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  • Vorschau Lords of the Fallen: Schön wie The Witcher 3, hart wie Dark Souls - aber doch etwas Besonderes

    Schön wie The Witcher 3, hart wie Dark Souls und doch sehr eigen: So könnte man Lords of the Fallen beschreiben. Wir haben das Action-Rollenspiel, das am 31.10. erscheint, für Sie probegespielt. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch

    Meterlange Stachel wölben sich aus der Rüstung dieses vier Meter hohen Dämonenbosses vor uns und schlängeln sich wie eine Kette um seine Schultern. Sein ganzer Körper ist eingehüllt in Stahl, nicht mal am Hals können wir eine kleine Schwachstelle entdecken. Die Bauchrüstung geht wie bei einem Transformer direkt in den Helm über und dass sein Schild ungefähr so hoch und breit ist wie unser Wikinger-Krieger, macht die Sache nicht gerade leichter. Trainiert durch Dark Souls suchen wir nach Angriffsmustern, beobachten seine Schritte und mit welcher Geschwindigkeit er sein reich verziertes Breitschwert auf den Boden drischt. Den Schockwellen weichen wir geschickt per Rolle rückwärts aus und schalten danach direkt auf Angriff. In jede Hand einen Dolch wollen wir gerade durch seine Beine rollen, da kickt uns der Kerl mit seinem Stahl-ummantelten Bein gegen die Birne und wir sind tot. Muss wohl an den edlen Partikeleffekten wie den Schneeflocken liegen, die hier in diesem verlassenen Kloster durch ein Fenster reinwehen und sich im Innern mit der Flammen-Rüstung unseres Gegenspielers zu einer Melange der Elemente vereinen.

    Angriffsmuster studieren und Partikeleffekte genießen

    Lords of the Fallen mit Dark Souls 2 zu vergleichen, ist auf der technischen Ebene schon leicht anmaßend. Während FromSoftwares hässliches Entlein nur sehr selten beeindruckende Momente bietet – etwa auf der Brücke, wo uns jener Drache bei Sonnenuntergang attackiert –, gibt Deck 13 hier richtig Gas. Knackscharfe Texturen, detailverliebte Waffen mit Prägungen und Rüstungen, bei denen Sie jede einzelne Stahlnaht zählen können, gehören hier zum Standard-Repertoire. Uns gefällt besonders, wie die Engine-Künstler Flammen zum Einrahmen und Fokussieren von Bossen in düsteren Gewölben einsetzen. Spielerisch trifft der Vergleich mit der Souls-Saga aber durchaus zu. Auch hier warten wir ab, studieren den Gegner, wagen uns eher zögerlich nach vorne und achten genau darauf, wie der Feind reagiert. Und auch hier spielen Klassen wie Krieger, Schurke oder Kleriker eine untergeordnete Rolle, da sie lediglich Ihre Starterausrüstung beeinflussen, sich aber "Nahkampfsocken" auch später noch auf Magie oder defensive Naturen auf offensive Attacken spezialisieren können.

    Rüstungswechsel per Knopfdruck statt Dark-Souls-Inventargefummel

    Das Beobachten der Gegner ist auch hier das A und O, die Adventure-Experten von Deck 13 wollen der Action eine ganze Portion Überraschungsfaktor einimpfen. Warten wir beim nächsten Anlauf etwas länger, stürmt der Stachelpanzer auf zwei Beinen auf uns los. Weichen wir aus, kracht er frontal gegen die Mauerwand hinter uns, die ins Beben gerät und ein Grollen durch den ganzen Raum fegt. Und warum? Weil dieser spezielle Abgesandte, ein Lord aus der nordischen Mythologie, durch die winzigen Schlitze in seinem Helm kaum etwas sieht und sich nur auf sein Gehör verlässt. So eine schwere Ritterrüstung klappert durch ihre Scharniere natürlich ganz schön. Wechseln wir im Inventar auf eine leichte Kutte, die sich immerhin mit Schulterpanzerung verstärken lässt, können wir uns ihm unbehelligt nähern und werden erst im Moment des Angriffes bemerkt. Wer keine Lust auf Inventar-Fummelei hat, legt sich bis zu drei Rüstungssets auf Schnellwahltasten. Ganz schön smart.

    Harkyn: Nordmann mit schlechter Laune, kein strahlender Ritter

    Der schmutzige Look, die brutalen Finisher gegen ein paar kleinere Schlurfgenossen mit winziger Axt und die verbitterten Augen von Protagonist Harkyn zeigen die Evolution von Deck 13, die sich vom farbenfrohen Knuddel-Look aus Ankh und Jack Keane schon 2009 mit Venetica in die etwas düsterere Richtung entwickelt haben und jetzt international Dark Souls die Stirn bieten wollen. Geschichten erzählen können die Jungs und Mädels, wedeln bei unserem Anspieltermin aber noch all zu oft mit der "Wir wollen ja niemanden spoilern"-Flagge. Harkyn jedenfalls ist nicht der edle Ritter, der auf seinem Schimmel reitend Jungfrauen vor Drachen rettet, sondern eher ein Typ, der gut zu Game of Thrones passen würde. Durchtrieben, mit etlichen Leichen im Keller und zig Tätowierungen im Gesicht, die jede für eine andere Sünde stehen, die er begangen hat. 8000 Jahre zuvor hatten sich die Menschen gegen eine nordische Gottheit aufgelehnt, der schwört Rache, schickt seine Dämonenarmee und wir müssen den eckigen Drops mal wieder rund lutschen.

    01:26
    Lords of the Fallen: Sündiger Trailer zum Action-Rollenspiel
    Lords of the Fallen

    Der Schwierigkeitsgrad ist das, was Sie daraus machen

    Lords of the Fallen geht zwar stark Richtung Dark Souls, das Team strebt aber eine bessere Balance aus Herausforderung und Bestrafung an. "Wir verwenden viel Zeit darauf, die Checkpunkte fair zu verteilen", erklärt Produzent Thomas Gop. "Sie sollen das Gefühl vermittelt bekommen, etwas geleistet zu haben, bevor Sie mit einem Speicherpunkt belohnt werden, aber gleichzeitig auch nicht eine komplette Spielstunde verlieren, nur weil Sie einen Fehler machen." Generell passt sich Ihnen der Schwierigkeitsgrad aber stark an. Sie können beispielsweise im späteren Verlauf magische Handschuhe verwenden, um Feuerbälle als Fernangriff zu verwenden. Das macht den Titel signifikant leichter. Zudem hat Deck 13 in viele Arenen spezielle Boss-Fallen eingebaut. Feuern Sie auf eine morsche Holzkonstruktion, wird die labil. Tritt ein Gegner darauf, kracht er in die Tiefe. Das ist durchaus praktisch gegen eine lästige Giftspinne, die uns mit ihrer Fernkampf-Überlegenheit förmlich in den Wahnsinn treibt. Es fühlt sich aber auch ein bisschen wie Cheaten an; ob man diese Möglichkeit nutzen möchte oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Wer sich dem Eins-gegen-Eins-Duell stellt, sackt freilich deutlich mehr Erfahrungspunkte ein und Souls-Veteranen rümpfen darüber ohnehin nur die blutig gekratzte Nase.

    Fazit: Lords of the Fallen

    Auch wenn Deck 13 den Vergleich mit der japanischen Ultra-Hardcore-Serie sicher nicht mehr hören kann, so bewahrheitet er sich doch in Teilen bei unserem Anspieltermin. Seelen und Lagerfeuer gibt es hier zwar nicht, dafür aber dämonische Scherben, an denen Sie speichern. Sterben Sie, kostet Ihnen jede Minute auf dem Weg zurück ein paar der Erfahrungspunkte, die noch in Ihren sterblichen Überresten warten. Der Clou: Erfahrungspunkte müssen vorher in Attributs- und Fertigkeitspunkte umgewandelt werden, um sie auf die eigene Klasse anwenden zu können. Je länger Sie damit warten, desto höher fällt der Multiplikatoren-Bonus aus. Sterben Sie und gelangen nicht rechtzeitig zu Ihrem Körper zurück, sind die Punkte alle futsch.

    Insofern ist Lords of the Fallen wie eine technisch beeindruckende Version von Dark Souls mit ähnlich mutigem Gegnerdesign, aber auch vielen eigenen Ideen: Bosse haben jeweils Schwachpunkte, die sich allerdings nicht sehen lassen. Es gibt nicht das verwundbare Auge oder den Hals, viel mehr sind Erblindung oder Taubheit Trümpfe, die Sie ausspielen müssen. Die Waffen haben mehr Gewicht und fühlen sich insgesamt noch eine Nuance authentischer an. Schwingen Sie einen schweren Kriegshammer, dann lässt der sich nicht wie ein Küchenbeil handhaben, sondern das Ausholen kostet einige Momente und öffnet Ihre Flanke für Angriffe. Zu guter Letzt macht das Setting Lust auf mehr, die Axt eines waschechten Wikingers haben wir schon lange nicht mehr gegen die Ausgeburten der nordischen Mythologie geschwungen.

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  • Lords of the Fallen
    Lords of the Fallen
    Publisher
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Developer
    City Interactive sp. z o.o. (PL)
    Release
    28.10.2014

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    Es gibt 18 Kommentare zum Artikel
    Von RavionHD
    Es sieht schonmal deutlich schicker aus als Dark Souls.
    Von Scholdarr
    Das Spiel mit Witcher 3 zu vergleichen, ist schon weit hergeholt. Der Vergleich mit Dark Souls ist da viel treffender,…
    Von Rizzard
    Du könntest so gesehen bis September warten und dir das volle Brett mit den 3 DlCs inklusive geben, aber das wäre…
    Von Deimos
    Dark Souls 2. Ich vermute, ich bin nach all den Vorschusslorbeeren mit zu hohen Erwartungen ans Spiel gegangen. Habs…
    Von Rizzard
    Theoretisch zockt man Teil 1 schon allein deswegen öfter, da man nicht einfach umskillen kann wie in Teil 2.
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Lords of the Fallen
Vorschau Lords of the Fallen: Schön wie The Witcher 3, hart wie Dark Souls - aber doch etwas Besonderes
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http://www.pcgameshardware.de/Lords-of-the-Fallen-Spiel-12615/Specials/Vorschau-Action-Rollenspiel-1130253/
28.07.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/07/LordsoftheFallen_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
lords of the fallen
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