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  • Kingdom Come: Deliverance - E3-Vorschau: Jeder Schwerthieb wird physikalisch indiviuell berechnet
    Quelle: Warhorse

    Kingdom Come: Deliverance - E3-Vorschau: Jeder Schwerthieb wird physikalisch indiviuell berechnet

    Kingdom Come: Deliverance wird das Star Citizen für Mittelalter-Freunde. Selten haben wir ein Spiel erlebt, dass so perfektionistisch in all seinen Elementen ist. Egal ob es um den Kampf geht, um die Rüstung für das Streitross, um das Schmieden, ums Aussehen und Gespräche oder gar eine Mission, für die PC Games Hardware zum Met brauenden Mönch wurde. Kingdom Come: Deliverance in der E3-Vorschau. • v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt

    Das Böhmen des Jahres 1403 ist beeindruckend, weil es die Warhorse Studios schaffen nicht einfach nur ein Spiel abzuliefern, sondern wirklich eine Simulation des Mittelalters. Das fängt schon beim Wald an, der nicht etwa wie in Skyrim oder The Witcher 3 recht licht und durchlässig ist, schließlich gibt's dort überall etwas zu entdecken oder kleine Gegnergruppen, sondern eher von Gestrüpp und Undurchdringbarkeit geprägt ist. In einen Wald können Sie im echten Leben auch nicht reingucken, irgendetwas versperrt immer die Sicht.

    Satte 16 Quadratkilometer müssen die Tschechen füllen und das gelingt ihnen nach unserem ersten Eindruck. Die Dörfer wirken herrlich runtergekommen und schmutzig, die Burgen mehr auf Zweck ausgerichtet und wie in Game of Thrones, weniger auf den Glamour-Faktor. Auch sind die Häuser nicht wie mit dem Lineal gezogen, sondern ein bisschen windschief und wirken improvisiert. Das passt einfach in diese Zeit. In diesem Spiel werden Sie zudem nichts finden, was nicht realistisch simuliert wird: Treffer von Schwertern oder Äxten oder Hämmern werden von der Engine in ihrer Intensität berechnet, entsprechend verbeult dann auch die Rüstung dort, wo Sie am meisten Haue bekommen hat. Und es ist faszinierend anschließend durchs Heerlager zu streifen und von Soldaten belächelt zu werden, weil sie wissen wer das Duell gewonnen hat. Möge Sie unser Federhandschuh vor Schreck erstarren lassen.

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    Kingdom Come Deliverance: Neues Video zeigt Schwertkampf-Experten

    Der Rüstungseditor: Mehr als einfach nur ein Körperpanzer

    "Der Zustand der Rüstung war damals ein Anzeichen des Wohlstands und der Ehre", erklärt Tobias Stolz-Zwilling von den Warhorse Studios. Deshalb ist die Rüstung in Kingdom Come: Deliverance nicht einfach nur ein Kleidungsstück, das im Optimalfall vor Schlägen schützt. Es ist fast schon eine Art Kunstwerk, das aus sehr vielen Lagen besteht. Zunächst ziehen wir ein Hemd an, wobei wir zwischen feinen, aber ungeschütztem Leinen und einer Lederkutte wählen. Darauf kommt das Kettenhemd und darauf die Vollplattenrüstung. Doch nicht nur das, es gibt unterschiedliche Handschuhe aus Leder und Stahl, Armschoner, Umhänge und, und, und. "Na dann nehme ich doch die beste Rüstung, die es gibt", sagt der geneigte Spieler. Aber weit gefehlt, denn jede Bekleidung hat Vor- und Nachteile. Die Stats der Rüstung alleine ziehen sich über fünf unterschiedliche Reiter. Durch eine Vollplattenrüstung gewinnen Sie zwar massiv an Stärke, weil sie natürlich mehr Treffer aushält. Verlieren aber auch signifikant an Agilität sowie Ausdauer und rascheln sehr laut. Mit Ranschleichen ist da nicht viel, der Feind hört sie auch bei Nacht schon aus der Weite trapsen.

    Ihre Reputation steigt, weil Sie als Edelmann anerkannt werden. Aber das Visier des Helms schränkt die Fähigkeit zur Konversation ein, zum Handeln sollten Sie den kurz abnehmen. Wir hatten ja bereits erwähnt, dass die Warhorse Studios ziemlich Perfektionisten sind. "Die Reputation kommt stark auf die jeweilige Stadt und Dorf an", erklärt Stolz-Zwilling. "Beim Kampf spritzt mitunter Blut auf Ihre Rüstung, entweder das eigene, besser das vom Gegner und es gibt Gemeinden, die erweisen Ihnen dafür die Ehre, etwa wenn gerade Krieg herrscht. Andere haben eher Angst, verstecken sich in ihren Häusern und wollen nichts mit Ihnen zu tun haben." Schmutzige Rüstung wird übrigens zum Badehaus gebracht, wo Sie auch als edler Ritter einen Schwamm nehmen und das Metall säubern, das Ausbeulen hingegen übernimmt der Schmied für einen Obulus.

    Ihr Schwert können Sie übrigens auch selbst schärfen, dabei aber auch durchaus Fehler machen: Setzen Sie den falschen Winkel an, wird es stumpf. Was in anderen Spielen Kleinigkeiten sind, die zur Beschäftigung dienen, wird hier schnell zur Herausforderung. Wir staunen nicht schlecht, wie knifflig es ist eine Kiste mit einem Dietrich in einem Kloster aufzubrechen. Und damit geht's auch schon rein in die Story-Quest.

    Sturm auf das Kloster oder doch lieber fromm wie ein Mönch?

    Sie können sehr lange auf eine Vollplattenrüstung einschlagen, werden dem Gegner aber immer nur leichte Verletzungen beibringen. Das beschriebene Rüstungssystem können wir auch gleich in einer Quest anwenden, das gibt es nämlich auch für Pferde. Auch hier arbeiten die Tschechen mit einem Slot-System, wodurch Sie beispielsweise eine Decke mit dem eigenen Wappen auf den Rücken legen und den verwundbaren Hals mit Kettenhemd und die Stirn mit Plattenpanzer schützen können. Das ist aber nur notwendig, wenn wir planen das Kloster Sásava im Kampf einzunehmen. Es gibt auch eine pazifistische Variante, um dort eine Person zu verhören, deren Namen die Tschechen aus Spoilergründen noch nicht verraten wollen. Wählen wir den Sturmangriff, zeigt sich das spannende, weil so ganz andersartige Schwertkampfsystem, bei dem die Intensität jedes Hiebs auf unterschiedliche Materialien von der Physikengine berechnet wird. "Sie können sehr lange auf eine Vollplattenrüstung einschlagen, werden dem Gegner aber immer nur leichte Verletzungen beibringen", erklärt der Experte der Warhorse Studios. In der Tat dauerten Duelle zwischen Rittern in der Historie meist sehr lange. Es ging eher darum den Feind aus der Balance und zu Fall zu bringen, denn dann konnte man die Halsschlagader erwischen oder ihm so schwere Kopfverletzungen beibringen, dass er daran starb. Schwer gepanzerte Reiterei diente auch eher als Eliteeinheit, das Gros der Soldaten trug, wenn überhaupt, ein Kettenhemd, meist aber nur eine Lederrüstung.

    Entsprechend brutal waren die Gemetzel, wie es Game of Thrones ja gerade in seiner letzten Schlacht ganz schön porträtiert hat. Doch in der Stadt der Engel Los Angeles haben wir unseren guten Tag, Zeit für die pazifistische Variante: Wir schreiben uns als Mönch ein, denn jeder Tote auf unserem Konto ist schlecht fürs Image und blockt mitunter bestimmte Quests. Das Lustige hierbei: Anders als Agent 47 können Sie sich nicht einfach als Mönch verkleiden, sondern müssen auch wirklich für eine gewisse Zeit das spezielle Mönch-Gameplay durchleben. Also vor Christusstatuen niederknien und beten, Abendmahl mit den Brüdern einnehmen, Kräuter sammeln und Met brauen. Auch Mönche werden trunken etwas geselliger und verraten eher etwas über unsere Zielperson. Das Kloster wurde übrigens 1:1 vom Original nachgebaut und das Team wird dafür nicht nur von einer Historikern unterstützt, sondern auch einem Maler, der hunderte Fresken, Wappen und Gemälde für das Spiel kreiert hat. Die meisten darauf zu sehenden Figuren hat laut den Warhorse Studios wirklich dort gelebt, auch sehr viele Namen im Spiel sind auf echte Menschen zurückzuführen. Diese Tschechen nehmen ihre Mission wirklich sehr ernst, die realistischste Mittelaltersimulation aller Zeiten zu schaffen.

    Die Kunst der Perfektion braucht allerdings noch etwas mehr Zeit, irgendwann 2017 soll es dann soweit sein.

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Kingdom Come: Deliverance
Kingdom Come: Deliverance - E3-Vorschau: Jeder Schwerthieb wird physikalisch indiviuell berechnet
Kingdom Come: Deliverance wird das Star Citizen für Mittelalter-Freunde. Selten haben wir ein Spiel erlebt, dass so perfektionistisch in all seinen Elementen ist. Egal ob es um den Kampf geht, um die Rüstung für das Streitross, um das Schmieden, ums Aussehen und Gespräche oder gar eine Mission, für die PC Games Hardware zum Met brauenden Mönch wurde. Kingdom Come: Deliverance in der E3-Vorschau. • v. Benjamin Kratsch / Ryan Southardt
http://www.pcgameshardware.de/Kingdom-Come-Deliverance-Spiel-16151/Specials/E3-2016-Vorschau-1199857/
27.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/KingdomCome_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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