Neuer VGA-Kühler im Test: Thermalright Spitfire plus VRM-R5

Luftkühlung

Hersteller:
k.A.

Neuer VGA-Kühler im Test: Thermalright Spitfire plus VRM-R5

Marc Sauter
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21.05.2010 10:15 Uhr
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Neu
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Mit dem Spitfire greift Thermalright erneut nach der Krone der VGA-Kühler, der VRM-R5 dagegen ist eine maßgeschneiderte Lösung für AMDs Radeon HD 5800. PC Games Hardware bittet beide Thermalrights zum Test.
PCGH-Wertung:
1,67
Alternativtext

Einst dominierte Thermalright mit seiner High-Riser-Serie, genauer diverse HR-03, den VGA-Kühler-Markt. In den letzten Monaten aber schickte Scythe den Musashi wie den Setsugen ins Rennen, Arctic Cooling präsentierte die Accelero Xtremes und einige ehemalige Thermalright-Mitarbeiter gründeten die Firma Prolimatech. Deren Erstling, der MK-13 (PCGH-Test), ist unsere aktuelle Referenz. Nachdem Thermalright mit dem T-Rad² einen guten, aber nicht überragenden Kühler ohne HR-Design veröffentlichte, folgt nun mit dem Spitfire ein optisch wie technisch ungewöhnliches Produkt. Neben dem Spitfire haben wir uns zudem den VRM-R5 ins Testlabor geholt, welcher als Ergänzung zum Spitfire gedacht ist.

Spitfire und VRM-R5: Überblick
Der wuchtige, fast quadratische Lamellenkörper des Spitfire misst 160 x 150 Millimeter. Ausbuchtungen verringern zwar die Oberfläche, der Kühler aber wird hierdurch leichter - bei weit über 500 Gramm Kampfgewicht ist dies eine sinnvolle Wahl. Die Fins selbst stehen 2 Millimeter auseinander, der Spitfire sollte sich daher auch für den schwach ventilierten Betrieb eigenen. In den Lamellen stecken im Abstand von 2,5 bis 3 Zentimetern insgesamt sechs 6-mm-Heatpipes, welche in einer doppelseitig planen Coldplate enden. Dies ermöglicht eine Montage des Kühlers in zwei Richtungen - dazu später mehr. Mit im Karton liegen zwei Dutzend VRAM/RAM-Kühler zum Aufkleben, eine Spritze Chillfactor-Wärmeleitpaste und Klammern für einen 120- oder 140-mm-Lüfter. Das werkzeuglose Montagematerial umfasst nur ein Retention-Modul für Grafikkarten mit 75-mm-Lochdiagonale, weitere Kits wie für Nvidias GTX 400 sind aber nachrüstbar. Ebenfalls mitgeliefert wird eine Halterung, welchen den Kühler am Mainboard-Tray fixiert - bei einem solchen "Brocken" ein sehr guter Einfall. Der VRM-R5 ist wie der Name suggeriert die fünfte Ausbaustufe der Thermalright'schen Spannungswandlerkühler (Voltage Regulator Modules, kurz VRM). Während der VRM-R1/2 für die Radeon HD 4870/4890 gedacht waren, sind die Modelle Nummer 3 bis 5 einzig für AMDs Radeon HD 5850/5870 im Referenzdesign geeignet. Das Zubehör umfasst das werkzeuglose Montagematerial sowie Lüfterklammern für einen 80-Millimeter-Propeller. Die Verarbeitung beider Kühler ist schlicht exzellent.

   
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Thermalright Spitfire und VRM-R5: Wandler-Situation einer HD 58x0Thermalright Spitfire und VRM-R5: Wandler-Situation einer HD 58x0 [Quelle: PC Games Hardware]Thermalright Spitfire und VRM-R5 (18)Thermalright Spitfire und VRM-R5 (18) [Quelle: PC Games Hardware]Spitfire und VRM-R5: Montage
Nachdem Sie den Referenzkühler einer Radeon HD 5850/5870 demontiert haben, sollten Sie die Speicherchips, die Wandler und die Cypress-GPU sorgfältig reinigen. Für den VRAM und die VRMs nutzen Sie idealerweise ein spezielles Reinigungsmittel. Kleben Sie anschließend die Kühler auf den Speicher und vergessen Sie auf keinen Fall den kleinen I/O-Wandler nahe der Blende oben links auf dem PCB. Die weitere Montage ist von Thermalright sorgfältig beschrieben, schief gehen kann hierbei praktisch nichts. Für Mutige: Verwenden Sie nicht das Pad des VRM-R5, sondern tragen Sie hauchdünn Paste auf die Wandler auf, dies drückt die Temperaturen der VRMs um ein paar weitere Grad.

Im Falle des Spitfire nehmen Sie sich zuerst das Retention-Modul vor und drehen die länglichen, dünnen Schrauben ein. Nun müssen Sie sich entscheiden, wie herum Sie den Spitfire montieren: Soll der Lamellenkörper bei eingebauter Grafikkarten nach oben oder nach unten ragen? Im Falle eines Tower-CPU-Kühlers bleibt nur letztere Option, dafür sollten Ihr Gehäuse aber viel Platz nach unten bieten - sonst kollidiert der Spitfire eventuell mit dem Boden oder dem Netzteil. Nutzen Sie einen Top-Blower auf der CPU, ist eine Ausrichtung nach oben sinnvoll - der Spitfire profitiert hier vom Airflow. Auch ist eine Arretierung des Monsters nur in dieser Ausrichtung möglich - allerdings darf auch der Top-Blower nicht allzu hoch sein: Vom Boden der Platine dürfen es nur 11,5 Zentimeter sein, ansonsten kollidiert der Spitfire. Zu guter Letzt montieren Sie per Klammern einer Lüfter Ihrer Wahl, wir nutzen einen Thermalright 140er mit nur 900 U/min. Beim VRM-R5 haben Sie keine Ausrichtungswahl, er ragt zwingend nach oben. Beide Kühler sind zudem prädestiniert in einem Gehäuse mit luftiger Seitenwand oder noch besser einem Propeller im Seitenteil verbaut zu werden.

Die komplette Konstruktion ist äußerst wuchtig und bringt knapp ein Kilogramm auf die Waage, zusammen mit der Radeon HD 5850 messen wir ergo fast 1,2 Kilogramm - die Stangen und die Karte samt Kühler am Mainboard-Tray zu verankern sind daher sehr wichtig.

Thermalright Spitfire und VRM-R5 (23)Thermalright Spitfire und VRM-R5 (23) [Quelle: PC Games Hardware]Spitfire und VRM-R5: Testsystem und Resultate
Als Testkarte verwenden wir eine AMD Radeon HD 5850 im Referenzdesign im offenen Aufbau samt einem Noctua NH-C12P. Um die Anforderungen an die Kühler zu steigern, übertakten wie die Radeon von 725/2.000 auf 900/2.400 MHz, die GPU-Spannung beträgt 1,15 Volt statt der üblichen 1,09 Volt. Während die HD 5850 im Auslieferungszustand rund 100 Watt benötigt, sind es mit OC und OV knapp 140 Watt - und damit mehr als bei einer HD 5870.

Um die Karte auf Touren zu bringen, lassen wir den integrierten Ice-Benchmark von Crysis 15 Mal im Loop laufen. Die Settings belaufen sich auf 1.680 x 1.050 Pixel samt 4x MSAA/16:1 AF und "Very High"-Details. GPU-Z merkt sich alle Temperaturen und gibt am Ende die Peaks aus, welche wir zu Bewertung heranziehen. Die Lautheit messen wir aus 50 Zentimetern im schalltoten Raum. Zum Vergleich führen wir die Resultate des Referenzdesigns sowie des Prolimatech MK-13 auf, letzterer greift zur Belüftung auf einen Be Quiet Silent Wings USC mit 7-Volt-Adapter zurück. Der Spitfire nutzt wie bereits erwähnt einen Thermalright X-Silent 140 mit 900 U/min. Alle Kandidaten treten mit Artic Silver 5 Paste an.

Ein kurzer Test mit dem "Killer" Ozone3D Furmark ließ den Spitfire samt VRM-R5 kalt: Der Chip bliebt unter 50 Grad Celsius, die Wandler unter 80 Grad. Unseren Crysis-Loop konnte die Konstruktion gar problemlos passiv bewältigen, einzig die GPU wurde recht warm, da der passive CPU-Kühler den Spitfire aufheizt. Im normalen Betrieb überzeugt die Thermaltight-Kombi durch eine niedrige Lautheit bei sehr geringen Temperaturen, bei gleicher Lautstärke knackt sie gar den MK-13.

Update vom 21.05.2010
Aufgrund eines Kopierfehlers schnitt der Prolimatech MK-13 schlechter ab als gemessen. Im aktuellen Diagramm ist dieser Fehler behoben. An den Werten der anderen Kühler ändert sich nichts, der Spitfire ist nach wie vor der Spitzenreiter.

Spitfire und VRM-R5: Fazit
Der König ist zurück! Mit einer Gesamtnote von 1,67 liegt die Thermalright-Kombo einen Hauch vor dem bisherigen Platzhirsch Prolimatek MK-13 (Gesamtnote 1,68). Die Kühlleistung wie auch die Qualität sind überragend, das Zubehör bis auf weitere Retention-Module vollständig. Der brachialen Leistung aber stehen diverse Punkte gegenüber: Der Spitfire benötigt enorm viel Platz, in einem Gehäuse ohne perforierte Seitenwand oder mit einblasendem Lüfter kann er sich nicht voll entfalten, es muss ein flacher Top-Blower auf der CPU vorhanden sein und die von uns getestete Dreier-Kombination ist nicht gerade ein Schnäppchen. Der Spitfire und der VMR-R5 sind samt einem 140er Lüfter bei PC-Cooling erhältlich und schlagen im Paket mit 77,90 Euro zu Buche. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, müssen Sie entscheiden - zumindest die gut 20 Euro für einen der VRM-Rx halten wir für eine sinnvolle Investition, zumal sich diese Kühler auch mit diversen Konkurrenz-Produkten vereinen lassen.

Weitere Tests von neuen VGA-Kühlern finden Sie voraussichtlich in der kommenden PCGH 08/2010. Neben dem Thermaltight Spitfire treten unter anderem der Arctic Cooling Accelero Xtreme 5870 und der Zalman VF3000 an; auch Wasserkühler sind in Planung.

ProduktnameSpitfire + VRM-R5 + X-Silent 140
HerstellerThermalright
PreisCa. Euro 90,-
Preis-Leistungs-VerhältnisBefriedigend
Ausstattung (20 %)1,90
Lieferumfang24 x VRAM/RAM-Kühler, VRM-Kühler für Radeon HD 5800, Chillfactor-Wärmeleitpaste, Lüfterklammern für 120/140 mm
Lüfter, SteuerungNicht im Lieferumfang enthalten, Lüfter frei wählbar
AnleitungEnglisch, bebildert und ausführlich
Eigenschaften (20 %)2,53
Kompatibilität SGPU-Karten mit ReferenzdesignGeforce 7/8/9 (kein G80!), Radeon HD 3800, HD 4800, HD 5800
Gewicht, belegte PCI-Slots936 Gramm, keiner belegt
Montage, BefestigungEinfach und schnell, stabile Verschraubung
PraxisFrei drehendes Gewinde, Schrauben auf der Rückseite stehen leicht über, verlängert das PCB um 2,7 cm, Kühler ragt über die CPU
Leistung im offenen Aufbau (60 %)1,30
Verwendete GrafikkarteRadeon HD 5850 @ 900/2.400 MHz (1,15 Volt)
Temperatur (GPU/VRMs) *39 Grad Celsius / 55 Grad Celsius
Lautstärke (aus 50 cm)0,6 Sone [24 bB(A)] (mit Thermalright XP-140 @ 900 U/min)
Note1,67
Fazit+ Exzellente Kühlung von Chip und VRMs
 + Hohe Kompatibilität, freie Lüfterwahl
 - Extrem hoher Platzbedarf, exorbitant schwer
 
PC-Selbstbauer(in)
26.09.2010 12:09 Uhr
@dbpaule: ok, aber das ist auch nicht grade vorteilhaft, eig sollte keine hälfte des MB blockiert werden
Sysprofile-User(in)
24.09.2010 12:52 Uhr
@Big D
Du kannst den Spitfire mit dem Radiatorüberhang auch nach unten montieren. So blockiert er nicht mehr den CPU-Kühler, dafür aber die restlichen PCI-Slots.

LG, Paule
PC-Selbstbauer(in)
24.09.2010 09:33 Uhr
Das Ding ist viel zu unkomfortabel, es blockiert die ganze obere Hälte des Mainboards. Die Leistung ist ja über jeden Zweifel erhaben, aber das ist mit so einem Riesending auch nicht schwer.

PS: @ PCGH ihr erwähnt die Halterung um den Spitfire am Mainboard zu befestigen, könntet ihr davon auch nochn Bild reinstellen?
Freizeitschrauber(in)
06.08.2010 21:13 Uhr
Mein Gott ist das Teil hässlich. Da Lob ich mir meinen AC.
PCGH-Community-Veteran(in)
06.08.2010 19:58 Uhr
hm okay, dann hab ich jetzt meine entscheidung für ne Wasserkühlung getroffen!!!

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