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  • Renowned Explorers im Test: Rogue-like-Abenteuerspiel von den Reus-Machern

    Mit Renowned Explorers, einem Abenteuer-Strategiespiel mit Rogue-like-Elementen, wollen die niederländischen Entwickler von Abbey Games an ihren großen Erfolg Reus anknüpfen. Wir haben die aktuelle Fassung mit Patch 4 getestet.

    Seit dem 2. September ist das Strategiespiel Renowned Explorers: International Society über Steam und den Humble Store für 20 Euro erhältlich. Die niederländischen Entwickler von Abbey Games sind dabei keine Unbekannten, haben sie mit der Göttersimulation Reus im Mai 2013 doch einen kleinen Hit auf Steam abgeliefert, der bei einem Steam User Score von 82% und laut Steam Spy geschätzten 800.000 Besitzern steht. Renowned Explorers hingegen hat aktuell sogar einen Steam User Score von 92%, dabei aber offenbar nur rund 10.000 Käufer gefunden. Wie lässt sich das erklären? PCGH hat Renowned Explorers einige Stunden gespielt und erzählt von seinen Erfahrungen mit dem Rogue-like-Spiel (das je nach Definition auch als Rogue-lite-Spiel durchgeht).

    Renowned Explorers: Spielprinzip

    Die Idee hinter Renowned Explorers ist recht schnell erzählt: Mit seinem Team aus drei Charakteren geht der Spieler auf Abenteuer-Expedition im Indiana-Jones-Stil (allerdings im fiktiven 19. Jahrhundert). Während der Missionen muss man seine Figuren geschickt einsetzen und sich auch in taktischen Kämpfen beweisen. Wie viele Rogue-like-Spiele ist Renowned Explorers einfach zu erlernen, aber durchaus schwierig zu meistern. Der Spieler startet damit, den Spielmodus (der normale Discovery Mode mit Wiederholung des letzten Kampfes und Savages oder den Adventure Mode als Iron Man-Variante) und den Schwierigkeitsgrad auszuwählen. Dann ist er auch schon bei der spielentscheidenden Vorbereitung: Aus einer Liste von 20 Charakteren, die vier Kategorien angehören (Scientist, Scout, Fighter, Speaker) wählt man drei Figuren für seine Party aus und macht einen zum Captain mit Spezialbonus. Die liebevoll gestalteten Persönlichkeiten haben sehr unterschiedliche Werte (Angriff, Verteidigung, Ausweichen, Lebenspunkte usw.) und auch stark voneinander abweichende Skill Trees, man sollte sich also wohl überlegen, wen man mit auf die Reise nimmt und wie diese Typen harmonieren. Wichtig ist dabei zu wissen, dass nach fünf Expeditionen mit diesem Team definitiv Schluss ist. Man kann die Charaktere in der Zeit mit steigender Erfahrung aufleveln und auch mit Gegenständen stärker machen, aber nach der fünften Expedition muss man von seinen liebgewonnenen Figuren wohl oder übel Abschied nehmen.

    Hat man seine Party zusammen, geht es auch schon los mit der ersten Expedition. Man sucht sich ein Ziel auf der Weltkarte aus, zu Beginn ein möglichst leichtes, und landet im Anschluss auf einer Detailkarte der ausgesuchten Gegend. Wieviele Schauplätze man im Folgenden aufsucht, wird vor allem durch den vorhandenen Proviant definiert. Jeder Schritt kostet Nahrung, man sollte sich also gut überlegen, welche der angebotenen Locations man aufsucht. Geht der Proviant zur Neige, bis man zum erklärten Hauptziel kommt, erhalten die Charaktere Abzüge bei ihren Fertigkeiten. Das will man vermeiden. Auf dem Weg zum Ziel und damit auch zum Boss-Gegner erlebt man sehr unterschiedliche Abenteuer. An manchen Schauplätzen lassen sich die Werte der Spieler verbessern, woanders gibt es Nahrungsnachschub, Gold, Ansehen oder auch Forschungspunkte, die man später gut investieren kann. Meistens erhalten Sie aber eine Aufgabe, die entweder ein für diesen Job besonders geeigneter Charakter am Glücksrad löst oder die per rundenbasiertem Taktikkampf ausgefochten werden. Ersteres geht natürlich sehr schnell von der Hand, ist aber aufgrund des Zufallsfaktors auch eine auf Dauer eher langweilige Sache. Die zweite Option bietet versierten Taktikern frische Ansätze beim rundenbasiertem Kampf.

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    Renowned Explorers: Launch-Trailer zum Strategiespiel

    Renowned Explorers: Taktikgekloppe

    Kommt es zum Kampf, findet sich die Party des Spielers auf einem zufällig generierten Spielfeld auf Hexfeldbasis. Zuerst ist der Spieler dran, er kann jede Figur separat ziehen und dann noch jeweils eine Aktion auslösen. Dabei kann man das Gelände für sich nutzen, indem man beispielsweise Engstellen besetzt oder sich zuerst auf versprengte Einheiten des Gegners stürzt. Es gibt auch Felder, auf denen darauf stehende Figuren heilen, weitere Vorteile wie Geländeboni oder Höhenunterschiede gibt es aber nicht. Jede Spielfigur kann per physischem oder Spruchangriff attackieren, alternativ kann man auch eigene Figuren mit Buffs versehen. Wenn ein Charakter im Level aufsteigt, kommen umfangreiche Spezialfähigkeiten dazu, die auch Flächenschaden verursachen oder mehrere Figuren heilen. Eine gute Kombination der Fähigkeiten unterschiedlicher Charaktere bringt also echte Vorteile im Kampf.

    Für das Genre der Taktikkämpfe ungewöhnlich ist, dass es auf dem Schlachtfeld immer eine Art Grundstimmung gibt, die von den Aktionen des Spielers beeinflusst werden und die direkte Auswirkungen auf Angriff, Verteidung und weitere Parameter hat. Verhält man sich aggressiv, ändert das auch die Stimmung. Man kann aber auch freundlich oder verschlagen attackieren, was manchmal effektiver ist, wenn der Gegner bereits eine bestimmte Stimmung hat. Geregelt wird das Moralsystem über ein einfaches Stein-Schere-Papier-Prinzip. Bosskämpfe stellen eine Besonderheit dar, denn hier erhält der Hauptgegner in regelmäßigen Abständen Truppen-Nachschub, weshalb man sich ohne große Ablenkung direkt auf den Chef stürzen sollte, der zumeist mit viel Hitpoints antritt und auch bestimmte Resistenzen aufweist.

    Renowned Explorers im Test: So sieht ein Taktikkampf aus - hier gegen schwächliche Schafe. Renowned Explorers im Test: So sieht ein Taktikkampf aus - hier gegen schwächliche Schafe. Quelle: PC Games Hardware

    Renowned Explorers: Nach der Expedition

    Hat man seine erste Expedition inklusive des obligatorischen Bosskampfes erfolgreich abgeschlossen, kommt der Kassensturz und die erreichten Boni werden in Gold, "Insight" und Forschung umgewandelt. Mit diesen Ressourcen können Sie dann Gegenstände für Ihre Charaktere kaufen, den umfangreichen Forschungsbaum mit diversen Boni freischalten, seine Entourage vergrößern oder durch Vorträge in Städten zusätzliche Punkte kassieren. Man sieht dann auch schon eine Zwischenwertung, welche Gesamtreputation man im Vergleich zu anderen Abenteurern hat. Sind die in der letzten Expedition erspielten Punkte weg, sucht man sich eine neue, möglicherweise schwerere Expedition aus und begibt sich erneut auf eine gefährliche Reise. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Charakteren nach Stufenaufstiegen möglichst sofort die neuen Skills freischalten. Das geht auch während der Kämpfe. Nach Abschluss der fünften Expedition, was je nach Spielgeschwindigkeit nach 4-5 Stunden der Fall ist, kommt die Schlussabrechnung und man sieht, auf welchem Platz man insgesamt gelandet ist.

    Renowned Explorers: Und die Langzeitmotivation?

    Mit einem Spieldurchgang hat man sicher nicht alle Schauplätze gesehen, nicht alle Charaktere ausprobiert und auch nicht die Maximalpunktzahl erreicht. Es geht also im Grunde von vorne los, nur kann man jetzt beispielsweise im echten Iron-Mann-Modus spielen oder auch am Schwierigkeitsgrad drehen, um die Herausforderung zu erhöhen. Aber auch wenn die Karten beim Taktikkampf prozedural generiert werden: Nach 2-3 Durchgängen wiederholen sich viele Elemente spürbar. Und man muss sich von seinen liebgewonnenen Charakteren immer wieder verabschieden.

    Renowned Explorers im Test: Unser Scientist Phillipe hat den Maximallevel 5 erreicht und damit einige Zusatzfertigkeiten freigeschaltet. Renowned Explorers im Test: Unser Scientist Phillipe hat den Maximallevel 5 erreicht und damit einige Zusatzfertigkeiten freigeschaltet. Quelle: PC Games Hardware

    Renowned Explorers: Technische Einschätzung

    Auf unserem Test-PC lief Renowned Explorers jederzeit flüssig und es gab keine Abstürze. Angesichts der comic-ähnlichen Grafik, die auch auf einem Tablet darstellbar wäre, sind die sehr niedrigen Hardwareanforderungen auch nicht weiter verwunderlich. Die Animationen während der Taktikkämpfe sind allerdings eher rudimentär, speziell bei den Gegnern. Da hätte man schon etwas mehr erwarten können. Das Tutorial bereitet den Spieler zudem mehr schlecht als recht auf das erste Abenteuer vor. Das ist insofern schade, weil es im Spiel selbst einige gut überlegte Hilfen gibt. So bekommt man auf den Karten immer gute Hinweise, was sich hinter den Schauplätzen verstecken könnte. Auch im Kampf erhält man eine gute Vorschau der Auswirkungen bestimmter Aktionen. Weniger durchdacht: Will man einen Spielstand laden, ist die erste Option "Spielstand löschen" und nicht etwa "Spielstand laden". Aus der Abteilung "muss nicht sein" ist auch ein schwarzer Ladebildschirm zum Spielstart, der anzeigt, welche Dateien gerade gestartet werden.

    Renowned Explorers: Fazit

    Das Abenteuerspiel von Abbey Games unterhält gut, wenn man die Mechanismen des Kampfsystems erst einmal verinnerlicht hat. Und sicher wird jeder Spieler noch einen zweiten oder dritten Durchgang wagen, um wirklich alle Abenteuer einmal zu sehen und bei der Auswahl der Charaktere experimentieren zu können, für noch mehr Ruhm und Ehre. Allein: Das Spiel ist mit 20 Euro nicht unbedingt ein Schnäppchen und ohne den für Mitte Oktober angekündigten Content Patch kann man schon verstehen, warum manche Spieler finden, dass hier noch zu wenig Spiel fürs Geld geboten wird. Außerdem ist der Zufallsfaktor durch die Glücksrad-Elemente nicht zu unterschätzen. Manche Bosskämpfe sind durch die eintreffenden Verstärkungen auch kaum zu schaffen; hier hilft manchmal nur, den Kampf erneut durchzuführen, wenn der Spielmodus das auch erlaubt. Wir sind jedenfalls gespannt, was die Entwickler noch an Inhalten freischalten. Renowned Explorers hat zweifellos noch viel Potenzial.

    Quelle: Steam, Renowned Explorers-Webseite

    PCGH-Wertung
    2,2

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    Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
    Von PCGH_Thilo
    An der Stelle der Entwickler hätte ich die Grafik auch "hardcoriger" gemacht, zumal das Spiel alles andere als casual…
    Von Nightslaver
    Naja, mich spricht das Spiel einfach optisch überhaupt nicht an, liegt nicht mal unbedingt am gewählten Comiclook, als…
    Von PCGH_Thilo
    Ja wie, keine Fans von Strategieperlen hier? Jetzt bin ich fast beleidigt.
      • Von PCGH_Thilo Graue Eminenz
        Zitat von Nightslaver
        Naja, mich spricht das Spiel einfach optisch überhaupt nicht an, liegt nicht mal unbedingt am gewählten Comiclook, als viel mehr am Design der Grafik, das irgendwie doch sehr "kindlich" wirkt, für meinen Geschmack.
        An der Stelle der Entwickler hätte ich die Grafik auch "hardcoriger" gemacht, zumal das Spiel alles andere als casual ist. Aber so aussieht auf den ersten Blick.
      • Von Nightslaver Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Thilo
        Ja wie, keine Fans von Strategieperlen hier? Jetzt bin ich fast beleidigt.
        Naja, mich spricht das Spiel einfach optisch überhaupt nicht an, liegt nicht mal unbedingt am gewählten Comiclook, als viel mehr am Design der Grafik, das irgendwie doch sehr "kindlich" wirkt, für meinen Geschmack.
      • Von PCGH_Thilo Graue Eminenz
        Ja wie, keine Fans von Strategieperlen hier? Jetzt bin ich fast beleidigt.
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1172724
Indie Games
Renowned Explorers im Test: Rogue-like-Abenteuerspiel von den Reus-Machern
Mit Renowned Explorers, einem Abenteuer-Strategiespiel mit Rogue-like-Elementen, wollen die niederländischen Entwickler von Abbey Games an ihren großen Erfolg Reus anknüpfen. Wir haben die aktuelle Fassung mit Patch 4 getestet.
http://www.pcgameshardware.de/Indie-Games-Thema-239276/Tests/Test-1172724/
29.09.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/09/Renowned_Explorers_Test_2__4_-pcgh_b2teaser_169.jpg
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