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  • Just Cause 3 stundenlang gespielt: Wie GTA 5 mit Cheats und den mächtigsten Explosionen

    5 Stunden in 3k auf der GTX 980 gespielt, 100 Panzer in die Luft gejagt, drei Brücken eingerissen und der Technik-Check mit dem Technical Director. Wie schafft Avalanche dieses unfassbare Partikelgewitter von Just Cause 3? PC Games Hardware verrät Ihnen, mit welchen Tricks die Schweden arbeiten.

    "Theoretisch hat Just Cause 3 eine Geschichte, aber eigentlich sollen Sie einfach nur die Sau rauslassen", meint Avalanches Studiochef auf einem eintägigen Anspieltermin in Hamburg. Selten war ein Interview-Statement so treffend wie bei Christofer Sundberg, denn dieses Open-World-Spiel ist Anarchie pur, mit den voluminösesten Explosionen, die Sie je gesehen haben. Mit einem Partikelfeuerwerk, bei dem sprichwörtlich der ganze Bildschirm brennt.

    Achtung: in diesem Technik-Special gehen wir sehr stark auf Grafik und Physik ein, eine detaillierte Gameplay-Analyse von Just Cause 3 lesen Sie in einem separaten PCGH-Artikel.

    Doch diese Anarchie ist strategisch planbar, darin liegt im Grunde auch die größte Faszination. Eine klassische Verfolgungsjagd gegen das Militär von Rico Rodriguez' Heimatland Medici sieht in etwa so aus: Sie werden von gepanzerten Jeeps, Truppen-transportern und Panzern verfolgt. Die Stahlwannen feuern alles ab, was sie an Bord haben, links und rechts von Ihrem Aston-Martin-Verschnitt explodieren Fahrzeuge. Dann erreichen Sie eine Tankstelle, springen aus dem Auto, hoffen, dass ihr Vehikel die Tankstelle in Flammen setzt und die Armee ablenkt. Der Plan geht nicht ganz auf, der Aston Martin stoppt vorher, doch egal. Sie zücken Ihre Spezialwaffe Dyonysos, zielen mit dem Laserpointer auf die Tankstelle, wo mittlerweile eine gute Hundertschaft des Militärs in Stellung gegangen ist. 3,2,1 und der Bildschirm brennt. Als Agent einer Unterabteilung der CIA rufen Sie mal eben zwei Kampfjets, die die ganze Straße in die Luft jagen. Spätestens hier krachen Explosionen, die so viel Volumen und Kraft haben, wie Sie es nur ganz selten in Spielen erleben.

    04:56
    Just Cause 3: Explosiver E3-Trailer stellt Spielfeatures vor
    Spielecover zu Just Cause 3
    Just Cause 3

    Explosionen und Detonationen in mehreren Stufen

    Wir sind schon ganz schön Michael Bay (Alvar Jansson) Just Cause 3 arbeitet mit der aktuellen Version der Havoc-Physikengine, daraus ergeben sich geradezu groteske Kettenreaktionen. Zu Beginn explodiert nur die Tankstelle in einer ersten Stichflamme nach oben, dann kommt die zweite und dritte Detonation, dann der voluminöse Rauch. Währenddessen explodieren gut zehn Fahrzeuge, halbe Motoren, Räder und Nummernschilder fliegen durch die Gegend und setzen wieder andere absurde Ketten-reaktionen in Gang, in einer Szene wird gar ein Kampfhubschrauber von Wrackteilen abgeschossen.

    "Ja doch, wir sind schon ganz schön Michael Bay", Avalanches Technical Director Alvar Jansson muss selbst lachen. "Auf der einen Seite arbeiten wir sehr auf Authentizität bedacht. Wir haben ein dynamisches Wettersystem, was sich stark auf die Atmosphäre auswirkt. Regnet es, dann driften Sie wirklich durch den Schlamm, wird Dreck hochgeschleudert und auch Rico wird schmutzig, sollte er gerade in einem Cabrio oder auf einem Motorrad unterwegs sein. Auf der anderen gibt's diese gigantischen Explosionen." Avalanche nutzt klassisches Deferred Lighting, kann allerdings das Rendering von dynamischen Schatten auf gewisse Punkte fokussieren: "Auch Call of Duty & Co. haben ja große Explosionen, aber die sind meistens geskriptet und oft vorgerendert. Bei uns passiert alles in Echtzeit, je nachdem, wie viel CPU- und GPU-Power Sie haben, können wir unsere Engine sehr stark skalieren. Die Explosionen sind dynamisch angelegt, sprich es gibt permanent Nachdetonationen."

    Skaliert wird vor allem der Schärfegrad der umherwirbelnden Objekte: "Wir treiben die Havoc-Physikengine schon ganz schön an Ihre Grenzen, weil jedes Fahrzeug aus sehr vielen Objekten besteht. Wenn Sie genau hinschauen, dann werden Sie abgerissene Türen, Motorhauben und Reifen sehen, die durch die Luft wirbeln. Und die können natürlich wiederum andere Verkehrsteilnehmer treffen. Auch der Feuerregen einer Detonation geht irgendwo runter und setzt weitere Vehikel in Brand. Auf schwächeren Systemen entscheidet ein Task-Manager, welche Aktion jetzt gerade Priorität genießen soll, würde ergo beispielsweise die Rauchdarstellung zurückdrehen oder die Schärfe der Objekte, die von einem Vehikel abgerissen werden.

    Die Fahrzeuge wie dieser Bentley-Nachbau wirken noch etwas detaillierter modelliert als in GTA 5. Ist aber auch kein Wunder, es gibt keine Großstadt, daher auch weniger Verkehr. (InGame-Screenshot) Die Fahrzeuge wie dieser Bentley-Nachbau wirken noch etwas detaillierter modelliert als in GTA 5. Ist aber auch kein Wunder, es gibt keine Großstadt, daher auch weniger Verkehr. (InGame-Screenshot) Quelle: Square Enix

    Medici: drei riesige Inseln: verhindert Spatial Geo-Morphing unschöne Pop-Ups?

    Just Cause 3 operiert mit einer gigantischen Spielwelt. Es gibt drei Hauptinseln, die sich in 16 unterschiedliche Gebiete unterteilen. Hier schlängeln sich weiße Sandstrände am azurblauen Meer und Sie preschen dort mit dem Thunder-Speedboot entlang (benannt nach der Serie Thunder in Paradise, Fans von Hulk Hogan grinsen); hundert Meter weiter treffen Sie auf eine schroffe Felsküste und hundert Kilometer weiter geht's mit dem Schneemobil weit nach oben, direkt ins Gebirge, wo der weiße Puder fällt und Explosionen Lawinen runtergehen lassen. Spielerisch toll: Anders als in Far Cry 4 sind diese Abschnitte immer begehbar und nicht nur in speziellen Missionen.

    Auf der technischen Seite folgt Just Cause 3 dem Mantra von The Witcher 3 und GTA 5, völlig ohne Ladepausen zu arbeiten. Zahlreiche Open-World-Titel haben jedoch mit unschönen Umgebungs-Pop-Ups zu kämpfen, etwa plötzlich auftauchenden Bäumen. Hat Avalanche dafür bereits eine Lösung gefunden? "Wir haben ein LOD-System, das sich von Kilometern auf Zentimeter skalieren lässt", erklärt Technical Director Alvar Jansson. "Um die beschriebenen Probleme zu umgehen, nutzen wir Spatial Geo-Morphing. Einfach gesagt beinhaltet das High-Res-LOD auch die Informationen für eine schwächer aufgelöste Variante. Je näher Sie also kommen, desto stärker wird die Schärfe hochgedreht." Für sehr hohe Sichtweiten nutzt Avalanche Object-Space-Normal-Maps, "weil die für eine konsistentere Ausleuchtung sorgen, auch wenn sich die Topologie verändert. Wir experimentieren auch gerade mit Dynamic Tesselation, das befindet sich allerdings noch in der Prototypen-Phase. Genau so wie eine DirectX12-Pipeline."

    01:24
    Just Cause 3: Erster Gameplaytrailer zum Openworld-Spektakel
    Spielecover zu Just Cause 3
    Just Cause 3

    Große spielerische Freiheit, schön scharfe Texturen

    Tatsächlich lief Just Cause 3 auf einem i7-4790K mit 16 GByte RAM und einer GTX 980 bereits jetzt in 3k-Auflösung von 2.880x1.620 sehr konsistant, Pop-Ins fielen bei unserem mit fünf Stunden recht großzügig bemessenen Hand's-On-Termin nicht auf. Schön anzuschauen ist dabei vor allem auch der Schärfegrad von Fahrzeugen. So gibt es zwar tendenziell eher etwas weniger Auswahl als in GTA 5, dafür sind die Autos, Motorräder, Helikopter und Kampfjets aber noch ein bisschen schärfer texturiert und arbeiten mit mehr Details. Für einen besseren Eindruck haben wir einige inGame-Screenshots in diesem Artikel verlinkt, die das Spiel in seiner aktuellen Fassung darstellen – allerdings ohne HUD, das ist laut Avalanche noch nicht final.

    Um nervige Pop-Up-Bäume zu verhindern arbeitet Avalanche mit Spatial Geo-Morphing, wobei der schärfste Texturgrad immer erst in Reichweite getriggert wird. (Presse-Screenshot) Um nervige Pop-Up-Bäume zu verhindern arbeitet Avalanche mit Spatial Geo-Morphing, wobei der schärfste Texturgrad immer erst in Reichweite getriggert wird. (Presse-Screenshot) Quelle: Square Enix

    Die Fahrzeuge wirken insgesamt etwas echter als bei Rockstar Games, weil sie nicht aussehen wie frisch aus der Fabrik, sondern durchaus abgenutzt. Das Reifenprofil einer Motocross-Maschine ist abgerieben, der Dreck der letzten Tour klebt noch am Gummi und auch das Chassis ist eher verkratzt. Das passt zum fiktiven Staat Medici, der Heimat von Protagonist Rico Rodriguez, die weniger wohlhabend ist. Dieser "Used Look" zeigt sich auch beim Helden selbst: Seine Kleidung wird schmutzig, auf dem Arm bildet sich Schorf von Verletzungen und wenn Sie auf dem Screenshot genau hinschauen, sehen Sie auch wo die Adern unter den braun gebrannten Muskeln verlaufen. Auch der Schweiß auf dem Gesicht, der sich beim Umdrehen auf dem Motorrad in der Sonne spiegelt, spricht für den recht authentischen Stil.

    Spielerisch orientiert sich Just Cause 3 sehr stark am Vorgänger, setzt aber mehr auf die Flugfähigkeiten seines Helden und seinen stärkeren Fokus auf Chaos. Dank Wingsuit können Sie über weite Strecken schweben und da Sie unendlich viele C4-Pakete als Upgrade freischalten können, können Sie permanent explosive Geschenke werfen. Spannend und neuartig ist das Stahlseil, mit dem sich mit etwas Geschick ganze Brückenpfeiler demontieren lassen, Sie müssen nur jeweils die richtige Stelle finden. Oder wie es Avalanches CEO so schön formuliert: "In anderen Spielen attackieren Sie einen Konvoi auf einer Brücke. Bei uns jagen Sie das Ding einfach komplett in die Luft, katapultieren sich auf einen feindlichen Kampfjet, werfen den Piloten raus und sorgen für Remmi-Demmi. So wie in Stirb Langsam 4.0." Oder in GTA 5 auf Drogen. Avalanche muss jetzt nur noch beweisen, das diese Faszination auch über einen längeren Zeitraum funktioniert.

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Just Cause 3
Just Cause 3 stundenlang gespielt: Wie GTA 5 mit Cheats und den mächtigsten Explosionen
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http://www.pcgameshardware.de/Just-Cause-3-Spiel-9784/Specials/Vorschau-E3-1162077/
17.06.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/06/JustCause_02-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials