Online-Abo
  • Login
  • Registrieren
Games World
  • There Came an Echo angespielt: Echtzeit-XCOM mit Sprachkommandos - Geht das gut?

    "Grace, eliminiere Zielperson. Corrin vorrücken auf Alpha 1." PC Games Hardware spielt das ambitionierte Echtzeit-XCOM mit smarter Sprachsteuerung an. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch.

    Sprachsteuerung ist richtig in: Microsofts Xbox One lässt sich mit Ihrer Stimme schneller bedienen als mit einem klassischen Controller, Google Voice ruft blitzschnell die richtige Route auf und Ihren Wecker stellen Sie vermutlich eh jeden Abend via Siri. Nur in Spielen hat sich das System bisher nicht durchsetzen können, der prominenteste Vertreter war hier wohl Ubisofts Endwar. Das Problem liegt auf der Hand: Sprachkontrolle ist gut geeignet für simple Befehle, nicht aber für komplexe Strategien. Truppenbewegungen von Punkt A nach B sind kein Thema, Flankenmanöver oder Hinterhalte lassen sich so aber kaum planen. Und genau hier setzen die Indies der Iridium Studios aus Los Angeles an. Ihre Idee: leicht einprogrammierbare, individuelle Sprachbefehle. Das Spiel soll sich nach Ihnen richten, nicht Sie nach dem Spiel.

    "Grace, eliminiere Zielperson 3. Corrin vorrücken auf Alpha 1"

    There Came an Echo spielt sich wie ein Echtzeit-XCOM mit Sprachkommandos, fühlt sich aber sehr viel intensiver an und saugt Sie direkt in das Geschehen. In einer der Missionen zeigt sich eine Art Flughafen, in dem diverse Sitzreihen Schutz vor feindlichem Feuer geben. PC Games Hardware startet mit einem Team aus drei Spezialagenten, bestehend aus Corrin, Miranda und Grace aus Süden, der nördliche Eingang wird von zwei Securities bewacht und in einer Ebene darüber ist ein Scharfschütze positioniert. Eine Treppe führt zu seiner Position, die liegt allerdings im Blickfeld der Soldaten, die jeweils als Ziel 1, Ziel 2 und Ziel 3 markiert sind.

    Das Entwicklerteam arbeitet zur besseren Steuerung mit Energieknoten, die Bezeichnungen wie Alpha 1, Charlie 3 etc. tragen. "Grace, vorrücken auf Charlie 2, Feuer eröffnen. Corrin und Miranda Position halten" sorgt dafür, dass Grace sich aus der Deckung begibt und das Feuer auf sich lenkt. "Miranda, langsam vorrücken auf Alpha 3" wiederum bewirkt, dass unsere Agentin schleichend vorgeht und sich langsam der Treppe nähert. Alternativ könnten wir sie über den Befehl "Schneller Vorstoß" (im Englischen alles etwas simpler und schneller gesagt, Rush in diesem Fall) dazu bewegen, in Richtung Treppe zu rennen und letztlich den Scharfschützen auszuschalten, der unser Team daran hindert, weiter vorzurücken.

    01:28
    There Came an Echo: Gameplay-Trailer des ungewöhnlichen RTS

    Der Batterie-Rucksack: Die Pistole braucht weniger Energie als die Sniper

    Iridium arbeitet mit einem cleveren Energie-Management-System. So gibt es nur eine Waffe, die sich ähnlich wie in Segas Vanquish in fünf verschiedene Waffen transformiert. Die Pistolenfunktion benötigt dabei weniger Energie als mit aktivierter Schrotflinte oder als Scharfschützengewehr, hat aber natürlich weniger Reichweite. Spannend: Für jeden einzelnen Agenten können wir ein Schild aktivieren, das den Akku allerdings ziemlich flott leer saugt. Hätten wir in der Situation gerade also keine Deckung gehabt, hätten wir Grace auch in den Schildmodus versetzen können. Sie hätte dann etliche Schüsse ausgehalten, könnte aber nicht mehr feuern. Für ihren Schutz hätten wir dann via Agent Corrin gesorgt. Gerade wenn Sie die unterschiedlichen Spezialitäten Ihres Teams ausspielen wollen, hat die Sprachsteuerung Ihre Glanzstunde. Es ist umständlich, mit herkömmlichen Steuerungs-Methoden in Echtzeit (also nicht rundenbasiert wie in XCOM) drei oder gar vier Agenten zu steuern, viel schneller und vor allem viel cooler geht es so: "Corrin Sniper-Feuer auf Zielperson 3, Grace vorrücken auf Alpha 1, Schild-Modus aktivieren. Miranda, Deckung halten."

    Indie oder schon Triple-A? Borderlands-Stars als Synchronsprecher

    Das Team rund um den sehr witzigen Jason Wishnov, auf dessen Visitenkarte Lead Designer, CEO und Supreme Overlord steht, hat gut drei Jahre lang an There Came an Echo gearbeitet. Am schwierigsten war es, die Spracherkennung so sensibel einzustellen, dass sie auch kleine Nuancen erkennt. Das System unterscheidet beispielsweise unter den englischen Kommandos "Open assault fire" und "open sniper fire." Besonders stolz ist der Supreme Overlord von Iridium aber auf die Programmierbarkeit von eigenen Sprachkommandos. Der Spaßvogel demonstriert sein System, indem er "Schildmodus aktivieren" in "The Lion Sleeps Tonight" (Der Löwe schläft heut' Nacht) umprogrammiert. PC Games Hardware bevorzugte beim Anspielen zwar eher die klassischen militärischen Kommandos, Jason hingegen operiert lieber über "Hakuna Matata" und andere Sprüche und Songs aus Der König der Löwen. Lustige Idee, die Geschichte soll aber laut dem Chefdesigner eher einen düsteren Ton haben, Richtung Matrix gehen und sich um einen Kryptographen drehen, den die Regierung ermorden will und den eine mysteriöse Agentengruppierung versucht zu schützen. Auch der Cast liest sich durchaus beeindruckend für einen Indie-Titel: Ashly Burch (Tiny Tina aus Borderlands 2) spricht Vale, die Kommunikationsoffizierin Ihrer Truppe und Laura Bailey (Fetch aus Infamous: Second Son), die sogar schon mit Kevin Costner gedreht hat, spielt Miranda, die laut Jason eine Doppelagentin ist und ihr ganz eigenes Spiel treibt. "Ich hätte lieber auf Sprachausgabe verzichtet, als schlechte Synchronsprecher einzustellen", so der König der Löwen-Fan.

    Fazit: There Came an Echo

    There Came an Echo zeigt, was ein talentiertes und ambitioniertes Indie-Team mit wenig Geld auf die Beine stellen kann. Gerade mal 115.000 US-Dollar Kickstarter-Budget standen den Iridium Studios zu Beginn zur Verfügung. Das ist Kleingeld gemessen an den Summen, die aktuell für die meisten Projekte über den Tisch gehen und trotzdem gibt Jasons Team an allen Fronten Gas: Fünf Monate hat Iridium in die Entwicklung von Charakteren und Geschichte investiert und einen nicht unerheblichen Teil in die Synchronarbeiten und Musik. Das hat sich gelohnt, die starken Sprecher und tollen Melodien sorgen für eine herrlich dystopische Sci-Fi-Atmosphäre. Was zählt, ist aber auf'm Platz und auch hier hat uns der Titel wirklich überrascht. Die Sprachkommandos werden erstaunlich zackig in die Tat umgesetzt und gerade das Aneinanderreihen von Befehlen funktionierte sehr intuitiv. Genau das will sich offensichtlich auch Intel zu Nutze machen. Laut "Supreme Overlord" und CEO Jason Wishnov arbeitet der kalifornische Chip-Riese mit seiner Firma zusammen, um There Came an Echo als Showcase für seine RealSense-3D-Kamera-Technologie zu nutzen, die ab dem zweiten Halbjahr 2014 in ausgewählten Laptops von Dell, Asus, Acer, HP, Lenovo und NEC verbaut werden soll.

  • Stellenmarkt

    Es gibt 2 Kommentare zum Artikel
    Von Kondar
    Sehe ich sehr sehr kritisch.Schnelle und präzise Angaben werden eben nicht per Sprach"steuerung" gegeben.Wenn man dann…
    Von FraSiWa
    Wenn das mit der Sprachsteuerung wirklich so gut funktioniert, wird das bestimmt ein super Spiel
      • Von Kondar Software-Overclocker(in)
        Sehe ich sehr sehr kritisch.
        Schnelle und präzise Angaben werden eben nicht per Sprach"steuerung" gegeben.
        Wenn man dann auch noch unnötige / schlechte Wortwahl für Befehle nimmt wird das nichts =>
        Alternativ könnten wir sie über den Befehl "Schneller Vorstoß" (im Englischen alles etwas simpler und schneller gesagt, Rush in diesem Fall)
        ==> Sturm wäre wohl besser.
      • Von FraSiWa PCGHX-HWbot-Member (m/w)
        Wenn das mit der Sprachsteuerung wirklich so gut funktioniert, wird das bestimmt ein super Spiel
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games Hardware 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016
    PCGH Magazin 01/2017 PC Games 12/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1130403
Indie Games
There Came an Echo angespielt: Echtzeit-XCOM mit Sprachkommandos - Geht das gut?
"Grace, eliminiere Zielperson. Corrin vorrücken auf Alpha 1." PC Games Hardware spielt das ambitionierte Echtzeit-XCOM mit smarter Sprachsteuerung an. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch.
http://www.pcgameshardware.de/Indie-Games-Thema-239276/Specials/There-Came-an-Echo-angespielt-1130403/
29.07.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/07/Echo_02-pcgh_b2teaser_169.jpg
specials