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  • Shut up and take my money: Oculus VR, Whatsapp, 3dfx - Die aufsehenerregendsten Übernahmen im "Silicon Valley"

    In der jüngeren Vergangenheit wurden einige Übernahmen in der IT-Branche bekannt gegeben, die für viel Aufsehen sorgten. Insbesondere Facebook zeigte sich jüngst einkaufsfreudig, aber auch andere Unternehmen ließen einiges springen. Dabei ist das gar nicht so neu: Mega-Deals gehören zum Silicon Valley wie Räder an ein Auto. Wir liefern die aufsehenerregendsten Übernahmen.

    "Die haben wohl ein Komma nach der Eins vergessen", sagt ein Google-Manager, als er die irrsinnig anmutende Übernahmesumme von 19 Milliarden US-Dollar vernahm, die die Whatsapp-Gründer von Facebook eingestrichen haben. Es ist ein Satz, der in die Geschichte eingehen könnte, denn im Silicon Valley sind solche Summen bei Übernahmen an der Tagesordnung. Übernahmen sind in der Branche keine Mode-Erscheinung. Ohne Frage sorgten in den letzten fünf Jahren insbesondere Internetkonzerne immer wieder für Schlagzeilen, weil sie sich gerne besonders erfolgreiche Startups einverleiben, mit denen sie ihr Geschäft für die Zukunft sichern wollen. Nach diversen Pleiten wie etwa das prominente Beispiel Myspace wissen im Silicon Valley schließlich alle Manager, dass es ganz schnell vorbei sein kann mit dem großen Geschäft - doch dazu später mehr. Schon vorher gab es Übernahmen, bei deren Zahlen einem schwindelig wurden. Und schon vorher scheiterten IT-Unternehmen sensationell – ganz gleich ob Internetdienstleister oder Technikanbieter.

    Einer der bekanntesten Geschichten, die auch medial für reges Interesse sorgte und so eine weite Verbreitung fand, ist der Zusammenschluss und das anschließende Scheitern von Time Warner AOL. Im Januar 2000, als "Dot Com" noch keine Blase war, sondern schillernd im Licht funkelte, fusionierten die beiden Unternehmen – AOL ließ sich den Spaß 164 Milliarden USD kosten (Inflationsbereinigt heute über 210 Milliarden). Dann folgte der rasante Niedergang, der beide Unternehmen in die Bedeutungslosigkeit riss, denn schon im März 2000 war die Blase geplatzt. Nur mit viel Mühe überlebte man, seit 2009 geht man wieder getrennte Wege. PC Games Hardware-Leser werden sich auch an die sensationelle Pleite von 3dfx erinnern, dessen Überreste quasi zum Nulltarif an Nvidia gingen. 112 Millionen US-Dollar zahlten die "Grünen" für Marken und Patentrechte. Ein Schnäppchen, waren doch alle Rechtsstreitigkeiten im gleichen Atemzug aus der Welt. Beträge in diesem Bereich wirken im Silicon Valley fast schon lächerlich. Ein normaler Mensch könnte sich im Vorbeigehen auch eine Kugel Eis kaufen. Zum Vergleich: AMD ließ für den kanadischen Grafikkartenspezialisten Ati im Jahr 2006 5,4 Milliarden US-Dollar springen – zum ungünstigsten Zeitpunkt, denn die gerade in der Entwicklung befindliche Generation sollte sich als weniger stark erweisen. Damals schlug man noch die Hände über dem Kopf zusammen, heute kann AMD froh sein, dass man die Grafikkartensparte im Schlepptau hat.

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    Nach dem Verkauf an Facebook: Alternativen zu WhatsApp im Video-Check


    In der IT- und Internetbranche wird permanent gekauft, verkauft, übernommen und fusioniert. Qualcomm etwa war in den letzten 10 Jahren sehr fleißig, doch die meisten Deals bewegten sich auf einem Niveau, von dem der normale Silicon-Valley-Bewohner kaum Notiz nimmt. Nur für Atheros hatte man den Geldbeutel mit 3,2 Milliarden US-Dollar etwas weiter aufgemacht – so schafft man es dann auch mal auf die erste Seite eines Wirtschaftsmagazins. Immerhin bekam Qualcomm einen recht erfolgreichen Spezialisten für drahtlose Netzwerktechnik. Facebook indes bekam für 2 Milliarden US-Dollar das Startup Oculus VR, dessen wirtschaftlicher Erfolg noch gar nicht absehbar ist. Die Übernahme von Instagram kostete Facebook dagegen nur 875 Millionen US-Dollar. Ein weiterer Vergleich: Google steckte 2006 die damals irrsinnig anmutende Summe von 1,65 Milliarden US-Dollar in die Übernahme von Youtube. Inflationsbereinigt sind das heute grob 1,85 Milliarden US-Dollar.

    Dass die jüngsten Übernahme-Deals der Branche solche Aufmerksamkeit auch bei Nutzern erreichen, liegt nicht nur daran, dass das Internet immer schneller und besser informiert, sondern auch daran, dass jeder einzelne insbesondere bei Internetdiensten betroffen ist. In Zeiten von Social Networks lässt sich jedem einzelnen Nutzer ein Geldwert zurechnen und da war der Whatsapp-Deal fast ein Schnäppchen: Nur 35,56 US-Dollar war Facebook jeder einzelne Nutzer wert. Einen Instagram-Nutzer ließ sich Facebook 28,57 US-Dollar kosten. Das ist lächerlich wenig, wenn man sich die folgenden Zahlen vor Augen hält: Google ließ bei der Übernahme von Feedburner und Jaiku jeden Nutzer rund 250 USD kosten. Amazon legte immerhin für jeden Zappos-Nutzer 206,22 US-Dollar hin. Pro Nutzer zahlte Yahoo bei der Flickr-Übernahme 111,11 USD und bei der Delicious-Übernahme 150 USD. Alles kleine Preise, wenn man 555,56 USD für jeden Aardvark-Nutzer (Google) und 830,26 USD für jeden Geocities-Nutzer (Yahoo) in den Ring wirft. Materiell gesehen haben diese Nutzer eines Services keinen Wert, doch es geht um die (Meta-)Daten, die ihnen einen virtuellen Wert beimessen. Ein spannendes Diagramm hierzu gibt es via Klick. Es bleibt aber die Frage, ob gerade diese Investitionen in nichtmaterielle Dinge es wert sind. Rupert Murdochs News Corp. hat erlebt, dass der Kauf von Myspace zum finanziellen Fiasko wurde. Die 36,25 USD pro ehemaligen Nutzer hat man nie mehr wieder gesehen - insgesamt kostete der Kauf 2005 580 Millionen US-Dollar, beim Verkauf 2011 konnte man nur noch 35 Millionen US-Dollar eintreiben, obwohl man eigentlich mindestens 100 Millionen wollte. Der Finanzvorstand hat den Knall wahrscheinlich nicht gehört, wie man so schön sagt.

    Das ist ein Grund, noch einmal auf die aufsehenerregendsten Übernahmen der vergangenen Jahre zurückzublicken. In der folgenden Galerie haben wir beispielhaft einige spannende Silicon-Valley-Deals herausgepickt, die zeigen sollen, dass solche Geschäfte keine neue Masche sind, sondern zur Branche gehören. Nur eines ist wirklich neu: Dass für immaterielle Dinge Unsummen bezahlt werden, die manch kleinen Startup-Gründer zu einem sehr reichen Mann gemacht haben – der neue amerikanische Traum.

  • Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
    Von Zeus18
    Boar wie ich McAfee so hasse.
    Von meekee7
    Hinter der Übernahme von Macromedia durch Adobe steckt natürlich noch ein wenig mehr. So hatte Macromedia das damals…
    Von Diweex
    Threema ist ein Programm einer Schweizer Firma, und ist nicht verkauft worden, weder von noch ins Silicon Valley. Hat…
    Von Pixy
    Ich find Threema ist leicht zu kurz gekommen.Seit der Übernahme seitens Facebook, nutze ich vermehrt diese Alternative…
    Von PCGH_Thilo
    Hey, da hat einer so weit mitgelesen und unser Easter Egg gefunden. Danke!
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Shut up and take my money: Oculus VR, Whatsapp, 3dfx - Die aufsehenerregendsten Übernahmen im "Silicon Valley"
In der jüngeren Vergangenheit wurden einige Übernahmen in der IT-Branche bekannt gegeben, die für viel Aufsehen sorgten. Insbesondere Facebook zeigte sich jüngst einkaufsfreudig, aber auch andere Unternehmen ließen einiges springen. Dabei ist das gar nicht so neu: Mega-Deals gehören zum Silicon Valley wie Räder an ein Auto. Wir liefern die aufsehenerregendsten Übernahmen.
http://www.pcgameshardware.de/Internet-Thema-34041/Specials/Die-aufsehenerregendsten-Uebernahmen-1119237/
15.05.2014
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