Speedlink Medusa 5.1: Erster Hands-on-Test der Neuauflage
Schon seit einigen Jahren sind die Medusa-Headsets von Speedlink Spielern mit einer Vorliebe für Surround-Sound ein Begriff. Tatsächlich mit vier Treibern pro Lautsprecher-Muschel ausgestattet, gibt es mit dem Medusa echten 5.1-Mehrkanal-Sound auf die Ohren. In Kürze soll das Headset eine Neuauflage erhalten. PC Games Hardware konnte schon jetzt zwei Vorserien-Exemplare antesten.
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Quelle: PC Games Hardware
Speedlink Medusa 5.1
Kraken, Medusa, Tartarus, Thebe, Chimaera - was hat es nur mit den ganzen griechischen Sagengestalten bei Headsets auf sich? Nun ja, immerhin der einäugige Zyklop bleibt uns erspart. Die mythologische Gorgonen-Dame Medusa besaß eine eindrucksvolle Frisur mit Schlangen statt Haaren und konnte Männer mit einem einzigen Blick in Stein verwandeln. PCGH prüft zwei Vorserien-Exemplare der Neuauflage des Medusa 5.1 von Speedlink.
Speedlink Medusa 5.1: Design und Verarbeitung
Mit vorgehaltenem Spiegelschild nähern wir uns vorsichtig dem Gerät, doch als auch nach Minuten nichts geschied, wagen wir uns ein wenig näher. So furchteinflößend sieht das Headset eigentlich gar nicht aus, im Gegenteil: Das Design ist von gelungener Schlichtheit, mattschwarzes Plastik bildet den kräftig wirkenden Körper des aus einzelnen Segmenten gefertigten Headsets. Die Bauteile sind miteinander verschraubt, nicht gegossen und ordentlich dimensioniert, nichts wirkt anfällig oder zerbrechlich. Dabei bleiben die Teile erstaunlich beweglich, das Medusa lässt sich sogar wie ein DJ-Kopfhörer platzsparend zusammenklappen. Die Gelenke bieten erfreulich viel Rückmeldung, benötigen zum Bewegen einen leichten Kraftaufwand, schlackern also nicht bei jeder Bewegung haltlos hin und her. Ein langes, stabil isoliertes Kabel führt von der linken Ohrmuschel herab bis zu einer Kabelfernbedienung. Auch dort stimmen Optik und Haptik: Die Verschalung ist ebenfalls aus mattschwarzem Kunststoff und wirkt ausgesprochen solide. Satt liegt das überraschend schwere Gerät auf der Tischoberfläche, eine dicke Gummierung verhindert ein Verrutschen. Obenauf befindet sich ein Schalter für die Mirkofonstummschaltung, an den Seiten befinden sich Regler für die Steuerung von Front, Center, Rear und Subwoofer. Diese könnten allerdings ein wenig mehr Feedback liefern, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.
Hinten führt ein weiteres, dickes und langes Kabel heraus und endet entweder in vier farbig kodierten 3,5-mm-Klinkensteckern und einem USB-Anschluss für die Stromversorgung oder nur in einem USB-Anschluss. Denn von dem neuen Medusa-Headset wird es zwei Versionen geben: Eine "normale", die wie gewohnt an die Soundkarte angeschlossen wird und eine mit integrierter Soundkarte. Bei letzgenanntem Modell sitzt die Soundkarte dann mit in der Steuereinheit. Zusätzlich befinden sich dort zwei mit Plus und Minus gekennzeichnete Knöpfe, die bei unserem Vorserienmodell noch ohne Funktion waren. Die USB-Version hat allerdings auch noch keine finalen Treiber, weswegen wir uns auch in diesem Test auf das Klinken-Modell fokussieren wollen.
Speedlink Medusa 5.1: Der Praxistest
Weit weniger unangenehm als wir uns ein Schlangenhaupt vorstellen, sitzt das Speedlink Medusa auf dem Kopf. Mit der richtigen Spannkraft umschließt der Bügel gut die Schädelform, die weiche Polsterung der auf den Ohren liegenden Ohrmuscheln ist auch für Brillenträger angenehm. Das dünne, recht knautschige Kunstleder macht dabei allerdings nicht den hochwertigsten Eindruck. Das Gewicht ist spürbar, allerdings gut verteilt, von den etwa 320 Gramm wird nirgendwo ein Punkt des Kopfes übermäßig belastet. In den Lautsprechermuscheln selbst ist ein mit Luft gefüllter Resonanz-Körper, der für den Surround-Sound genutzt wird. Kommt über die Hörer kein Ton entsteht in diesem Raum bei eindringenden Geräuschen von Außen ein Hall-Effekt, was etwas befremdlich wirkt.
Doch im Spiele-Einsatz kommt dieser Resonanz-Körper dem Klang zugute: Durch den relativ großen Raum innerhalb der Muscheln kann ein - für Kopfhörer - sehr eindringliches Mehrkanal-Erlebnis realisiert werden. Wir nutzten für unseren ausgiebigen Test als Basis eine Creative Sound Blaster X-Fi Titanium Fatal1ty. Dort steckten wir die Klinkenkabel ein und stellten die Ausgabe auf 5.1-Lautsprecher. CMSS3D und Crystallizer blieben ausgeschaltet. Nun begaben wir uns für mehrere Stunden in klanglich besonders gelungene Spielewelten, darunter das beeindruckend abgemischte Metro: Last Light, das nicht minder eindrucksvolle Company of Heroes 2 und Outlast, dem Indie-Horror-Titel mit einer der furchteinflößensten Sound-Kulissen der letzten Jahre. Zudem nutzten wir das Headset für einige ausgedehnte Online-Gefechte in Battlefield 3.
Speedlink Medusa 5.1: Der Klang
Eins vorweg: Hochpräzisen, verfärbungsfreien Klang darf man von dem Medusa nicht verlangen. Dies war aber auch mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht Ziel der Entwicklung, sondern der räumliche Effekt. Der ist dann auch sehr gut gelungen. In allen genannten Spielen funktioniert das Headset einwandfrei, die Ortung von einzelnen Geräuschquellen ist sehr präzise, in Battlefield 3 hat man mit einem 5.1-Headset durchaus einen kleinen Vorteil gegenüber anderen Spielern. Ein hinter Kisten oder ähnlichen Levelobjekten verborgener Gegner kann ohne viel Aufhebens enttarnt und ausgeschaltet werden. Doch nicht nur für Mehrspieler ist das Medusa interessant, Metro: Last Light kann deutlich an Atmosphäre zulegen, wenn der Sound im Mehrkanal-Format daherkommt. Umherhuschendes Krabbeltier wirbelt gänsehautfördernd mit Chitin-Füßen durch die schummrigen Gänge, entfernte Schüsse und Stimmen hallen gespenstig durch die staubigen U-Bahn-Tunnel. Auch ein Wechsel der Perspektive schmälert den räumlichen Eindruck nicht: In Company of Heroes 2 bekommen die blutigen Gefechte um Stalingrad bekommen einen deutlich realistischeren Aspekt, heulende Kaytusha-Raketen und kreischende Stuka-Bomber lassen uns unwillkürlich den Kopf einziehen.
Doch nicht alles ist gut gelungen: Sowohl Front als auch Rear-Lautsprecher verzerren den Klang hörbar, außerdem klaffen zischen den einzelnen Quellen größere Lücken. Lauscht man etwa einem Gespräch und verändert die virtuelle Kopfposition mit der Maus, verschwinden die Stimmen kurzzeitig fast, um dann mit dem Wechsel auf den nächsten Treiber wieder lauter zu werden. Das stört die Immersion nicht unerheblich. Auch der Bass ist nicht ohne Makel: Zwar ist er in den meisten fällen recht trocken und präzise, einige Frequenzen regen den Resonanzkörper aber zu groben Schwingungen an, der Bass wird dumpf, schwammig und klingt auf schwierig zu beschreibende Art und Weise hohl und nach Plastik. Dem gesamten Klangbild mangelt es außerdem an Ausdruckstärke in der für natürtlichen Klang wichtigen Mitten. Besonders auffällig wird dies bei Stimmen, ihnen fehlt deutlich hörbar Körper, sie klingen flach und blechern. Diese Schwächen kennt man aber auch von vielen Stereo-Headsets.
Speedlink Medusa 5.1: Abschließende Worte
Insgesamt bietet das Speedlink Medusa ein sehr gutes Erlebnis in Spielen, wenn auf orginalgetreue und verfärbungsarme Wiedergabe verzichtet werden kann. Als Rundrum-Glücklich-Paket sollte man das Medusa 5.1 also nicht verstehen, für die Musikwiedergabe etwa ist es praktisch nicht zu gebrauchen. Wenn Sie aber bloß spielen möchten und im besten Fall noch ein oder gar mehrere Stereo-Kopfhörer ihr Eigen nennen, können Sie sich das Surround-Headset schon einmal vormerken. Der räumliche Eindruck ist sehr gelungen und bietet eine interessante Hörerfahrung.
Haben Sie vielleicht schon Eindrücke mit den Vorgängermodellen oder 5.1-Headsets eines anderen Herstellers ausprobieren können? Ist Mehrkanal-Sound bei einem Headset für Sie überhaupt von Interesse oder verfechten Sie einen deutlich saubereren Stereo-Klang? Nutzen Sie unsere Kommentar-Funktion.
(Es wird länger - wer nicht vor hat, alles zu lesen, am Besten, direkt hier aussteigen!)
Ich besitze noch das Vorgängermodell, mit dem abnehmbaren Mikro - und freue mich schon tierisch auf den Nachfolger!
Thematik Hifi - selbstverständlich, mögen Tonspezialisten einen Unterschied feststellen können, doch auch das Vorgängermodell, war für Musikwiedergabe vollkommen in Ordnung. Was den Klang anging, ist die Onbordsoundkarte von meinem Asus Rampage vollkommen ausreichend, um etwas die Klangausgabe, meinen Bedürfnissen an zu passen und schon war der Klang ebenso gut, wie über die Philips Heimkinoanlage @1000W.
Darum, so schätze ich, ist es ein Leichtes, mit dem Equalizer, das Klangspektrum, auf eure Bedürfnisse, an zu passen.
Mit dem richtigen Player (Software/Hardware) und passenden Settings, gelingt auch die Wiedergabe von Musik virtuell in 5.1 Surround.
Was in Spielen schon ganz genial war, von der Raumklangerfahrung - damals noch Halflife und F.E.A.R. zum Beispiel - kam ebenso gut bei Filmen. Jedoch kommt es hier, wie bei unterschiedlichen Spielen (wie im Video richtig erwähnt) auf die Filme an - Heute zum Beispiel Battleship, Marvelverfilmungen und einige Horrorshocker - dort kann auch das alte Medusa 5.1 noch punkten - nichts gegen die Heimkinoanlage, da hält das Headset nicht mit, ganz klar - jedoch stehen ab einer gewissen Uhrzeit die armen Nachbarn vor der Tür und sind wenig erfreut, dass die Gläser im Regal wieder anfingen zu klirren! Da macht sich das alte Headset, gerade auch wegen der luxuriösen Kabellänge, extrem gut!
Bei der Wiedergabe von Filmen, muß ich anmerken, dass die Wiedergabe per Multimedia PC, dank den fein justierbarem Equalizer, einfach besser ist, als direkt über die Heimkinoanlage mit angeschlossener Festplatte - da liegt es ganz klar an dem EQ!
Ergo, kann das Headset auch bei Usern gänzlich versagen, wenn sie die 3,5mm Klinken Variante nehmen, da dort das Klangspektrum, durch die verwendete Hardware im PC, angepasst werden kann! Darum ist in dem Video- bzw. dem Bericht, die Erwähnung der Soundkarte in sofern irrelevant, da nicht angesprochen wurde, ob dort Einstellungen vorgenommen wurden (nicht EAX Effekte! // EQ Settings?) oder die Standardsettings verwendet wurden (?) - womöglich hätte der Test bei der Erwähnung der HiFi-Erfahrung sonst noch etwas deutlicher ausfallen können, denn die Frequenzen sind soweit okay - mal im Vergleich zur Heimkinoanlage:
Medusa:
- Subwoofer: 20Hz~ 200 Hz
- Front/Rear: 20Hz~ 20.000 Hz
- Center: 20Hz~ 20.000 Hz
Philips Heimkino (HTB5580G/12):
- Subwoofer-Frequenzbereich: 20~ 150 Hz
- Satellitenlautsprecher-Frequenzber.: 150~ 20.000 Hz
Was also das Klangspektrum an sich betrifft, sind die Werte wirklich gut. Impendanz und Wattleistung sind in diesem Fall relativ unerheblich (so gut kenne ich mich mit der Thematik nicht aus).
Selbst mit der Heimkinoanlage, muß ich in Abhängigkeit zu den Filmen auch die Klangverteilung anpassen an meinen Geschmack (Surroundadjustments/EQ-Adjustments) - wer sich mit THX mal befasst hat - der wird schnell erkennen, dass diese Zertifizierung Geldmache ist 5.1 Headsets sind keine
Schluss nun - ich darf also darauf hinweisen, dass es keine perfekte Lösung gibt, weder von Herstellern der Unterhaltungsindustrie - noch Spieleentwicklern - Ein Werkzeug ist nur so gut, wie derjenige, der es zu nutzen weiß!
Darum kann mich die Neuauflage, das Speedlink Medusa 5.1 True Surround Headset 3,5mm-Klinke (USB Verbindung sehe ich von ab, da ich auch mal an Chinch-Buchse anschließen muß), niemals enttäuschen!
Als einziger Minuspunkt sei erwähnt, dass ich selbst keinen sehr großen Kopf habe und ich das alte Medusa, mit den Schaumstoff-Dämpfern aus Fahrradhelmen modifizieren mußte, um einen angenehmen Tragekomfort zu erreichen, da der Bügel für meinen kleinen Schädel nicht ausreichend ausgepolztert war/ist. Dies wird mir jedoch auch bei dem neuem nicht die Freude verderben können.
MfG an die lieben Leser/innen und die Redaktion,
euer Cyber
Sondern es ging um den Bewertungsmaßstab von Gamerhardware.
Es gibt nur Werbung zu Headsets, aber nicht zu Kopfhörern. Gleiches gilt auch für die PCGH. Dort werden in der Regel auch nur Gamer-Headsets getestet und entsprechend liegt das Niveau auf einer anderen Ebene. Für ein GamerHeadset ist das Medusa nicht schlecht gewesen, aber es ist halt für "Gamer" gut, während es für "Hifi" eher ins untere Segment gehört.