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  • IDF 2015: SSDs im Weltall, 3D überall, ausgefuchste Fahrsimulatoren und Profispielerinnen

    Der Rennwagensimulator von iRacing hat ein RealSense-Auge auf den Fahrer und passt die Ansicht auf den 4K-Bildschirmen den Kopfbewegungen entsprechend an. (2) Quelle: PC Games Hardware

    In einer "Gaming Mega Session", die stellenweise zur Nummernrevue mutierte, wollte Intel demonstrieren, dass PC-Spieler der Firma stärker denn je am Herzen liegen.

    Wie schon im letzten Jahr gibt es auf dem diesjährigen Intel Developer Forum in San Francisco bis auf die Eröffnungsrede keine Keynotes mehr - also keine monothematischen Vorträge bekannter Persönlichkeiten. Stattdessen veranstaltete Intel mehrere thematische "Mega Sessions", darunter auch eine zu PC-Spielen. Durch die "Gaming Mega Session" führten Doug Fisher, Senior Vice President & General Manager, Software and Services Group, und Kirk Skaugen, Senior Vice President & General Manager, Client Computing Group.

    Fakten, Fakten, Fakten

    Gute Nachrichten: Der PC-Spielebranche geht es prächtig. 2015 geben PC-Spieler voraussichtlich 34 Milliarden US-Dollar allein für Spiele aus - mehr als die Einnahmen der Konsolenindustrie in diesem Jahr. Die Summe steigt auf 45 Milliarden, wenn man Spiele für Tablets, Smartphones und -watches dazu addiert. "Von 1,8 Milliarden Spielern sind 1,2 Milliarden auf den PC unterwegs", freut sich Kirk Skaugen. "720 Millionen bezeichnen sich als aktive Gamer und geben jeden Monat Geld für ihr Hobby aus. Außerdem kaufen sie sich alle zwei, drei Jahre einen neuen PC." Das Durchschnittsalter US-amerikanischer Spieler ist mittlerweile auf 35 Jahre gestiegen, 48 Prozent der 720 Millionen PCler sind Frauen - und in 180 Ländern verfolgen viele Millionen Spielfans die Intel Extreme Masters. Auch in Schulen kommen Spiele als Serious Games zum Einsatz. Und: "Wenn ein Chirurg drei Stunden pro Woche spielt, operiert er 27 Prozent schneller und macht 30 Prozent weniger Fehler", zitiert Kirk Skaugen eine aktuelle Studie.

    02:04
    Intel IDF: Highlights im Video - Realsense, 3D XPoint, Project Tango und mehr

    SSDs im Weltall

    Trotz aller positiven Zahlen wollen wir nicht vergessen: Intel hatte sich vor vier, fünf Jahren ein wenig aus dem Spielegeschäft verabschiedet, wie Kirk Skaugen zugibt. Anfang dieses Jahres gelobte Intel nicht nur deshalb, 300 Millionen US-Dollar für die Förderung von Frauen und Minderheiten in der Branche zu investieren. Wie praktisch, dass auch zahlreiche neu angekündigte Intel-Produkte prima in die Spielelandschaft passen. Die werden nun in rascher Folgen von auf- und abtretenden Gästen gepriesen, dass selbst "Wetten, dass?" schwindelig geworden wäre. Unter anderem bekommen wir Chris Roberts zu sehen, der sich aus seinem Geldspeicher loseisen konnte. Sein Projekt Star Citizen, für das die Unterstützer derzeit schon 88 Millionen US-Dollar gesammelt haben, taucht jedoch nur in Form eines kurzen Trailers auf. Immerhin: Dank Intels neuer SSD-Speichertechnologie 3D XPoint soll die gigantische Spielwelt des Weltraum-Shooters nahtlos und ohne Nachladen zu erkunden sein. Und wir dürfen auch "mit Freunden Raumschiffe anderer Spieler entern und in Besitz nehmen", sagt Roberts. Wann? Das sagt er nicht.

    Chris 'Star Citizen' Roberts (dritter von links) preist die Vorzüge von Intels neuer SSD-Speichertechnik 3D XPoint, die zunächst nur in großen Servern zum Einsatz kommen soll. Chris "Star Citizen" Roberts (dritter von links) preist die Vorzüge von Intels neuer SSD-Speichertechnik 3D XPoint, die zunächst nur in großen Servern zum Einsatz kommen soll. Quelle: PC Games Hardware

    RealSense und Legosteine

    Dass sich auch Intels RealSense-Plattform bestens für Spiele eignet, bekommen wir besonders nachhaltig vermittelt. Erst wird Kirk Skaugen mit dem Android-Smartphone Project Tango beziehungsweise dessen 3D-Kamera gescannt, dann landet er in einer eher bescheidenen Demo. Darin legt er auf einer Brücke in einer futuristischen Stadt Breakdance-Moves hin, während Autos kollisionsroutinenfrei durch ihn hindurchsausen. Gescannt wird auf der Bühne auch ein Koalabär - beziehungsweise ein entsprechendes Stofftier, das dann als Health-Pak in einem Online-Spiel von Tencent landet. Nach dem Sinn fragen wir hier besser nicht. Cool hingegen ist ein Einblick in die Lego Future Labs. Hier tüfteln Programmierer und Designer daran, welche Lego-Computerspiele beziehungsweise -steine in ein paar Jahren angesagt sein könnten. David Gram, Marketing Director bei den Future Labs meint: "So lange Kinder mit Händen geboren werden, brauchen sie etwas Handfestes, mit dem sie spielen können - der klassische Legostein gehört noch lange nicht zum alten Eisen." Allerdings ist mehr Interaktion zwischen realer und Spielwelt denkbar: So scannt ein Mitarbeiter mit einer RealSense-Kamera auf der Bühne aufgebaute Modelle ein, durch die sein Legoheld kurze Zeit später in einem Spiel hüpft und springt. "Wir wollen dafür sorgen, dass die Kids immer wieder zu den Bausteinen zurückkehren, um etwas Neues zu erschaffen", sagt David Gram. Serienreif ist der Einsatz der RealSense-Kamera bereits schon als Eingabegerät beim Lego-Endless-Runner Portal Racer.

    Virtueller Motorsport - reale Preisgelder

    Dass Geld keine Rolle spielen muss, zeigt Dave Kaemmer, Chief Executive Officer von iRacing. Er fuhr als Jugendlicher selbst mit Rennautos über die Piste, heute arbeitet seine Firma an einem ausgefuchsten Fahrsimulator. Unter dessen Haube brummt ein Skylake-Chip, eine RealSense-Kamera fängt das Gesicht des Spielers, pardon, Fahrers ein, der auf einem Rüttelstuhl sitzt - und dessen Kopf- und Lenkbewegungen sich auf drei 4K-Displays widerspiegeln. "Damit lassen sich tatsächlich die eigenen Fahrkünste verbessern", sagt Dave Kaemmer. Angehende Rennfahrer lernen so eine Strecke wie ihre Westentasche kennen, ohne je einen Meter darauf gefahren zu sein. Denn: "Wir haben die Rennstrecken schon vor zehn Jahren per Laser eingescannt und so mehrere hundert Millionen 3D-Punkte als Grundlage für unser Spiel parat", erklärt Kaemmer. Selbst die NASCAR ist auf den Zug aufgesprungen. Der US-Rennzirkus um zwei Geraden und zwei Linkskurven feiert den Gewinner eines virtuellen iRacing-Wettbewerbs mit einer Scheckübergabe in Daytona. "Und wir tauschen mit der NASCAR Daten aus, die wir beziehungsweise die NASCAR bei den Rennen ermitteln", sagt Dave Kaemmer. Zum Kostenpunkt des Heimcockpits gibt es auch Neuigkeiten: Die Version im Bild kostet 84.000 Dollar. Gestartet wird bei 10.000 Dollar, es geht aber hoch bis zu 300.000 US-Dollar.

    Der Rennwagensimulator von iRacing hat ein RealSense-Auge auf den Fahrer und passt die Ansicht auf den 4K-Bildschirmen den Kopfbewegungen entsprechend an. (1) Der Rennwagensimulator von iRacing hat ein RealSense-Auge auf den Fahrer und passt die Ansicht auf den 4K-Bildschirmen den Kopfbewegungen entsprechend an. (1) Quelle: PC Games Hardware

    Profispieler und Nachwuchsdesigner

    Immer wieder holte Intel die Damenmannschaft von Counter Logic Gaming auf die Bühne. Schoss sie zu Beginn der Veranstaltung in einem Counterstrike-Match Intels Demo-Experten in Grund und Boden, nahmen die Damen zwischendrin auf der Interview-Couch Platz, um wenig später beim Scannen des oben erwähnten Koalas zu helfen. Kirk Skaugen und Doug Fisher interessierten auch ihre Eindrücke zu einer Partie Just Cause 3 beziehungsweise World of Tanks mit Skylake und drei 4K-Displays. All das driftete jedoch teilweise ins Fremdschämen ab. Etwa, als die beiden nach den Nicks der Damen fragten - und Doug Fisher sich und seinen Kollegen daraufhin als "Kingfisher" und "Captain Kirk" vorstellte. Oder als eine der Pro-Gamer das Stofftier als Geschenk in die Hand gedrückt bekommt, nachdem sie augenzwinkernd nach dem 12K-Rig gefragt hatte. Hier gingen die Punkte eindeutig an das Counter-Logic-Gaming-Team, von dem die Präsentatoren noch einiges in Sachen Lockerheit lernen können. Immerhin: Intel unterstützt auch Indie-Programmierer und kürt auf Steam jährlich deren beste Werke. Dieses Jahr darf sich Denis Galan für "The Franz Kafka Videogame" über den Hauptpreis freuen. Die Gewinner und Demos ihrer Titel finden Sie auf der Intel-Webseite. Kostenlose Tools, Treiber, Infos und Co. bietet Intel allen Spieldesignern überdies im Rahmen des "Achievement Unlocked"-Programms an.

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IDF: Intel Developer Forum
IDF 2015: SSDs im Weltall, 3D überall, ausgefuchste Fahrsimulatoren und Profispielerinnen
In einer "Gaming Mega Session", die stellenweise zur Nummernrevue mutierte, wollte Intel demonstrieren, dass PC-Spieler der Firma stärker denn je am Herzen liegen.
http://www.pcgameshardware.de/IDF-Intel-Developer-Forum-Event-19381/Specials/IDF-2015-Gaming-Megasession-1168663/
20.08.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/08/IDF_Mega_009-pcgh_b2teaser_169.JPG
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