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  • E3 2014: Homefront: The Revolution - Das schönste Spiel der E3?

    Crytek gibt technisch Vollgas, muss sich grafisch nur von The Witcher 3 schlagen lassen, hat aber richtig viele spannende Crafting und Guerilla-Ideen. PC Games Hardware hat sich von Homefront: The Revolution auf der E3 2014 überzeugen lassen. - v. Benjamin Kratsch/Michael Förtsch

    "Homefront: The Revolution" ist ein grafisches Brett. Das Deferred Shading ist wirklich ein Genuss, gerade wenn sich die großen Scheinwerfer der nordkoreanischen Armee durch das zerklüftete Philadelphia schneiden. So wie sich die einzelnen Lichtstrahlen ihren Weg durch gerade entstandene Einschusslöcher suchen, das ist schon sehr beeindruckend. Noch schicker wird's, als ein Leuchtgeschoss die Nacht erhellt und sehr realistisch erst einzelne Gebiet sichtbar macht und dann seinen Schein im Fall zunehmend weiter ausbreitet. Crytek nutzt genau wie in Crysis 3 auch wieder viele Post-Processing-Effekte wie Grain/Noise-Filter, die dem Setting der Vereinigten Staaten unter fremder Kontrolle die nötige Trostlosigkeit und Atmosphäre geben.

    Dunkelheit und Licht, Trostlosigkeit und Hoffnung

    Künstlerischer Stil: Die vernebelte Szene hier wirkt wie ein Gemälde oder Sketch aus der Entwicklung, ist aber ein Screenshot aus dem Spiel. Künstlerischer Stil: Die vernebelte Szene hier wirkt wie ein Gemälde oder Sketch aus der Entwicklung, ist aber ein Screenshot aus dem Spiel. Quelle: Crytek Homefront sollte 2011 einen Großangriff auf Call of Duty und Battlefield starten. Es sollte Publisher THQ mit einem bedrückenden Drama um Kriegsflüchtlinge und Rebellen retten, die verzweifelt versuchen ihre Familien vor koreanischen Invasoren zu bewahren. Beides hat nicht so richtig hingehauen: Homefront hatte gute Ansätze, war letztlich aber zu sehr Call of Duty-Klon und auch Story und Charaktere konnten das große Potenzial nicht nutzen. Crytek will das jetzt besser machen und setzt vier Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils an: Philadelphia, jene Stadt, in der die Unabhängigkeitserklärung der USA unterschrieben wurde, ist mittlerweile unter kompletter Kontrolle der koreanischen Armee, die die Metropole in Zonen einteilen. Atmosphärisch interessant ist diese dichte Dunstwolke aus Smog über Philadelphia, in der immer wieder Raumschiffe kreuzen. Die Dunkelheit soll wohl für die Niederlage der Amerikaner stehen, etwas weiter unten sorgen brennende Mülltonnen für Licht, das Hoffnung symbolisieren soll.

    Offene Welt und Drohnen-Pinkler

    Als Ethan Grady sind wir der Typ Ex-Soldat: verhärteter Gesichtsausdruck, leere Augen, braune Lederjacke, doch müssen uns dieses Mal nicht mit einem Schlauch abfinden, sondern dürfen Philadelphia sehr frei erkunden. Es gibt einige Schlüsselorte wie das Rebellenlager, doch das verlassen und betreten wir, je nach Lust, Laune und Notwendigkeit. Die amerikanische Version der Resistance lagert hier Sprengsätze, Elektrobauteile und Flaschen, die gerade eine Kollegin zum Molotow-Cocktail umbaut. Interessant: Die Koreaner verfügen über Technologie mit denen sie Waffen in Gebäuden orten können, deshalb gibt's im Lager an sich keine Waffen. Wir laufen recht lange freihändig herum und erfahren von einem wortkargen Kommandanten, dass er uns den Lagepunkt eines Sturmgewehres auf unser Smartphone schickt. Auf dem Weg zu diesem Punkt, einer Schule westlich des Lagers, beobachten wir einige skurrile Szenen: ein betrunkener Kerl pinkelt beispielsweise eine heransurrende Drohne voll, die scannt ihn, schlägt Alarm und er wird vor unseren Augen von Soldaten der KPA fast zu Tode geschlagen. Okay, dieser Moment wirkt schon sehr choreografiert, aber er funktioniert. In jedem anderen Shooter hätten wir die Kerle abgeknallt, hier müssen wir hilflos zuschauen, denn wir haben noch keine Waffe.

    04:29
    Homefront: The Revolution - Crytek über Engine, Crafting, Open World, Fahrzeuge

    Smartphone-Kriege: ein bisschen Watch Dogs

    Das Smartphone ist unsere Allzweck-Waffe. Hier können wir Baupläne für Bomben speichern und die Kamera weniger für Selfies wie in Far Cry 4 und mehr zur Aufklärung nutzen. Zoomen wir beispielsweise auf die Schule, sehen wir dort eine Drohne und nur einen Soldaten, der zwei Teenager bewacht, die gerade Graffitis wegschrubben sollen. Soldat und Drohne markieren wir, so wissen wir wo sich die Drohne befindet. Macht die ihren Erkundungsflug um den Häuserblock, schleichen wir an den Kerl mit Sturmgewehr ran, erledigen ihn von hinten und rennen ins Haus bevor der digitale Wachhund wieder auftaucht. In der Schule suchen wir nach einem Versteck, entnehmen Sturmgewehr und ein ferngesteuertes RC-Car. Das Schöne an dem Open-World-Aspekt ist, dass wir kreativ spielen können. Wir können beispielsweise ein C4-Päckchen auf das Spielzeugauto draufschnallen, damit unter ein gepanzertes Fahrzeug der KPA fahren und einen ihrer Truppentransporter sprengen. Oder wir schleichen lieber, schalten mit Backsteinen Kameras aus um Munition zu sparen und gelangen so zu unserem eigentlichen Zielpunkt, einer Polizeistation, aus der die Rebellen Waffen klauen wollen.

    Kreative Problemlösung Marke Far Cry 4

    Kreative Problemlösung: unsere Bombe fahren wir auf einem ferngesteuerten Auto in die nordkoreanische Basis und nutzen deren Panzerfahrzeug als Deckung. Kreative Problemlösung: unsere Bombe fahren wir auf einem ferngesteuerten Auto in die nordkoreanische Basis und nutzen deren Panzerfahrzeug als Deckung. Quelle: Crytek Cryteks Producer David Stenton ist es sehr wichtig klarzustellen, dass aggressive Taktiken zu Beginn des Spiels überhaupt nicht funktionieren: "Sobald Sie eine Waffe zücken, werden Sie nicht nur von den Sicherheitseinheiten, sondern auch Drohnen und sogar Panzern als Unterstützung unter Feuer genommen". Deshalb müssen wir etwa Störsender bauen, damit unterbinden wir die Kommunikation von Truppenteilen. Oder wir positionieren einfach nur ein Radio, schalten es per Smartphone ein und locken so kurzzeitig Wachposten von einer Tür weg. Interessant sind auch die sogenannten "Uprising Points". Zu Beginn ist Philadelphia unter Kontrolle der KPA, knacken wir aber beispielswiese die Polizeistation aus der Mission, dann können sich die Rebellen stärker bewaffnen und den Stadtteil erobern. Die Koreaner werden zwar immer wieder angreifen, doch die Angriffe machen den Bewohnern Mut auch selbst Widerstand zu leisten. So treffen wir beispielsweise vor dem Sturm auf die Polizeistation auf ein paar Zivilisten, die sofort wegrennen als sie erkennen, dass wir vom Widerstand sind, weil sie uns nicht vertrauen und Gefechte befürchten. Nachdem die Station uns gehört, greifen hingegen auch Zivilisten die koreanische Armee an und jagen einen Humvee mit einem Molotowcocktail in die Luft.

    Fazit:

    Homefront: The Revolution ist auf der E3 völlig zu Unrecht ein bisschen untergangen und hat sich zu einem unserer Geheimtipps gemausert. Spannend sind vor allem diese vielen kleinen Facetten. Wir haben zu Beginn keine Waffe, können also auch nicht die schwere Eisenkette aufschießen, mit der die Schule versperrt ist. Ergo müssen wir uns erst einen Bolzenschneider besorgen, dafür aber wieder ein paar Häuserblöcke weiterschleichen. Das Sturmgewehr brauchen wir aber tendenziell schon, ergo ist es immer ein Abwegen von Risiken. Auch basteln wir sehr viel – Tretminen, improvisierte Bomben oder packen einfach mal ein C4-Paket des Widerstands an ein ferngesteuertes Auto oder einen Modellflieger. Das Spielzeugauto kriegen wir aber wiederum nur, wenn wir es vorher in die Schule geschafft haben. Die Technik ist natürlich beeindruckend, es ist schließlich ein Crytek-Spiel. Was den Titel aber von Crysis 3 abhebt, ist sein schmutziger Look. Die Waffen sind nicht so clean, sondern verrostet und dank dynamischen Tag-Nacht-Wechsel sprinten wir mal durch die Dunkelheit, dann wieder durch Trümmelfeld bei Tage. Wir haben richtig Lust drauf.

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    08:37
    Homefront: Revolution - Langes Entwickler-Video mit neuen Gameplay-Szenen
  • Homefront: The Revolution
    Homefront: The Revolution
    Publisher
    Koch Media
    Developer
    Deep Silver (DE)
    Release
    20.05.2016

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    Es gibt 20 Kommentare zum Artikel
    Von EcOnOmiC
    Einen kompetitiven modus nich nur kooperativ
    Von sh4sta
    Was meinst du mit PVP Modus? Homefront hat doch nen Multiplayer???
    Von Lord_Tyranus
    Witcher ist technisch einwandfrei. Große Leistung. The Division nur gut, mehr nicht. Unity fehlte es an wichtiger…
    Von Nightlight
    Oh doch:AC Unity sah geradezu überwältigend aus, sowohl die Umgebung, die Innenareale und die unglaublichen Anzahl an…
    Von Veriquitas
    Die haben davon keine Plan sonst wären deren Spiele nicht so nen Schund, verkauft sich gut und deswegen geht es…
      • Von EcOnOmiC PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von sh4sta
        Was meinst du mit PVP Modus? Homefront hat doch nen Multiplayer???


        Einen kompetitiven modus nich nur kooperativ
      • Von sh4sta Software-Overclocker(in)
        Zitat von EcOnOmiC

        Hat den jetzt homfront auch einen PvP modus ????
        Was meinst du mit PVP Modus? Homefront hat doch nen Multiplayer???
      • Von Lord_Tyranus PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Nightlight
        Oh doch:
        AC Unity sah geradezu überwältigend aus, sowohl die Umgebung, die Innenareale und die unglaublichen Anzahl an K.I.-Charakteren sucht seinesgleichen.
        Auch The Division konnte locker mit Homefront mithalten, es sieht mMn sogar deutlich "realitätsnäher" aus, weil die Shader dort nicht so übertrieben glänzen.
        Fraglich bleibt, ob die Releaseversionen beider Spiele auch so aussehen werden, Stichwort: Downgrade

        The Witcher 3 mit einer fantastischen Open-World-Pracht ist ebenfalls konkurrenzlos und Far Cry 4 konnte sich auch mehr als sehen lassen.
        Und Rainbow Six Siege nicht vergessen...

        Crytek muss sich schon ziemilch ins Zeug legen, um die "Grafikkrone" aufzubehalten...und demnächst wird sicherlich auch erstes Gameplay-Material von Uncharted 4 zu sehen sein


        Witcher ist technisch einwandfrei. Große Leistung.

        The Division nur gut, mehr nicht.

        Unity fehlte es an wichtiger Tech wie Tesselation und Parallax Occlusion Mapping, welche ich seit 2007 kenne. Der Polygrad war mittel. Als PCler hat's mich nicht überrascht, war eher ein längst überfälliger Standard. Die zahlreichen NPCs suchen stattdessen ihres Gleichen.

        Far Cry 4 war m.E. technisch eher mittelmäßig.


        Sehe noch keine Konkurrenz für Crysis 3.
      • Von Nightlight BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Lord_Tyranus
        Grafisch gab es nichts außer Witcher, was da rankommen könnte.
        Oh doch:
        AC Unity sah geradezu überwältigend aus, sowohl die Umgebung, die Innenareale und die unglaublichen Anzahl an K.I.-Charakteren sucht seinesgleichen.
        Auch The Division konnte locker mit Homefront mithalten, es sieht mMn sogar deutlich "realitätsnäher" aus, weil die Shader dort nicht so übertrieben glänzen.
        Fraglich bleibt, ob die Releaseversionen beider Spiele auch so aussehen werden, Stichwort: Downgrade

        The Witcher 3 mit einer fantastischen Open-World-Pracht ist ebenfalls konkurrenzlos und Far Cry 4 konnte sich auch mehr als sehen lassen.
        Und Rainbow Six Siege nicht vergessen...

        Crytek muss sich schon ziemilch ins Zeug legen, um die "Grafikkrone" aufzubehalten...und demnächst wird sicherlich auch erstes Gameplay-Material von Uncharted 4 zu sehen sein
      • Von Veriquitas Volt-Modder(in)
        Zitat von Nightlight

        Crytek sollte sich endlich mal klarmachen, dass für die meisten Leute nicht die High-End-ub0r-Grafik entscheidend ist, sondern in erster Linie eine spannende SP-Kampagne, die vor allem zum Durchspielen motiviert.

        Die haben davon keine Plan sonst wären deren Spiele nicht so nen Schund, verkauft sich gut und deswegen geht es weiter wie bisher. Crytek darf sich auch nicht Spielentwickler nennen das ist ne Beleidigung gegenüber anderen Firmen.
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Homefront: The Revolution
E3 2014: Homefront: The Revolution - Das schönste Spiel der E3?
Crytek gibt technisch Vollgas, muss sich grafisch nur von The Witcher 3 schlagen lassen, hat aber richtig viele spannende Crafting und Guerilla-Ideen. PC Games Hardware hat sich von Homefront: The Revolution auf der E3 2014 überzeugen lassen. - v. Benjamin Kratsch/Michael Förtsch
http://www.pcgameshardware.de/Homefront-The-Revolution-Spiel-54406/Specials/Homefront-The-Revolution-E3-2014-1125233/
14.06.2014
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2014/06/Homefront_03-pcgh_b2teaser_169.jpg
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