Online-Abo
Login Registrieren
Games World
  • Steelseries Rival 700 ausprobiert: Headshot-Nager mit OLED-Screen

    Die Steelseries Rival 700 rechnet aus, wie oft Sie Kopfschüsse verteilen, vibriert bei Treffern und bringt austauschbare Sensoren mit. Ein guter Grund für ein erstes Hands-On.

    Erster Hands-On-Test: Die Steelseries Rival 700 vibriert über Force-Feedback-Motoren, wenn Sie angeschossen werden oder einen Kopfschuss setzen. Sie zeigt Ihre Gesundheitsanzeige oder alternativ Meme-Gifs von Nicolas Cage auf einem OLED-Display und Sie können vom optischen auf einen Laser-Sensor wechseln. PC Games Hardware hat den ungewöhnlichen Nager ausprobiert. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt.

    Counter-Strike: Global Offensive, dritte Runde: PC Games Hardware stürmt auf de_dust2 den ersten Gang entlang, passiert das Tor, legt mit der Desert Eagle an. Ein Treffer, ein Kopfschuss, der erste Gegner geht down und der Nager in unserer Hand vibriert freudig. Huch, was ist das denn? Die Steelseries Rival 700 hat Force-Feedback-Motoren verbaut, die für einen dezenten Vibrationseffekt sorgen. Nicht so stark wie beim Xbox-One-Controller, der in Forza 5 ja regelrecht aus der Hand springt oder Lenkrädern wie dem Logitech G920, die den Ausflug ins Kiesbett mit heftigen Rucklern bestrafen. Eher dezent und geschmeidig, mehr ein Zucken an der Handfläche, denn eine echte Vibration. Doch die Skurrilitätenliste hört hier nicht auf, denn an der linken Seite befindet sich nicht nur ein OLED-Panel, sondern auch ein Homer, der gerade Donuts mampft und dabei seinen Daumen nach oben reckt. In die Steelseries-Software können Sie nämlich jedes beliebige Gif einspeichern und in Schwarz-Weiß vom OLED-Schirm wiedergeben lassen. Clan-Logos beispielsweise oder einen diabolisch grinsenden Nicolas Cage. Doch ist die Rival 700 nur ein Meme-Nager oder steckt unter der Oberfläche auch spannende Gamer-Technik?

    Ist so ein OLED-Display an einer Maus sinnvoll?

    Das OLED-Display wird sicherlich ähnlich wie bei der ersten Tastatur mit Display, dem Logitech G 15 aus dem Jahr 2004, von der Modder-Community und hoffentlich auch den einzelnen Spielestudios mit zahlreichen Funktionen versehen. Für die CES kooperiert Steelseries mit Valve, deren Counter-Strike-Team hat so nützliche Features wie eine dynamische Gesundheitsanzeige für das OLED-Display programmiert. Das klingt merkwürdig, erweist sich im Match aber als durchaus nützlich. Da in der Regel Ihr Zeigefinger auf der Schusstaste liegt und der Daumen sich entweder ausruht oder eine der drei seitlichen Makro-Tasten bedient, ist der Blick aufs Display an der oberen Ecke der Maus immer frei. Es genügt also mal kurz nach unten zu schielen, um in großen Lettern die Prozentzahl an Gesundheitspunkten eingeblendet zu bekommen. Das ist nicht zwingend notwendig, aber doch ein nettes Feature. Gerade für Clans, denn so können Sie mit einem kurzen Blick sehen, wie es um den Kameraden bestellt ist. Alternativ können Sie auch Ihre K/D, ergo Kill-Death-Ratio, einblenden lassen, also wie oft sie abgeschossen wurden respektive selbst getroffen haben. Oder Kopfschüsse von der Maus zählen lassen. Steelseries plant, eine Datenbank mit Gifs anzulegen, an der sich alle Studios sowie die Community beteiligen sollen. Protoss-Spieler in Starcraft 2 könnten so die Zugehörigkeit zu Ihrer Rasse demonstrieren, während WoWler sich zur Horde bekennen. Die Rival 700 wird in Deutschland 109,99 Euro kosten, siedelt sich preislich also zwischen Logitech G502 Proteus Spectrum (89 Euro) und dem derzeit teuersten Nager für 2016, der Mad Catz RAT Pro X (199 Euro) an.

    Das Cover der 700 lässt sich abnehmen. Sie können hier zwischen einem glänzenden Chassis und einer Soft-Touch-Oberfläche wählen. Das Cover der 700 lässt sich abnehmen. Sie können hier zwischen einem glänzenden Chassis und einer Soft-Touch-Oberfläche wählen. Quelle: Ryan Southardt

    Was bringt Force-Feedback für Nager?

    Ähnlich wie der OLED-Screen lassen sich auch die Motoren individuell konfigurieren. In der CES-Demo vibriert die Maus kurz und dezent, wenn Sie einen Kopfschuss setzen. Und etwas länger, wenn Sie selbst Schaden nehmen. Für Profis ist das ein zu vernachlässigendes Gimmick, für Einsteiger aber durchaus interessant. Bemühen sich Modder oder Blizzard selbst um Support für die Rival 700, könnte die Maus beim Angriff auf eine Ihrer Basen in Starcraft 2: Legacy of the Void haptisch Alarm schlagen. Razer hatte zum Launch von Heart of the Swarm ja auch eine Tastatur namens Marauder im Portfolio, die mit wildem Blinken von roten LED-Dioden auf Angriffe aufmerksam machte. Logitech hatte 2004 auch mal eine Force-Feedback-Maus namens Logitech Wingman, deren Motoren allerdings deutlich zu stark waren. Die Schweizer wollten damals das Gefühl des Rückstoßes beispielsweise einer Shotgun emulieren, das machte Shooter aber weitestgehend unspielbar. Die Motoren in der Rival 700 sind sehr viel sensibler abgestimmt, die Maus wird also nicht verzogen, vielmehr spüren Sie ein dezentes Vibrieren an der Handfläche. Auch als Cooldown-Timer ist die Funktion gedacht, also beispielsweise für The Witcher 3, World of Warcraft oder Fallout 4.

    Auf den Spuren der RAT Pro X: Austauschbare Sensoren

    In der RAT Pro X lässt sich vom Körperbody über die Sensoren bis zu Mausrad und Füßen alles austauschen, entsprechend hoch fällt der Preis aus. Steelseries wandelt jetzt auf den Spuren der Kalifornier und bietet jeweils einen optischen Sensor (PixArt PMW3360) und eine noch nicht benannte Laser-Abtastung, die ebenfalls hoch auf bis zu 16.000 dpi geht. Zum Wechseln brauchen Sie lediglich einen Schraubenzieher, um insgesamt vier Schräubchen zu lockern. Wer mag, kann dann in Zukunft über den Steelseries-Store neuere Sensormodelle kaufen und selbst einbauen, um sich die Anschaffung einer komplett neuen Spielemaus zu sparen. Eventuell wird es sogar die Möglichkeit geben, ein Nickname- oder Clan-Schild drucken zu lassen, was sich in die Rival 700 reinschieben lässt. Bei der Rival Optical ging das auch schon, allerdings sind 3D-Drucker auch Anfang 2016 noch nicht so verbreitet wie von der Branche ursprünglich mal angenommen. Auch Roccat hat ja mit der Nyth (PCGH-Test) ein Produkt im Portfolio, das auf 3D-Druck ausgelegt ist. 3D-Drucker werden übrigens 2016 stark im Preis fallen, der De Vinci Junior auf der CES kostet lediglich 269 US-Dollar, ist allerdings groß wie ein Big-Tower. Austauschen lässt sich bei der Rival auch das Cover für den Mausbody, hier wählen Sie zwischen Soft-Touch-Beschichtung, die Schweiß-resistent ist und aus einer matten, weichen Oberfläche besteht und einem polierten, glänzendem Hartplastik. Die Soft-Touch-Beschichtung wurde für die Rival Optical verwendet, das Hartplastik kam bei der Sensei zum Einsatz. Die Rival 700 soll bereits im Frühjahr 2016 erscheinen, also im ersten Quartal, zum Preis für 109,99 Euro.

    Das glänzende Chassis spiegelt recht stark und ist anfällig für Kratzer, aber interessant für Fans der Sensei. Auch bei den Kabeln wählen Sie zwischen einer gummierten und einer gewebeummantelten Variante. Das glänzende Chassis spiegelt recht stark und ist anfällig für Kratzer, aber interessant für Fans der Sensei. Auch bei den Kabeln wählen Sie zwischen einer gummierten und einer gewebeummantelten Variante. Quelle: Ryan Southardt CES-Fazit: Selbst unter Drohnen und blinkenden PC-Cases sorgt die Rival 700 auf der CES für Aufmerksamkeit. Klar, Sie müssen natürlich selbst abschätzen, ob Ihnen das OLED-Display und die Vibrationsmotoren den Aufpreis wert sind. Im ersten Hands-On machte aber gerade der Kopfschuss-Zähler mit herrlich skurriler Animation Spaß und die Gesundheitsanzeige dürfte vor allem für Titel wie Doom interessant sein, wo die Spieler über viel Panzerung verfügen und nicht gleich nach einem Treffer down gehen. Die Vibrationen sind ganz nett zur Warnung für Einsteiger, erfahrene Spieler werden daraus wohl eher keinen Nutzen ziehen. Schön aber, dass Sie den Sensor wechseln und Steelseries zwei verschiedene Kabelarten mit ins Paket legt. Einmal gummiert mit 90 Zentimetern und ein richtig langes, gewebeummanteltes Kabel mit 180 Zentimetern.

  • Es gibt 17 Kommentare zum Artikel
    Von netheral
    Irgendwie ist das Ding in meinen Augen sinnfrei. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es für mich keine…
    Von Kaimanic
    Jap. Man kann nun mal das Mausrad nicht neu erfinden.
    Von Duebelmaster
    Hehe, da schließ ich mich an. Meine Rival möcht ich auch nicht mehr missen und zumindest das Design der 700er gefällt…
    Von azzih
    Unnötiger Schnickschnack der nur den Preis hochtreibt. Ne gute Maus muss funktionieren, gut in der Hand liegen und…
    Von Laggy.NET
    Ist mir absolut bewusst. Aber es wurden auch 8K OLEDs mit über 90 Zoll gezeigt, dafür exisitiert wohl noch nichtmal…
      • Von netheral Software-Overclocker(in)
        Irgendwie ist das Ding in meinen Augen sinnfrei. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es für mich keine Existenzberechtigung besitzt.

        Ich kenne wirklich keinen Menschen, der in einem schnellen FPS-Titel auf die Maus schaut, um dort Informationen abzulesen. Sowas gehört übersichtlich in ein HUD oder so ins Spiel eingebunden, dass man dafür kein HUD braucht. Was kommt als nächstes? OLED-Display an den Sneakers, damit man im Spiel seine zurückgelegten Kilometer bestaunen kann?

        Wer meine Beiträge im Eingabegeräte-Forum kennt, weiß leider, dass ich ewig brauchte, um eine für mich passende Maus zu finden: Die eine zu breit, die andere zu lang, die nächste zu kurz. Insgesamt viele Probleme mit Krämpfen in den Fingern, die an der rechten Seite die Maus halten. Seit die Rival 100 raus ist hoffe ich auf eine Maus, die genau die Lücke zwischen Rival 100 - die für mich aufgrund des Sensors durchfällt - und 300 schließt: Eine etwas kleinere, weniger kreativ geschwungene (gerade diese Bananenform bereitet z.B. mir die Schmerzen) Rival 200 mit 3310. Oder alternativ eine optische Sensei. Auf die warten in der CS:GO Community tausende!

        Was bringt SteelSeries jetzt? Eine optisch genau so bananige Rival 700, nur eben mit anderen Materialien, wechselbarem Kabel (irgendwo noch nachvollziehbar), nem Display und Wechselsensor für über 100 Kröten. Autsch. Genau wie ein Vorredner geschrieben hat: Die Firma machte sich mal über das RGB-Farb-Gedöns anderer Hersteller lustig und berief sich auf die Anforderungen von Pro-Gamern. Was ist heute? Sie sind mit vorne dabei beim RGB-Farb-Gedöns und bringen jetzt selber ganz viele mehr oder weniger sinnvolle Features, die ich als Kunde nun "unbedingt brauche" und die irgendwie durch eine produktive Werbeabteilung in den Markt gedrückt werden soll. Die Maus kann für mich fast nur noch durchfallen. Im Laden wird sie definitiv mal angefasst, einfach um zu prüfen, ob sie passen würde. Aber gekauft wird sie wohl nicht. Für mich eine von 150 anderen Mäusen, die konsequent am Kunden vorbei entwickelt wurden und die selbiger nun durch Werbung doch kaufen soll. Klarer fall für: Aus eben einem Grund: Offenbar ist es SS völlig latte, was die Kunden möchten... Die sollen halt kaufen, was da ist. Für mich eine Einstellung, die ich als nicht-unterstützenswert erachte!
      • Von Kaimanic PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von azzih
        Unnötiger Schnickschnack der nur den Preis hochtreibt. Ne gute Maus muss funktionieren, gut in der Hand liegen und muss haltbar sein. Dazu gehören hochwertige Materialien die sich nicht abnutzen und wo sich nicht der Fingerdreck/schweiss absetzt. Weder brauch ich hundert Tasten noch Displays noch wechselbare Gewichte.
        Jap. Man kann nun mal das Mausrad nicht neu erfinden.
      • Von Duebelmaster Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von ryev
        sinn hin oder her - ich bin absoluter fan er normalen steelseries rival. eine der wenigen mäuse, die ich mit meinen pranken gescheit clawgrippen kann. bin nicht abgeneigt, mir das upgrade zu kaufen. fanboy halt
        Hehe, da schließ ich mich an. Meine Rival möcht ich auch nicht mehr missen und zumindest das Design der 700er gefällt mir wieder richtig gut.
        Vielleicht gibt's ja wie vorhin schon erwähnt tatsächlich ein Modell für 60€ ohne FF und OLED-Display. Das wäre mir sehr recht.
      • Von azzih Volt-Modder(in)
        Unnötiger Schnickschnack der nur den Preis hochtreibt. Ne gute Maus muss funktionieren, gut in der Hand liegen und muss haltbar sein. Dazu gehören hochwertige Materialien die sich nicht abnutzen und wo sich nicht der Fingerdreck/schweiss absetzt. Weder brauch ich hundert Tasten noch Displays noch wechselbare Gewichte.
      • Von Laggy.NET BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von cPT_cAPSLOCK

        Könnte man. Würde aber halt extrem teuer werden. Große OLED-Panele sind mit komplexer Steuerlogik verbunden (so ein paar Pixel bekommt man auch gut mit Passivmatrix gesteuert) und ein RGB-AMOLED-Panel auf einer gewölbten Oberfläche bekommt man mir nichts, dir nichts auch nicht so schnell hin. Mit einigen hundert Euro pro Maus müsste man dann doch rechnen - und für nichts weiter als eine Spielerei ist das dann doch happig. Bei Einzelstücken reden wir dann natürlich nochmal von deutlich mehr Asche.
        Hinzu kommt, dass OLEDs ziemlich empfindlich sind , was gerade im Bereich der Tastenansätze interessant wird - denn hier wird das Panel dann fast zwangsläufig bei jedem Tastenanschlag gestreckt. Ich bezweifle, dass sich das positiv auf die Lebensdauer der OLEDs auswirkt...
        So far,
        gRU?; cAPS
        Ist mir absolut bewusst. Aber es wurden auch 8K OLEDs mit über 90 Zoll gezeigt, dafür exisitiert wohl noch nichtmal eine Massenproduktionstaugliche Fertigungsanlage. So ne Maus für meinetwegen 5000€ Produktionskosten auf so einer Messe wären doch Peanuts für die damit bewirkte Publicity.

        Ich will ja so ein Produkt nicht unbedingt kaufen, aber zumindest ein Protoyp wäre doch interessant. Ich mein bei Technik geht es schon immer darum, etwas zu machen, "weil mans kann" und nicht, weil es billig oder sinnvoll ist. Wo ist nur der Erfindergeist hin?
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 06/2017 PC Games 05/2017 PC Games MMore 05/2017 play³ 05/2017 Games Aktuell 05/2017 buffed 12/2016 XBG Games 04/2017
    PCGH Magazin 06/2017 PC Games 05/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1182923
Mäuse
Steelseries Rival 700 ausprobiert: Headshot-Nager mit OLED-Screen
Erster Hands-On-Test: Die Steelseries Rival 700 vibriert über Force-Feedback-Motoren, wenn Sie angeschossen werden oder einen Kopfschuss setzen. Sie zeigt Ihre Gesundheitsanzeige oder alternativ Meme-Gifs von Nicolas Cage auf einem OLED-Display und Sie können vom optischen auf einen Laser-Sensor wechseln. PC Games Hardware hat den ungewöhnlichen Nager ausprobiert. Von Benjamin Kratsch und Ryan Southardt.
http://www.pcgameshardware.de/Maeuse-Hardware-255539/Specials/Rival-700-Test-CES-1182923/
11.01.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/01/Steelseries_03-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials