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  • Test: Amazon Kindle Fire HD 8.9 - Full-HD-Tablet ab 270 Euro mit Pferdefuß

    Der Test des neuen Kindle Fire HD 8.9: Das Kindle Fire HD 8.9 ist ein neues Android-Tablet aus dem Hause Amazon. Der Online-Händler hat beim Kindle Fire HD 8.9 das Google-OS allerdings extrem stark an die eigenen Angebote angepasst und man hat weder die Vielfalt, noch die Freiheit wie bei einer herkömmlichen Android-Version - dafür ist das Tablet aber relativ günstig.

    Für normale Kunden ist das Kindle Fire HD 8.9 nur ein weiteres Tablet-Angebot mit dem Android-Betriebssystem von Google - und davon gibt es eine ganze Reihe. Als OS-Alternativen gibt es aus dem Hause Microsoft die Surface-Serie und Apple hat das Tablet-Segment mit dem iPad praktisch begründet - mindestens aber neues Leben eingehaucht. So steht man also nun als Kunde vor der Wahl, sich zwischen Android (Google), Windows RT (Microsoft) und iOS (Apple) entscheiden zu müssen. Grundsätzlich bieten alle Plattformen die wichtigsten Apps wie Facebook, Skype, WhatsApp und eine Maps-Anwendung. Die Kompatibilität der Apps zu den jeweiligen Geräten hängt natürlich auch von der Hardware-Ausstattung ab.

    Hat man sich auf Basis der eigenen Nutzungsgewohnheiten für eine passende Tablet-Plattform entschieden, geht die Suche, zumindest angesichts der Vielzahl von Android-Tablets, weiter. Neben der Nexus-Serie mit "Vanilla"-Android verändern Hersteller wie beispielsweise Samsung die Android-Oberfläche, um dem Gerät jeweils eine persönliche Note zu geben. Ob die Verfeinerungen in der Praxis wirklich einen Mehrwehrt bieten, den man nicht auch mit speziellen Apps herbeiführen kann, sei an dieser Stelle dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass Geräte mit Vanilla-Android in der Regel länger und auch schneller mit Updates versorgt werden. Doch für viele Kunden steht beim Kauf der Preis an erster Stelle. Schaut man sich also die verschiedenen Tablet-Spezifikationen genauer an, sticht vermutlich recht schnell das Kindle Fire HD 8.9 aus der derzeitigen Flut an Angeboten heraus. Wo sonst bekommt man ab 270 Euro ein Full-HD-Tablet? Die Sache hat allerdings einen wesentlichen Haken, denn die angepasste Android-Version von Amazon ist speziell auf die Inhalte des Online-Händlers abgestimmt und die App-Auswahl ist beschränkt - mit dem Kindle Fire HD 8.9 hat man keinen freien Zugriff auf den offiziellen Android-App-Store Google Play. Wie sich das Kindle Fire HD 8.9 in unserem Test schlägt und ob sich das vermeintliche Schnäppchen doch als Fehlkauf entpuppen könnte, soll dieser Test klären.

    Wenn Sie sich selbst zum Kreis der erfahrenen Nutzer zählen, können Sie unsere Bedenken aufgrund der Android-Einschränkungen teilweise ignorieren. Denn im Internet gibt es bereits Mittel und Wege, um das Tablet mit einer "offenen" Android-Version zu betreiben. Es gibt sogar bereits eine CyanogenMod-Version für das Kindle Fire HD 8.9. Allerdings darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass die Gefahren für das Tablet derzeit aufgrund eines gesperrten Bootloaders noch sehr hoch sind und der Mod bestenfalls nur als frühe Beta eingestuft werden kann.

    Amazon Kindle Fire HD 8.9 im Test: Chassis, Design und Verarbeitung

    Das Kindle Fire HD 8.9 von Amazon ist rund 570 Gramm schwer und mit 240 × 160 × 8.8 mm relativ kompakt. Wer auf der Suche nach einem möglichst leichten Tablet ist, sollte allerdings eher in der 7-Zoll-Klasse Ausschau halten - ein iPad mini wiegt nur rund 310, das Nexus 4 rund 340 Gramm. Der Unterschied erscheint auf den ersten Blick vernachlässigbar, aber bereits nach wenigen Minuten im Lesebetrieb, bei dem man das Tablet nur mit einer Hand hält, nervt das Gewicht. Dies gilt natürlich auch für andere Tablets dieser Gewichtsklasse und ist kein spezifisches Kindle-Fire-HD-8.9-Problem. Erstaunlicherweise ist das Kindle Fire HD 8.9 fast exakt so breit wie ein aktuelles iPad mit 9,7-Zoll-Display, preislich liegen zwischen beiden Geräten allerdings Welten, denn das Kindle kostet rund 270 Euro und beim iPad 4 geht es ab 500 Euro los.

    Beim Chassis-Design erlaubt sich Amazon keine Schwächen und in Anbetracht des günstigen Preises sind Verarbeitung und Design völlig in Ordnung. Auf der Vorderseite des Kindle Fire HD 8.9 nimmt der 8,9-Zoll-Bildschirm naturgemäß den meisten Platz ein, über diesem sitzt eine 720p-Kamera für Videotelefonie und auch Skype ist über den App Store von Amazon erhältlich. Die Seitenumfassung wird bis auf die Vorderseite des Kindle Fire hochgezogen und so hat man einen Rand von rund drei Millimetern rund um das Display auf der Vorderseite. Dieser besteht aus Kunststoff mit einer leichten Gummierung. Der Übergang zwischen Schutzglas und Rahmen ist spürbar, aber nicht nervig. Der Rand geht in einer leichten Wölbung zwar nicht nahtlos, aber ohne Störkonturen in die Kunststoffrückseite des Kindle Fire HD 8.9 über. Das matte Material ist zwar nicht so anfällig wie die Glasplatte über der Touch-Oberfläche, aber auch hier sieht man einen Fettfilm der Finger relativ deutlich - typische Tablet-Probleme eben. Der untere Bereich der Rückseite wird durch einen Kunststoffeinsatz von links nach rechts durchbrochen, an den Übergängen zur Vorderseite hat Amazon hier die Lautsprecher positioniert - die Schallrichtung der Lautsprecher zeigt nach hinten. Wie sich dies in der Praxis bemerkbar macht, erklären wir später. Fakt ist allerdings, dass die Lausprecher extrem zielsicher genau an der Stelle positioniert worden sind, an der bei der beim Zweihandbetrieb normalerweise die Finger ruhen. Wer also beim Lesen zwei Händen nebenbei Musik hören will, sollte auf seine Fingerposition achten.

    Kindle Fire HD 8.9 von Amazon im Test (2) Kindle Fire HD 8.9 von Amazon im Test (2) Quelle: PCGH

    Betrachtet man das Tablet von vorn, ist die linke Seite des Randes frei von Eingabeoptionen, rechts befinden sich eine Lautstärkewippe, der Klinkenstecker für den Kopfhörer und der Power-Schalter. Die Druckpunkte der Schalter gehen in Ordnung, allerdings lassen sich die Eingabeoptionen nicht intuitiv bedienen und die Positionierung des Power-Schalters ist nicht nachvollziehbar. Normalerweise sucht man diesen nämlich am oberen Rand eines Tablets, oft rechts zum Rand hin versetzt. Diese kleinen Schönheitsfehler sind kein KO-Kriterium, aber Amazon hätte die intuitive Bedienung beim Kindle Fire HD 8.9 deutlich besser gestalten können. Der obere Rand des Tablets wird ebenfalls nicht genutzt, unten hat Amazon den USB-Anschluss und einen HDMI-Port positioniert. Damit das Tablet gut in einem Dock genutzt werden kann, liegen beide Ports recht nah beieinander.

    Das Design des Kindle Fire HD 8.9 ist schlicht, aber funktional. Die Verarbeitungsqualität ist angesichts des Preises von rund 270 Euro noch als gut zu bezeichnen. Kurzum: Das Design ist kein Kaufgrund, die Verarbeitung ist aber dem entgegen kein Ausschlusskriterium - guter Tablet-Standard.

    Amazon Kindle Fire HD 8.9 im Test: Hardware und Software in der Praxis

    Der Kindle Fire besitzt einen Dualcore-Prozessor mit zwei Kernen und einer Taktrate von 1,5 GHz. Als GPU dient ein SGX544-Chip von PowerVR. Das SoC wird allerdings noch in der veralteten 45-nm-Bauweise gefertigt und als Architektur dient das Cortex-A9-Design von ARM. Der Chip ist zwar nicht unbedingt langsam, allerdings gibt es mittlerweile deutlich schnellere SoCs auf dem Markt. In der Praxis sind aber Full-HD-Filme und auch anspruchsvolle Titel wie Dead Space keine zu große Herausforderung für den Prozessor. Wir konnten allerdings im alltäglichen Betrieb ab und an Performance-Engpässe feststellen. So reagiert beispielsweise die Tastatur mitunter etwas verzögert und auch die Animation der Amazon-Oberfläche ist nicht immer butterweich. In Anbetracht der Leistung des Prozessors könnten die Engpässe vermutlich demnächst mit einem Software-Update behoben werden. Bis es soweit ist, muss sich Amazon aber aktuellen Tablet-Konkurrenten hinsichtlich der UI-Leistungsfähigkeit geschlagen geben. Auch hier gilt: Schauen Sie sich idealerweise die Bedienbarkeit der Amazon-Oberfläche im Laden genauer an. Achten Sie dabei auf verzögerte Eingaben oder leichte Ruckler.

    Nominell ist das 8.9-Zoll-Display des Kindle Fire HD 8.9 samt Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.200 Pixel) ein Pluspunkt des Amazon-Tablets. Dank der IPS-Technik sind auch die Einblickwinkel gut und die Pixeldichte ist mit 254 ebenfalls noch gut. So kann man bei Texten kaum Pixel erkennen und geschwungene Linien werden ebenfalls selten bis gar nicht als pixelig wahrgenommen. Die Farbwiedergabe des Kindle ist auch gelungen, allerdings ist manchmal ein ganz leichter Gelbstich erkennbar. Das Display ist selbst bei sehr dunklen Filmszenen in der Lage, noch Details darzustellen. Für die Preisklasse ist das Display durchaus gut gelungen und wer viele Filme schaut, wird zufrieden sein. Allerdings sollten Sie in diesem Falle keine Lichtquelle in der Nähe haben, denn trotz der Amazon-Aussage, dass man das Display mit einer speziellen Beschichtung gegen Reflektionen versehen hat, können wir dies in der Praxis nicht bestätigen - das Display spiegelt deutlich.

    Neben Bluetooth 3.0 und WLAN gibt es einen GiByte Arbeitsspeicher und 16 oder 32 GiByte lokalen Speicher. Einen microSD-Steckplatz gibt es nicht. In den USA gibt es das Kindle Fire HD 8.9 bereits mit 4G/LTE, in Deutschland ist derzeit nur die WLAN-Version verfügbar.

    03:41
    Kindle Fire HD 8.9 im Hands-on-Test


    Kommen wir zur angepassten Android-Version des Kindle Fire HD 8.9. Android ist normalerweise in der Lage beispielsweise ein Kalender-Widget fest auf einem der Homescreens zu verankern. So können Sie dann nach dem Entsperren auf einen Blick den Kalender und bald anliegende Termine sehen. Diese Funktion gibt es beim Kindle Fire HD nicht. Android wird normalerweise auch mit Google Maps ausgeliefert, das Kindle Fire HD 8.9 jedoch ebenfalls nicht. Normalerweise würde man jetzt dem App Store Google Play einen Besuch abstatten und Google Maps installieren. Doch das Kindle Fire HD 8.9 stammt von Amazon und Google Play steht nicht zur Verfügung. Als Käufer des Kindle Fire HD 8.9 hat man also nicht so viele Apps zur Verfügung wie Google Play, welches an sich schon weniger Apps als der Play Store von Apple zur Verfügung hat. Sollte dieser Umstand in KO-Kriterium für Sie sein, gibt es jedoch noch weitere Einschränkungen zu bedenken.

    Der Startbildschirm des Kindle Fire HD 8.9 ist im Prinzip ein Icon-Karussell, bei dem die "Favoriten"-Anwendungen von links nach rechts über den Bildschirm gescrollt werden. Nutzen Sie häufig die Mail Version (allerdings nicht Google Mail, die App gibt es nämlich ebenfalls nicht für das Kindle Fire HD 8.9), gehen Sie zur App-Übersicht, halten den Finger auf das Icon gedrückt und haben anschließend bei den Karussell-Icon ein weiteres Symbol auf dem Startbildschirm zur Auswahl. Nach dem Entsperren sehen Sie also mittig das große App/Content/Spiele-Karussell. Am oberen Rand des Displays sind die Menüpunkte Einkaufen, Spiele, Apps, Bücher, Musik, Videos, Web, Fotos und Dokumente positioniert. Zieht man den Finger vom oberen Rand nach unten, erscheint die Statusanzeige, über die man Einstellungen wie Lautstärke, Helligkeit und andere vornehmen kann. Der Punkt "Mehr..." bringt Sie zum ebenfalls beschnittenen Android-Menü. Wer grundsätzlich mit unterschiedlichen Betriebssystemen vertrau ist oder bislang sogar schon ein Android-System verwendet hat, wird vom Kindle Fire HD 8.9 enttäuscht sein. Allerdings gibt es für das Kindle Fire den Video-on-Demand-Dienst Lovefilm, vergleichbare Angebote sucht man derzeit im "offenen" Android-Markt vergeblich. Dies wird sich vermutlich zukünftig ändern, aber bis dahin ist dies ein Pluspunkt des Tablets.

    Ein weiterer Pluspunkt des Kindler Fire HD 8.9 sind die verbauten Lautsprecher. Trotz der Positionierung der Lautsprecher auf der Rückseite mit Dolby Digital-Technik. Die Qualität der Wiedergabe ist für Tablet-Verhältnisse gut gelungen. Auch die Akkulaufzeit ist mit einem Durchhaltevermögen von bis zu 10 Stunden gut.

    Amazon Kindle Fire HD 8.9 im Test: Zusammenfassung und Fazit

    Das Kindle Fire HD 8.9 mit Full-HD-Display ist aus Hardware-Sicht ab rund 270 Euro das günstigste Full-HD-Tablet auf dem Markt und auch die Hardware ist trotz des Budget-Ansatzes durchaus gelungen. Das Betriebssystem des Kindle Fire HD 8.9 ist im Vergleich zum herkömmlichen Android ein Rückschritt. Amazon bietet hier ein subventioniertes Schaufenster und Abspielgerät für Amazon-Inhalte an. Wer damit und mit einer recht geringen App-Auswahl leben kann, sollte zugreifen. Wer sich jedoch noch nicht ganz so sicher ist, was er denn überhaupt benötigt, kauft hingegen das Nexus 7 für rund 200 Euro und macht sich mit Android und Tablets allgemein vertraut. Alternativ wird das Nexus 10 aus dem High-End-Segment oder das iPad von Apple gekauft.

    Die Grundversion des Kindle Fire HD 8.9 in der 16 GiByte-Version kostet rund 270 Euro, die 32-GiByte-Variante kostet rund 300 Euro. Will man auf dem Sperrbildschirm keine Werbung haben, muss man 284 Euro (16 GiByte) oder 314 Euro (32 GiByte) auf den Tisch legen.

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    Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
    Von labecula
    Hm, günstig wenn es etwas fixer wäre, kein Krüppel-OS besitzt und so weiter... Aber sichelrihc kann man das Teil auch…
    Von Dolomedes
    Ich teile diese Meinung. Günstig ? nä.
    Von Nuallan
    270€ für ein 8.9-Zoll-Tablet mit mittelmäßiger Technik soll günstig sein? Dazu noch mit Werbung und aufs melken…
      • Von labecula Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Hm, günstig wenn es etwas fixer wäre, kein Krüppel-OS besitzt und so weiter... Aber sichelrihc kann man das Teil auch rooten undm it einem komplett neuen Android versehen. Dann wäre es eine gute billig-Alternative. Aber so richtig dolle ist es nicht.
      • Von Dolomedes Software-Overclocker(in)
        Ich teile diese Meinung.
        Günstig ? nä.
      • Von Nuallan PCGH-Community-Veteran(in)
        270€ für ein 8.9-Zoll-Tablet mit mittelmäßiger Technik soll günstig sein? Dazu noch mit Werbung und aufs melken ausgelegt.
        Naja, wenigstens Full-HD. Ist ja sehr wichtig für nen Tablet. Kann die Hardware überhaupt so viele Pixel befeuern?
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Kindle Fire
Test: Amazon Kindle Fire HD 8.9 - Full-HD-Tablet ab 270 Euro mit Pferdefuß
Der Test des neuen Kindle Fire HD 8.9: Das Kindle Fire HD 8.9 ist ein neues Android-Tablet aus dem Hause Amazon. Der Online-Händler hat beim Kindle Fire HD 8.9 das Google-OS allerdings extrem stark an die eigenen Angebote angepasst und man hat weder die Vielfalt, noch die Freiheit wie bei einer herkömmlichen Android-Version - dafür ist das Tablet aber relativ günstig.
http://www.pcgameshardware.de/Kindle-Fire-Tablet-255605/Tests/Test-Kindle-Fire-HD-89-1064946/
16.04.2013
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/04/Kindle_Fire_HD_8__1_.JPG
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