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  • Mind: Path to Thalamus - Optisch hinreißendes Knobelspiel im Technik-Check mit Benchmarks

    Mind: Path to Thalamus ist ein Denk- und Knobelspiel mit stellenweise wunderschöner Grafik. Dies ist umso beeindruckender, wenn man berücksichtigt, dass es von nur einer einzigen Person entwickelt wurde. Path to Thalamus nutzt als technische Basis das Unreal Development Kit und Direct X 9. Besonderes optisches Highlight ist neben der dynamischen Beleuchtung das surreale Art-Design. Wir haben uns das Knobelspiel einmal genauer angesehen.

    Carlos Coronado, der Entwickler von Mind: Path to Thalamus, ist dabei kein Unbekannter. Er hat sich bereits mit seiner Left-4-Dead-Kampagne "Warcelona" einen Namen machen können. Dennoch ist es überraschend, dass Mind: Path to Thalamus von ihm ganz allein erstellt worden ist. Die Qualität der einzelnen, meist recht kleinen Levels des Denkspiels ist nämlich durchaus eindrucksvoll. Liebevoll gestaltete Assets wie Modelle, Texturen und Objekte oder die teils wirklich eindrucksvoll ausschauenden Skyboxen treffen auf stellenweise komplexe Skripte für die Rätsel oder Inszenierung. Grund für uns, der Knobelei etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.

    Mind: Path to Thalamus - Die Technik

    Technisch basiert das Denkspiel auf der Unreal Engine 3 beziehungsweise genauer: Dem Unreal Developer Kit in der entsprechenden Version. Dabei nutzt Mind: Path to Thalamus Direct X 9 und lange nicht alle zur Verfügung stehende Effekte der Engine. Schon das spärliche Grafikmenü des Spiels lässt erahnen, dass das volle technische Potenzial der UE3 nicht ausgenutzt wird. Neben der Auflösung gibt es nur eine Option für die Sichtweite sowie eine weitere für die Detailstufe. Nervig: Selbst mit einem UHD-Display dürfen wir keine 4K-Auflösung anwählen, die maximale Pixelanzahl beträgt 1.920 x 1.200. Doch auch hier sollte man sich in Erinnerung rufen, dass Path to Thalamus von einer Einzelperson entwickelt wurde und die Technik sicher nicht im Zentrum der Entwicklung stand.

    Was allerdings grafisch aus dieser Basis geholt wurde, ist stellenweise wirklich eindrucksvoll: Die abwechslungsreiche und stimmige Optik vermittelt dem Spieler ein surreales Gefühl von Einsamkeit und Desolation, ist dabei aber oft wunderschön anzusehen und erweckt eine seltsame Art von Ruhe und Geborgenheit, ist gleichzeitig aber auch leicht verstörend und beunruhigend. Dies passt praktisch perfekt zum Thema des Spiels, dessen Hauptfigur nach einem Unfall, der ihm auch seine Tochter entrissen hat, von Schuldgefühlen ins Koma fällt. Beim Durchstreifen dieses Limbus, in dem sich Spieler und Figur befinden, stoßen wir auf seltsame Gebäude, die im Nichts zu stehen scheinen, werden von unseren Augen getäuscht oder suchen in finsteren Umgebungen nach Licht.

    Die Optik nutzt für diese Umgebungen dynamische Licht- und Wettereffekte, die im Spiel eine zentrale Rolle einnehmen - der Protagonist ist oder war ein Wetterforscher. Dabei dürfen wir uns nicht komplett auf unsere Sinne verlassen, denn nicht alles ist so, wie es scheint. In einer Passage müssen wir etwa mit Spiegeln Licht bündeln, um weiter voranzuschreiten. Diese stehen auf zerbröckelnden und von Wind und Wetter zerfressenen Ruinen, die sich im seichten Meereswasser spiegeln. Doch die vermeintlichen Echtzeit-Spiegelungen weichen von den tatsächlichen Strukturen ab. Und um zu den Spiegeln zu gelangen, müssen wir uns nach den Reflexionen richten, diese einstudieren und diese abschreiten - auch wenn der Weg anscheinend durch das Nichts führt - ein interessantes Spiel mit der Wahrnehmung des Spielers.

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    Mind: Path to Thalamus - Das wunderschöne Knobelspiel im Technik-Check


    Die dynamische Beleuchtung kommt dagegen oft in Rätseln zum Einsatz, bei denen wir die Tages- und Nachtzeit manipulieren müssen. Hier fällt vor allem die Himmelsdarstellung wieder einmal ins Auge. Die Skyboxen wirken wie kunstvolle Aquarelle, sind dabei aber dynamisch: Ein wunderschön gestalteter blauer Sommerhimmel verwandelt sich plötzlich in einen nicht weniger schönen Nachthimmel. Path to Thalamus nutzt bei der Beleuchtung viele Nebel- und Blendeffekte, die den träumerischen Zustand unserer Spielfigur zwischen Leben und Tod nochmals betonen. Um durch die Dunkelheit zu schreiten, benötigen wir an einigen Stellen Licht, etwa in Form eines leuchtenden Nervenknotens, den wir in Rätseln erscheinen lassen müssen. Dazu muss der Spieler experimentieren und erkunden, denn die kryprisch-poetischen Hinweise der Hauptfigur sind nur wenig Hilfe. Zum Glück sind die Abschnitte meist klein, abwechslungsreich und fast durchgehend schön gestaltet, so gibt es immer etwas zu entdecken. Dennoch, für ungeduldige Spieler ist Mind: Path to Thalamus wohl eher nichts.

    Mind: Path to Thalamus - Die Benchmarks

    Wie zu erwarten, stellt das Knobelspiel keine hohen Ansprüche an die Hardware. Selbst mit einer günstigen Grafikkarte der unteren Mittelklasse läuft das Spiel in Full-HD flüssig. Alle potenteren GPUs laufen bei 62 Fps in das fest eingestellte Framelimit. Wir haben daher die Auflösung in der Konfigurationsdatei UDKEngine.ini mit den Einträgen Resx und Resy auf 3.840 x 2.160 erhöht sowie das Framelock mittels bSmoothFramerate=False entfernt. Wie bei anderen Spielen auf Basis der Unreal Engine lassen sich auch andere Parameter etwa für die Schattendarstellung verändern. Wir haben für die Benchmarks darauf verzichtet, da jede Veränderung es schwieriger macht, die Benchmarks nachzuvollziehen.

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    Benchmarks Thalamus 1080p-pcgh

    Generell schneiden die Nvidia-GPUs etwas besser ab, die Unreal Engine gehört allerdings auch zu den am besten optimierten Engines seitens des Herstellers. In 1080p liefern sämtliche getestete Grafikkarten genügend Fps für ein flüssiges Spiel, selbst die langsamsten Vertreter sprengen die 60-Fps-Grenze. Da Path to Thalamus kein Multisampling unterstützt, raten wir dazu, überschüssige Leistung in eine höhere Auflösung zu investieren - zum Beispiel mittels Downsampling.

    Mind: Path to Thalamus - Fazit

    Beim Anspielen hat uns Mind: Path to Thalamus gut gefallen. Die surreale Optik ist stellenweise bezaubernd und künstlerisch eindrucksvoll. Technisch gehört das Spiel zwar nicht zur aktuellen Oberklasse, doch die Unreal Engine wurde gut genutzt, um beispielsweise die dynamische Beleuchtung umzusetzen. Spielerisch ist Mind: Path to Thalamus kein gewöhnliches Spiel und wird wohl nicht jedem gefallen - vor allem Ungeduldige könnten frustriert reagieren, wenn das Spiel wieder einmal nur kryptische Hinweise auf nicht offensichtliche Rätsel gibt. Doch allein künstlerisch ist Mind: Path to Thalamus einen Blick wert. Bezogen werden kann das Spiel über Steam.

  • Es gibt 24 Kommentare zum Artikel
    Von bschicht86
    Mir fällt nur eines ein:Faszinierend
    Von RaptorOne
    Hey Ho, hab da mal ne frage:habt ihr schon die Einstellung in der Config gefunden um den FilmGrain zu entfernen? also…
    Von Laudian
    Ahh, super Idee.Ein Gamepad habe ich zwar nicht, mein Joystick war allerdings noch angeschlossen. Auf den bin ich…
    Von PCGH_Phil
    Hmm.. Ist mir beim Testen nicht aufgefallen. Klingt wie ein typischer Controller-Fehler. Hast du ein Pad angeschlossen…
    Von Laudian
    *Update*Das Spiel ist bei mir bislang leider nicht spielbar. Nach dem Start drehe ich mich die ganze Zeit im Kreis,…
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Mind: Path to Thalamus - Optisch hinreißendes Knobelspiel im Technik-Check mit Benchmarks
Mind: Path to Thalamus ist ein Denk- und Knobelspiel mit stellenweise wunderschöner Grafik. Dies ist umso beeindruckender, wenn man berücksichtigt, dass es von nur einer einzigen Person entwickelt wurde. Path to Thalamus nutzt als technische Basis das Unreal Development Kit und Direct X 9. Besonderes optisches Highlight ist neben der dynamischen Beleuchtung das surreale Art-Design. Wir haben uns das Knobelspiel einmal genauer angesehen.
http://www.pcgameshardware.de/Indie-Games-Thema-239276/Specials/Mind-Path-to-Thalamus-Test-1131063/
05.08.2014
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