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  • Linux  versus Windows 10: Spiele geprüft mit dem Tuxedo XC1506
    Quelle: PC Games Hardware

    Linux versus Windows 10: Spiele geprüft mit dem Tuxedo XC1506

    Nach Valves Offensiven im Bereich Linux-Gaming mag das offene OS in Sachen Spiele-Support prinzipiell im Aufwind sein - trotzdem setzen nur wenige Spieler auf einen Spielerechner auf Linux-Basis. Mit Tuxedo nimmt sich ein Systemintegrator dieser Sache gezielt an. Mit dem XC1506 überprüfen wir stichprobenartig, wie es um den Support und die Performance im Vergleich zu Windows 10 steht.

    Inzwischen zieren über 1.500 Spiele mit offizieller Linux-Unterstützung den Steam Store, doch wie unser Vergleichstest zu den bisher verfügbaren Steam Machines (siehe Ausgabe 01/2016) gezeigt hat, sind die spezialisierten Spiele-Minis nicht das Maß aller Dinge - mit einem Linux-Rechner im Eigenbau lässt sich oft mehr Leistung erreichen. Zudem bleibt die Portabilität außen vor. Mit einem frei konfigurierbaren XC1506-Notebook von Tuxedo prüfen wir, ob sich auch ein Notebooks mit Linux-OS gut zum Spielen eignet.

    Tuxedo XC1506: Die Technik

          

    Das XC1506 haben wir in einer leistungsfähigen Ausführung angefordert, verzichten aber auf die teuersten Komponenten wie eine GTX 980M mit 8 GiByte Speicher, die bei einem Full-HD-Display wenig sinnvoll erscheinen. Gleichzeitig achten wir auf Hardware, mit der sich - zumindest unter Windows - auf jeden Fall performant spielen lässt; die Kombination aus einem i7-6700HQ und einer GTX 970M (6Gb) findet sich derzeit in vielen Gaming-Notebooks. Im Detail sieht die selbst wählbare Zusammenstellung so aus:

    KomponentenModellAlternativen wählbar?
    CPUIntel Core i7-6700HQja
    GrafikkarteNvidia GTX 970M 6Gja
    RAM16 GiByte Kingston DDR4-2400ja
    SSD256 GiByte Samsung 950 Pro NVMEja
    HDD1 Tbyte Western Digital Thin (5.400 UpM)ja
    NetzwerkIntel Dual AC3160ja
    Optisches Laufwerk---ja (extern)
    DisplayFull-HD IPS, 60 Hznein
    BetriebssystemWindows 10 x64, Ubuntu 15.10ja
    ExtrasFingerprint-Sensor, Tastatur-Backlightnein

    Wie kundige Leser der Bildergalerie entnehmen, setzt Tuxedo auf Clevo-Technik, die man z.B. auch von Schenker-Notebooks kennt. Unterm Strich kostet die obige Zusammenstellung rund 2.100 Euro und bewegt sich damit in ähnlichen Preisregionen wie Gaming-Notebooks mit vergleichbaren Komponenten. Es geht es auch deutlich günstiger - mit einer GTX 965M sowie "nur" 8 GiByte RAM wären etwa 400 Euro eingespart. Nicht verzichten wollten wir auf die extrem schnelle Samsung 950 Pro NVME-SSD, die als Systemplatte dient und in AS-SSD sequentielle Schreib- und Leseraten von 2000 MByte/s liefert; diese erhöht zusammen mit der G-Sync fähigen Variante der GTX 970M den Endpreis aber deutlich. Der Fingerprint-Sensor ist als nettes Extra in jedem Fall mit dabei, ebenso wie das Full-HD-IPS-Display mit einem Regelbereich zwischen 20 und 330 cd/m² Leuchtdichte. Im Batteriebetrieb versorgt ein 60-Wh-Akku den Laptop mit Energie, allerdings nicht allzu lange - unter Volllast ist nach rund einer Stunde Schluss. Aktiviert man in den erweiterten BIOS-Einstellungen den Hybrid-Modus, wechselt das Notebook selbständig zwischen iGPU und diskretem Grafikchip; dadurch profitiert die Laufzeit zumindest im Windows-Desktopbetrieb deutlich mit einer Maximallaufzeit von ca. fünf Stunden. Ubuntu 15.10 und Windows 10 (jeweils 64 Bit) sind als Dualboot eingerichtet und mit aktuellen Treibern versorgt, auf besondere Zusatzsoftware haben wir verzichtet. Neben Ubuntu sind mit Derivaten wie Xubuntu und Kubuntu sowie openSUSE andere Distributionen wählbar, wir entscheiden uns aber für die vom Hersteller empfohlene Variante.Tuxedo XC1506: Clevo-Technik im InnerenTuxedo XC1506: Clevo-Technik im InnerenQuelle: PC Games Hardware

    Tuxedo XC1506: Ersteinrichtung und Treiberoberfläche

          

    Für eingefleischte Windows-User mit oberflächlicher Linux-Erfahrung ist Ubuntu eine einsteigerfreundliche Möglichkeit, sich mit dem alternativen OS vertraut zu machen:Tuxedo XC1506: Nvidia xconfig TreiberpanelTuxedo XC1506: Nvidia xconfig TreiberpanelQuelle: PC Games Hardware Sowohl das Erscheinungsbild als auch die Navigation im Betriebssystem wirken bekannt, den Linux-typischen Weg über die Kommandozeile muss man sich bei der Aktualisierung des Systems und der Installation von Programmen dank grafischer Paketmanager nicht zwingend antun. Erfahrenen Nutzern steht es natürlich offen, selbst Hand anzulegen. Im Falle einer Neuinstallation sind sowohl Windows 10 als auch die gewählte Linux-Distro per mitgelieferter Installations-CD aufspielbar - dazu bedarf es aber eines externen Lufwerks, welches sich optional mitbestellen lässt. Ubuntu lässt sich alternativ natürlich auch per selbsterstelltem Bootstick installieren; in beiden Fällen kann das System dann per Script in den Auslieferungszustand von Tuxedo zurückgesetzt werden. Bevor wir die Spieleleistung im Systemvergleich überprüfen, vergleichen wir die Treiberoberflächen und stellen fest, dass sich die xconfig-Oberfläche des Nvidia-Treibers deutlich vom Control Panel in Windows unterscheidet. Aber auch hier gibt es die Möglichkeit, Kantenglättungsmodi, Vsync ("Sync to Vblank") oder anwendungsspezifische Profile anzulegen. DRR-Optionen vermissen wir trotz der G-Sync-Fähigkeit der GTX 970, die aber ohnehin nur an einem externen Monitor funktioniert.

    Tuxedo XC1506: Spieleleistung im Vergleich (Windows 10 vs. Ubuntu 15.10)

          

    Kein Zweifel, beim Linux-Support von Spielen tut sich etwas: Über 1.500 lauffähige Titel auf der größten digitalen Vertriebsplattform Steam und über 1.800 Titeln in der Linux Game Database, darunter längst nicht nur Nischentitel, sprechen eine deutliche Sprache. Trotzdem kann von flachdrückendem Support keine Rede sein, zumal eine Steam-Portierung häufig erst stark zeitverzögert erfolgt. Und dann ist da natürlich die für uns besonders wichtige Frage der Performance. Denn unter Linux laufen Spiele anstelle von DirectX über die OpenGL-Schnittstelle, mit durchaus signifikanten Unterschieden in der Spielleistung.Tuxedo XC1506: Oberseite offenTuxedo XC1506: Oberseite offenQuelle: PC Games HardwareUnter Windows messen wir diese traditionell mit Fraps und nutzen dafür reproduzierbare Benchmarksequenzen. Für den direkten Vergleich beider Systeme bei unveränderter Hardwarekonfiguration interessieren uns aber vor allem Titel, die sowohl unter Windows als auch unter Linux lauffähig sind, sodass Sie beliebte Gradmesser wie z.B. The Witcher 3 vermissen werden. Da unser traditionell zu Framerate-Messung verwendetes Fraps unter Linux nicht nutzbar ist, müssen wir uns mit einer Notlösung behelfen. Das am weitesten entwickelte GLXOSD lässt sich zwar komfortabel mit Steam nutzen, will uns in der derzeitigen Version aber partout kein Logfile ausspucken. Dazu nutzen wir das von Valve selbst bereitgestellte voglperf, welches allerdings erst kompiliert werden muss und zudem (anders als Fraps) nicht in definierbaren Zeitintervallen protokolliert. Die Ergebnisse sind daher mit einer Prise Salz zu genießen, bieten aber mindestens einen guten Fingerzeig (Ubuntu per Dropdown auswählbar):

    Spieleleitung in Abhängigkeit zum Betriebssystem

    Windows 10 x64 und Ubuntu 15.10 im Vergleich

    • Linux-lauffähige Titel im Benchmark
    Info Icon
    Game/Version s.u., jeweils aktuellste Version
    Details Nvidia 364.72 (Windows), 352.79 (Linux)
    • Benchmarks (1 von 2)

    • Produkte ein-/ausblenden

    Max. Einstellungen, 8×MSAA
    205.0
    181
    Max. Einstellungen, FXAA
    105.0
    90
    Max. Einstellungen
    96.0
    90
    Max. Einstellungen, 2×SSAA
    44.0
    39
    Hohe Einst., FXAA Standard
    40.0
    37
    Maximum-Preset ohne AA
    32.0
    24
    0
    25
    50
    75
    100
    125
    150
    175
    200
    225
    Name
    Windows 10 x64 (Average Fps)
    Minimum Fps

    System

    Windows 10 x64, Core i7-6700HQ @ 2,6 GHz, 16 GiByte DDR4-2400, GTX 970M @ 1038MHz

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    In den ausgewählten Fällen wird jeweils deutlich, dass die Leistung der GTX970M und des i7 6700HQ unter OpenGL etwas auf der Strecke bleibt. Je nach Spiel fällt dies überhaupt nicht (Portal 2) oder stark ins Gewicht (Alien: Isolation), abhängig davon, ob die Bildrate 60 Frames pro Sekunde halten kann und wie die Min-Fps ausfallen. Die Ausnahme ist Metro: Last Light, bei dem wir sowohl unter Windows als auch unter Linux auf 2×SSAA verzichten müssen, um überhaupt flüssige Bildraten zu erreichen. Allerdings fehlt der Linux-Version mit Tesselation ein wichtiges Grafikfeature, das wir aus Gründen der Vergleichbarkeit unter Windows ebenfalls deaktiviert haben. Auch Attila: Total War zwingt das XC1506 unter beiden Betriebssystemen in die Knie, mit leichten Vorteilen für die Windows-Version. Arma 3 hingegen zeigt sich unter Linux trotz hoher Detailstufe lauffreudiger als unter Windows; allerdings ist nicht sicher, ob die gleichnamigen Grafikeinstellungen (alle Details "hoch", FXAA und HDAO "Standard") einander überhaupt exakt entsprechen. "Ultra"-Einstellungen stehen unter Linux nämlich größtenteils gar nicht zur Auswahl.

    04:29
    Linux vs. Windows: Spieleperformance mit dem XC1506

    Tuxedo XC1506: Fazit

          

    Von der technischen Seite betrachtet, erleben wir beim XC1506 keine Überraschungen. Und das ist eine durchaus gute Nachricht, denn in Sachen Lautheits- und Wärmeentwicklung sowie der Spieleleistung unter Windows leistet das Clevo-Fabrikat genau, was es soll. Die Kombination aus dem i7-6700HQ und der GTX970M sorgt für reichlich Leistung. Mit maximal 2,5 Sone unter Volllast und 0,2 Sone im Idle bleibt das Notebook sogar noch vergleichsweise ruhig, wie bei praktisch allen Gaming-Laptops lässt sich das deutliche Grundrauschen der Lüfter aber natürlich nicht vermeiden und legt einen Kopfhörergebrauch nahe. Auf der SSD laufen sowohl Ubuntu als auch Windows 10 schnell, die Spieleleistung überzeugt uns. Teils deutliche Unterschiede gibt es bei der Spielleistung unter OpenGL und DirectX, die allerdings auch einstellungsspezifisch sein können - wir untersuchen in Zukunft genauer, welche Faktoren die Performance am meisten beeinflussen. Die Barrieren auf dem Weg zum Spielevergnügen unter Linux sind mit dem XC1506 jedenfalls angenehm niedrig.

      • Von VikingGe PC-Selbstbauer(in)
        @freezer255 Talos Principle hat keinen Dx12-Renderer.
      • Von freezer255 Schraubenverwechsler(in)
        Frage mich warum die Leute die den Test gemacht haben nicht weiter denken.
        Warum nimmt man nicht den aktuellsten beta treiber wo sich da doch gerade sehr viel tut ?
        Und warum ist kein Test von Vulkan auf Linux gegen DX 12 dabei ? Kann man wunderbar mit the talos priciples machen.
      • Von hodenbussard PCGH-Community-Veteran(in)
        Auch wenn ich persönlich nicht immer die fettesten Settings nutzen kann ......... ich vermisse unter Linux NIX .
        Heute sogar entdeckt,das Saints Row - The Third endlich auch den Weg auf mein System gefunden hat.Mal für Windows gekauft und gewartet das es auch unter Linux läuft.
        Mich stört es nicht das OpenGL nicht immer so performant ist,solange meine Games anständig laufen....^^
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Have a lot of Fun
      • Von nordischerdruide Komplett-PC-Käufer(in)
        Erst einmal vielen Dank für diesen interessanten Bericht.
        Wer hätte noch vor ein paar Jahren gedacht, dass man im Bezug auf GAMING Linux mit Windows vergleicht.
        Die Sache WAR doch eigentlich klar geregelt, Windows, sonst nichts!
        Ich bleibe gespannt wo die Reise hingeht und hoffe das Linux weiter aufholt

        (Games4Linux: Aktuelle News Zu Deinen Linux Games)
      • Von nasakata Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von h_tobi
        Tja, das sag mal den gefühlten ~95% der Windows Anwender, die gerade so wissen, wie man ne Maus bedient.

        Wir Pro´s fummeln dann Stundenlang im System herum um es entsprechend unserer Wünsche anzupassen,
        um dann nach dem nächsten Updatefestival seitens M$ wieder von vorne anzufangen, da alles resettet wurde! :

        Aber jedem das Seine.

        Auch gut, dass mein Gaminglaptop von Schenker ist, dann habe ich später weniger Probleme beim Umstieg auf Linux
        und NV kann bis dahin noch an den GPU-Treibern basteln und weiter optimieren.


        Du solltest mal Windows Server 2012 besser kennenlernen. Dann weisst Du wieviel man dort mit der Powershell machen kann...
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Linux
Linux versus Windows 10: Spiele geprüft mit dem Tuxedo XC1506
Nach Valves Offensiven im Bereich Linux-Gaming mag das offene OS in Sachen Spiele-Support prinzipiell im Aufwind sein - trotzdem setzen nur wenige Spieler auf einen Spielerechner auf Linux-Basis. Mit Tuxedo nimmt sich ein Systemintegrator dieser Sache gezielt an. Mit dem XC1506 überprüfen wir stichprobenartig, wie es um den Support und die Performance im Vergleich zu Windows 10 steht.
http://www.pcgameshardware.de/Linux-Software-26761/Specials/Windows-10-Vergleich-Gaming-Tuxedo-XC1506-1190760/
14.04.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/03/Tuxedo-XC1506---additional-ram-slots-pcgh_b2teaser_169.jpg
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