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  • Adblock Plus 2.0 gestattet unaufdringliche Werbung

    Mit Adblock Plus 2.0 geht eine tiefgreifende Änderung einher: Das beliebte Firefox-Addon lässt unaufdringliche Werbung zu, sofern diese eng gesteckten Kriterien entspricht. Man hofft so zum einen kleine Webseiten vor dem Aus zu schützen und zum anderen Einfluss auf den Werbemarkt zu nehmen.

    Neuausrichtung beim Entwickler des beliebten Firefox-Addon Adblock Plus: Version 2.0 soll unaufdringliche Werbung künftig zulassen, da man insbesondere kleine Webseiten als gefährdet sieht. Ihnen drohe das Aus, so die Adblock-Entwickler. In Adblock 2.0b.3277 ist erstmals eine Option enthalten, die unaufdringliche Werbung gestattet. Standardmäßig ist diese aktiviert, kann aber im Nachgang deaktiviert werden, wenn der Nutzer dennoch keine Werbung sehen möchte.

    Technisch wird dies über eine Whitelist gelöst, die aber aktuell noch recht klein ist. Derzeit finden sich auf der Whitelist die Webseiten netzwerlt.de, T3N sowie Focus Online und alle bei Sedo gehosteten Angebote. Auf die Frage hin, warum die Option standardmäßig aktiviert ist, hat der Adblock-Entwickler eine einfache Antwort: Die Nutzer würden die Einstellung nicht ändern, selbst wenn wir sie darum bitten. Das Nutzverhalten legt zugrunde, dass man Einstellungen nur ändert, wenn dies unabdingbar ist. Wladimir Palant, Hauptentwickler von Adblock Plus, hat im vergangenen Jahr das Unternehmen Eyeo gegründet, um im ersten Schritt das Internet von schlechter Werbung zu befreien und das "Internet zu verbessern". Projektmitarbeiter Till Faida erklärt, dass Webseitenbetreiber teilweise 50-60 Prozent Einbußen bei den Werbeeinnahmen haben. Seiner Ansicht nach wird das Internet nicht besser, wenn diese kostenlosen Webseiten fehlen.

    Die Idee dahinter ist relativ simple wie clever: Man erhofft sich, dass die Nutzer die unaufdringliche Werbung zulassen, was Werbende und Webseiten dazu bringen soll, vermehrt auf eben jene Werbung zu setzen. Jedoch müsse die Mehrheit der Adblock-Nutzer diese Funktion benutzen, um eine ausreichend kritische Masse für ein Umdenken zu erreichen.

    Wie unaufdringliche Werbung aussieht, ist derzeit recht klar definiert: Laut Palant sind dies nur statische Banner ohne Animationen, Sound und sonstige aktive Elemente. Im Grunde sind es nur Textanzeigen, denn nach Aufmerksamkeit flehende Bilder will man auch nicht zulassen. Weiterhin darf nur ein Script genutzt werden, welches das Laden der Webseite verzögert. Redirects sind nicht gestattet. Es ist nur eine DNS-Abfrage erlaubt. Damit wären die Möglichkeiten von Werbenden stark eingeschränkt. Da das Programm aber dies nicht selbstständig erkennt, muss die Whiteliste gepflegt werden.

    Weiterhin kann ein Vertrag mit Eyeo abgeschlossen werden, mit dem komplette Webseiten auf die Whitelist gesetzt werden können. Das ist bisher in einem Fall geschehen: Der eingangs erwähnte Domainhoster Sedo. Jedoch werden Webseiten und Adserver, die sich nicht an die Vorgaben halten, auch wieder von der Whitelist gestrichen.

    Wie der Vorstoß ausgeht, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Mit Verweis auf eine Umfrage seien laut Palant lediglich 25 Prozent der Adblock-Plus-Nutzer gegen Werbung. Die anderen würden Webseiten gerne unterstützen, wenn die Werbung nicht den letzten Nerv raubt. Insgesamt nutzen 17 Millionen Menschen Adblock-Plus, davon zwei Millionen via Google Chrome. Im Adblock-Forum sieht man das jedoch mit gemischten Gefühlen. Es regt sich Widerstand gegen den Vorstoß und es gibt bereits Aufrufe, die Open-Source-Software zu forken. Insbesondere das Aktivieren der Funktion ohne Nachfrage stößt den Nutzern auf. Zudem regt sich Widerstand gegen die Umwandlung in eine GmbH, was viele Nutzer kritisch sehen. "Wir werden niemals etwas frei schalten, nur weil wir dafür bezahlt werden", versichert Faida. Man wolle jedoch nicht ausschließen, dass sich auch Werbetreibende künftig an der Finanzierung beteiligen. Ende Januar soll entschieden werden, ob man das Projekt nach der jetzigen Testphase weiter verfolgt.

  • Es gibt 32 Kommentare zum Artikel
    Von klink
    Werbeblocker Adblock Plus will Werbung gegen Geld durchlassenFängt ja schon gut an, als nächstes lässt sich die…
    Von fac3l3ss
    So wird es gemacht, danke für den Hinweis! MfGfac3l3ss
    Von ΔΣΛ
    Ich habe schon die neue 2.0.1 Version drauf.[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Unten Links einfach zu deaktivieren.
    Von Rayman
    ich finde die idee gegen unafdringliche werbung habe ich nix und bin auch jahre lang ohne adblock unterwegs…
    Von Allwisser
    ich nutze adblock exessiv sowie ein paar andere addons dafür. ich will weder aufdringliche noch unaufdringliche…
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Mit Adblock Plus 2.0 geht eine tiefgreifende Änderung einher: Das beliebte Firefox-Addon lässt unaufdringliche Werbung zu, sofern diese eng gesteckten Kriterien entspricht. Man hofft so zum einen kleine Webseiten vor dem Aus zu schützen und zum anderen Einfluss auf den Werbemarkt zu nehmen.
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14.12.2011
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