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      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von micha2
        gut sie veröffentlichen "nur".
        aber wo haben sie denn das material her? wurde nicht recherchiert um an solche brisanten informationen zu kommen.


        Soweit ich das verstehe (Wikileaks ist ja nicht unbedingt als transparent zu bezeichnen ) wird das Material zugespielt. D.h. irgendjemand mit Zugriff auf bestimmte Daten, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren, und will diese in aller Welt veröffentlichen. Anschwärzen in ganz großem Stil.
        Das dürfte auch die Ursache sein, warum bislang nur die "westliche Welt" betroffen war: Es wird vermutlich wenige Iranische Oppositionelle in hochrangigen Positionen mit Zugriff auf digitale Regierungsarchive geben. Hacker nehmen wohl auch lieber britische Forscher als die chinesische Regierung ins Visier.
        Die andere Seite lacht sich dann ins Fäustchen bzw. tritt ggf. selbst als Informant auf.

        Zitat
        selbst ein bildzeitungsfuzzi wird heutztutage als journalist bezeichnet, obwohl die meistens nur abschreiben bzw. berichte verschlimmbessern.
        zu wikileaks passt ganz gut die bildzeitungswerbung: "bild dir deine meinung"!
        ist halt eine sehr neutrale vorgehensweise von wikileak. es wird halt nicht in eine bestimmte richtung geschubst.


        Nicht von Wikileaks, aber von den Informanten von Wikileaks. So etwas wie eine "neutrale Information" gibt es nicht. Auch wenns nicht die BILD (iirc per gerichtlicher Auflage schon lange nicht mehr Bild"zeitung") ist, sondern aus Wahrheiten besteht, kann man durch systematisches weglassen von Informationen einen massiv verfälschten Eindruck erwecken. (beabsichtigt, unbeabsichtigt oder systematisch. Z.B. eben in dem die interne Kommunikation von US-Diplomaten ohne das Gegenstück ihrer Kollegen aus anderen Staaten präsentiert wird oder in dem E-Mails veröffentlicht werden, die ohne die in ihnen nicht dokumentierten -wieso auch?- Begleitumständen missverständlich seien können oder zwangsläufig falsch verstanden werden)
        Guter Journalismus beinhaltet immer auch eine Bewertung von Informationen und eine Gegenüberstellung oder Begleitung mit allem, was man zum Verständniss braucht. Wikileaks weißt da Ähnlichkeiten mit dem Spiegel auf.

        Zitat
        die berichterstattung von weltonline, fand ich ganz gut. so in richtung, wie fürsorglich doch die USA als weltpolizist mit anderen ländern umgeht.
        da wurde berichtet, das ein kleines land(name entfallen) 3 millionen dollar bekommen sollte wenn es 17 uiguren aus guantanamo aufnehmen würde.
        das böse land lehnte ab, trotz der 3 millionen.
        gut man hat vergessen zu erwähnen, das man ja die uiguren irgendwo aus dem leben geholt hat und sie in einem gefangenenlager jahrelang festgehalten hatte ohne ein bisschen rechtstaatlichkeit zu beachten. aber das passte ja schlecht zu verharmlosungsstrategie von Weltonline.


        Vermutlich ein problematisches Thema für die Medien, denn eignetlich hätte man anno2001 den Mund aufreißen müssen, aber da war man mit Beileidsbekundungen beschäftigt.
      • Von jelais99 PC-Selbstbauer(in)
        Ich frage mich allerdings, warum Wikileaks deartig einseitig veröffentlicht. So entsteht mit Sicherheit kein umfassendes Bild sondern eher ein polarisierendes und mainipulatives Bild. Daher stehe ich Wikileaks sehr kritisch gegenüber, zumal sie gegen einen wichtigen journalistischen grundsatz verstoßen: Dem Schutz der Informanten.

        Aber auch sonst finde ich das Vorgehen sehr fragwürdig. Das Material ohne ausreichende Prüfung zu veröffentlichen, wird früher oder später zu Missbrauch führen.
      • Von micha2 Software-Overclocker(in)
        Zitat von ruyven_macaran
        Inhaltlich betrachtet gebe ich dir da durchaus recht: Der Abtand von Wikileaks zu Journalismus ist nicht groß (de facto machen sie afaik keine eigene Recherche und schreiben auch keine eigenen Texte, sondern veröffentlichen nur -> eher ein Verlag, aber keine Redaktion).
        Aber am Anfang dieses Diskussionsteils stand nicht die Frage, wie man Wikileaks beurteilen sollte, sondern warum die US-Regierung Wikileaks nicht einfach verklagt und mit rechtsstaatlichen Mitteln vorgeht, anstatt auf dubiosem Wege Druck auszuüben.
        Ein Argument dagegen war, dass die Aktionen von Wikileaks im Rahmen von Pressefreiheit&Co geschützt sind - und da wiederspreche ich eben, denn imho dürften die Mitarbeiter von Wikileaks vor dem Gesetz nicht als Journalisten zählen und somit nicht deren Sonderrechte genießen.



        gut sie veröffentlichen "nur".
        aber wo haben sie denn das material her? wurde nicht recherchiert um an solche brisanten informationen zu kommen.
        selbst ein bildzeitungsfuzzi wird heutztutage als journalist bezeichnet, obwohl die meistens nur abschreiben bzw. berichte verschlimmbessern.
        zu wikileaks passt ganz gut die bildzeitungswerbung: "bild dir deine meinung"!
        ist halt eine sehr neutrale vorgehensweise von wikileak. es wird halt nicht in eine bestimmte richtung geschubst.
        die berichterstattung von weltonline, fand ich ganz gut. so in richtung, wie fürsorglich doch die USA als weltpolizist mit anderen ländern umgeht.
        da wurde berichtet, das ein kleines land(name entfallen) 3 millionen dollar bekommen sollte wenn es 17 uiguren aus guantanamo aufnehmen würde.
        das böse land lehnte ab, trotz der 3 millionen.
        gut man hat vergessen zu erwähnen, das man ja die uiguren irgendwo aus dem leben geholt hat und sie in einem gefangenenlager jahrelang festgehalten hatte ohne ein bisschen rechtstaatlichkeit zu beachten. aber das passte ja schlecht zu verharmlosungsstrategie von Weltonline.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von drakenbacken
        Ich glaube, daß Plattformen wie Wikileaks einen Wandel zu mehr informationeller Offenheit bewirken können. Wenn derartige "Leaker" erstmal zum normalen Bild in der Öffentlichkeit gehören, relativiert sich ihre Bedeutung automatisch und die "Enthüllungen" verlieren an Brisanz. Bestenfalls sagt man sich an Verantwortlicher Stelle: Wenn das sowieso bald bei Wikileaks steht, dann können wir den Leuten auch gleich reinen Wein einschenken. Idealistischer Ansatz, klar, aber klein Denken kann ja jeder


        Ideale sind was gutes, so lange man weiß, wo der Unterschied zur Realität liegt
        Aber ich denke (bzw. aufgrund der einhergehenden Implikationen: hoffe) nicht, dass es soweit kommen wird, dass "leaker" zur normalen Informationslandschaft gehören - und zwar nicht nur wegen der Politiker, sondern wegen "der anderen". Wikileaks hat genau gar keine Legitimation. Sämtliche Informationen, die auf Wikileaks landen, könnten ebensogut von Hans Peter und Klaus nachm Stammtisch niedergeschrieben worden sein können - alles, was wir haben, ist die Behauptung der Veröffentlichenden, es wäre authentisch.
        Bei Wikileaks war es das bislang scheinbar auch. Aber: Mitlerweile ist vielen klar, dass Wikileaks oder Plattformen wie Wikileaks der perfekte Weg zu viel Öffentlichkeit sind. Und wenn man sich anguckt, was Verschwörungstheoretiker aus den Wiki-Leaks machen, dann kann man nur hoffen, dass es noch ein Weilchen dauert, bis Leute, die gezielt Falschinformationen streuen wollen, sich dieser Mechanismen bedienen.

        Dann gibt es genau zwei Möglichkeiten:
        a) Die ganzen Leaker verlieren massiv an Bedeutung und sind einfach nur ein paar weitere Internetseiten mit politischer Agenda
        b) Die breite Masse, die ja sowieso dazu tendiert, sich "von denen da oben" unterdrückt und von einer Weltverschwörung verfolgt zu sehen, glaubt diesen Seiten alles, ohne irgend eine Form von Beleg zu verlangen. (bzw.: Das, was von offizieller Seite am heftigsten dementiert wird, wird am stärksten geglaubt)

        Was das für die politische Entwicklung bedeutet, sollte klar sein...

        Zitat
        Verstehe, das ist natürlich richtig. Da du dich als Moderator, wenn auch "nur" ehrenamtlich (und ich achte ehrenamtliche Arbeit sehr), in einer "Machtposition" befindest, sitzt du aus meiner Sicht etwas in der Zwickmühle. Natürlich sollst du auch deine Meinung äußern können, doch gleichzeitig bist du hier, um zu moderieren, auszugleichen, zu vermitteln.


        Für gewöhnlich löse ich das dadurch, dass ich moderatives Vorgehen von inhaltlichen Beiträge trenne und mich in beidem an die Regeln halte. Das ermöglicht zugegebenermaßen keine Moderation im Sinne einer Zusammenführung, aber die ist bei vielen Online-Zeitgenossen sowieso illusionistisch. Einen sachlichen Diskussionsstil kann man aber einigermaßen durchsetzen.
      • Von drakenbacken PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von ruyven_macaran
        'türlich.
        Ich würde aber zwischen Leaks differenzieren, die eine moralische Neubewertung von z.B. Parteien&Politikern aufgrund vergangener Ereignisse nach sich ziehen (z.B. interne Dokumente vergangener Regierungen) und Leaks, die zu einer verfälschten Ansicht von Informationen führt, auf deren Grundlage aktuell Entscheidungen getroffen werden müssen (z.B. Climategate).
        Verstehe, was du meinst. Allerdings sehe ich es nicht so, daß wir von den "offiziellen" Medien wirklich "richtig" informiert werden, selbst wenn die Macher ambitioniert ans Werk gehen. Auch sie sind letztlich von Informationen abhängig, die bereits durch andere Interessengruppen gefiltert wurden.

        Ich glaube, daß Plattformen wie Wikileaks einen Wandel zu mehr informationeller Offenheit bewirken können. Wenn derartige "Leaker" erstmal zum normalen Bild in der Öffentlichkeit gehören, relativiert sich ihre Bedeutung automatisch und die "Enthüllungen" verlieren an Brisanz. Bestenfalls sagt man sich an Verantwortlicher Stelle: Wenn das sowieso bald bei Wikileaks steht, dann können wir den Leuten auch gleich reinen Wein einschenken. Idealistischer Ansatz, klar, aber klein Denken kann ja jeder

        Zitat von ruyven_macaran
        Im übrigen bin ich aber schon der Meinung, dass man in einer Zeit, in der fast jeder innerhalb kürzester Zeit global veröffentlichen kann, eine klare Grenze zum Journalismus und ggf. Pflichten für Journalisten braucht. Sonst wird es ganz schnell möglich, unter dem Deckmantel der Pressefreiheit ungestraft Lügen, Volksverhetzung,... zu verbreiten.
        Stimmt, trotzdem: Die rechte Szene zB verfügt über akkreditierte Journalisten und tut trotzdem, was du verhindert wissen willst. Schau, wohin du willst, mit Informationen wird überall auf der Welt Schindluder betrieben.

        Vielleicht können wir uns in der Mitte treffen. Ich schlage für die Wikileaks-Akteure die Bezeichnung Guerilla-Journalisten vor... Triffts ganz gut, wie ich finde.

        Zitat von ruyven_macaran
        Auch Moderatoren haben keine Zweitaccounts und nur weil wir uns ehrenamtlich darum kümmern, dass dieses Form benutzbar bleibt, verzichten wir nicht darauf, auch tatsächlich an ihm teilzunehmen.
        Verstehe, das ist natürlich richtig. Da du dich als Moderator, wenn auch "nur" ehrenamtlich (und ich achte ehrenamtliche Arbeit sehr), in einer "Machtposition" befindest, sitzt du aus meiner Sicht etwas in der Zwickmühle. Natürlich sollst du auch deine Meinung äußern können, doch gleichzeitig bist du hier, um zu moderieren, auszugleichen, zu vermitteln.

        Vielleicht kannst du dir da ein wenig von den (guten) Profis abgucken, die stellen ganz gerne Fragen, wenn sie etwas kritisch anmerken wollen. Beispiel, passend zu Wikileaks (in ARD oder ZDF Nachrichten): Man könnte sich natürlich auch fragen, warum Wikileaks bisher nur Geheimnisse aus der sog. freien Welt enthüllt hat...

        Übrigens finde ich es sehr gut, daß du letztlich noch einmal auf die Nachrichten geantwortet und dabei die Wogen geglättet hast. Dein letzter Post war auf jeden Fall die Arbeit eines guten Moderators
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02.12.2010
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