Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

63
Special Carsten Spille Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Monero-Logo (released under the CC BY-SA 4.0 license)
Quelle: getmonero.org

Der Crypto-Hype hat die Preise speziell bei Grafikkarten geradezu explodieren lassen. Doch es gibt auch sogenannte Alt-Coins, die sich effizient mit der CPU schürfen lassen. Wir haben einen Blick auf das Cryptonight-basierte Monero geworfen und vergleichen aktuelle CPU-Modelle von AMD und Intel. Lohnt sich das CPU-Mining?

Das Schürfen von Kryptowährungen, Crypto Mining genannt, ist aktuell ein absolutes Reizthema: Umtriebige Geschäftemacher wittern das große Geld durch Mining-Farmen oder schlicht Handel mit Crypto-Coins, während Spieler vorwiegend abgetörnt von den explodierenden Grafikkartenpreisen sind und sich in Foren zunehmend aggressiv gegenüber Minern äußern.

Bislang verschont vom aktuellen Mining-Hype wurden allerdings Hauptprozessoren. Diese gelten gemeinhin als unrentabel, was Crypto-Mining angeht, denn aktuelle, von der Preis-Rallye betroffene Grafikkarten sind bei im Heimbereich populären Krypto-Währungen wie Ethereum oder ZCash wesentlich flotter unterwegs. Das schlägt sich natürlich im zu erwartenden Profit nieder, dem eigentlichen Grund für das Crypto-Mining.

Doch es geht auch anders. Die meisten Kryptowährungen ab der zweiten Generation sind unter anderem darauf optimiert, sich nicht effizient mit angepassten Spezialchips berechnen zu lassen (ASIC resistant), laufen aufgrund hoher Anforderungen an die Speichertransferrate aber vergleichsweise schlecht und damit ineffizient auf herkömmlichen Prozessoren - ganz im Gegensatz zu Grafikkarten. Nicht so der Cryptonight-Algorithmus. Ein Designziel war eine möglichst breite Nutzbarkeit auch auf normalen CPUs bei gleichzeitiger ASIC-Resistenz, sodass jeder Thread für bestmöglichen Betrieb mindestens 2 MiByte schnellen Speicher benötigt. Die stellen CPUs in der Regel per Level-3-Cache zur Verfügung. Die aktuelle XMR-Stak-version 2.2.0 (Github-Repository des Entwicklers, dort gibt es auch den Quellcode) kennt viele aktuelle CPUs und konfiguriert den Mining-Client oft schon optimal. In der Regel wird dafür der vorhandene L3-Cache als Indikator genutzt und so viele Threads gestartet, dass jeder seinen eigenen 2-MiByte-Häppchen vom L3-Cache erhält.

CPU-Mining: Monero mit XMR-Stak 2.2.0

Für unseren kleinen Test sind wir von der vorgeschlagenen Default-Konfiguration inklusive des Large-Pages-Tweaks ausgegangen, haben aber noch ein wenig mit den Threads herumprobiert. Das beste jeweils erzielte Ergebnis haben wir im folgenden Benchmark festgehalten und danach noch per HWInfo64 die CPU Package Power ausgelesen, um so die Effizienz zu bestimmen. Die verschiedenen Plattformen bringen natürlich jeweils noch einen unvermeidlichen, aber unterschiedlichen Grundumsatz mit, der hier jedoch keine Berücksichtigung findet. Hinweis: Die "kleinen" Intel-Quadcores stammen aus dem Privat-Haushalt des Autors und waren bereits im Vorfeld auf niedrige Leistungsaufnahme bei jeweils fixierten Taktraten optimiert worden. Die restlichen Systeme liefen spezifikationsgemäß out of the box.

Das Beschriebene funktioniert mit Ryzen-CPUs, speziell auch den Threadrippern, offenbar besonders gut, während Intel-Modelle den AMD-Pendants hier deutlich hinterherhecheln. Selbst der zwölfkernige TR-1920X kommt deutlich vor Intels Top-Modell ins Ziel und kostet dabei locker einen Tausender weniger als der i9-7980XE. Auch AMDs Ryzen 7-1800X übertrifft die (vergleichbare) Intel-Garde in Form sowohl des i7-6800K (Broadwell-IP) als auch des aktuellen i7-8700K um über 50 Prozent.

Ryzen Threadripper in der PCGH-Edition Quelle: PC Games Hardware Ryzen Threadripper in der PCGH-Edition Hier kommen AMD die großen L3-Caches zugute, welche es bei Intel in der Form nicht gibt. Einzig die Sockel-2011-Modelle waren bis zum Eintreffen des Skylake-X recht großzügig bestückt. Zugunsten einfacherer Skalierbarkeit mit höheren Kernzahlenhatte Intel aber bei der neuen High-End-Generation von Ringbus- auf ein Mesh-System umgestellt. Im gleichen Zuge vergrößerte man die Level-2-Caches zugunsten einer höheren Datenlokalität auf jeweils 1 MiByte, schrumpfte dafür aber den L3-Cache von 2,5 auf 1,375 MiByte pro Kern (s. PCGH-Test). Dem i7-5775C kommt eine besondere Optimierung zu Pass, die den 128 MiByte fassenden L4-Cache nutzt und so 7 Low-Power-Threads mit höchster Effizienz ausführen kann. Damit ist er trotz geringeren Taktes 16 Prozent schneller als der i7-4770K, kommt aber ebenfalls bei Weitem nicht an den R7-1800X heran.

Normalerweise dient die Low-Power-Option dazu, einen oder zwei Threads nebenher laufen zu lassen, ohne zuviel Strom zu benötigen. Dafür wird allerdings nochmals mehr schneller Speicher (Cache) benötigt, sodass in der Regel bereits bei zwei bis vier Threads der maximale Durchsatz erreicht wird. Der Ryzen 7 peakt im LP-Modus bei 4, Threadripper entsprechend bei 8 Threads.

CPU-Mining: Leistungsaufnahme und Effizienz

Neben den hochgradig schwankenden Kursen bemisst sich speziell in den Hochpreis-Ländern Westeuropas der Mining-Profit an den anfallenden Stromkosten. Wir haben daher in unseren Benchmarks auch einen Blick auf die Leistungsaufnahme geworfen. Allerdings haben wir uns bemüht, die Plattform für den Vergleich der Prozessoren untereinander möglichst auszublenden. Dazu haben wir nach der Ermittelung der Hashrate jeweils noch das Tool HWinfo64 gestartet und dort den während des fortgesetzten Minings angezeigten Durchschnittswerte der CPU Package Power nach einer Minute abgelesen. Der kurze Zeitraum ist kein Problem, da die Mining-Last beim XMR-Stak 2.2.0 nur geringfügig schwankt.

Wenig überraschend liegen in absoluten Watt-Zahlen auch die großen Mehrkern-Modelle der Enthusiast-Plattformen vorn - was in diesem Fall nicht erstrebenswert ist: TR 1950X vor dem abgespeckten Schwestermodell 1920X mit 116,5 respektive 99 Watt. Mit einem Watt mehr machte sich der Core i9-7980XE bemerkbar, während sich der Ryzen 7 1800X beim XMR-Stak 2.2.0 mit 62,1 Watt begnügte. Deutlich sparsamer, aber eben auch langsamer war der i7-8700K mit 39,9 Watt. Auch Intels Vierkerner tummelten sich im 40-Watt-Bereich.

Bei der Effizienz liegt trotz höchster Leistungsaufnahme AMDs Threadripper vorn - hier bekommen Sie also die höchste Hashrate pro eingesetztem Watt, ergo den höchsten Profit. Mit etwas Abstand, aufgrund des enormen Anschaffungspreises allerdings eh akademisch, folgt der i9-7980XE knapp vor dem günstigen Ryzen 7-1800X. Die Quad- und Sechskern-CPUs von Intel kommen selbst im optimierten Zustand nicht an die AMD-Effizienz beim Monero-Mining heran.

CPU-Mining: Fazit

Mit Krypto-Mining auf der CPU wird sicherlich niemand reich und auch die erreichbaren Hashraten liegen unter denen, die mit entsprechenden Grafikkarten möglich sind. Im Gegensatz zu Letzteren jedoch sind Prozessoren preislich derzeit auf Talfahrt und sowieso Bestandteil eines jeden Systems. Falls Sie sich ein frisches System zusammengestellt haben, derzeit aber noch auf humanere Grafikkartenpreise für den Kauf ihres avisierten Spielebeschleunigers warten, spricht - bis auf steuerliche oder ökologische Bedenken - nicht viel dagegen, sich die Anschaffungen durch Mining ein wenig querzufinanzieren.

63
    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von foldinghomealone Software-Overclocker(in)
        AW: Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

        Zitat von PrivateCeralion
        Da sieht man wieder, dass Cache King ist.
        Oder Cash
      • Von foldinghomealone Software-Overclocker(in)
        AW: Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

        Zitat von PrivateCeralion
        Da sieht man wieder, dass Cache King ist.
        Oder Cash
      • Von amdahl Volt-Modder(in)
        AW: Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

        Gibts schon längst. Sowohl wissentlich als auch unwissentlich.
      • Von Tigertechnik Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

        Zitat von leaderwhite
        cpu mining wo wir schon angekommen sind
        bald mimen die ersten auf ihrem smartphones :0)
      • Von Gast20190527
        AW: Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

        Zitat von bschicht86
        Also ist Ryzen doch zu was gut.

        (Persönliches) Fazit:
        Gaming -> Intel
        Alles andere -> AMD

        nunja, es hat ja nie einer behauptet das AMD generell für nix zu gebrauchen ist. Es wurde nur immer wieder gesagt das AMD in den Spielen nicht an die Leistung der Intel CPUs rankommt. Und genau das war halt manchen Fans ein Dorn im Auge. Denn die Realität zeigt ganz klar das es an dieser Aussage nix zu rütteln gibt. Es wird nur immer versucht alles schön zu reden.

        Zitat
        Im Gegensatz zu Letzteren jedoch sind Prozessoren preislich derzeit auf Talfahrt und sowieso Bestandteil eines jeden Systems
        Lustig, letzt wurde noch behauptet das Hardware generell teurer wird und jetzt auf einmal die CPUs doch nicht. Aber hauptsache auf die Menschen eintreten die sagen das CPUS derzeit nicht teuer sind. Komische Community hier
      • Von Trodel Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Kryptomining mit der CPU: AMD Threadripper schlägt Skylake X deutlich

        Zitat von Pu244
        Jedes Spiel ist irgendwo CPU begrenzt und solange ein Spiel nicht mehr als 6 Kerne Ausnutzt, ist Intel im nunmal Vorteil.
        klar aber wenn man bedenkt was z.b. der 1600er ryzen kostet und der 8700k dann ist der ryzen pl deutlich besser. Für einen mittelklasse gamer (bis ca. 1070 auf fullhd sind 95% der games durch die graka limitiert(und bei älteren games hat der ryzen oft auch genug power um das spiel komplett flüssig zocken zu können.) wenn man jetzt bedenkt dass ein 8700k + mainboard ca 200-250 euro mehr kostet ist die mehrleistung in games viel zu gering. und für alle die genug geld haben die werden eher auf 4k setzen. wo wiederum die 1080ti der limiterende faktor ist. alternativ kann man sagen die 8600k ist viel günstiger als die 8700k ja aber auch diese cpu ist noch ca 100euro teurer.und für viele reicht das um die gpu eine stufe besser zu kaufen was leistungsmässig meist mehr bringt. Für mich ist der 1600er die beste cpu für fast alle gamer ausser man will alles mit 144hz spielen. wobei auch da liefert der 1600er noch genug power denn in den spielen in denen es einen kratzt ob man 100 oder 144hz hat wie csgo,lol dota oder diverse shooter reicht der ryzen aus um meist die 144hz zu liefern.
        zudem kommt da noch der faktor streaming denn fürs streaming fällt der 8600k meist schon weg der 8700k ist zwar top aber auch hier wieder das argument das er massiv teuerer ist. zudem kommen die nächste zeit mehr games die für 6kerne optimiert sind da nun erschwingliche 6kern cpus auf dem markt sind. daher wäre fürs streaming eine 8kern cpu sinnvoll.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk