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  • Just Cause 3 angespielt: Das inoffizielle Bad Company 3

    Ein Spiel wie ein GTA 5-Cheat: wer unendlich viel C4 mit sich rumschleppt, der sorgt schnell für ein optisch beeindruckendes Partikelfeuerwerk. Quelle: Square Enix

    Just Cause 3 wird das inoffizielle Bad Company 3: Mit einer Zerstörungs-Orgie, die sich nach Levolution 3.0 anfühlt und erstaunlich gezielt einsetzen lässt. Von Ryan Southardt und Benjamin Kratsch.

    Just Cause 3 ist mehr Stirb Langsam als James Bond: Spectre. Wo sich die Spielebranche im Jahr 2014 so angepasst zeigte wie der beste Agent seiner Majestät und mehr auf Open-World-Masse setzte denn kreative WTF-Klasse, fühlt sich der Action-Trip von Rico Rodriguez fast schon ein bisschen nostalgisch an. Die Avalanche Studios wagen hier eine Reise zurück in eine Zeit, wo sich Actionhelden noch nicht erklären mussten und Spiele einfach nur Spiele waren. Völlig ohne Grenzen, oft völlig ohne Verstand, aber meist verdammt spaßig.

    Eben genau so wie Stirb Langsam. Wo John McClane in der 4.0er Variante mit einem Polizeiauto einen Hubschrauber abschießt, feuert Agent Rodriguez einen Enterhaken auf einen Helikopter, saust ihm mit 100 Metern/Sekunde entgegen, landet auf der Bordscheibe, öffnet lässig die Tür und lehrt dem Piloten das Fliegen. Der ganze Vorgang dauert ein paar Sekunden, beeindruckend ist es trotzdem. Vor allem, wenn Sie gerade durch die Luft sausen und gefühlte zwei Meter an Ihrer Nase eine Hellfire-Rakete vorbei fliegt, die dank scharfer Texturen schön plastisch aussieht und einen netten Kondensstreifen hinter sich herzieht. Die beschriebene Situation ist aber eher einer der Standard-Stunts - Rico Rodriguez' Fingerübung zum Frühstück, gewissermaßen.

    Noch eine ganze Ecke abgedrehter als Just Cause 2

    Zerstörung auf die charmante Art: Brücke in die Luft jagen, Auto fliegen lassen, aussteigen und mit dem Wingsuit davon schweben. Zerstörung auf die charmante Art: Brücke in die Luft jagen, Auto fliegen lassen, aussteigen und mit dem Wingsuit davon schweben. Quelle: Square Enix Just Cause 3 nimmt sich die besten Elemente des zweiten Teils, fühlt sich aber insgesamt besser kontrollierbar an und nicht ganz so überhastet. Es bietet Open World, nur eben mit deutlich kreativeren Schlachten als Far Cry 4, Watch Dogs und Metal Gear Solid: Ground Zeroes. Wenn der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, Diktator General Di Ravello, im Inselparadies Medici die Alarmglocken läuten lässt, haben Sie es schnell mit einer größeren Armee aus Schützenpanzern, Kampfhubschraubern und Flugabwehrpanzern zu tun. Nach der kleinen Stunteinlage, um den Heli aus der Einleitung zu erobern, können Sie natürlich noch ein paar Hellfire-Raketen ausklinken, um die ersten Stahlwannen zu vernichten.

    Haben Sie dann die Flugabwehr ausgeschaltet, steigen Sie aus und flattern mit dem neuen Wingsuit in Richtung einer auftauchenden Cesna. Einmal gelandet, können Sie der Physik zum Trotz auf den Tragflächen herumtanzen und gemütlich einen Javelin-Raketenwerfer aus dem Super-XXL-Rucksack zücken. Die Armee von Ravello wird darauf schnell antworten und da es in Diktaturen keine Verfassungen gibt, eröffnen Sie auch auf diesen Vogel das Feuer. Bis der abstürzt, bleiben Sie auf den Tragflächen stehen und ballern weiter. Anschließend können Sie sich entweder wiederum per Greifhaken ein Auto schnappen und davon düsen oder aber rechtzeitig den Fallschirm entsichern. Dadurch gewinnen Sie an Höhe und können das C4-Bombardement beginnen. Avalanche möchte, dass Sie ein bisschen am Rad drehen und die Sau rauslassen, ergo dürfen Sie bis zu fünf C4-Päckchen in schneller Folge werfen. Und da die CIA mittlerweile Rücksäcke mit unendlichem Fassungsvolumen entwickelt hat, dürfen Sie auch immer unendlich viel Plastiksprengstoff mitnehmen.

    01:45
    Just Cause 3: Firestarter-CGI-Trailer zum Open-World-Spektakel

    Die Zerstörungs-Engine: So wünschen wir uns Battlefield 5

    Eigentlich tun Entwickler in jeder Präsentation so, als hätten sie den Heiligen Gral des Geschichtenerzählens gefunden und sprechen gerne von "Story-driven Games." Nicht so Roland Lesterlin, Game Director von Just Cause 3: "Spieler wollen einen Hintergrund, einen Kontext für Ihr Schaffen. Aber wir verstehen uns nicht als spielbaren Hollywoodfilm, stattdessen geben wir Ihnen die Tools, um Ihren eigenen Actionfilm zu schaffen." Dafür ist vor allem die auf massive Zerstörung und Partikeleffekte geeichte Engine verantwortlich. Die lässt wohlige Gefühle an Battlefield: Bad Company aufkommen, denn dort ließ sich erstaunlicherweise deutlich mehr und strategischer zerlegen als in Battlefield 4. Es ist fast so als hätte sich Avalanche die Levolution-Momente von DICE angeschaut und sich gedacht: Das muss noch besser gehen.

    Nehmen wir beispielsweise eine der vielen Diktatoren-Statuen in einer der großen Städte von Medici. Die Armee ist nah, Sie hören bereits die Reifen quietschen und zahlreiche Fahrzeuge nähern sich. Sie könnten jetzt per Enterhaken schnell auf die Statue springen, dort C4 anbringen, dann wieder runterspringen und einen sogenannten "Grappling Cord" anbringen. Es handelt sich dabei um eine mechanische Winde, die am Arm von Rico angebracht ist und sich elektrisch einziehen lässt. Sobald jetzt einer der ersten Trucks des Militärs unter der Statue stehen, drücken Sie aufs Knöpfchen und lassen damit das Ding umstürzen. Es zertrümmert den LKW und zerfällt in große Brocken. Der Rest der Truppen macht eine Vollbremsung, jetzt zünden Sie das C4 - Boom! Auch ansonsten haben Sie wahnsinnig viel kreative Freiheit, weil sich beispielsweise Brücken komplett zerstören lassen. Sie können also mit Vollspeed in einem Audi R8 (oder zumindest einem Nachbau, ähnlich wie in GTA 5) auf eine Brücke zufahren, katapultieren sich aus dem Fahrersitz in die Luft, jagen mit dem Raketenwerfer die Holzkonstruktion zur Hölle, schweben per Wingsuit über das klaffende Loch und lachen sich kaputt, weil die ganzen Polizeifahrzeuge hinter Ihnen ins Meer segeln.

    Ersteindruck: Just Cause 3

    Das hier ist ein InGame-Screenshot, der die deutlich voluminöseren Explosionen zeigt. Die Texturen auf dem Heli sollten aber im fertigen Spiel gerne schärfer sein. Das hier ist ein InGame-Screenshot, der die deutlich voluminöseren Explosionen zeigt. Die Texturen auf dem Heli sollten aber im fertigen Spiel gerne schärfer sein. Quelle: Square Enix Sie entschuldigen, aber so viele WTF-Momente hatte der Autor dieser Zeilen nicht mehr seit dem Goat Simulator. Just Cause 3 ist quasi Saint's Row in edler Grafik, spielt sich aber erstaunlich unaufgeregt. Avalanche hat den Fallschirm sehr viel stärker ausbalanciert, Sie schweben jetzt also recht langsam und konzentriert durch die Luft. Das macht es sehr viel leichter, C4-Teppiche über feindlichen Basen abzuwerfen oder aus der Luft eine Zielperson mit einem Scharfschützengewehr zu eliminieren. Physikalisch ergibt das absolut keinen Sinn, aber hey - es ist eben ein Spiel, das sich seine kreative Freiheit nimmt!

    Die Gameplay-Struktur bleibt dabei ähnlich wie in Just Cause 2, Sie müssen also wieder Polizeistationen zerstören und so Gebiete erobern. Aber zum einen ist die Zerstörungs-Engine wirklich zum Niederknien und lässt sehr viel mehr taktische Variation zu als Battlefield. Und zum anderen ist auch die Welt sehr viel abwechslungsreicher. Das Land Medici ist sehr mediterran gehalten und kombiniert unterschiedliche kulturelle Einflüsse. Während sich auf der einen Seite eine Felsküste entlangzieht, die unten in einem tiefen Riff endet und zum Tauchen einlädt, sonnen sich auf der anderen Seite Touristen an endlosen Sandstränden. Verlassen Sie die Küste, stoßen Sie im Inland auf Weideland mit viel Lavendel und Sonnenblumen. Dahinter ragt eine majestätische Gebirgslandschaft in den Himmel, die diese gerade zu kitschig pittoreske Idylle umrahmt und in deren Gletschern Sie wie in Far Cry 4 durch den Schnee stapfen dürfen. Hier oben warten schwer einnehmbare Festungen, die wiederum in geheime Stollen und zum Geldspeicher des Diktators führen. Macht schon jetzt richtig Laune, schade nur das Avalance zumindest zum Launch weder Koop, noch Multiplayer anbietet.

  • Just Cause 3
    Just Cause 3
    Publisher
    Square Enix
    Developer
    Avalanche Studios (SE)
    Release
    01.12.2015

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    Es gibt 41 Kommentare zum Artikel
    Von Cook2211
    Also JC 2 habe ich bis heute nicht vergessen, denn es hat mir riesigen Spaß gemacht Wie überaus dramatisch, dass…
    Von kero81
    Als ich die Überschrift dieser "News" laß, dachte ich was hat Bad Company denn mit Just Cause zu tun. Dann laß ich die…
    Von Medcha
    Nein, nein! War gar nicht als Wink gedacht. Ich erinnere bloß die ewig nervenden Battlefield Diskussionen, in denen…
    Von Scholdarr
    GOTY? Sicher nicht in einem Jahr, in dem auch Witcher 3 erscheint? Das Spiel wird bestimmt lustig. Aber nach ein paar…
    Von Nightslaver
    Lecker lecker, wenns nur genauso gut wie Just Cause 2 wird ist es schon gekauft. Das einzige was ich mir wirklich an…
      • Von Cook2211 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Scholdarr
        Und erinnern wird man sich an das Spiel auch kaum. Typisches Popcorn-Kin...öhm-Gaming eben, actionreich, bombastisch, unterhaltsam, spaßig, aber auch ebenso schnell wieder vergessen.
        Also JC 2 habe ich bis heute nicht vergessen, denn es hat mir riesigen Spaß gemacht

        Zitat von kero81
        Just Cause+Zerstörungs-Orgie=Bad Company... Also das entzieht sich jeglicher Logik, aber das sind wir ja gewöhnt von Bild äääh PCGH...
        Wie überaus dramatisch, dass jemand die Zerstörungsorgien in JC 3 mit Bad Company vergleicht
        Ich frage mich, ob die Leute, die hier rum meckern 1.) beide Teile von Bad Company gespielt haben (Teil 1 gab es nur für PS3) und 2.) JC 3 bereits gespielt haben, um beurteilen zu können, inwieweit der Vergleich der Zerstörungsorgien zutreffend ist oder nicht....
      • Von kero81 Volt-Modder(in)
        Als ich die Überschrift dieser "News" laß, dachte ich was hat Bad Company denn mit Just Cause zu tun. Dann laß ich die ersten Zeilen und erkannte den Schwachsinn. Just Cause+Zerstörungs-Orgie=Bad Company... Also das entzieht sich jeglicher Logik, aber das sind wir ja gewöhnt von Bild äääh PCGH...
      • Von Medcha Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Kyrodar
        Ich sehe den Post jetz einfach mak komplett als Wink an mich und möchte Unterstellung ich würde voll realistische Spiele irgendwelchem Quatsch vorziehen. :o
        Mir gehts eher um die Mechanik und Umsetzung und die ist in von mir beschriebenen Titeln einfach nur mittelmäßig. Quasi ein Dragon Age.
        Nein, nein! War gar nicht als Wink gedacht. Ich erinnere bloß die ewig nervenden Battlefield Diskussionen, in denen sich so ne Art Möchte-gern-Waffen-Experten über den Realismus von Rückstoß etc. beschweren als ob sie irgend eine Ahnung hätten. Hinzu kommt, dass ich glaub dass keiner ein wirklich realistisches Spiel mit Waffen spielen möchte. Das vermutete Erlebnis auf dem echten Schlachtfeld können wir gar nicht ertragen. Spiele haben daher immer auch Spielcharakter und sind eben kaum realistisch. Wir dichten dem ganzen bloß Realismus zu.

        Technisch gesehen, oder physikalisch gesehen, gibt es natürlich Unterschiede, aber der technische Anspruch hängt glaube ich bei jedem vom Spiel ab und nicht ob Open-World oder nicht. South Park ist auchn geiles Spiel, aber nicht wegen der Technik. Bei Battlefield ist mir die Story/Setting eher egal. Da möchte ich gut spielbare Maps und eher realistische Physik. Unf JC lebt eben von der Kinoaction. Da hat bestimmt jeder seine eigenen Richtlinien.
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        GOTY? Sicher nicht in einem Jahr, in dem auch Witcher 3 erscheint?

        Das Spiel wird bestimmt lustig. Aber nach ein paar Stunden ist der Reiz dann wahrscheinlich auch wieder schnell verflogen und die Langzeitmotivation wird fehlen. Und erinnern wird man sich an das Spiel auch kaum. Typisches Popcorn-Kin...öhm-Gaming eben, actionreich, bombastisch, unterhaltsam, spaßig, aber auch ebenso schnell wieder vergessen. Imo sicherlich kein Kandidat für die Oscars der Spieleindustrie.
      • Von Nightslaver BIOS-Overclocker(in)
        Lecker lecker, wenns nur genauso gut wie Just Cause 2 wird ist es schon gekauft.
        Das einzige was ich mir wirklich an Teil 3 wünschen würde als Enderung ist das Rico unbegrenzt, oder zumindest deutlich mehr, Munition hat. Das war ein Punkt den ich an Teil 2 immer etwas fehlplatziert fand. Während die gegnerischen Schergen als schier und endlicher Strom auf einen einströmten ging einem zu schnell die Munition aus und es blieb einem nichts anderes übrig als entweder auf die Standard-Waffen zurück zu greifen die die Gegner fallen lassen, oder aber die Beine in die Hand zu nehmen und zu verduften.
        Das passte einfach nicht in das ansonsten großartige Actionfeuerwerk.

        Wie dem aber auch sei, ich freu mich schon riesig auf Teil 3 und werde es mir garantiert kaufen, vorrausgesetzt es ist nicht zu sehr verbuggt und man macht keinen Fehler bei etwarigen DLCs.
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Just Cause 3
Just Cause 3 angespielt: Das inoffizielle Bad Company 3
Just Cause 3 wird das inoffizielle Bad Company 3: Mit einer Zerstörungs-Orgie, die sich nach Levolution 3.0 anfühlt und erstaunlich gezielt einsetzen lässt. Von Ryan Southardt und Benjamin Kratsch.
http://www.pcgameshardware.de/Just-Cause-3-Spiel-9784/Specials/Angespielt-Vorschau-1150746/
13.02.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/02/Just_Cause_3_new_01_Aufmacher-pcgh_b2teaser_169.jpg
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