Sound Blaster Evo ZxR - Creatives High-Tech Kopfhörer im Test
Mit dem Evo ZxR hat Creative einen nicht ganz alltäglichen Kopfhörer auf den Markt gebracht. Neben beinahe schon alltäglichen Features wie Bluetooth-Unterstützung und Active Noise Cancellation kommt das Evo mit einer umfangreich konfigurierbaren Software. Unter der Haube steckt außerdem ein leistungsstarker Vierkern-Prozessor, der Soundmodulationen inklusive virtuellem 7.1-Surround-Sound berechnet.
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Quelle: PC Games Hardware
Creative Sound Blaster Evo ZxR
Creative ist schon seit Jahrzehnten bekannt für PC-Audio-Equipment. Der Markennamen Sound Blaster war in vergangenen Tagen sogar so weit verbreitet, dass er stellvertretend für Soundkarten eingesetzt wurde. Doch Soundkarten haben sich seit einiger Zeit zu einem relativ überschaubaren Markt entwickelt und sind auch wegen durchgehender Verbreitung von Onboard-Audio nicht mehr im breiten Fokus.
Sound Blaster Evo ZxR - Technik
Mit der Evo ZxR möchte Creative wieder von sich reden machen. Schon eine Kategorisierung des Geräts fällt schwerer, als man annehmen könnte: Ist das Evo ein Kopfhörer, Headset oder vielleicht eine Soundkarte mit Ohrmuscheln? In dem Gerät steckt unter anderem Creatives leistungsfähigster Audio-Chip, der AXX1, ein Multicore-Prozessor mit vier Rechenkernen. Der Chip kümmert sich neben der Verbindung mit mobilen Geräten via Blootooth und Near Field Communication (NFC) größtenteils um die Klangmodulation. Darunter ist auch Creatives leistungsfähige SBX-Software, von der wir Ihnen hier im Artikel ein Demo-Video verlinkt haben.
Außerdem können durch ein Dual-Mikrofon-Array neben der eigenen Stimme für die Onlinekommunikation oder Telefonie mittels Smartphone auch Außengeräusche aufgezeichnet und wahlweise durch Phasenumkehrung eliminiert (Active Noise Cancellation) oder per Talk-Through-Funktion direkt über die beiden großen 50-mm-Treiber wiedergegeben werden, sodass man beispielsweise eine Unterhaltung führen kann, ohne das Evo vom Kopf zu nehmen. Eine weitere integrierte Technologie ist Crystal Voice, diese vereint unter anderem eine aktive Geräusch- und Hallunterdrückung bei der Sprachaufzeichnung sowie die Möglichkeit, die eigene Stimme zu modulieren.
Sound Blaster Evo ZxR - Software-Features, Verarbeitung und Design
Das Headset kann per Klinkenstecker oder USB-Anschluss an den PC angeschlossen werden oder sehr einfach kabellos mit Bluetooth-fähigen Geräten verbunden werden. Sollte Ihr Gerät Near Field Communication unterstützen, reicht es aus, Smartphone oder Tablett einfach kurz an das Evo zu halten, der Rest der Einrichtung funktioniert automatisch. Ansonsten muss BlueTooth von Hand eingerichtet und anschließend die Soundblaster-Central-App heruntergeladen werden. Ist die Software installiert, können am PC wie auch Smartphone manuell umfangreiche Anpassungen via SBX Pro Studio und eines Elf-Band-Equalizers vorgenommen werden. Zudem gibt es drei Profile für Musik, Gaming und Film, jeweils mit individuell regelbarem Klang.
Verarbeitung und Design machen einen sehr hochwertigen Eindruck. Äußerlich ist das Evo an die aktuelle Sound-Blaster-Z-Reihe angelehnt. Das mattschwarze Plastik harmoniert sehr schön mit dem metallischen Burgunderrot. Akzente setzen Applikationen im Chrom-Look und das verstellbare Lautsprecherband aus gebürstetem Aluminium. Das Evo macht einen etwas klobigen Eindruck, doch mit 325 Gramm fällt es trotz der ganzen Technik nicht übermäßig schwer aus. Zudem sitzt das akustische Multitool wie angegossen, verteilt sein Gewicht geschickt und schmeichelt sich mit ausgesprochen bequemen Kunstlederpolstern an den Hörer an.
Die wichtigsten Bedienungselemente sind an der rechten Seite des Kopfhörers angebracht, mit ein wenig Übung funktioniert die Bedienung tadellos. Mit einem Druck auf die große zentrale und mit dem Sound-Blaster-Namenszug versehene Schaltfläche kann ein eingehendes Telefonat angenommen oder zwischen zwei verbundenen BlueTooth-Geräten gewechselt werden.
Sound Blaster Evo ZxR - Der Klang
Dreihundert Euro sind schon eine Ansage: In diesem Preisbereich tummeln sich auch sehr gute Kopfhörer etwa von Beyerdynamic oder AKG. Was kann das Evo also klanglich? Zuerst einmal: Das Evo ist kein Hi-Fi-Kopfhörer und kann auch nur relativ schwer mit diesen verglichen werden. Ganz nüchtern betrachtet und ohne Software-Spielereien klingt Creatives Audio-Gerät zugeschnürt, die Standard-Abstimmung ist zudem sehr basslastig und schluckt viele Details. Erst mit der Software und Anpassungen von Hand spielt das Evo seine Stärken aus: Sehr detailliert und räumlich klingen plötzlich die hochqualitativen Musikstücke, auch Mehrkanal-Musik verarbeitet das Gerät einwandfrei. Das letzte Quäntchen Dynamik fehlt, doch auch so macht das Evo viel Spaß und man ertappt sich schnell dabei, während des Hörens Equalizer-Enstellungen und SBX für jeden einzelnen Song neu einzustellen. Kein Hi-Fi-Kopfhörer, aber vielleicht eine sehr kompakte Anlage auch für den mobilen Gebrauch und an deren Reglern man wie am großen, stationären Verstärker spielen kann - so passt die Kategorisierung wohl besser. Ein bisschen Erfahrung mit der Einrichtung von Soundhardware ist eigentlich Voraussetzung für die Nutzung des Evo, ansonsten kann der Klang nicht im vollen Umfang genutzt werden. In diesem Fall klingt der Hörer enttäuschend und nicht dem selbstbewussten Preis gerechtfertigt.
Aber Creative ist ja in erster Linie für den Spiele-Sound bekannt, wie schlägt sich das Evo also in diesem Bereich? Nicht allzu verwunderlich ist der virtuelle 7.1-Surround ausgezeichnet: Das auch im Audio-Bereich auf Referenzniveau gelegene Battlefield 4 klingt beinahe schon beängstigend authentisch: Die peitschenden Schüsse, die unzähligen feinen Details und Hintergrundgeräusche und sehr natürlich klingenden Stimmen schaffen eine lückenlose Rundumbeschallung der Extraklasse. An eine von Hand abgestimmte, dedizierte Soundblaster ZxR plus sehr guten Hi-Fi-Kopfhörer kommt das Evo nicht ganz heran, doch im Großen und Ganzen ist der Spiele-Sound sehr vorzeigbar.
Sowohl für gut betuchte Gamer, technik-affine Smartphone-Nutzer als auch Audio-Freunde könnte das Evo also durchaus interessant sein. Echten audiophilen Anspruch hat das Gerät nicht, aber wer gerne Höreindrücke sammelt und im Geschäft ein Demo-Gerät autreiben kann, sollte sich ruhig einmal ausgehend mit dem Evo beschäftigen. Dreihundert Euro sind nicht wenig, aber dank der verbauten Technik, der Software-Features und dem gelungenen Design scheint der Preis nicht unangemessen. Was halten Sie von Creatives High-Tech-Kopfhörer? Nutzen Sie unsere Kommentar-Funktion.

Passive Dämpfung empfinde ich als viel besser oder eben gleich sehr gute IEM. Diese dämpfen so gut wie Oropax (um die 30db Unterschied).
Vielen Dank für den Test Phil!