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  • Kingston SSDNow V-Series 40 GB: SSD mit Intel-Technik für unter 100 Euro im Test

    Die Kingston SSDNow V-Series 40 GB soll unter 100 Euro kosten, aber trotzdem schneller sein als die meisten Festplatten. PC Games Hardware macht den Test.

    SSDs (Solid State Disks/Drives), Festspeicherlaufwerke aus Flash-Chips, sind derzeit noch Luxusgüter: Schnellere Exemplare mit fortschrittlichen Controllern und Cache-Zwischenspeicher sind trotz geringer Kapazitäten um Welten teurer als klassische Festplatten. Es gibt zwar auch preiswertere Modelle, diese jedoch können in den meisten Disziplinen nicht mit Festplatten mithalten: Oft sind zufällige Schreibzugriffe (random writes) auf diesen Billig-SSDs so langsam, dass Programme und Betriebssystem ins Straucheln geraten, zuweilen gar abstürzen.

    Eine solche Billig-SSD gibt es auch beim Speicherspezialisten Kingston: Unterhalb der Intel-basierten Reihen E und M sowie der V+ mit Samsung-Technik wird die SSDNow V-Series angeboten, die in der 64-Gigabyte-Version zwar für knapp 100 Euro zu haben ist (siehe Preisvergleich), aber auch entsprechend langsam arbeitet. In ihr steckt der Flash-Controller Toshiba TC58NCF602GAT, der auf dem berüchtigten JMicron JMF602 basiert - dieser wiederum ist in vielen günstigen SSDs zu finden und macht nirgendwo eine besonders gute Figur. Da die V-Series auch noch ohne Cache auskommen muss, konnten wir von ihr bislang nur abraten - bis jetzt.

    Kingston SSDNow V-Series 40 GBKingston SSDNow V-Series 40 GBQuelle: KingstonKingston SSDNow V-Series 40 GB: Neue Technik, neue Geschwindigkeit
    Das neue 40-Gigabyte-Modell, das Kingston heute offiziell vorstellte, gehört zwar dem Namen nach ebenfalls zu besagter V-Serie. Doch im Inneren steckt anders als in den größeren Modellen kein Toshiba-Chip mehr, sondern aktuelle Intel-Technik: Controller und Flash-Chips entstammen der Intel X25-M in der zweiten Generation mit 34-Nanometer-Flash. Intel bietet derzeit kein solches Modell mit 40 GB an, die M-Serie beginnt dort bei 80 GB - eine X25-M mit halbierter Kapazität ist aber für die nahe Zukunft zu erwarten. Bis dahin ist Kingstons neue V der günstigste Einstieg in Intels SSD-Technik.

    Die technischen Daten der Kingston SSDNow V-Series 40 GB (Herstellerangaben):
    • Kapazität: 40 GB (ca. 37,3 GiByte)
    • Sequenzielles Lesen: bis zu 170 MB/s
    • Sequenzielles Schreiben: bis zu 40 MB/s
    • Technik: Intel-Controller, Intel-Flash-Chips 34 nm (MLC)
    • Cache: 32 MiByte
    • Formfaktor, Anschluss: 2,5", SATA II
    • Betriebstemperatur: 0° C bis 70° C
    • Stromverbrauch: Aktiv: 0,15 W (typisch); Leerlauf: 0,06 W
    • Lebenserwartung: 1 Mio. Stunden (MTBF)
    • Garantie: 3 Jahre Kingston-Garantie, 24/7 technischer Support
    • Preise (UVP): Laufwerk 92,50 Euro, Bundle mit Einbau-Kit und Software 98,00 Euro

    Die TRIM-Funktion, die unter Windows 7 und Linux hilft, die Performance des Laufwerks konstant auf hohem Niveau zu halten, wird von der SSDNow V-Series bislang nicht unterstützt. Intel bietet zwar seit Kurzem Firmware-Updates für die eigenen SSDs der aktuellen Generation (G2) an, die das TRIM-Kommando nachrüsten, doch arbeitet Intels Firmware-Update-Programm nicht mit der Kingston-SSD zusammen. Wer TRIM möchte, muss also auf ein entsprechendes Update-Tool von Kingston warten.

    Doch auch ohne TRIM stellt die SSDNow V-Series sicher, dass die Performance mit der Zeit nicht zu stark abfällt: Ein "Garbage Collection" getaufter Algorithmus in der Firmware sorgt (wie auch bei anderen SSDs, etwa von Samsung) in Ruhephasen selbst dafür, dass die Speicherzellen von unnötigem Datenballast befreit werden, unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Ein vollständiger Ersatz für TRIM ist dies aber nicht und auf jeden Fall sollten Sie stets die Grundregel beachten, Ihre SSD zu höchstens 80 Prozent mit Daten zu befüllen.

    Kingston SSDNow V-Series 40 GB: "Boot-Beschleuniger"
    Mit mageren 40 Gigabyte Kapazität kann die Kingston-SSD freilich keine Festplatte ersetzen. Und das soll sie auch gar nicht: Kingston betrachtet sie eher als eine Ergänzung zur Festplatte, die ausschließlich das Betriebssystem und ein paar Anwendungen aufnimmt, während auf der Magnetplatte weiterhin größere Dateien lagern. So soll die SSD den Bootvorgang und Programmstarts beschleunigen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. "Desktop Upgrade Kit" ist daher auch auf der Retail-Verpackung des Laufwerks zu lesen, das außerdem Montageschienen für den 3,5-Zoll-Schacht, ein Kabel und Festplatten-Klon-Software von Acronis enthält.

    Die SSD nicht als Speicherlösung, sondern als Performance-Upgrade für Spiele- und Arbeits-PCs - kann das gelingen? Die sequenzielle Leserate von 170 MByte/s verspricht durchaus hohe Performance, zufällig verteilte Lesezugriffe sind ohnehin bei praktisch jeder SSD extrem schnell - doch die Achillesferse der Technik sind zufällige Schreibzugriffe, hier geraten alle bisherigen Billig-SSDs ins Stolpern. Mit Intel-Controller und 32 MiByte Cache verspricht die Neue hier jedoch besser abzuschneiden. Ob sie dieses Versprechen einhält, klärt unser Kurztest.

    Für unseren Test verwendeten wir die SSD im Auslieferungszustand mit der Firmware-Version 2CV102G9, als Host-Adapter dient der Intel ICH10 (P45) unter Windows Vista SP2.

    Kingston SSDNow V-Series 40 GB im Test
    Schreibraten, Zugriffszeiten und Kopiergeschwindigkeit in der Praxis haben wir ermittelt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über unsere Ergebnisse; zum Vergleich treten Intels erste Generation der X25-M, die "alte" Kingston V-Series und Super Talents Ultradrive GX mit Indilinx-Controller an, die es in ähnlicher Form auch von vielen anderen Herstellern gibt.

    ProduktSSDNow V-Series (neu)SSDNow V-Series (alt)X25-M (1. Generation)Ultradrive GX (Indilinx)
    HerstellerKingstonKingstonIntelSuper Talent
    Kapazität40 GByte64 GByte80 GByte128 GByte
    Transferrate sequenziell lesend204,5 MByte/s86,6 MByte/s205,4 MByte/s231,1 MByte/s
    Transferrate sequenziell schreibend46,0 MByte/s27,5 MByte/s75,9 MByte/s194,7 MByte/s
    Zugriffszeit zufällig lesend0,1 ms0,2 ms0,1 ms0,1 ms
    Zugriffszeit zufällig schreibend0,1 ms66,9 ms0,1 ms0,3 ms
    Kopierzeit 5 GiByte (1 Datei)2:29 min2:51 min1:32 min1:14 min
    Kopierzeit 5 GiByte (25.000 Dateien)3:29 min4:24 min2:48 min1:58 min


    Demnach kommt die neue Kingston V nicht an die Performance einer Intel X25-M der ersten Generation oder einer Indilinx-basierten Lösung heran, beim Schreiben und bei den Praxistests liegt sie klar zurück. Dafür schlägt die Neue ihr Schwestermodell mit 64 Gigabyte und Toshiba-/JMicron-Controller deutlich, Intel-Technik und Cache zeigen Wirkung. Auffällig ist vor allem der riesige Vorsprung bei zufällig verteilten Schreibzugriffen: im Schnitt fast 67 Millisekunden hier, 0,1 ms dort - ein Unterschied wie Tag und Nacht, der auch deutlich zu spüren ist. Im Gegensatz zur alten V-Serie eignet sich das 40-GB-Modell damit auch für Systemlaufwerke.
    ATTO Disk BenchmarkATTO Disk BenchmarkQuelle: PC Games Hardware
    Kingston SSDNow V-Series 40 GBKingston SSDNow V-Series 40 GBQuelle: KingstonKingston SSDNow V-Series 40 GB: Fazit
    40 Gigabyte Kapazität, 46 MByte/s durchschnittliche Schreibrate - dürftige Werte, die Festplatten schon vor vielen Jahren übertrafen. Doch lassen Sie sich davon nicht abschrecken: Die SSDNow ist kein Ersatz für die Festplatte, sondern eine durchaus sinnvolle Ergänzung. 40 Gigabyte reichen für Windows Vista oder 7 mit Treibern, Auslagerungsdatei und ein paar Programmen locker aus, selbst wenn Sie - wie empfohlen - stets 20 Prozent Platz frei lassen. Und die sequenzielle Schreibrate ist in der Praxis kaum von Belang, zumindest auf einem Systemlaufwerk: Geschrieben wird hier selten, die Auslagerungsdatei (pagefile.sys) wird laut Microsoft 40 Mal häufiger ausgelesen als beschrieben. Allenfalls beim Übergang in den Ruhezustand (Suspend to Disk) kommt die lahme Schreibrate zum Tragen, in fast allen anderen Fällen überwiegen die Vorteile durch extrem schnelle Datenzugriffe. Windows bootet dadurch schneller, Programme sind zügiger geladen (siehe PC Games Hardware 09/2009).

    Kurz: Eine schnelle SSD bedeutet ein ganz neues Arbeitsgefühl. Das gilt auch für die neue Kingston. Ein kleines Fragezeichen wegen der noch fehlenden TRIM-Unterstützung bleibt zwar bestehen, doch fällt unser Fazit eindeutig aus: Für den Preis von rund 80 Euro (siehe Preisvergleich) ist Kingstons "Boot-Beschleuniger" ein gutes Angebot - nur eben nicht als Festplattenersatz.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    SSD-"Festplatten": Funktionsweise, Fachbegriffe und Eigenschaften erklärt
  • Es gibt 20 Kommentare zum Artikel
    Von blubblah
    moin moin wie sieht das eigentlich mit Trim und Win Vista aus? Ich möchte nicht auf 7 wechseln, mag das vom Desktop…
    Von halbi
    trim ist doch möglich!!!es ist möglich die neue intel firmware mit trim auf ein identisches kingstonlaufwerk…
    Von antigavur
    hab ich. was ist jetzt schwachsinnig an meinem kommentar? schwachkopp
    Von Player007
    Ich glaube das viele noch nicht verstanden haben, das es eine Systemplatte darstellen soll (für Vista und co. reichen…
    Von push@max
    Ich warte noch mit den SSDs...die Preise sind noch zu hoch, die Kapazität zu niedrig, außerdem sind die…
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698177
Laufwerk
SSD als Bootbeschleuniger
Die Kingston SSDNow V-Series 40 GB soll unter 100 Euro kosten, aber trotzdem schneller sein als die meisten Festplatten. PC Games Hardware macht den Test.
http://www.pcgameshardware.de/Laufwerk-Hardware-154124/Tests/SSD-als-Bootbeschleuniger-698177/
27.10.2009
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2009/10/SSDV_angle_top_40GB.jpg
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