Intel entfesselt: Offizielles Overclocking von Haswell-Systemen
Intel gab auf dem IDF 2013 erstmals offizielle Einblicke ins Übertakten eines Haswell-Systems - RAM und SSD inklusive. Asus berichtete derweil über das Design von Overclocking-Mainboards. Beide Hersteller stellten außerdem Tools vor, die beim Austesten der Grenzen des heimischen Computers helfen.
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Quelle: PC Games Hardware/Roland Austinat
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Mag auch Intel dem Übertakten seiner CPUs erstmals auf einem IDF einen offiziellen Segen erteilen - am Anfang des Vortrags "Overclocking Unlocked Intel Core Processors for High Performance Gaming and Content Creation" steht erst einmal eine Warnung, dass der Chip-Hersteller keine Garantie für Chips übernehmen kann, die den vorzeitigen Hitzetod sterben. Doch dann sind Dan Ragland und Michael Moen, beide Senior System Engineer bei Intel, sowie JJ Guerrero, Senior Technical Marketing Specialist bei Asus, nicht mehr zu bremsen.
Mit flüssigem Stickstoff lässt sich ein Core i7 980X derzeit auf bis über 7 GHz hochfahren, während der neu vorgestellte Core i7 4960X derzeit 6,5 GHz erreicht. Rekorde heimischer Übertakter müssen sich dahinter nicht verstecken: Ein Core i7 3770K hat ebenfalls schon die 7-GHz-Schallmauer durchbrochen. Die Parameter, an denen mutige PC-Besitzer eines LGA2011-Mainboards mit X79-Chipsatz drehen können, sind CPU- und RAM-Taktfrequenz, die Busfrequenz BLCK sowie das Verhältnis von PCI-Lanes (PEG) und DMI-Bus. Allerdings beeinflussen sich die Faktoren gegenseitig: Der CPU-Takt wird beispielsweise aus dem Produkt der Busfrequenz und den Faktoren 1,0, 1,25 und 1,67 gebildet. Und das funktioniert problemlos auch nur bei entsprechend entsperrten i7-Chips, etwa der Baureihen 4960X, 4930K und 4820K.
Intel entfesselt: Unser Konferenzraum hier ist ziemlich gut gekühlt
Solche Extremwerte verlangen auch einem Mainboard einiges ab. Deshalb, so JJ Guerrero, setzt Asus bei Overclock-Platinen beispielsweise auf hochwertige Komponenten, überprüft den Temperatur- und Signalverlauf des Mainboards und passt gegebenenfalls dessen Leiterbahnen an, um den störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Softwareseitig gibt Asus Geschwindigkeitsfanatikern ein Tool in die Hand, das eigenständig die Kerne einer i7-CPU automatisch auf höhere Taktfrequenzen setzt: Läuft das System störungsfrei, erhöht die Software den Takt weiter, bis es zu einem Bluescreen kommt. Anschließend fährt der PC erneut hoch und verwendet die letzte stabile Taktfrequenz. Bei einer Live-Demonstration erreicht eine CPU vom Typ i7 4960X statt der nominellen 3,6 GHz satte 4,75 GHz. "Unser Konferenzraum hier ist ziemlich gut gekühlt", freut sich JJ Guerrero über den kräftigen Leistungszuwachs.
Beim Übertakten von Haswell-Systemen kommen neben den oben genannten Faktoren noch die Taktfrequenz der Grafikeinheit dazu. Außerdem verfügen die Core-Chips über integrierte Spannungswandler, die das Übertakten deutlich erleichtern. Im Normalbetrieb entscheidet die in der CPU integrierte Power Control Unit (PCU), wie viel Spannung der Chip je nach Betriebsart - Normal/Turbo/XE oder Overclock-Modus - vertilgen darf. Das einfachste Tuning ist der sogenannte Offset-Modus, bei dem die CPU in jedem Modus eine durchgehend identische Zusatzspannung erhält. Im Interpolationsmodus schaltet die PCU die je nach Übertaktfrequenz benötigte Spannung im XE-Bereich zu, während der Override-Modus in allen drei Varianten kontinuierlich eine mächtig hohe Spannung anlegt - besonders energiesparend ist das dann allerdings nicht mehr.
Auch an Laptops wagen sich die Übertakter: Dan Ragland demonstriert das anhand eines Haswell-Laptops mit Iris-Pro-Grafik. "Wir geben Geschwindigkeitsfans eine thermische Reserve von 20 Watt mit", sagt Ragland. Und wer auch seine Speicherbausteine beschleunigen will, nutzt Intels Extreme Memory Profile (XMP): Typspezifische Profile sind bereits in zahlreichen Riegeln großer RAM-Hersteller integriert und werden von einer Tuning-App ausgelesen und verarbeitet. Wo wir von Software sprechen: Mit dem kostenlosen Intel Extreme Tuning Utility - kurz: Intel XTU - lassen sich Profile für spezifische Anwendungen und Spiele festlegen. Dank einer "AppTune" getauften Funktion schaltet das Intel XTU dann unter Windows ohne Neustart eigenständig zwischen den Profilen hin und her. Eine coole Sache, die uns Michael Moen mit einigen Anwendungen wie dem Cinebench- und einem Primzahl-Benchmark sowie dem guten alten Windows-Editor vorführt.
Intel entfesselt: Taktfrequenz des SSD-Microcontrollers von 400 auf 625 MHz
Abschließend gibt uns Dan Ragland noch einen Ausblick auf einen zukünftigen Übertaktungskandidaten: ein SSD-Laufwerk. Mit Hilfe des Intel XTU fährt Ragland die Taktfrequenz des Microcontrollers von 400 auf 625 MHz hoch, die Taktfrequnz des NAND-Busses erhöht er von 83 auf 100 MHz. Resultat: Der AS-SSD-Benchmark steigt von 947 auf 1058, eine Steigerung von knapp zwölf Prozent. Ob und wie sich dadurch die SSD-Lebensdauer verringert, verrät Dan Ragland noch nicht. Wir sind etwas skeptisch, denn einerseits sind zwölf Prozent nicht sonderlich viel, andererseits "übertaktet" ja auch niemand bei klarem Verstand die Drehzahl einer Festplatte, um einen etwaigen höheren Datendurchsatz zu erreichen.
wahrscheinlich eine neue asus ai suite...