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  • Drei CPU-Kühler von Deep Cool im Test: Was können Fiend Shark, Ice Matrix 400 und Ice Wind?

    PC Games Hardware testet drei Prozessorkühler des Herstellers Deep Cool: Die Turmkühler Ice Matrix 400 und Ice Wind sowie das Top-Flow-Modell Fiend Shark. Die CPU-Kühler sind mit blauen Lüfter im 120- und 140-mm-Format ausgestattet und verfügen über vier bis sechs 6-mm-Heatpipes. Die Testmuster stammen vom Händler PC-Cooling. Überzeugen die drei Probanden?

    Deep Cool Fiend Shark (1)Deep Cool Fiend Shark (1)Quelle: PC Games HardwareDeep Cool Ice Wind (2)Deep Cool Ice Wind (2)Quelle: PC Games HardwareDer chinesische Hersteller Deep Cool ist auf dem deutschen Markt noch relativ unbekannt, hat allerdings ein größeres Portfolio als so manch anderer etablierter Mitbewerber. Neben vielen preisoptimierten Modellen sind darunter auch hochpreisigere Prozessorkühler wie die drei Testmuster, die zwischen 30 und 60 Euro liegen.

    Die Deep-Cool-Kühler im Detail:
    Beim ersten Testmuster handelt es sich um den Ice Matrix 400, einen Turmkühler mit 120-mm-Lüfter. Der PWM-Ventilator ist für 1.500 U/min spezifiziert (ausgelesen: max. 1.630 U/min), Klammern für einen zweiten Propeller liegen bei. Der 678 Gramm schwere Kühler ist mit vier 6-mm-Heatpipes ausgestattet und verfügt über relativ viel Zubehör: Zusätzlich zur Wärmeleitpaste liegen ein Spannungsadapter, ein PWM-Anschlusskabel in Y-Ausführung (für einen zweiten Ventilator), sowie ein Netzteiladapter bei. Das Montagesystem basiert auf der Verschraubung mit der Hauptplatine und eignet sich für die Sockel AM2-AM3(+), 775, 1155, 1156 und 1366.

    Der Ice Wind zählt zu den günstigeren Turmkühlern und kostet 30 Euro, also 5 Euro weniger als der Ice Matrix 400. Mitgeliefert wird der baugleiche 120-mm-Ventilator, ein Bügelpaar für einen zusätzlichen Lüfter befindet sich aber nicht im Lieferumfang. Der Kühlkörper ist etwas simpler aufgebaut, zudem setzt Deep Cool bei diesem CPU-Kühler auf Direct Touch, die vier 6-mm-Wärmerohre berühren also das Hitzeleitblech des Prozessors. Der Ice Wind wird mit Klammern (Sockel 754, 939-AM3(+)) oder mittels Push-Pins (Sockel 775, 1155, 1156, 1366) befestigt - letztere erwecken allerdings nicht den stabilsten Eindruck. Zubehör gibt es nicht, lediglich die obligatorische Wärmeleitpaste liegt bei.

    Der Fiend Shark ist ein großer Top-Flow-Kühler, der mit einem 140-mm-Ventilator mit 120-mm-Bohrungen bestückt ist. Er ist für 1.200 U/min freigegeben, im Test rotierte er mit 1.400 U/min allerdings deutlich schneller. Der 802 Gramm schwere Kühler verfügt über sechs Heatpipes mit 6 Millimeter Durchmesser. Da die Wärmerohre zwischen den beiden Lamellenblöcken nach oben geführt werden, ist die tatsächlich zur Verfügung stehende Kühlfläche kleiner als man bei einem flüchtigen Blick erwarten würde: Auf rund 3,5 Zentimetern Breite hinter den blauen Kunststoffabdeckungen befinden sich lediglich die Heatpipes, keine Aluminiumlamellen. Beim Fiend Shark setzt Deep Cool auf das gleiche Befestigungssystem wie beim Ice Matrix 400, wobei die Federschrauben aufgrund der Bauweise des Kühlers nicht festgeschraubt werden können, sondern festgedreht werden müssen. Im Lieferumfang befinden sich neben einer Spritze Wärmeleitpaste ein Spannungs- und ein Netzteiladapter.

    Alle Details der drei Prozessorkühler haben wir in der folgenden Tabelle übersichlich zusammengefasst:

    ProduktIce Matrix 400Ice WindFiend Shark
    Modellnummer---
    Hersteller, WebseiteDeep Cool, deepcool-de.comDeep Cool, deepcool-de.comDeep Cool, deepcool-de.com
    Preis/Preis-Leistungs-VerhältnisCa. Euro 35,-/gutCa. Euro 30,-/gutCa. Euro 60,-/mangelhaft
    Ausstattung (20 %)2,652,852,73
    Enth. Lüfter/Anschluss/Entkopplung1 x 120 mm/4-Pin/ja1 x 120 mm/4-Pin/ja1 x 140 mm/4-Pin/ja
    Montierbare Lüfter/Ausrichtung2 x 120 mm/horizontal1 x 120 mm/horizontal1 x 120 mm/vertikal
    Lüfterdrehzahl 100 % (Angabe/gem.)1.500 U/min/1.630 U/min1.500 U/min/1.610 U/min1.200 U/min/1.400 U/min
    Werkstoff/TechnikAlu, Kupfer/HeatpipesAlu, Kupfer/Heatpipes DT**Alu, Kupfer/Heatpipes
    Heatpipes/Lamellenabstand4 x 6 mm/ca. 2 mm4 x 6 mm/ca. 2 mm6 x 6 mm/ca. 2 mm
    Wärmeleitmittel/Lüfterst./ExtrasSpritze/Adapter/PWM-Y-Kabel, NT-AdapterSpritze/-/-Spritze/Adapter/NT-Adapter
    Eigenschaften (20 %)2,832,762,98
    Sockelunterstützung (AMD/Intel)AM2-AM3(+)/775, 1155, 1156, 1366745, 939-AM3(+)/775, 1155, 1156, 1366AM2-AM3(+)/775, 1155, 1156, 1366
    Maße (B x T x H) und Gewicht mit Standardlüfter(n)135 x 74 x 160 mm, 678 g135 x 83 x 160 mm, 652 g156 x 157 x 131 mm, 802 g
    Haltemechanismus (AMD/Intel)Verschraubung/VerschraubungKlammer/Push-PinsVerschraubung/Verschraubung
    Montageaufwand (AMD/Intel)Mittel/mittelGering/mittelMittel/mittel
    Platinenausbau nötig (AMD/Intel)Ja/jaNein/neinJa/ja
    Gedrehte Montage möglich (AMD/Intel)Nein/jaNein/jaNein/ja
    Leistung (60 %)2,202,512,96
    CPU-Temp.*, Standardlüfter @ 100/75/50 %44,9/46,6/48,6 °C46,2/49,0/52,2 °C48,9/51,8/53,4 °C
    CPU-Temp.*, Referenzlüfter @ 100/75/50 %45,2/46,8/50,3 °C (1 x 120 mm)48,5/50,2/54,3 °C (1 x 120 mm)50,0/53,4/57,6 °C (1 x 120 mm)
    CPU-Temp.*, Std.-/Ref.-Lüfter @ 100 % (OC)51,5/51,9 °C (Ref.: 1 x 120 mm)54,5/55,6 °C (Ref.: 1 x 120 mm)58,3/60,4 °C (Ref.: 1 x 120 mm)
    Lautheit (100/75/50 %)2,5/0,8/0,2 Sone2,5/0,8/0,2 Sone3,5/1,7/0,3 Sone
    Schalldruck (100/75/50 %)36,9/27,5/19,6 dB(A)36,9/27,9/19,7 dB(A)41,7/33,2/21,3 dB(A)
    Subjektive Lautstärke (100/75/50 %)Laut/noch leise/leiseLaut/noch leise/leiseSehr laut/sehr deutlich hörbar/leise
    Note2,422,632,92
    FAZIT+ Hohe Kühlleistung, P/L-Verhältnis+ Faires P/L-Verhältnis+ Kühlt umliegende Bauteile
     + Überdurchschnittliche Ausstattung- Lauter Lüfter- Geringe Kühlleistung
     - Lauter Lüfter- Fragiles Montagematerial- Lauter Lüfter, P/L-Verhältnis


    Deep Cool Ice Matrix 400, Ice Wind und Fiend Shark: Testmethoden
    Aufgrund diverser Probleme waren wir gezwungen, für diesen Test auf eine neue Hauptplatine auszuweichen. Anstatt des P67 Professional Fatal1ty beherbergt nun ein Asus P8P67 Rev. 3.0 den Sandy-Bridge-Prozessor Core-i5 2500K. Da es uns gelungen ist, sämtliche gemessene Spannungen - die maßgeblich für die Abwärme sind - bis auf ein Prozent genau an die vorherigen Werte anzupassen, sind die neuen Testergebnissen mit den Resultaten der letzten Marktübersicht (PCGH-Ausgabe 04/2011) vergleichbar.

    Am Testablauf hat sich daher nichts geändert: Alle Kühler werden mit dem Standardlüfter in drei Drehzahlabstufungen, nämlich 100, 75 und 50 Prozent der ermittelten Umdrehungsgeschwindigkeit, betrieben. Falls die Montage eines optionalen Lüfters im 120-/140-mm-Format möglich ist, testen wir den Kühler zudem mit den Referenzlüftern Be quiet Silent Wings PWM (120 mm) beziehungsweise Silent Wings USC (140 mm). Ob ein oder mehrere Exemplare zum Einsatz kommen, hängt davon ab, wieviele Propeller standardmäßig mitgeliefert werden. Bei Kühlern ohne Standardlüfter ist entscheidend, für wieviele Ventilatoren der Kühler und das Befestigungsmaterial ausgelegt ist. Mit einer angehobenen Kernspannung, rund 1,39 Volt, simulieren wir eine übertaktete CPU. In der Testtabelle ist dieser Test mit "OC" gekennzeichnet.

    Deep Cool Ice Matrix 400, Ice Wind und Fiend Shark: Kühlleistung und Lautstärke
    Die Kühlleistung des Ice Matrix 400 ist gut und der Ventilator mit 2,5 Sone zwar keine Silent-Empfehlung, aber auch kein außergewöhnlich lautes Exemplar. Eine Drehzahlreduzierung auf 75/50 Prozent senkt die Lautheit auf 0,8/0,2 Sone. Der Ice Wind positioniert sich bei gleicher Belüftung klar hinter dem Ice Matrix 400 und bricht auch bei halbierter Drehzahl etwas stärker ein. Enttäuschend schneidet der Fiend Shark ab: Durch die Top-Flow-Bauform werden zwar Bauteile in Sockelnähe gut gekühlt, der Prozessor wird aber relativ warm. Zum Vergleich: Der Ice Matrix 400 hält bei 0,2 Sone (50 Prozent) die Kerntemperatur bei 48,6 Grad Celsius, der Lüfter des Fiend Shark muss für eine vergleichbare Kerntemperatur (48,9 Grad Celsius) bei voller Drehzahl und damit 3,5 Sone betrieben werden.

    CPU-KühlerThermalright Silver ArrowIce Matrix 400Ice WindFiend Shark
    CPU-Temp.*, Standardlüfter @ 100/75/50 %43,1/44,2/46,6 °C44,9/46,6/48,6 °C46,2/49,0/52,2 °C48,9/51,8/53,4 °C
    CPU-Temp.*, Referenzlüfter @ 100/75/50 %44,4/45,8/48,6 °C (2 x 140 mm)45,2/46,8/50,3 °C (1 x 120 mm)48,5/50,2/54,3 °C (1 x 120 mm)50,0/53,4/57,6 °C (1 x 120 mm)
    CPU-Temp.*, Std.-/Ref.-Lüfter @ 100 % (OC)48,5/49,9 °C (Ref.: 2 x 140 mm)51,5/51,9 °C (Ref.: 1 x 120 mm)54,5/55,6 °C (Ref.: 1 x 120 mm)58,3/60,4 °C (Ref.: 1 x 120 mm)
    Lautheit (100/75/50 %)1,9/0,6/0,1 Sone2,5/0,8/0,2 Sone2,5/0,8/0,2 Sone3,5/1,7/0,3 Sone
    Schalldruck (100/75/50 %)34,7/25,6/18,2 dB(A)36,9/27,5/19,6 dB(A)36,9/27,9/19,7 dB(A)41,7/33,2/21,3 dB(A)
    Subjektive Lautstärke (100/75/50 %)Sehr deutlich hörbar/noch leise/(fast) unhörbarLaut/noch leise/leiseLaut/noch leise/leiseSehr laut/sehr deutlich hörbar/leise
    Wertung2,232,422,632,92
    Bemerkung/AwardTop-Produkt-Awardgutes P/L-Verhältnisgutes P/L-Verhältnis-


    Deep Cool Ice Matrix 400, Ice Wind und Fiend Shark: Fazit
    Der Ice Matrix 400 (PCGH-Preisvergleich) schneidet in diesem Vergleich am besten ab - nicht weil er ein herausragender Kühler ist, sondern da er in allen Punkten (über-)durchschnittlich abschneidet. Gegenüber Spitzenmodellen wie dem Thermalright Silver Arrow (PCGH-Preisvergleich) oder dem Prolimatech Genesis (PCGH-Preisvergleich) zieht der Ice Matrix 400 zwar den Kürzeren, diese Modelle sind aber auch deutlich teurer. Für 35 Euro erhalten Käufer des Ice Matrix 400 einen guten Kühler, der ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis vorweisen kann. Der Ice Wind (PCGH-Preisvergleich) ist für 30 Euro zwar ebenfalls ein faires Angebot, die 5 Euro zusätzlich sind beim Ice Matrix 400 allerdings gut angelegt. Der Fiend Shark (PCGH-Preisvergleich) ist eine Enttäuschung: Der Prozessor wird wärmer als bei vielen Konkurrenzprodukten - insbesondere den günstigeren Turmkühlern von Deep Cool - obwohl der Ventilator recht laut und durchsatzstark ist. Im Vergleich zum kürzlich getesteten Noctua NH-C14 (PCGH-Preisvergleich), dem wohl derzeit besten Top-Flow-Kühler, ist einzig der etwas niedrigere Preis ein (schwaches) Argument für den Fiend Shark.

    Sie möchten wissen, wie sich die Deep-Cool-Modelle gegen den Scythe Mugen 3 und weitere Prozessorkühler schlagen? Dann sollten Sie sich die PC-Games-Hardware-Ausgabe 07/2011 vormerken, die ab dem 1. Juni beim Zeitschriftenhändler Ihrer Wahl erhältlich ist. Neben einer CPU-Kühler-Marktübersicht enthält diese Ausgabe auch eine vierseitige Kaufberatung mit nützlichen Tipps beim nächsten Luftkühlerkauf.

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    Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
    Von Jarafi
    Sind ja interessante Namen, scheinen ja auch ganz brauchbar zu sein
    Von FrittenFett
    ...eher andersrum, DeepCool ist eigentlich ein OEM-Hersteller, der sich jetzt selber auf den Markt "getraut" hat.
    Von Grunert
    Irgendwie kommt es mir so vor, als kupfern momentan alle Firmen beim Prolimatech Armageddon ab
      • Von Jarafi BIOS-Overclocker(in)
        Sind ja interessante Namen, scheinen ja auch ganz brauchbar zu sein
      • Von FrittenFett Freizeitschrauber(in)
        ...eher andersrum, DeepCool ist eigentlich ein OEM-Hersteller, der sich jetzt selber auf den Markt "getraut" hat.
      • Von Grunert PC-Selbstbauer(in)
        Irgendwie kommt es mir so vor, als kupfern momentan alle Firmen beim Prolimatech Armageddon ab
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CPU-Kühler-Review von PC Games Hardware
PC Games Hardware testet drei Prozessorkühler des Herstellers Deep Cool: Die Turmkühler Ice Matrix 400 und Ice Wind sowie das Top-Flow-Modell Fiend Shark. Die CPU-Kühler sind mit blauen Lüfter im 120- und 140-mm-Format ausgestattet und verfügen über vier bis sechs 6-mm-Heatpipes. Die Testmuster stammen vom Händler PC-Cooling. Überzeugen die drei Probanden?
http://www.pcgameshardware.de/Luftkuehlung-Hardware-217993/Tests/CPU-Kuehler-Review-von-PC-Games-Hardware-825974/
24.05.2011
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2011/05/deep-cool-ice-matrix-400-023.jpg
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