FBI übernimmt Botnetz und deaktiviert Schädlinge auf betroffenen PCs

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FBI übernimmt Botnetz und deaktiviert Schädlinge auf betroffenen PCs

Lars Craemer Google+
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15.04.2011 11:40 Uhr
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Das FBI hat jetzt mit einem sehr gewagten Schritt neue Fakten im Kampf gegen Schädlinge aus dem Internet geschaffen. Die Behörde hat das Botnetz Coreflood vom Netz genommen und fängt Anfragen von infizierten PCs ab, um auf diesen dann den Schädling temporär zu deaktivieren. Unter Experten wird dieser Schritt sehr kontrovers diskutiert, da man so auch PCs von ahnungslosen Anwendern beschädigen kann.

Das FBI geht aktiv gegen Botnetze vor. Das FBI geht aktiv gegen Botnetze vor. [Quelle: PC Games Hardware] Botnetze werden im Internet unter anderem dazu verwendet, um lästige SPAM-Mails auf den Weg zu schicken oder um in gemeinsamen Attacken mit einem DoS-Angriff Rechner und Server vom Netz zu nehmen. Das FBI hat kürzlich das Botnetz Coreflood vom Netz genommen und im Zuge dieser Maßnahme eine umstrittene Strategie umgesetzt. Versucht sich zukünftig ein infizierter PC unbemerkt vom Benutzer am Steuer-Server (Command and Control Server) anzumelden, greift das FBI aktiv auf diesen PC zu und deaktiviert den Schädling bis zum Neustart. Umstritten ist diese Methode besonders deswegen, weil das FBI aktiv auf den Anwender-PC ohne dessen Wissen zugreift und möglicherweise das Betriebssystem bei der Deaktivierung beschädigen kann.

Das FBI betonte allerdings, dass man vor Veränderungen an infizierten PC den Schädling genauestens untersucht, um Risiken für Anwender-PCs auszuschließen. Die rechtliche Situation für solche Eingriffe ist ebenfalls nicht eindeutig geklärt. Laut dem FBI existiert das Botnetz bereits seit zehn Jahren und es sollen rund zwei Millionen Rechner betroffen sein.

Quelle: FBI

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Kabelverknoter(in)
25.04.2011 11:58 Uhr
Ich finde es richtig so - die "ahnungslosen" Besitzer dieser PCs sind es schließlich die solche Botnetze durch Ihr heutzutage schon als ignorant und fahrlässig zu bezeichnendes Verhalten überhaupt erst möglich machen. Die gehören wegen Mithilfe ebenso bestraft. Natürlich geht es dann aber auch nicht an, dass die Behörden die PCs dann ausspionieren etc..
Klar, eine saubere Deinstallation wäre wünschenswert. Noch wünschenswerter wäre es aber, wenn die Nutzer dieser PCs mal eine Schulstunde in "Warum ich einen Virenscanner und eine Firewall installieren sollte" bekommen würden.
Software-Overclocker(in)
15.04.2011 22:37 Uhr
[...],greift das FBI aktiv auf diesen PC zu und deaktiviert den Schädling bis zum Neustart.
Das kanns ja auch nicht sein, somit greifen die jedes mal wenn ich meinen infizierten Rechner neustarte wieder darauf zu und "hacken" (um das mal so salopp auszudrücken) ihn wieder.

Die ganze Aktion ist ja schon etwas kontrovers, aber das die den Bot dann nicht mal endgültig deaktivieren (können), schlägt dem Fass den Boden aus -.-"
PCGH-Community-Veteran(in)
15.04.2011 22:08 Uhr
Seit 10 Jahren gab es dieses Bot-Netz?

Und jetzt sitzt das FBI dahinter. Hoffentlich helfen die den Leute wirklich und machen die Bots komplett unschädlich.
Sysprofile-User(in)
15.04.2011 18:11 Uhr
Ein Schelm ist, wer dabei Böses denkt

Wir können doch alle froh sein, wenn das FBI so überaus zuvorkommend ist und uns "hilft" und nicht die Bots für irgendwelchen Schindluder missbraucht
Ja, is klar, würden die ja auch nie im Leben machen...

"Diejenigen, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit aufgeben, werden am Ende keines von beiden haben - und verdienen es auch nicht." soll angeblich mal Benjamin Franklin gesagt haben...
15.04.2011 13:21 Uhr
Das ist eigentlich nicht der Grüne Weg was das FBI da macht.
Wer kann schon sagen ob das FBI das ganze nicht ausnutzt um die eigenen Interessen durchzusetzen, wie Spionage der Rechner, das kann doch reell niemand überprüfen.
Aus Illegal Plus Illegal wird nicht Legal

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