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  • UE4-Projekt The Solus Project: Wie Rise of the Tomb Raider, nur auf Realismus getrimmt

    Die Unreal Engine 4 ist ein wahrer Segen für Indies, denn sie kostet im Anfangsstadium kein Geld und ist offensichtlich sehr mächtig. PC Games Hardware hat sich mit einem niederländischen Game-Designer getroffen, der gerade an The Solus Project arbeitet. Einem Survival-Simulator im Weltall, in dem Sie fremde Kulturen auf anderen Planeten entdecken, sich aber auch vor Meteoritenhagel und Platzregen verstecken müssen. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch

    "Solus" ist lateinisch und steht für "allein". Allein müssen Sie in The Solus Project Solarstürmen und extremer Kälte trotzen. Müssen anhand einer Display-Apparatur permanent Ihre Körpertemperatur messen, Ihren Energiehaushalt, Ihre Sauerstoffversorgung. Sie sind alleine, weil Ihr Space-Shuttle bei der Landung auf einem fremden Planeten angegriffen und alle Crew-Mitglieder getötet werden.

    Doch als PC Games Hardware auf der E3 selbst Hand anlegt, wird eines klar: Dieses Spiel will nicht nur bestrafen, es ist keines dieser Friss-oder-Stirb-Survival-Indies, die sich nicht um den Spaßfaktor Ihres Konsumenten kümmern. Denn im Grunde erkunden Sie ganz ähnlich wie in Rise of the Tomb Raider eine fremde Welt, stoßen auf Höhlen, entdecken fremdartige Reliquien und die Hinterlassenschaften von Wesen, die offensichtlich gesellschaftliche Hierarchien haben, Religionen und eine Art Regierung – so wie wir Menschen. Es gibt keine Waffen, doch genau wie bei Lara ist die Umgebung der eigentliche Feind.

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    The Solus Project: Ankündigungs-Trailer zum ungewöhnlichen Survival-Spiel


    Auf dem noch namenlosen Planeten gibt's zwar keine Schneelawinen und Bären, dafür steigt regelmäßig der Meeresspiegel. Sie müssen also Vorsorge treffen, Ressourcen horten und daraus Nahrung sowie Wasser destillieren, um die Zeit in einer düsteren Höhle zu überleben. Oh, und wenn Sie nass werden und kein Feuerchen machen, werden Sie krank, bekommen Fieber und müssen dagegen wiederum mit Pflanzenmixturen ankämpfen. Alles so Aspekte, die klassische Triple-A-Spiele in der Regel gerne missachten. Wobei Laras Bauch im ersten Reboot von einem rostigen Nagel durchstoßen wurde, Sie hätte also ohnehin mit anderen Problemen als einem Schnupfen zu kämpfen.

    "Ohne die Unreal Engine 4 wäre das Spiel kaum möglich"

          

    The Solus Project ist eines dieser wilden Indie-Spiele, deren Entwickler scheinbar von Luft, Liebe und Leidenschaft leben. Nur 50.000 US-Dollar hat De Jong als Budget von einem Investor, "das ist ganz schön viel Geld für drei Mann, dadurch wird das Spiel größer als gedacht", meint der Niederländer. Auf die Frage, wie seine zwei Kollegen und er über einen Entwicklungszeitraum von zwei Jahren in Amsterdam von gerade mal 50.000 Euro leben konnten, lacht er nur. Als Balsam für geschundene Indie-Portemonnaies erweist sich derzeit die neue Engine-Kultur von Crytek und Epic. Wurden für die Unreal Engine 3 noch locker siebenstellige Beträge fällig, wird die Unreal Engine 4 quasi verschenkt. Erst wenn der Entwickler 3.000 US-Dollar an Einnahmen verbucht, werden 5 Prozent für Epic fällig.

    Entwickler De Jong zeigt sich beeindruckt von der Blueprint-Pipeline der UE4. Damit lassen sich recht leicht Zwischensequenzen triggern oder Crafting-Systeme scripten. Entwickler De Jong zeigt sich beeindruckt von der Blueprint-Pipeline der UE4. Damit lassen sich recht leicht Zwischensequenzen triggern oder Crafting-Systeme scripten. Quelle: Teotl Studios
    "Für uns Indies ist das ein Segen", zeigt sich De Jong begeistert: "Ich zahle nichts für eine Engine, die sehr viel mehr kann als Unity und technisch im Grunde die gleichen Voraussetzungen bietet wie für ein Triple-A-Studio. Sobald wir Geld mit unserem Baby verdienen, bekommt auch Epic ein Stück vom Kuchen. So werden alle satt, das ist doch schön." Laut dem Für uns Indies ist die Unreal Engine 4 ein Segen. Chefdesigner, der - wie das in kleinen Teams üblich ist - auch Teile der Geschichte schreibt und als Programmierer fungiert, wäre "The Solus Project" ohne Unreal Engine 4 deutlich schwieriger zu verwirklichen: "Es ist eine You-See-is-What-You-Get-Engine, ich kann ergo meinen Fortschritt sofort visualisieren lassen. Das hilft extrem, gerade weil wir mit sehr aufwendigen Außenarealen arbeiten." De Jong wollte nicht wie viele andere Indies eine statische Skybox für den Himmel verwenden, stattdessen werden alle Himmelsformationen und ihre Auswirkung auf die Schattendynamik am Boden berechnet. "Die UE4 ist sehr gut darin, dynamische Außenbeleuchtungen zu simulieren. Wir arbeiten mit indirekter Beleuchtung in Echtzeit. Regnet es und werden Felsen nass, dann reflektieren Lichtstrahlen viel mehr als auf dem trockenen Objekt."

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    Solus: Techdemo zum Survival-Spiel mit Unreal Engine 4-Grafik

    "Sie müssen kein Programmierer sein, um mit der UE4 zu skripten"

          

    Auf diese Detailtiefe ist der Holländer sichtlich stolz, viele dieser Features seien bislang nur den großen Studios vorbehalten. "Für uns ist es Das Spiel basiert auf einem recht tiefgreifenden Crafting-System. extrem wichtig, die richtige Kolorierung hinzubekommen, diese unterschiedlichen Nuancen in Rot und Blau. Sie laufen über eine rot glänzende Wiese, aber der Horizont schimmert blau und Sie sehen Ansätze von wiederum anderen Planeten." Tatsächlich sieht das sehr elegant aus, Sie haben das Gefühl, in einer Glaskugel umherzulaufen, während sich eine komplett andere Welt um Sie dreht. An der Texturschärfe muss das Team noch schrauben, dafür hat The Solus Project bereits einen funktionierenden Tag/Nacht-Wechsel – "... und die Stellung des Mondes bestimmt die Gezeiten, so wie bei uns", wirft De Jong beiläufig ein.

    Das Spiel basiert auf einem recht tiefgreifenden Crafting-System. Finden Sie zwei Steine, zerschmettern Sie den einen auf den Boden und nutzen seine scharfe Kante zum Schärfen des anderen. Damit können Sie dann Sträucher und Pflanzen abschneiden, die wiederum werden in Töpfen über dem Feuer gekocht. Die Töpfe müssen aber auch erst gebastelt werden, denn in dem gecrashten Space-Shuttle gibt's Fertigrationen, auf Grund der Schwerelosigkeit wurde dort nicht gekocht. Zwischendurch gibt es immer wieder Zwischensequenzen, die auf herannahende Stürme und Unwetter hinweisen. "Die UE4 bringt eine Menge Templates mit, die lassen sich hervorragend umbauen. Das ganze Crafting wiederum basiert auf Blueprint." Das ist Epics Skriptsystem, womit sehr große Teile des Spiels entstanden sind. "Ich kann ein bisschen C++, damit lässt sich Blueprint stark upgraden. So richtig programmieren können wir eigentlich alle nicht." De Jong lacht wieder, der nächste Journalist wartet auf seinen Termin. Wir wünschen viel Erfolg.

      • Von VoodaGod Komplett-PC-Käufer(in)
        sieht echt cool aus, das was ich an tomb raider immer am besten fand war das erforschen vergessener bauwerke toter kulturen, das ganze mit weltraum thematik wäre hammer!
      • Von FrozenPie Lötkolbengott/-göttin
        Mit Blueprints hab ich auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht, vor allem da er an den Flow-Graph der Cryengine erinnert mit dem ich früher ein bisschen rumexperimentiert habe. Damit ließen sich schon ganz tolle Sachen anstellen
      • Von Bunny_Joe BIOS-Overclocker(in)
        Ich habe es schon gesagt und hier sieht man es wieder. Die UE4 ist in der Hinsicht ohne echte Konkurrenz, wenn man Artist ist und seine Vision eines Videospiels verwirklichen will, ohne jahrelang C++ lernen zu müssen.

        Wenn jemand das Blueprintsystem immer noch als keinen echten Ersatz zum C++ sieht(zumindest für die Logik des Spiels), ist es deren Pech.
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Indie Games
UE4-Projekt The Solus Project: Wie Rise of the Tomb Raider, nur auf Realismus getrimmt
Die Unreal Engine 4 ist ein wahrer Segen für Indies, denn sie kostet im Anfangsstadium kein Geld und ist offensichtlich sehr mächtig. PC Games Hardware hat sich mit einem niederländischen Game-Designer getroffen, der gerade an The Solus Project arbeitet. Einem Survival-Simulator im Weltall, in dem Sie fremde Kulturen auf anderen Planeten entdecken, sich aber auch vor Meteoritenhagel und Platzregen verstecken müssen. Von Ryan Southardt / Benjamin Kratsch
http://www.pcgameshardware.de/Indie-Games-Thema-239276/Specials/E3-Vorschau-1162723/
23.06.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/06/TheSolusProject_Aufmacher_01-pcgh_b2teaser_169.jpg
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