte mitgeliefert, dafür aber magnetische Tasten. Insgesamt vier G-Keys können Sie installieren, zwei auf jeder Seite. Mit der G900 werden zwar anders als bei der G502 keine Gewichte mitgeliefert, dafür aber magnetische Tasten. Insgesamt vier G-Keys können Sie installieren, zwei auf jeder Seite. Quelle: PC Games Hardware Während bei der G502 alle Teile ineinander fließen, besteht die G900 aus deutlich mehr Gehäuseteilen und die Maustasten bilden einen Flügel um den Mittelteil mit dem Mausrad. Während bei der G502 alle Teile ineinander fließen, besteht die G900 aus deutlich mehr Gehäuseteilen und die Maustasten bilden einen Flügel um den Mittelteil mit dem Mausrad. Quelle: PC Games Hardware Die gewölbte Frontpartie unter den Maustasten ist zudem durch Aluminium verstärkt. Je nachdem, ob Sie etwas sanfteres Gummi oder eine harte Ablage für den Daumen bevorzugen, können Sie ihn eher nach vorne ziehen oder etwas weiter hinten ansetzen. Aus Gewichtsgründen verzichtet Logitech allerdings auf die Kurven der G502, Sie können den Daumen also nicht bequem ablegen. Generell wirkt das Design etwas futuristischer und gewagter. Während bei der Proteus Core/Spectrum RGB das Vier-Wege-Mausrad direkt zwischen den Haupttasten liegt, bilden sie bei der G900 einen eckigen Flügel um den Mittelteil. Der ist von einem Alumiumbody geprägt und beherbergt drei weitere Tasten: Mit der Vorderen schalten Sie zwischen dem sehr schnellen Leerlauf und einer harten Rasterung um, die jener der G502 entspricht. Sie ist zwar sehr fein, allerdings für unseren Geschmack etwas zu schwerfällig. Wer in Shootern ohnehin eher selten Waffen wechselt und dabei nicht versehentlich zu weit scrollen möchte, der dürfte hierfür Anwendung finden. Dahinter befinden sich die Dpi-Schalter, Sie können bis zu fünf Levels über die Logitech-Software einstellen. Beispielsweise 1.200, 3.200, 6.000, 8.200 und 12.000, die sich zudem mit der RGB-Beleuchtung kombinieren lassen. Die ist sehr dezent gehalten, lediglich das G-Logo wird pulsierend oder statisch beleuchtet. Logitech verzichtet also auf RGB-Seitenleisten sowie ein beleuchtetes Mausrad. Wer aufwändige Lichtspielereien sucht, ist mit der Razer Mamba besser beraten. Die bietet allerdings keine auswechselbaren Seitentasten. Wer möchte, kann bis zu vier Stück installieren, jeweils zwei rechts sowie links und sie beliebig programmieren. Das ist gerade für Gadget-lastige Shooter wie The Division interessant. Im Test haben wir das Selbstschuss-MG auf die Seitentaste vorne links gelegt und dahinter die Granaten. Zudem das ballistische Schild rechts vorne und dahinter den Erholungs-Link, der Sie zum Medic fürs ganze Team macht. Das lässt sich zwar alles auch mit Tastatur-Shortcuts bewältigen, über die G-Keys war es im Test aber deutlich angenehmer.

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    Wirelessmaus G900: Logitech zeigt interessantes Hintergrundvideo

    Das Design fühlt sich von der Ergonomie richtig gut an, weil Ihr Daumen mit nur einem leichten Versetzen vom vorderen auf den hinteren G-Key rutscht. Zudem sind die Seitentasten so geformt, das sie sich direkt an den Mausbody anschmiegen und mit dem Körper abschließen, ergo nicht wie bei der G502 aus dem Gehäuse ragen. Wer auf einer Seite keine G-Keys möchte, kann die Magnettasten ohne großen Aufwand rausnehmen und durch ein langgezogenes Stück Kunststoff ohne Funktion ersetzen. Verpackt werden die mitgelieferten Tasten in einer separaten Box, die in der übrigens ziemlich luxuriösen Schachtel der G900 eingelassen ist. Da Logitech sein neues Flaggschiff aber in erster Linie als ultraleichte Spielemaus positionieren will, werden anders als bei der Proteus Core respektive Spectrum RGB keine Gewichte mitgeliefert.

    Logitech G900 im Test: Wireless, wie es sein muss!

          

    Im Inneren der G600 werkelt der gleiche Sensor wie in der G502, Logitech hat allerdings laut eigenen Aussagen den Pixart PMW3366 noch etwas optimiert. Solche Nuancen lassen sich im Test schwer validieren, doch schon die G502 Proteus Core ließ keine technischen Wünsche von PCGH-Tester Frank Stöwer offen. Logitech behauptet, keine Pfadbegradigung sowie Zeigerbeschleunigung zu verwenden. Um das zu verifizieren, bietet sich der Paint-Test an: Lassen sich sehr schnell feine Linien ziehen, die nicht nachträglich begradigt werden, liegt kein sogenanntes Angle Snapping vor. Auch die Lift-Off-Distanz lässt sich mit dem Stöwer'schen Kaffeestäbchen-Test verifizieren und das Resultat liegt bei einem Millimeter. Via Software können Sie den optischen Sensor Oberflächen scannen lassen und über das Malen einer Acht auf den vorhandenen Untergrund kalibrieren.

    Im Test funktioniert das sehr gut mit einem Hardplastik-Pad sowie einer Stoffvariante, aber auch im Hotel in London auf einer Glasplatte. Eine schöne Funktion, gerade wenn Sie beispielsweise im Zug kein Mauspad dabei haben. Genau wie bei der G502 können Sie zudem fünf Makros anlegen für unterschiedliche Spiele, die Polling-Rate lässt sich ebenfalls von sehr niedrigen 125 oder 250 über 500 bis zu 1.000 Hertz zu programmieren. Doch wie sieht es mit der Wireless-Fähigkeit aus? Wir haben die G900 über mehrere Tage in Spielen wie The Division, Diablo 3, Starcraft 2: Legacy of the Void, Counter-Strike: Global Offensive, Call of Duty: Black Ops 3 und Battlefield 4 getestet, um unterschiedliche Szenarien zu berücksichtigen, konnten jedoch tatsächlich keine spürbaren Latenz feststellen. Jede noch so kleine Bewegung wird blitzschnell und punktgenau umgesetzt, egal ob es das rasante Gameplay in Starcraft 2 mit 12.000 Dpi auf 46 Zoll von der Couch aus oder eine Low-Dpi-Situation als Sniper im klassischen 27-Zoll-Format und direkt am Schreibtisch war. Auch der Akku hat uns positiv überrascht: Logitech selbst gibt 32 Stunden Non-Stop-Gaming-Zeit bei ausgeschalteter Beleuchtung an, damit wäre die G900 auch für Hardcore-LAN-Party-Fans und Turnier-eSportler spannend. 32 Stunden am Stücken spielen konnten wir zwar für den Test nicht, die G900 hielt aber in der Regel gut zwei Tage mit voller RGB-Beleuchtung durch, bevor sie ans USB-Kabel musste. Und auch dann können Sie problemlos weiterspielen.

    Logitech G900 im Test: Fazit

          

    Freuen Sie sich auf die neue Print-Ausgabe der PC Games Hardware. Wir waren exklusiv ins Logitechs Entwicklungslabor in Lausanne und erklären Ihnen, wie aus dem ersten schwarz-weißen 3D-Druck-Prototypen die fertige G900 wurde. Freuen Sie sich auf die neue Print-Ausgabe der PC Games Hardware. Wir waren exklusiv ins Logitechs Entwicklungslabor in Lausanne und erklären Ihnen, wie aus dem ersten schwarz-weißen 3D-Druck-Prototypen die fertige G900 wurde. Quelle: PC Games Hardware

    Die G900 ist ohne Frage eine der besten Gaming-Mäuse, die Logitech je auf den Markt gebracht hat. Sie kombiniert den exzellenten Sensor der G502 mit einem reduzierten Gewicht, wodurch sie sich zumindest für Fingertip- und Claw-Grip-Spieler deutlich besser anfühlt. Das Design wirkt durch seinen recht futuristischen Look sehr edel, auch die Ergonomie ist durchdacht. Lediglich Palm-Grip-Spieler sollten zu einem anderen Nager greifen, dafür bietet das Gehäuse der 900er nicht genug Volumen. Die Wireless-Fähigkeiten sind ebenfalls überzeugend und auf oder über dem Level der bereits sehr guten G602, allerdings ohne deren Gewicht von 150 Gramm. Vor allem für Couch-Gamer, die auf ihrem großen 4k-Fernseher spielen wollen, ist die Chaos Spectrum damit eine echte Alternative zu den kabelgebundenen Kollegen. Lediglich der Preis ist diskutabel: Mit 179 Euro bewegen wir uns auf Niveau einer Logitech G810 Orion Spark. Allerdings ruft auch Razer für sein Wireless-Flagschiff diese Preis-Galaxie auf.

    Was ist Ihre Meinung: Wären Sie bereit, einen derart hohen Preis für eine exzellente Wireless-Gaming-Maus zu zahlen?

    PCGH-Wertung
    1,4

    Logitech G900 im Test: Testtbabelle, Bilder

          
    ProduktG900 Chaos Spectrum
    Hersteller-WebsiteLogitech (www.logitech.de)
    Preis-LeistungCa. 179 Euro/ausreichend
    PCGH-Preisvergleich(noch nicht gelistet)
    Bauart/AnschlussWireless
    Empfohlener SpielstilLow-, Mid und High-Sense
    Note Ausstattung: 1,5
    Abtastung/SensortypOptisch (LED)/Überarbeiteter Pixart PMW3366
    Anzahl Tasten6 - 11 (individuell definierbar) + Vier-Wege-Scrollrad
    Max. Auflösung12.000 Dpi (+ Untergrundkalibrierung)
    KabellängeNicht vorhanden, USB-Empfänger wird zum Laden verwendet
    SonderausstattungDrahtlos, sieben programmierbare Sondertasten, Dpi-Umschaltung, Makrofunktion, Profilspeicherung, RGB-Beleuchtung, 1.000 MHz Polling-Rate, Scrollrad-Rasterung ausschaltbar
    Note Eigenschaften: 1,9
    Geeignet fürRechts- und Linkshänder, da symmetrisches Design
    Gewicht107 Gramm
    Druckpunkte Haupt-/SondertastenSehr gut/sehr gut
    Druckpunkt/Rasterung Scrollradgut/befriedigend bis gut
    Verarbeitung/SoftwareSehr gut/sehr gut
    Note Leistung: 1,1
    Ergonomie: Gut bis sehr gut
    Präzision/1.000 Hz Polling-RateSehr gut/ja, per Software
    1000 Hz Polling-RateSehr gut/ja, per Software
    GleiteigenschaftenSehr gut
    Anspruchsverhalten (Latenz)Sehr gut
    Gesamtnote (Fazit)1,4
    10:37
    Logitech G920 Driving Force im Testvideo
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Logitech G900 im Test: Leichte Wireless-Gamermaus für betuchte Spieler
Die Logitech G900 hat alles, was eine Premium-Maus im Jahr 2016 braucht: 12.000 Dpi für UHD-User und zwar ohne Tricks, ohne Hardware-Beschleunigung und ohne Pfadbegradigung dank Delta-Zero-Sensor. Ein symmetrisches Design, was sich dank magnetischer G-Keys sowohl für Links- als auch Rechtshänder optimieren lässt und mit nur 107 Gramm ein sehr leichtes Gewicht. Doch ist dieses Paket satte 179 Euro wert und kann die kabellose G900 wirklich mit einer kabelgebundenen G303 oder G502 mithalten? Die Logitech G900 im Test.
http://www.pcgameshardware.de/Maeuse-Hardware-255539/Tests/Logitech-G900-Wireless-Test-Review-1190208/
24.03.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/03/Logitech-G900-Test-_2_-pcgh_b2teaser_169.jpg
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