Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich
Der Crypto-Hype hat die Preise speziell bei Grafikkarten geradezu explodieren lassen. Doch es gibt auch sogenannte Alt-Coins, die sich effizient mit der CPU schürfen lassen. Wir haben einen Blick auf das Cryptonight-basierte Monero geworfen und vergleichen aktuelle CPU-Modelle von AMD und Intel. Lohnt sich das CPU-Mining?
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Das Schürfen von Kryptowährungen, Crypto Mining genannt, ist aktuell ein absolutes Reizthema: Umtriebige Geschäftemacher wittern das große Geld durch Mining-Farmen oder schlicht Handel mit Crypto-Coins, während Spieler vorwiegend abgetörnt von den explodierenden Grafikkartenpreisen sind und sich in Foren zunehmend aggressiv gegenüber Minern äußern.
Bislang verschont vom aktuellen Mining-Hype wurden allerdings Hauptprozessoren. Diese gelten gemeinhin als unrentabel, was Crypto-Mining angeht, denn aktuelle, von der Preis-Rallye betroffene Grafikkarten sind bei im Heimbereich populären Krypto-Währungen wie Ethereum oder ZCash wesentlich flotter unterwegs. Das schlägt sich natürlich im zu erwartenden Profit nieder, dem eigentlichen Grund für das Crypto-Mining.
Doch es geht auch anders. Die meisten Kryptowährungen ab der zweiten Generation sind unter anderem darauf optimiert, sich nicht effizient mit angepassten Spezialchips berechnen zu lassen (ASIC resistant), laufen aufgrund hoher Anforderungen an die Speichertransferrate aber vergleichsweise schlecht und damit ineffizient auf herkömmlichen Prozessoren - ganz im Gegensatz zu Grafikkarten. Nicht so der Cryptonight-Algorithmus. Ein Designziel war eine möglichst breite Nutzbarkeit auch auf normalen CPUs bei gleichzeitiger ASIC-Resistenz, sodass jeder Thread für bestmöglichen Betrieb mindestens 2 MiByte schnellen Speicher benötigt. Die stellen CPUs in der Regel per Level-3-Cache zur Verfügung. Die aktuelle XMR-Stak-version 2.2.0 (Github-Repository des Entwicklers, dort gibt es auch den Quellcode) kennt viele aktuelle CPUs und konfiguriert den Mining-Client oft schon optimal. In der Regel wird dafür der vorhandene L3-Cache als Indikator genutzt und so viele Threads gestartet, dass jeder seinen eigenen 2-MiByte-Häppchen vom L3-Cache erhält.
CPU-Mining: Monero mit XMR-Stak 2.2.0
Für unseren kleinen Test sind wir von der vorgeschlagenen Default-Konfiguration inklusive des Large-Pages-Tweaks ausgegangen, haben aber noch ein wenig mit den Threads herumprobiert. Das beste jeweils erzielte Ergebnis haben wir im folgenden Benchmark festgehalten und danach noch per HWInfo64 die CPU Package Power ausgelesen, um so die Effizienz zu bestimmen. Die verschiedenen Plattformen bringen natürlich jeweils noch einen unvermeidlichen, aber unterschiedlichen Grundumsatz mit, der hier jedoch keine Berücksichtigung findet. Hinweis: Die "kleinen" Intel-Quadcores stammen aus dem Privat-Haushalt des Autors und waren bereits im Vorfeld auf niedrige Leistungsaufnahme bei jeweils fixierten Taktraten optimiert worden. Die restlichen Systeme liefen spezifikationsgemäß out of the box.
Das Beschriebene funktioniert mit Ryzen-CPUs, speziell auch den Threadrippern, offenbar besonders gut, während Intel-Modelle den AMD-Pendants hier deutlich hinterherhecheln. Selbst der zwölfkernige TR-1920X kommt deutlich vor Intels Top-Modell ins Ziel und kostet dabei locker einen Tausender weniger als der i9-7980XE. Auch AMDs Ryzen 7-1800X übertrifft die (vergleichbare) Intel-Garde in Form sowohl des i7-6800K (Broadwell-IP) als auch des aktuellen i7-8700K um über 50 Prozent.
Quelle: PC Games Hardware
Ryzen Threadripper in der PCGH-Edition
Hier kommen AMD die großen L3-Caches zugute, welche es bei Intel in der Form nicht gibt. Einzig die Sockel-2011-Modelle waren bis zum Eintreffen des Skylake-X recht großzügig bestückt. Zugunsten einfacherer Skalierbarkeit mit höheren Kernzahlenhatte Intel aber bei der neuen High-End-Generation von Ringbus- auf ein Mesh-System umgestellt. Im gleichen Zuge vergrößerte man die Level-2-Caches zugunsten einer höheren Datenlokalität auf jeweils 1 MiByte, schrumpfte dafür aber den L3-Cache von 2,5 auf 1,375 MiByte pro Kern (s. PCGH-Test). Dem i7-5775C kommt eine besondere Optimierung zu Pass, die den 128 MiByte fassenden L4-Cache nutzt und so 7 Low-Power-Threads mit höchster Effizienz ausführen kann. Damit ist er trotz geringeren Taktes 16 Prozent schneller als der i7-4770K, kommt aber ebenfalls bei Weitem nicht an den R7-1800X heran.
Normalerweise dient die Low-Power-Option dazu, einen oder zwei Threads nebenher laufen zu lassen, ohne zuviel Strom zu benötigen. Dafür wird allerdings nochmals mehr schneller Speicher (Cache) benötigt, sodass in der Regel bereits bei zwei bis vier Threads der maximale Durchsatz erreicht wird. Der Ryzen 7 peakt im LP-Modus bei 4, Threadripper entsprechend bei 8 Threads.
CPU-Mining: Leistungsaufnahme und Effizienz
Neben den hochgradig schwankenden Kursen bemisst sich speziell in den Hochpreis-Ländern Westeuropas der Mining-Profit an den anfallenden Stromkosten. Wir haben daher in unseren Benchmarks auch einen Blick auf die Leistungsaufnahme geworfen. Allerdings haben wir uns bemüht, die Plattform für den Vergleich der Prozessoren untereinander möglichst auszublenden. Dazu haben wir nach der Ermittelung der Hashrate jeweils noch das Tool HWinfo64 gestartet und dort den während des fortgesetzten Minings angezeigten Durchschnittswerte der CPU Package Power nach einer Minute abgelesen. Der kurze Zeitraum ist kein Problem, da die Mining-Last beim XMR-Stak 2.2.0 nur geringfügig schwankt.
Wenig überraschend liegen in absoluten Watt-Zahlen auch die großen Mehrkern-Modelle der Enthusiast-Plattformen vorn - was in diesem Fall nicht erstrebenswert ist: TR 1950X vor dem abgespeckten Schwestermodell 1920X mit 116,5 respektive 99 Watt. Mit einem Watt mehr machte sich der Core i9-7980XE bemerkbar, während sich der Ryzen 7 1800X beim XMR-Stak 2.2.0 mit 62,1 Watt begnügte. Deutlich sparsamer, aber eben auch langsamer war der i7-8700K mit 39,9 Watt. Auch Intels Vierkerner tummelten sich im 40-Watt-Bereich.
Bei der Effizienz liegt trotz höchster Leistungsaufnahme AMDs Threadripper vorn - hier bekommen Sie also die höchste Hashrate pro eingesetztem Watt, ergo den höchsten Profit. Mit etwas Abstand, aufgrund des enormen Anschaffungspreises allerdings eh akademisch, folgt der i9-7980XE knapp vor dem günstigen Ryzen 7-1800X. Die Quad- und Sechskern-CPUs von Intel kommen selbst im optimierten Zustand nicht an die AMD-Effizienz beim Monero-Mining heran.
CPU-Mining: Fazit
Mit Krypto-Mining auf der CPU wird sicherlich niemand reich und auch die erreichbaren Hashraten liegen unter denen, die mit entsprechenden Grafikkarten möglich sind. Im Gegensatz zu Letzteren jedoch sind Prozessoren preislich derzeit auf Talfahrt und sowieso Bestandteil eines jeden Systems. Falls Sie sich ein frisches System zusammengestellt haben, derzeit aber noch auf humanere Grafikkartenpreise für den Kauf ihres avisierten Spielebeschleunigers warten, spricht - bis auf steuerliche oder ökologische Bedenken - nicht viel dagegen, sich die Anschaffungen durch Mining ein wenig querzufinanzieren.

Gibts schon längst. Sowohl wissentlich als auch unwissentlich.
(Persönliches) Fazit:
Gaming -> Intel
Alles andere -> AMD
zudem kommt da noch der faktor streaming denn fürs streaming fällt der 8600k meist schon weg der 8700k ist zwar top aber auch hier wieder das argument das er massiv teuerer ist. zudem kommen die nächste zeit mehr games die für 6kerne optimiert sind da nun erschwingliche 6kern cpus auf dem markt sind. daher wäre fürs streaming eine 8kern cpu sinnvoll.