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  • Hitman (2016) Vorschau: Komplexer als Absolution, DX12 zur CPU-Entlastung

    Absolution war ein technisch beeindruckendes Werk, spielerisch allerdings ein bisschen zu geführt. Das 2016er Hitman macht alles anders: Es erscheint nicht nur häppchenweise im Episodenformat, sondern bringt auch riesige Areale mit, vergleichbar mit dem Weißen Haus. Und ein paar nette grafische Tricks sowie Direct X12 unter der Glacier2-Haube.

    v. Benjamin Kratsch/Ryan Southardt • Es ist so verführerisch, jetzt einfach zu schießen. Einfach die Silverballer aus dem Halfter zu ziehen, abzudrücken und dem CEO von IAGO den Todeskuss zu verpassen. Der Kopf dieser mysteriösen Organisation, die mit Geheimdienstinformationen handelt und droht die Identität von CIA-Agenten in Europa auffliegen zu lassen, steht auf dem Hands-On-Event zu Hitman (2016) fast genau vor uns. Die Distanz beträgt vielleicht drei Meter, fünf Bodyguards stehen um ihn herum. Die Menge klatscht, die Models setzen sich in Bewegung. Sie laufen über einen Catwalk, aus dem wunderschön animiert an den Seiten Wasser fließt. Sind die Leibwächter jetzt abgelenkt? Die Show geht weiter, die Musik wird lauter, künstlicher Schnee fällt vom Himmel. Das kühle Nass rund um den Laufsteg wird schockgefroren, das Spektrallicht zeigt schön wie massiv sich die Glacier2-Engine durch Physical Based Rendering weiterentwickelt hat. Das massive, kunstvoll geschliffene Eis bildet eine perfekte Reflektionsoberfläche, der Marmor des Bodens hingegen reflektiert kaum. Sogar die blank polierten Lederschuhe der Herren und Glitzerkleider der Modells reflektieren das Licht physikalisch korrekt und insbesondere die Ladies zeigen, was IO Interactives hauseigene Cloth-Physiksimulation drauf hat. Die Stoffe verhalten sich wie im echten Leben, während Leder eng anliegt und sich nur dezent verschiebt, lassen die Modells Ballkleider aus Seide, Chiffon oder Satin förmlich fliegen. Auch Agent 47s schwarzer Designeranzug wirft Falten, wenn er läuft und verformt sich, wenn er Treppen steigt. Auffällig ist auch die Draw Distance, Sie können problemlos von einem zum anderen Ende des Raums blicken und alle Details erhaschen. Oder sehen vom Garten aus genau die Scharfschützen, die auf dem Dach oberhalb des fünften Stockes im Mondschein patrouillieren. Doch zurück zum Ziel, schließlich verlangt unsere Agency ICA, dass der Mann im schneeweißen Anzug heute Nacht noch stirbt.

    01:46
    Hitman: Die Welt der Attentate im neuen Trailer

    Areale groß wie das Weiße Haus, Security wachsam wie der Secret Service

          

    Hitman ist für IO Interactive ein Neustart, der nicht mehr viel mit Absolution gemein hat. Das war zwar ein gutes Spiel, aber es ließ die große Freiheit eines Blood Money vermissen. Im letzten Teil wurden Sie ja förmlich zu den unterschiedlichen Tötungsmöglichkeiten hingelotst, die Heraus-forderung bestand lediglich im optimalen Timing, weniger in der eigenen Kreativität. Das 2016er Hitman ist deutlich anspruchsvoller, weil es zum einen immer mehrere parallele Zielpersonen gibt und zum anderen die Security-K.I. deutlich intelligenter agiert. Im Palais de Valeska, einem Schloss mit fünf Stockwerken, muss auch Dahlia Margolis dran glauben, die IAGO erst die brisanten Informationen beschafft hat. Sie müssen theoretisch überhaupt nicht innerhalb des Palais zuschlagen, sondern nur dafür sorgen, dass eine der Zielpersonen auf den Balkon kommt. Das riesige Areal ist dabei weniger ein klassisches Level, mehr ein Komplex aus unterschiedlichen Gebäuden und Sicherheitsbereichen, vergleichbar mit dem Weißen Haus. Während der äußere Ring von weniger erfahrenen Einheiten mit MP5s und M4-Sturmgewehren geschützt wird, die sich leichter ausschalten lassen, halten Ihre Kollegen des persönlichen Bodyguardteams von IAGO ständigen Funkkontakt und schwärmen nach einer gewissen Zeit aus, wenn sich ein Posten nicht mehr meldet. Wer die volle Punktzahl und den perfekten Hit abliefern will, darf zudem nicht von Kameras gesehen werden respektive muss in der Sicherheitszentrale das Material vernichten. Generell haben die Leibwächter auch deutlich mehr Möglichkeiten ihre Schutzpersonen in Sicherheit zu bringen. Ein bombensicherer Panic Room, zwei gepanzerte Limousinen in der Garage, ein Speedboot an der Anlegestelle und ein Helikopter im Garten. Sie sehen schon, das neue Hitman erfordert sehr viel mehr Planung als sein direkter Vorgänger, weil Sie zwar relativ leicht eine Zielperson in die Falle locken können, dann aber die zweite in Sicherheit gebracht wird. Generell müssen Sie öfter um die Ecke denken, weil Sie sehr viel öfter abgetastet werden und durch Scanner laufen müssen. Um also die Silverballer in eines der oberen Stockwerke zu schmuggeln, müssen Sie diese in einer Catering-Box verstecken und dann dafür sorgen, dass die Speisen für das IAGO-Meeting nicht mehr genießbar sind. Wobei das nur eine von vielen, vielen Optionen ist. Macht Waffengewalt eigentlich generell Sinn? "Sie müssen theoretisch überhaupt nicht innerhalb des Palais zuschlagen, sondern nur dafür sorgen, dass eine der Zielpersonen auf den Balkon kommt", erklärt Creative Director Christian Elverdam. "Allerdings haben Sie dann nur einen Schuss mit dem Präzisionsgewehr und es wird signifikant schwieriger die Zweite zu erwischen. Es gibt aber prinzipiell kein Game-Over!"

    Die K.I. wird in Echtzeit simuliert und arbeitet nachvollziehbarer

          

    "Eine lebensecht wirkende K.I. zu programmieren, ist nach wie vor die Königsklasse", erörtert der Kreativchef. "Wir haben deshalb ein Entitätensystem entwickelt, das basierend auf bestimmten Parametern Verhaltensweisen auslöst." Das ist in der Tat sehr interessant, weil Sie je nach Verkleidung ganz anders behandelt werden. Eine Servicekraft, die plötzlich im Hochsicherheitsbereich auftaucht, wird grober angefasst, als wenn Sie einem Sultan seinen Kaftan mopsen oder sich dank Presseausweis als Journalist ausweisen können. Während Polizisten und Sicherheitskräfte in Absolution sehr schnell das Feuer eröffneten, arbeitet die K.I. hier deutlich authentischer und geleitet sie lediglich in den Fahrstuhl. "Wie auf einer echten Party in einem derart großen Gebäude ist die Security zwar wachsam, schätzt sie aber nicht automatisch als Gefahr ein. Sie könnten sich ja auch einfach verlaufen haben", so Elverdam. Bis zu 300 Personen in einem Raum ...
    IO Interactive nutzt Direct X12 zumindest zum Launch weniger für spezielle grafische Features und mehr, um die Hardware zu entlasten.
    Beeindruckend ist dabei, wie IO Interactive bis zu 300 Personen in einem Raum wirklich simulieren kann. Angenommen Sie lassen durch einen Zufall das Feuerwerk im Garten früher steigen, dann drehen sich natürlich alle in Richtung des Partikelspektakels. IO Interactive nutzt Direct X 12 daher zumindest zum Launch weniger für spezielle grafische Features und mehr um die Hardware zu entlasten, schließlich müssen extrem viele Charaktere und Informationen mit Global Illumination und einer sehr hohen Rendertiefe verheiratet werden, natürlich auch in 4k (siehe auch Systemanforderungen für Hitman). Die Engine ist bereits 6-8k-ready, entsprechende Displays sind aber selten. Lara braucht für Rise of the Tomb Raider in 4k ja bereits eine GTX Titan X um flüssig zu laufen. Laut Elverdam war es durchaus eine große Herausforderung, das sich die hunderten Partygäste nicht einfach auf den Füßen stehen, sondern lebhaft miteinander interagieren, was Sie natürlich nutzen können: "Sie können eine kleine Panikwelle auslösen, indem sie einen Heizpilz Feuer fangen lassen. Das sorgt für Verwirrung, löst aber nicht direkt Alarm aus." Auch die Dialoge zwischen NPCs sind gut gelungen und enthüllen sehr oft nützliche Informationen. Verkleiden Sie sich als Make-up-Artist, verrät Ihnen eines der Modells, wo sie heimlich rauchen geht, ohne direkt vom Sicherheitspersonal behelligt zu werden. Sorgen sie dafür, dass der Kameramann einer TV-Reporterin an Durchfall leidet, können Sie seinen Platz einnehmen und so relativ leicht sehr nah an die erste Zielperson rankommen, während die Zweite exakt in diesem Moment in ein vergiftetes Stückchen Torte beißt. Das Timing muss stimmen, denn die Bodyguard-Teams sind in ständigem Kontakt und evakuieren sofort, sobald etwas passiert. Wer Zeit gewinnen will, der verbannt Margolis lediglich auf die Toilette und noch nicht unter die Erde. Ähnlich läuft es in Sapienza, wo Sie statt einem Topmodell im Bikini in der Besenkammer warten.

    Hitman: Warum das Episodenformat?

          

    Square Enix feiert gerade große Erfolge mit Life is Strange, entsprechend mutig testet man den digitalen Markt an. Denn Hitman ist als Episodenformat konzipiert, zum Launch am 11. März gibt's für 15 Euro die Mission in Paris sowie den Prolog, der in einem absurd großen Ausbildungsbunker der ICA spielt; Missionen in Italien, Marokko, den USA und Japan folgen. Der ICA-Bunker ist mit einem kompletten Kreuzfahrtschiff zum Trainieren bestückt und beinhaltet sogar einen militärisch gesicherten Hangar, in dem Sie ein Flugzeug mopsen müssen. Hier treffen Sie 20 Jahre vor der ersten richtigen Mission das erste Mal auf Diana Burnwood, deren Vorgesetzter eigentlich gegen 47 ist, weil dieser "keine Knöpfe hat, die man drücken kann, um ihn unter Kontrolle zu halten", doch Diana setzt sich durch. Gefühlt transportiert das neue Hitman aber nicht die emotionale, mitreißende Story eines Absolution, vielmehr sind die einzelnen Areale als große Sandbox gedacht, in der Sie kleinere Geschichten durch Gespräche erfahren. Etwa wenn Ihnen ein alter Mönch im Badeort Sapienza an der italienischen Riviera von einem geheimen Tunnel erzählt oder eines der Modells von ihrer Magersucht, die sie durch ihren Freund, den Make-up-Artist besiegen konnte. Ups, der liegt jetzt leider zwischen Brathähnchen in der Tiefkühltruhe. Fühlen Sie sich zumindest ein bisschen schlecht?

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    02:10
    Hitman: Launch-Trailer zum Start des Beta-Tests
      • Von FortuneHunter BIOS-Overclocker(in)
        Das wirklich Interessante in dem neuen Hitman werden die großen Level mit den Möglichkeiten bei 300 KI gesteuerten NPCs sich seine eigenen Herausforderungen zu schaffen und diese mit der Community zu teilen.

        @ Shona: Da kannst du dir dann deine eigenen Sniper Challanges erstellen. Oder welche aus der Community spielen.

        Habe es schon seit der E3 vorbestellt.
      • Von Shona BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von UncleBAZINGA
        Square Enix hat zuletzt mit Rise of the Tomb Raider und Life is Strange zwei tolle Titel abgeliefert
        Bei Life is Strange stimme ich dir voll und ganz zu, aber ich kann mir nicht wirklich vorstellen das RotTR nur halbwegs besser ist, von der Story, als der der Vorgänger.
        Der Vorgänger war einfach nur schlecht und für mich der schlechteste TR allerzeiten und das war bis dahin TR: AoD. Da gehört schon viel dazu AoD auch nur annäherd zu schlagen.

        Zitat von Lo_Wang
        Das auf jeden Fall. Ich glaube es ist aber eher darauf bezogen, dass die einzelnen Level viel weitläufer wird und du viel mehr Möglichkeiten haben wirst als in Absolution.
        Die Möglichkeiten die ich in Absolution hatte, hatte ich schon nie komplett ausgenutzt weil es einfach zu viele waren. Was mich nur störte waren die wenigen Sniper Möglichkeiten.
        Hätte nämlich gerne mehr so Level wie Sniper Challenge gehabt
      • Von UncleBAZINGA Kabelverknoter(in)
        Square Enix hat zuletzt mit Rise of the Tomb Raider und Life is Strange zwei tolle Titel abgeliefert - daher habe ich mir mal das Intropack vom Hitman vorbestellt und kann so auch die Beta zocken. Da hier wohl keine tiefgründige Story zu erwarten ist, stört mich das Episodenformat nicht.
      • Von Norisk699 Freizeitschrauber(in)
        Hauptsache es gibt spannende Missionen und klug gestaltete Levels.

        Ich bin zuversichtlich, auch wenn ich das seltsame Salami-Release nicht unbedingt gut finde.
        Trotzdem habe ich das Spiel vorbestellt, was ich normal nie mache.
        Aber dem Hitman denke ich kann man vertrauen

        Dieses Spiel wird für mich wohl endlich der Grund, von Windows 8.1 auf Windows 10 umzusteigen.
      • Von Lo_Wang PCGH-Community-Veteran(in)
        Zitat von Shona


        Anscheind wurde im Kindermodus gespielt, den wenn man Absolution auf höchster Stufe und auf "Silent Assassin" spielt dann ist es komplex genug.
        Das auf jeden Fall. Ich glaube es ist aber eher darauf bezogen, dass die einzelnen Level viel weitläufer wird und du viel mehr Möglichkeiten haben wirst als in Absolution. Sprich du kannst dich vermutlich Tagelang auf die unterschiedlichsten Varianten in einem einzigen Level aufhalten. Ging zwar auch bei Absolution aber nicht in der "freien" Form, wie sie es wohl jetzt umgesetzt haben.

        Vor dem Kaputtpatchen habe ich allerdings auch etwas Angst.
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Hitman
Hitman (2016) Vorschau: Komplexer als Absolution, DX12 zur CPU-Entlastung
Absolution war ein technisch beeindruckendes Werk, spielerisch allerdings ein bisschen zu geführt. Das 2016er Hitman macht alles anders: Es erscheint nicht nur häppchenweise im Episodenformat, sondern bringt auch riesige Areale mit, vergleichbar mit dem Weißen Haus. Und ein paar nette grafische Tricks sowie Direct X12 unter der Glacier2-Haube.
http://www.pcgameshardware.de/Hitman-Spiel-6333/Specials/Vorschau-1185796/
10.02.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/02/Hitman_02-pcgh.JPG
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