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  • Ultrasone P880 im Test: Kopfhörer der Spitzenklasse für 360 Euro

    Mit der Performance-Reihe bietet Ultrasone drei neue Kopfhörer-Modelle an, die Interessenten einen Einstieg in das Sortiment des Herstellers bieten soll. Wir konnten alle drei Modelle über einen längeren Zeitraum ausführlich Probe hören. Dabei fielen uns große Unterschiede der äußerlich sehr ähnlichen Hörer auf. Besonders das Topmodell P880 konnte uns mit seinem offenen Klangbild, der tollen Dynamik und seiner fantastischen Auflösung begeistern. In diesem Test konzentrieren wir uns daher auf dieses Modell und erklären, warum der Hörer eventuell etwas Eingewöhnung erfordert.

    Performance P880 - Topmodell der Ultrasone Performance-Reihe

          

    Wir hatten die Möglichkeit, alle drei Modelle der neuen und verhältnismäßig günstigen Performance-Reihe von Ultrasone ausgiebig zu testen. Die drei Kopfhörer sehen sich äußerlich sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch stark bei der Abstimmung, der Offenheit des Klangbildes und besonders in der Detailabbildung. Das Einstiegsmodell ist der P840 für rund 240 Euro, er ist recht basslastig abgestimmt und zielt mit seinem Klangbild unserer Meinung nach recht deutlich auf die hippe Jugend ab. Äußerlich unterscheidet sich der P840 von seinen Geschwistern nur durch mattschwarze statt metallische Applikationen an den Kopfhörermuscheln sowie seiner Produktbezeichnung. Der P860 soll rund 300 Euro kosten (es gibt ihn allerdings schon für rund 250 Euro), trägt Verzierungen im Aluminium-Look an den Kopfhörermuscheln und spielt von den Hörern klar am neutralsten auf, klingt sehr sauber und ausgeglichen.

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    Ultrasone Performance Series PCGH 16-pcgh

    Das Top-Modell Ultrasone P880, auf das wir uns in diesem Test konzentrieren wollen, unterscheidet sich äußerlich nur durch die Applikationen in Gunmetal Grey und den Plaketten mit der Modellnummer an den Kopfhörermuscheln von den günstigeren Geschwistern. Ein deutlicher Unterschied offenbart sich uns jedoch, nachdem wir den edlen Kopfhörer aufgesetzt und ihm über die Asus Xonar Essence One hochqualitatives Audiomaterial zuspielen: Wahnsinn, wie räumlich der P880 klingt, mit welchem Verve er aufspielt und wie der Kopfhörer zuvor unhörbare Details abzubilden vermag. Der Ultrasone klingt dabei deutlich intimer als beispielsweise ein (sehr) offen designter und frei spielender AKG Q 701 oder ein Sennheiser HD 560 II Ovation. Wer aber schon einmal einen guten geschlossenen Hörer auf dem Kopf hatte, wird wohl dennoch sehr von der Offenheit des P880 überrascht sein. Die Dreidimensionalität des Klangbilds ist beeindruckend, dabei wirkt diese Räumlichkeit eher weit als tief - das Klangbild wirkt also von links nach rechts geräumiger als von vorn nach hinten. Die klanglichen Eigenheiten seiner Bauart kann der P880 also wohl nicht ganz ablegen, ein sehr frei spielender Kopfhörer offener Bauweise wie etwa der AKG Q 701 klingt noch etwas luftiger, suggeriert eine größere Tiefe. Dennoch ist sehr beeindruckend, wie gut sich der P880 in dieser Disziplin schlägt. Für diese - bei geschlossenen Hörern eigentlich recht atypische Klangeigenschaft - nutzt Ultrasone einige technische Kniffe, auf die wir zuerst zu sprechen kommen wollen, bevor wir unsere subjektiven Eindrücke zum Klang schildern wollen. Denn der Ultrasone P880 ist in dieser Hinsicht etwas eigen, was wohl zumindest teilweise auf die verwendeten Technologien zurückzuführen seien dürfte. Der Kostenpunkt des P880 liegt bei rund 380 Euro und liegt damit deutlich über den beiden anderen Modellen, kann sich allerdings auch klanglich klar von diesen distanzieren.

    Performance P880 - High-Tech und Know-How für den besonderen Klang

          

    Ultrasone Performance-Reihe P840, P860 und P880 Ultrasone Performance-Reihe P840, P860 und P880 Quelle: PC Games Hardware Einen Grund für das erwähnte, sehr räumliche Klangbild dürfte Ultrasones S-Logic-Plus sowie Natural-Surround-Technologie spielen. Erstere Technik vereint eine spezielle, klangtechnisch optimierte Formung der Lautsprechermuscheln sowie eine Bedämpfung der Treiber. Natural Surround soll durch das Einbeziehen der gesamten Ohrmuschel und die durch gezieltes Anstrahlen bestimmter Teile davon die räumliche Ortung verbessern. Denn durch die Psychoakutstik ordnet das menschliche Gehör einem Klang eine bestimmte Richtung zu, je nachdem, auf welche Stelle des Ohres der Schall trifft und von dort in den Gehörgang geleitet wird. Allerdings spielt dabei unter anderem auch die ganz persönliche Hörerfahrung eine große Rolle, so dass das Ergebnis von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausfallen kann. Diese Erkenntnis ist nichts Neues und viele Hi-Fi-Kopfhörer nutzen bereits psychoakustische Kniffe, um diese Eigenheiten des menschlichen Gehörs auszunutzen und so für ein räumlicheres Klangbild zu sorgen. Häufig sind das beispielsweise angewinkelte Treiber, die schräg zur Ohrmuschel stehen. Ein Teil der Schallwellen trifft so auf das obere Außenohr und wird von dort zurück Richtung Gehörgang geworfen. Die Verzögerung, mit der die Klänge dort aufgrund der Schallgeschwindigkeit eintreffen, suggeriert dem Gehirn eine höhere Distanz und/oder eine andere Richtung gegenüber jenen Klängen, die direkt in das Innenohr dringen.

    Die richtige Abstimmung vorausgesetzt, kann also durch das Anwinkeln der Treiber durch die Psychoakustik ein offeneres, räumliches Klangbild erzeugt werden - ohne dass eine zusätzliche Klangmodulation nötig wäre, wie sie beispielsweise bei Gaming-Headsets mit virtuellem Surround üblich sind. Auch Ultrasone nutzt die Psychoakustik des menschlichen Gehörs aus, um die Räumlichkeit des P880 zu verbessern. Hier werden die Treiber allerdings nicht angewinkelt, sondern dezentral im unteren Bereich der Kopfhörerkammern angebracht. Kleinere Öffnungen im oberen Bereich lassen einen Teil des vom Treiber abgestrahlten Schall unter anderem auf die Helix (jenen gewölbten, äußeren Rand) des Außenohres treffen und von dort aus verzögert ins Innenohr gelangen, während eine große Öffnung unten in der Kopfhörermuscheln die Schallwellen auf direktem Wege ins Ohr transportiert. Wie bei anderen Geräten durch angewinkelte Treiber wird also auch hier durch eine absichtliche Verzögerung des Schalls versucht, den räumlichen Eindruck der Kopfhörer zu verbessern. Nur die Herangehensweise ist eine andere. Und dies sorgt subjektiv auch für einen ganz besonderen Höreindruck, doch dazu später mehr.

    Neben den Optimierungen der Räumlichkeit erlaubt S-Logic durch die darin enthaltene ULE-Technologie (Ultra Low Emissions - also eine außergewöhnlich geringe Abstrahlung von Schallwellen nach Außen) laut Ultrasone auch einen reduzierten Schalldruck von rund 3-4 dB bei gleichbleibend wahrgenommener Lautstärke, was zu einer deutlichen Entlastung des Ohres führen und somit das Risiko von bleibenden Schäden durch zu hohe Pegel minimieren soll. In der Praxis lässt sich dies kaum überprüfen, die angegebenen 94 dB Schalldruck sind jedoch gegenüber anderen Kopfhörern jedoch eher niedrig (viele andere Geräte geben rund 100 dB oder mehr an), während uns der P880 niemals zu leise vorkam. Auch dass eine Verringerung der nach außen abgestrahlten Schallwellen erhöhte Effizienz und damit eine Reduzierung des Schalldrucks erlaubt, ist einleuchtend. Wie sehr sich die Technik aber tatsächlich auf die Hörerfahrung auswirkt und wie stark die Unterschiede gegenüber anderen Kopfhörern ausfallen, liegt definitiv im subjektiven, nicht objektiv vermittelbaren Bereich und müsste von Interessenten selbst beurteilt werden. Hier, wie auch bei dem räumlichen Klangbild, könnte selbst mit aufwendigen Messungen keine klare Aussage zu der Effektivität der Technologien gemacht werden, da diese Eindrücke erst durch die Verarbeitung der Nervensignale im menschlichen Gehirn entstehen - und sich auch deshalb von Mensch zu Mensch unterscheiden würden. Deshalb gilt wie bei allen Hi-Fi-Produkten, vielleicht sogar in besonderem Maße: Interessieren Sie sich für ein bestimmtes Gerät, hören Sie es ausführlich Probe! Nehmen Sie sich Zeit, sich ein wenig an die klanglichen sowie designtechnischen Eigenheiten eines Kopfhörers zu gewöhnen und überprüfen Sie den korrekten Sitz, erst dann lässt sich einschätzen, ob ein bestimmter Kopfhörer für ihren Hörgenuss in Frage kommen würde.

    Ultrasone Performance P880 - Dezentrale Anordnung der Treiber Ultrasone Performance P880 - Dezentrale Anordnung der Treiber Quelle: PC Games Hardware Die 40-mm-Treiber des Ultrasone Performance P880 werden von einem Magneten aus einer Neodym-Eisen-Bor-Legierung (NdFeB) angetrieben. Diese Zusammensetzung erlaubt stärkste Magnetwirkung auf kleinstem Raum, kommt allerdings sehr häufig beim Lautsprecherbau zum Einsatz und stellt kaum eine Besonderheit dar. Wohl aber die Titanbeschichtung der Treiber, die sich auch mit dem Auge anhand des dezenten, stahlgrauen Glanzes erahnen lässt. Inwieweit diese sich tatsächlich auf den Klang auswirkt, bleibt natürlich Mutmaßung, da wir keinen direkten Vergleich zwischen einem ansonsten baugleichen Modell mit unbeschichteten Treibern vornehmen können. Doch die Art und Weise, wie die Treiber ansprechen, lässt die Vermutung zu, dass sich die Beschichtung einen zu einem nicht unbedeutenden Teil auf den Klang auswirken könnte: Eine Beschichtung der Membran kann (!) bei Lautsprechern einen Vorteil bei der Detailabbildung und dem Ansprechverhalten bringen, da durch die erhöhte Steifigkeit die Präzision der Schwingungen verbessert und ein unerwünschtes Nachschwingen oder Verformen der Membran verringert und damit eine flottere Reaktion auf neue Impulse realisiert werden kann - zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis müssen natürlich die Materialien aufeinander abgestimmt sowie die Veränderungen beim Ansprechverhalten durch das zusätzliche Gewicht berücksichtigt werden - wozu viel Knowhow und Erfahrung nötig sind. Ansonsten könnte eine Beschichtung auch negative Auswirkungen auf das Klangbild haben, etwa wenn diese zu dick aufgetragen wurde. Denn dann könnte das Ansprechverhalten und die Präzision der Treiber beeinflusst werden, allein schon durch die Tatsache, dass sich mit einem höheren Gewicht auch die Massenträgheit erhöht. Titan aber ist ein sehr leichtes, festes und gleichzeitig flexibles Material, sollte sich daher gut für diesen Einsatzzweck eignen. Die sehr gute Korrosionsbeständigkeit von Titan dürfte zudem auch der Langlebigkeit der Kopfhörer zugutekommen, die Beschichtung wie eine Art Schutzfilm wirken.

    Performance P880 - Subjektive Klangeindrücke

          

    Dankenswerterweise hatten wir ausreichend Zeit, um uns mit dem Ultrasone P880 zu beschäftigen. Denn das Produkt hat definitiv so seine Eigenheiten, besonders, was die klanglichen Eigenschaften betrifft. So konnten wir den Hörer einspielen lassen und mit verschiedenen Klangquellen ausführlich probehören, darunter eine Asus Xonar Essence One, Creative Sound Blaster ZXR (nachgerüstet mit Muses-01 Op-Amps), eine Asus Xonar STX II (ebenfalls nachgerüstet mit Muses-01), jeweils direkt über Klinke und an einem kräftigen Hifi-Verstärker (Pioneer A-676 Reference) angeschlossen. Zudem nutzten wir für den mobilen Einsatz einen Fiio X1.

    Es ist wirklich beeindruckend, wie viele Nuancen der Kopfhörer aus einem gut produzierten Song herausarbeiten kann Sehr auffällig ist die sehr eindrückliche Detailabbildung des Ultrasone P880: Es ist wirklich beeindruckend, wie viele Nuancen der Kopfhörer aus einem gut produzierten Song herausarbeiten kann, welche Feinheiten plötzlich auffallen, die den Ohren vormals verborgen blieben und welche klangliche Dynamik im P880 steckt. Unterstützt wird dieser sehr überzeugende Eindruck von der großen Räumlichkeit des Hörers, denn so können Klangquellen extrem präzise geortet werden. Bei guten Musikaufnahmen entsteht so tatsächlich der Eindruck, als stünde man direkt vor einer weiten Bühne und man könnte den Ort, wo die Instrumente stehen, auch mit geschlossenen Augen ohne Probleme lokalisieren. Es macht daher viel Spaß, mit dem P880 sehr komplexe Musik zu hören, man muss allerdings nicht, denn der P880 kann auch ganz entspannt. Das Klangbild des Kopfhörers ist sehr natürlich, aber nicht völlig neutral. Der sehr gefällige, ausgesprochen präzise und straffe Bass ist leicht betont und die hohen, in manchen Fällen gar etwas harschen Höhen lassen eine Spitze im oberen Frequenzbereich vermuten. Die Mitten sind angenehm smooth und warm, so klingt der P880 satt, direkt und warm. Dabei auch ausgesprochen detailliert und präzise, in manchen Fällen auch leicht scharf und kühl, beinahe ein wenig aggressiv.

    Wir haben eine ganze Weile benötigt, um uns an den Klang des P880 zu gewöhnen, gleich in mehrerer Hinsicht: Da wäre zum einen der extreme hohe Detailgrad, den der Ultrasone-Hörer abzubilden vermag und uns in nicht wenigen Songs mit ausgesprochen gut differenzierbaren Klängen oder in Spielen und Filmen mit fast schon beängstigend realistischen Geräuschen überrascht, die dank der tollen Räumlichkeit sehr gut zu orten sind. Eine knallende Tür, ein Klopfen oder Schrittgeräusche? Mehrfach zuckte uns bei solch einem Beispiel der Kopf auf der Suche nach dem Verursacher herum, denn der P880 lässt solche Klänge dermaßen realistisch erscheinen, dass wir ihm auf den Leim gingen - und unser Gehirn uns nicht selten auf Verdacht eine ordentliche Dosis Adrenalin verpasste. Diese hohe Detailtreue des Ultrasone ist gewöhnungsbedürftig, aber natürlich absolut positiv zu sehen: Der P880 ist praktisch perfekt dafür geeignet, sich mit Alien: Isolation das Nervenkostüm zu zerfetzen - und ja, das macht Spaß.

    Was an dem Klangbild des Ultrasone P880 aber - zumindest für unsere Ohren - so gewöhnungsbedürftig war, ist wie der Kopfhörer diese Räumlichkeit darstellt. Anfangs erschien es uns beispielsweise so, als würden menschliche Stimmen (besonders Frauenstimmen) von etwas oberhalb unseres Kopfes und sehr nah am Ohr entstehen würden, während der Großteil des restlichen Klangbildes sehr weit und offen erschien. Ein bisschen so, als stünden wir an einem belebten Bahnhof und uns würde eine nahestehende, sehr großgewachsene Frau von oben herab direkt ansprechen. Dies sorgte in den ersten Momenten für eine gewisse Irritation, legte sich aber mit der Zeit. Doch erst nachdem wir uns an die Akustik gewöhnt hatten, wirkte der Klang wirklich überzeugend und natürlich. Eine andere Besonderheit des P880 zeigte sich, als wir den Bügel des Hörers auf der Suche nach dem besten Sitz auf dem Kopf hin- und herschoben: Bewegten wir den Bügel nach vorn, erschien das Klangbild heller, höhenbetonter, während ein Zurückschieben des Bügels den Bass und die unteren Mitten hervorhob. All dies sind wohl Eigenheiten der Ultrasone-Klangtechniken, die sich durchaus von Hörer zu Hörer unterscheiden könnten. Daher wieder der Rat an alle Interessenten: Planen Sie vor dem Kauf unbedingt ein längeres Probehören ein.

    Performance P880 - Komfort, Verarbeitung und Extras

          

    Ultrasone Performance-Reihe P880 mit Zubehör Ultrasone Performance-Reihe P880 mit Zubehör Quelle: PC Games Hardware Ultrasone Performance-Reihe P880 - Wechselbare Ohrpolster (verklebt) Ultrasone Performance-Reihe P880 - Wechselbare Ohrpolster (verklebt) Quelle: PC Games Hardware Ultrasone Performance-Reihe - P 880 mit Velour-Polsterung Ultrasone Performance-Reihe - P 880 mit Velour-Polsterung Quelle: PC Games Hardware Der Ultrasone P880 sitzt ausgesprochen bequem auf dem Kopf, die rund 270 Gramm sind dank großer, weicher Memory-Foam-Polsterung kaum zu spüren. Auch nach mehreren Stunden sitzt der Kopfhörer ausgesprochen bequem, die geschlossene Bauweise begünstigt allerdings warme Ohren, was zumindest im Sommer etwas unangenehm werden könnte. Dafür schließen die weichen Ohrpolster sehr gut ab, Außengeräusche werden sehr effektiv gedämmt, ohne komplett unhörbar zu werden. Optional können die Polster gewechselt werden, dem P880 liegen zwei separate Velours-Polster bei. Diese fallen etwas fester aus, die flauschige Oberfläche macht aber auch sie sehr angenehm zu tragen, wir bevorzugten sie nach einer Weile gar, weil sie den Hörer auf unserem Kopf etwas straffer sitzen und den Ohren wegen der höheren Festigkeit etwas mehr Raum ließen. Ein kleiner Kritikpunkt an dieser Stelle: Die Polster werden verklebt, dazu ist ein Streifen doppelseitiges Klebeband an diesen angebracht. Dessen Kleberückstände lassen sich nur mit relativ viel Aufwand wieder vom Kopfhörer entfernen. Zudem gibt es ausgefeilter Methoden, Polster an einem Kopfhörer anzubringen, berücksichtigt man die Preisklasse des P880, wirkt die Klebelösung daher etwas unpassend.

    Und wenn wir schon einmal am kritteln sind: Die Verarbeitung des P880 ist prinzipiell ausgesprochen gut, doch die Haptik der Kopfhörermuscheln wirkt ein wenig klapprig, das Plastik etwas dünn und labil. Und während der Bügel mit seinen teils großzügig dimensionierten Metall-Applikationen sehr robust ausfällt, sind die metallisch aussehenden Teile der Hörmuscheln aus Plastik gefertigt. Das mag dem Gewicht zu Gute kommen, schmälert aber den ansonsten sehr hochwertigen Eindruck des P880 etwas. Zudem wäre es für Käufer eventuell nett, wenn sich das Top-Modell der Serie auch optisch und haptisch ein wenig von den günstigeren Geschwistern P860 und P840 absetzen würde - die einzigen optischen Unterschiede zu den kleineren Modellen sind ein verschieden lackiertes Plastikteil auf jeder Seite und die Modellbezeichnung, sowie ein etwas umfangreicheres Zubehörpaket für das Topmodell.

    Dieses Zubehör besteht aus den schon erwähnten Velour-Polstern, ein zusätzliches Kabel für den mobilen Einsatz, ein 3,5-auf-6,3-mm-Klinkenadapter und eine gepolsterte Tragetasche. Die letzteren beiden Extras sind auch in den Verpackungen der Geschwistermodelle enthalten. Das Kabel für den mobilen Einsatz fällt eher dünn und filigran aus, eignet sich aber recht gut, um den Kopfhörer unterwegs zu betreiben, denn es induziert nur recht wenige Kabelgeräusche, wenn es mit Kleidung oder anderen Objekten reibt. Das für den Heimeinsatz angedachte Kabel ist dagegen sehr dick dimensioniert und macht einen ausgesprochen robusten Eindruck. Sollte es dennoch irgendwann einmal beschädigt werden, lässt es sich zwar tauschen, der Anschluss am Hörer ist jedoch eine 2,5-mm-Buchse mit Verschlussvorrichtung. Daher wird ein spezielles Kabel benötigt und auch das Anschließen eines Mikrofons wie dem V-Moda Boom Pro oder Beyerdynamic Headset Gear ist nicht ohne Weiteres möglich.

    Ultrasone Performance P880 - Fazit

          

    Der P880 hat uns ausgesprochen gut gefallen, die Fülle an Details, die er abzubilden vermag und die sehr gute Räumlichkeit sind ein wirklicher Genuss. Die Klarheit und Präzision, mit der der Ultrasone-Kopfhörer aufwarten kann, ist eine deutliche Steigerung gegenüber vielen anderen Hörern, auch gegenüber den eigenen Geschwistern oder einem für seine Offenheit und präzise Detailabbildung bekannten AKG Q 701. Und gleich ob Musik, Film oder Computerspiel, überall weiß sich der P880 sehr gut in Szene zu setzen.

    Allerdings setzt der P880 unserer Meinung auch eine gewisse Gewöhnungsphase voraus und seine klangspezifischen Eigenheiten werden wohl nicht jedem Hörer zusagen. Wer mit dem P880 liebäugelt, sollte zudem auch ordentliche Zuspielgeräte besitzen, etwa einen Kopfhörerverstärker für unterwegs, eine gute Soundkarte oder DAC zum Spielen und einen ordentlichen AVR oder Verstärker für Filme. Zwar lässt sich der P880 auch ohne zusätzliche Verstärkung gut mittels Onboard oder Handy betreiben, seine volle Dynamik kann er aber erst mit entsprechender Hardware ausspielen. Ebenfalls empfehlenswert: Gut produzierte Musikstücke, denn Aufnahmefehler, Loudness-Abstimmung, Kompression oder Ähnliches deckt der P880 ziemlich schonungslos auf. Ist all dies gegeben, ist der Ultrasone P880 aber ein sehr empfehlenswertes Produkt, den Aufpreis zu den kleineren Modellen aus unserer Sicht absolut wert und hat sich unseren Top-Produkt-Award redlich verdient (PCGH 04/2015).
    [...] Aufnahmefehler, Loudness-Abstimmung, Kompression oder Ähnliches deckt der P880 ziemlich schonungslos auf.

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    08:56
    Soundkarte vs. Onboard im Spielebetrieb: Deutlich hörbare Unterschiede
      • Von Aradisa PC-Selbstbauer(in)
        Ich habe den P880 jetzt seit einigen Tagen zu Hause,und was soll ich sagen,der KH ist der Hammer
        Allerdings stimmt es auch was Phil im Test hervorgehoben hat,an das Klangbild des P880 muß man sich definitiv gewöhnen.
        Entweder man hasst es oder man liebt es.Ich liebe es
        Ich zocke gerade Dying Light,und bekomme regelmäßig Gänsehaut.
        Es ist echt beeindruckend wie autentisch und plastisch der 880 aufspielt
      • Von Tutanchamun(TM) Sysprofile-User(in)
        @yingtao, nein der Tester A konnte den Unterschied nur ausmachen weil es beim ersten Durchgang ein Problem mit der Lautstärke des ALC 889 Codecs gab. Steht hier Results: Get Lucky / Daft Punk - What Does It Take To Turn The PC Into A Hi-Fi Audio Platform?, deshalb sind die Ergebnisse des ersten Durchgangs mit einem "*" versehen. Die Tester konnten keinen Unterschied feststellen. Versteh mich nicht falsch, aber die Unterschiede die wir alle beim Wechsel zu einer Soundkarte hören sind Equalizer, höhere Lautstärke etc.

        PS: Ich würde mir auch einen Blindtest bei 1080p mit CPUs und Grafikkarten wünschen. Ich bin mir sicher, dass man in den meisten Fällen keinen Unterschied zwischen den CPUs sieht und selbst bei Grafikkarten schreibt ja selbst PCGH, dass man erst ab ca 25% einen Unterschied sieht - wohlgemerkt, als Experte, mit geschultem Auge!
      • Von yingtao Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Tutanchamun(TM)
        Zum Thema Onboard VS Soundkarte VS Verstärker empfehle ich DRINGENDST diesen Artikel:

        What Does It Take To Turn The PC Into A Hi-Fi Audio Platform? - Turning The PC Into A True Hi-Fi Audio Platform

        Die Leute haben ein REALTEK ALC 889 mit einer ASUS Xonar Esence One, einem JDSLabs O2+ODAC (290$) und einem 2000 $ teuren Benchmark DAC2 HGC verglichen. Angeschlossen war als Kopfhörer ein Sennheiser HD 800 (1200 Euro), das Nonplusultra an Kopfhörern von Sennheiser. Das Ergebnis war, das bei gleicher voreingestelleter Lautstärke bei einem Blindtest(!!!) keiner der Probanden die Geräte auseinander halten konnte! Der eine Tester wollte sogar unbedingt einen Unterschied hören, da er im Laufe der Jahre 70.000 $ in HiFi gesteckt hatte, aber er konnte es nicht. Was sagt ihr dazu?


        Ich hab mir den Artikel durchgelesen und er zeigt das ein Unterschied im direkten Vergleich gehört werden kann. In der ersten Testsession konnte Tester A alle Geräte voneinander ohne Fehler unterscheiden, weil er die feinen Unterschiede zwischen den Geräten über die die verschiedenen Tests identifizieren und zuordnen konnte. In der zweiten Session einige Tage später konnte er die Unterschiede wie am Anfang des ersten Test nicht direkt identifizieren. Bei Tester B schaut es ähnlich aus. Auch sieht man das die günstigste Lösung bereits in der zweiten Runde des ersten Test richtig identifiziert werden konnte.

        Das Fazit was am Ende gezogen wird ist meiner Meinung nach falsch, da Tester A in der ersten Session nach hören mehrerer Stücke die Geräte richtig voneinander unterscheiden konnte. Die Unterschiede sind da und können herausgehört werden, jedoch nicht innerhalb von Sekunden. Man braucht Zeit um den charakteristischen Klang zu verinnerlichen und wie der Test gezeigt hat kann man dann auch die Geräte eindeutig auseinander halten.
      • Von Vhailor Software-Overclocker(in)
        Hi Phil, spitzenmäßiger Test . Wirklich klasse. Auch wenn ich teilweise nicht alles 100%ig verstanden habe . Was z.B. ist Verve?

        Du hast die Audioquellen angesprochen, die natürlich auch eine gute Qualität aufweisen müssen. Jetzt frag ich mich nur: Typische Amazon-MP3s mit max 260kbs und Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder DI dürften da nicht zu zählen. Oder was genau schwebt dir da als Quelle vor ?

        Ich bin letztens auch das erste Mal über ein Audio-Interface gestolpert...so wie ich das verstanden habe, macht es keinen Unterschied (prinzipiell), ob ich nun ein AI oder Essence One etc nutze oder ?!?

        Schade im Übrigen, dass man offensichtlich für die richtig guten KH immer an Kabel gebunden ist...
      • Von Tutanchamun(TM) Sysprofile-User(in)
        Zum Thema Onboard VS Soundkarte VS Verstärker empfehle ich DRINGENDST diesen Artikel:

        What Does It Take To Turn The PC Into A Hi-Fi Audio Platform? - Turning The PC Into A True Hi-Fi Audio Platform

        Die Leute haben ein REALTEK ALC 889 mit einer ASUS Xonar Esence One, einem JDSLabs O2+ODAC (290$) und einem 2000 $ teuren Benchmark DAC2 HGC verglichen. Angeschlossen war als Kopfhörer ein Sennheiser HD 800 (1200 Euro), das Nonplusultra an Kopfhörern von Sennheiser. Das Ergebnis war, das bei gleicher voreingestelleter Lautstärke bei einem Blindtest(!!!) keiner der Probanden die Geräte auseinander halten konnte! Der eine Tester wollte sogar unbedingt einen Unterschied hören, da er im Laufe der Jahre 70.000 $ in HiFi gesteckt hatte, aber er konnte es nicht. Was sagt ihr dazu?
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Kopfhörer
Ultrasone P880 im Test: Kopfhörer der Spitzenklasse für 360 Euro
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http://www.pcgameshardware.de/Kopfhoerer-Hardware-255599/Specials/Ultrasone-P880-Test-1145078/
06.02.2015
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