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      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Das einzige, was sich von Wikipedia auf eine Whistleblowerplattform übertragen ließe, wäre "jeder kann mitmachen". (Denn die Nachschlagewerkstruktur und Richtlinien machen da keinen Sinn und die namentliche Nennung bzw. IP-Angabe erst recht nicht). Dafür gibt es schon ein anderes Wort, das heißt "Forum".
        Das Problem bei einer Veröffentlichungsplattform für brisante Informationen ist die enorme Verantwortung bei Aussortierung und ggf. Aufbereitung der eingegangenen Informationen. Da kann man keine klaren Regeln (wie z.B. bei Wikipedia) vorgeben, woran man "zu riskantes", "zu missverständliches" oder schlicht "gefälschtes" erkennen kann. Sowas verlangt eigentlich sorgfältige Recherche/Überprüfung, Aufbereitung, Bereitstellen von Begleitinformationen und ggf. Darstellung der Gegenseite. Aber das kann nur eine professionelle Redaktion liefern und bei potentiell 7 Milliarden Informanten, darunter >0,5 Milliarden Scherzkeksen, wird das mittelfristig auch eine sehr große sein müssen. Sowas lässt sich nicht auf Spenden aufbauen, da müssten sich Reuters und AP zusammentun - und von der UN überwachen lassen.
        Eine kleinmaßstäbliche Alternative, die auf verantwortungsvolle Bewertung von Informant und Information hinausläuft, scheitert in der Praxis daran, dass es keinen Auswahlmechanismus für ausreichend verantwortungsvolle Leute gibt. Assange ist offensichtlich nicht geeignet - aber wer dann? Und wer entscheidet darüber?
        Ich weiß, wie schwer es sein kann, einen brauchbaren Moderator für ein mickriges Hardwareforum zu finden und die stehen nicht zwischen den Fronten von CIA, BILD und diverser namenloser.
      • Von ashura hades PC-Selbstbauer(in)
        Ja, das leidige Thema mit den öffentlich rechtlichen. In Deutschland alles andere als frei und durch den Ballast von etlichen, steinalten, Programmdirektoren auch nicht unbedingt innovativ und zeitgemäß.

        In Zeiten wo scheinbar demokratische Staaten zunehmend zu Überwachungsstaaten mit Pseudo-Demokratie und Staatswillkür mutieren, ist ein Unabhängigen Plattform, die zugegebenermaßen Wikileaks (noch) nicht ist, ohne Alternative. Jede Institution, welche an territoriale Grenzen, Personen (Assange) und Geldgeber gebunden ist, steht zwangsläufig unter Einflussnahme und kann keinesfalls volles Vertrauen genießen.

        Was hältst du von einem Modell wie bei Wikipedia? Klar, hier gibts auch immer wieder Interessenkonflikte, letztendlich funktioniert das Spenden und Community Prinzip doch recht gut?
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Auch wikileaks muss von irgendwas leben und hat z.B. exklusiven Vorabgzugriff auf die Diplomatie-Infromationen an Magazine und Zeitungen verkauft. Das ist ja das Problem bei Medien: Es entstehen zwangsläufig Eigentinteressen, weil alles irgendwie finanziert werden muss. Unabhängig von Nachfrage entscheiden könnten allenfalls öffentlich-rechtliche - aber die dürfen das heute auch nicht mehr und für Enthüllungen über Staaten sind sie natürlich denkbar ungeeignet.
      • Von ashura hades PC-Selbstbauer(in)
        Ich gebe dir generell recht, was Printmedien und die Schlagzeilen angeht. BILD (u. ä.) ist ein wunderbares Symbol für den Niedergang von Anspruch und Niveau.

        Auch wenn wikileaks nicht perfekt ist, denke ich ds es wichtig ist das es etwas von Kapital und Kapitalinteressen unabhängiges gibt. Ich führe da nur die amerikanische 'Pressefreiheit' an. Da ist so ziemlich alles in den Händen von wenigen Medienmogulen (Medien-Oligarchen) welche die öffentliche Meinung steuern. Jede Form von journalistischer Arbeit ist immer Meinungsgefärbt und eine potenzielle Meinungsmache, nur eine nüchterne Veröffentlichung von Informationen zur persönlichen Meinungsbildung.

        Wikileaks sollte sich aber offen jeder Form von Kritik stellen und aufhören als persönliches Sprachrohr eines einzelnen Wichtigtuers dienen.


        PS: Frontal ist ohne Kienzle und Hauser nicht mehr das Selbe!
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Letztlich geht es hier um klassische Medienaufgaben, ja.
        Aber letztlich hängen die am Konsumenten - und der ist nicht bereit, für gute Recherchen zu zahlen. Die Massenmedien haben deswegen Recherche durch Schlagzeilen ersetzt, aber sie durch ungefilterte Onlinestellung zu ersetzen, ist auch nicht besser.
        Eine Vermittlungsstelle zwischen Whistleblowern und dem letzten Rest seriöser Medien (ala Wikileaks) ist unter den gegebenen Umständen noch die beste Lösung, da schauen wenigstens 2-3 Ebenen auf das Material, die keine inhaltlichen Ziele damit verfolgen. Wikileaks hat imho jedenfalls keine bessere "Informationsquote", als manch Boulevardblatt. Den wenigen Dingen, die an die Öffentlichkeit gehörten (Verstoß gegen Menschenrechte und Regierungsvorgaben durch US-Soldaten) stehen Schmierkampagnen gegenüber Unschuldigen gegenüber ("Climategate") und Massen von unbedeutendem Spam (diplomatische Unterlagen).
        Selbst Frontal21 und Spiegel schneiden vermutlich besser ab.
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Laut einem Stern-Interview hat ein ehemaliger Wikileaks-und jetziger Openleaks-Mitarbeiter vertrauliche Dokumente mitgenommen und Software-Funktionen der Wikileaks-Plattform unbrauchbar gemacht.
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11.02.2011
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