Razer Edge Test: Was kann das teure Gaming-Tablet?

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Mit dem Edge will Razer das erste echte Gaming-Tablet auf den Markt gebracht haben. Ob das Gerät den Versprechungen gerecht wird, lesen Sie im Test von PC Games Hardware.

Smartphones und vor allem Tablets stehen immer mehr im Ruf, im Gaming-Bereich den Konsolen zuzusetzen. Dennoch leiden die meisten auf dem Markt erhältlichen Modelle unter einem großen Nachteil: Sie nutzen die ARM-Architektur, womit sie für PC-Spiele untauglich sind, auch wenn auf einigen Geräten wie dem Surface RT vordergründig ein normales Windows läuft. Zwar gibt es schon einige x86-Tablets, der dort genutzte Atom ist jedoch bei Weitem zu langsam, um aktuelle Spiele vernünftig darzustellen.

Eine weitere Alternative ist das Surface Pro, das auf einen i5-3317U setzt, der auch in Ultrabooks zum Einsatz kommt. Dieser Prozessor leistet schon deutlich mehr, allerdings fehlt ein dedizierter Grafikchip, für die Grafikbeschleunigung ist die HD-Graphics 4000-IGPU von Intel zu langsam. In diese Bresche will das Edge von Razor springen, indem es einen vollwertigen Prozessor und Grafikchip mitbringt und damit theoretisch das Spielen von fast allen PC-Spielen auf dem Tablet ermöglicht. Was das Gerät leistet und wie gut es in der Praxis leistet, haben wir für Sie getestet.

Razer Edge im Test: die Details

Die Hardware des Razor Edge entspricht gängigem Ultrabook-Niveau. Als CPU kommt ein i7-3517U zum Einsatz. Des Weiteren verfügt es über eine Geforce 640M LE mit 2 GiByte Videospeicher. Im Gegensatz zu anderen GPUs der Geforce 6xx-Serie mit M-Zusatz basiert diese wirklich auf der aktuellen Kepler-Architektur. Im Edge sind 8 GiByte DDR3-1600-RAM verbaut. Das helle, 10,1 Zoll große Display löst mit 1.366 x 768 Pixel auf, was im Vergleich zu einem iPad der vierten Generation oder einem Nexus 10 sehr grobkörnig wirkt. Außerdem ist das Display tablet-typisch stark spiegelnd. Als Festspeicher ist eine SSD verbaut. Diese ist bei unserem Testgerät 256 GByte groß, das Edge kann aber auch mit 128 GByte SSD-Kapazität erstanden werden. Am Gehäuse lassen sich noch ein USB-3.0-Anschluss, Lautstärkeregler und ein Power-Schalter finden. Mit zwei weiteren kleinen Tasten lässt sich die Ausrichtung des Bildschirms fixieren beziehungsweise jederzeit die On-Screen-Tastatur einblenden.

Bildergalerie: Hardware
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Das Gehäuse des Edge ist etwa 28 cm lang und 19 cm hoch. Das entspricht gängigen Standards bei 10-Zoll-Tablets. Ganz anders jedoch bei der Dicke: Mit rund 2 cm ist das Edge doppelt so dick wie viele andere Tablets. Das massige Gehäuse lässt schon erahnen, dass das Edge nicht gerade ein Leichtgewicht ist: Das Tablet bringt 965 Gramm auf die Waage und sorgt für schnell ermüdende Arme. Die Dicke des Edge Pro ist wohl der hitzeproduzierenden Hardware zuzuschreiben - das Edge besitzt einen Lüftungsschlitz. Der Lüfter im Inneren ist zu jeder Zeit eingeschaltet. In einem normalen Umfeld ist er mit 0,2 Sone jedoch kaum zu hören. Unter starker Last steigt die Lautheit auf 1,8 Sone, was mitunter schon störend auffallen kann und bei einem Tablet irritierend wirkt.

Razer Edge im Test: die Leistung

In unseren Tests zeigte sich die Hardware vollständig kompatibel mit allen Spielen. Crysis Warhead lief auf dem System in 720p auf Enthusiast-Einstelllungen mit durchschnittlich 19 Fps. Werden 4x MS und 16:1 AF zugeschaltet, sind es noch 15 Fps. Anno 1404 erreicht auf 720p und mit allen Details 29 Fps (25,6 mit 4x MS/16:1 AF), was noch akzeptabel spielbar ist. Auch wenn sich das Gerät damit als langsam herausstellt - was bei Ultrabook-Technik auch zu erwarten war -, ist es dennoch beeindruckend, welche Leistung Razer in diesem Tablet unterbringt. Nicht so gut ist der Akku des Gerätes: Das Gerät machte im Loop-Test mit Crysis bei voller Display-Helligkeit nach rund 1,5 Stunden schlapp. Insgesamt sollten Sie sich also nie zu weit von einer Steckdose entfernen.

Razer Edge im Test: das Zubehör

Das Edge wurde bereits auf mehreren Messen mit diversen Zubehörteilen gezeigt. Unserer Teststellung lagen zwei Docking-Stations bei: Zum einen eine normale, die das Gerät um einen HDMI-Anschluss, drei USB-2.0-Anschlüsse und eine-Mikrofon-Klinke erweitert. Die Docking-Station bietet auch einen Anschluss für das Netzteil, sodass das Edge im eingesteckten Zustand geladen wird. Ersten Angaben zufolge soll die Docking Station rund 100 Dollar kosten. Die zweite Docking-Station dient dem Gaming: Das Edge Pro wird in die Schale eingelegt und an den beiden Griffen links und rechts gehalten. Das rund 250 Dollar teure Zubehör wird als normales USB-Gamepad erkannt. Allerdings liegt die Kombination aus Tablet und Gamepad mit über 1.200 Gramm sehr schwer in der Hand.

Razer Edge im Test: die Praxis

Als reines Tablet lässt sich das Edge erstaunlich gut benutzen. Die Metro-Oberfläche lässt sich wunderbar mit dem Touchscreen bedienen, nur auf dem Desktop wird das Arbeiten mit dem Finger arg fehleranfällig. Ein weiterer Haken ist das Gewicht: Bereits 600-Gramm-Tablets liegen nach einiger Zeit schwer in der Hand, beim Edge Pro ist das Problem aufgrund etwa 300 Gramm zusätzlich nochmals gravierender. Lange Gaming-Sessions dürften damit nicht möglich sein. Ein weiteres Problem in der Praxis ist die Touchbedienung, auf die unter Windows kaum ein (Vollpreis-)Spiel ausgelegt ist. Das Controller-Dock entschärft das Problem zwar etwas, dennoch sind damit auch nur solche Spiele gut spielbar, für die man auch auf dem PC ein Gamepad wählen würde - sprich Rennspiele wie Grid oder Jump n' Runs wie Super Meat Boy. Egoshooter lassen sich noch halbwegs anständig steuern, Strategie-Spiele sind dagegen komplett unspielbar.

Razer Edge im Test: das Fazit

Das Edge Pro ist unbestritten das bisher leistungsstärkste Tablet und eignet sich für fast alle Spiele auf zumindest niedrigen bis mittleren Details. Jedoch hapert es etwas an der Umsetzung, was aber eher am Betriebssystem (inklusive Ökosystem) als an Razer liegt. Für die meisten touch-freundlichen Spiele aus dem Windows Store braucht es nämlich kein leistungsstarkes x86-Tablet. Spiele, die von der Hardware profitieren, ziehen hingegen so gut wie keinen Nutzen aus einem Touchscreen. Außerdem lassen sie sich auf dem Tablet oft nur mehr schlecht als recht ohne Peripherie spielen. Löbliche Ausnahmen stellen Jump n' Runs sowie Rennspiele dar. Wer gerne auf Tablets spielt, sich aber nicht mit Spielen wie Cut the Rope zufrieden geben will, kann das Edge in die engere Wahl nehmen. Für den Preis des Edge Pro gibt es allerdings schon ähnlich leistungsfähige Ultrabooks, die sich wesentlich vielseitiger einsetzen lassen.

Produktname Edge Pro
Hersteller (Webseite) Razer, razerzone.com
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. € 1.300,-
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/912878
Ausstattung (20 %)  
Arbeitsspeicher 4 x 4.096 MiByte DDR3-1600
Prozessor/Chipsatz Intel Core i5-3317U (1,7 GHz, 2 Kerne)
Grafikchip Nvidia Geforce GTX 640M LE
Grafikspeicher/Anbindung 2.048 MiByte GDDR5 (2.000 MHz)/128 Bit
Festplatte ADATA XM14 256 Gbyte
Optisches Laufwerk Nicht vorhanden
LCD, Spiegelung 10,1 Zoll (1.366 x 768, 155 ppi)
Akku/Gewicht inkl. Akku Keine Angabe
Kommunikation WLAN 802.11b/g/n, Bluetooth 4.0
Eigenschaften (20 %)  
Zubehör/Software Windows 8
Anschlüsse 1 x USB 3.0, 1 x Klinkenaudio, 1 x proprietärer Docking-Anschluss
Ergonomie Touchscreen mit guter Erkennung. Gute Ergonomie unter Metro, fummelig unter der traditionellen Oberfläche. Gerät sehr dick und und schwer
Haptik (Verarbeitung/Stabilität, Look & Feel) Wertiges Kunststoffgehäuse, Glasfront
Leistung (60 %)  
Cinebench 11.5 (64 Bit)/x264 4.0 2,84 Punkte/15,77 Fps
Crysis Warhead 720p (kein AA/AF, 4x MSAA/16:1 AF) 19,1 Fps, 14,6 Fps
Anno 1404 720p (kein AA/AF, 4x MSAA/16:1 AF) 29,0 Fps, 25,6 Fps
Akkulaufzeit 80 cd/m², Crysis Warhead Loop Max. cd/m² 154 Min (2:34), 103 Min. (1:33 h)
Lautheit 2D/Leichte Last/Crysis Warhead Loop 0,2/1,0/1,8 Sone
Datenträger: Lesen, Zugriff (HD Tach) 337 MB/s; 0,2 ms
LCD: Reaktionszeit/Inputlag/Regelbereich - (21) ms/ - / 21 bis 266 Candela
LCD: Helligkeitsverteilung (Abweichungen), Interpolation Max. 10%, Befriedigend (3,0)
LCD: Grobkörniges Bild (Kristalleffekt) Sehr klares Bild (kein Kristalleffekt)
Klangqualität Lautsprecher Befriedigend (3,0)
Wertung 2,37
Pro/Contra Extrem portabel
  Niedrig aufgelöstes Display
  Kurze Akkulaufzeit

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Jooschka
        Ich frag mich schon bei nem normalen Tablet, wer die Dinger kauft... man bekommet fürs gleiche Geld n Laptop, und n Smartphone haben auch eigentlich alle, die n Tablet wollen...
        Ein Laptop, den Du für das Geld eines Tablets bekommst, kann im Normalfall aber auch nicht viel mehr als nen Browser starten und ein Word-Dokument anzeigen Von daher durchaus vergleichbar, wobei das Tablet in den meisten Fällen bei der Geschwindigkeit sogar die Nase vorn haben dürfte und die deutlich längere Akkulaufzeit bietet.

        Topic:

        Viel zu teuer für die gebotene Leistung. Da würde ich mir eher einen gescheiten PC oder wenn es sein muss ein "Gaming-Notebook" kaufen. Davon hat man mehr.
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Jooschka
        Ich frag mich schon bei nem normalen Tablet, wer die Dinger kauft... man bekommet fürs gleiche Geld n Laptop, und n Smartphone haben auch eigentlich alle, die n Tablet wollen...
        Ein Laptop, den Du für das Geld eines Tablets bekommst, kann im Normalfall aber auch nicht viel mehr als nen Browser starten und ein Word-Dokument anzeigen Von daher durchaus vergleichbar, wobei das Tablet in den meisten Fällen bei der Geschwindigkeit sogar die Nase vorn haben dürfte und die deutlich längere Akkulaufzeit bietet.

        Topic:

        Viel zu teuer für die gebotene Leistung. Da würde ich mir eher einen gescheiten PC oder wenn es sein muss ein "Gaming-Notebook" kaufen. Davon hat man mehr.
      • Von turbosnake Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Jooschka
        Ich frag mich schon bei nem normalen Tablet, wer die Dinger kauft... man bekommet fürs gleiche Geld n Laptop, ..

        Die Laptops für 150€-400€ will ich erstmal sehen.
      • Von Jooschka Freizeitschrauber(in)
        Zitat von GTRblackKNIGHT
        Das Ding kann doch nur floppen.
        Vermutl. ein absolutes Spielzeug, dass sich nur Leute mit zu viel Geld und zu viel Zeit anschaffen werden.
        Da es aber wenige dieser Leute gibt, wird das Ding wohl ein absoluter Misserfolg werden.
        Ich frag mich schon bei nem normalen Tablet, wer die Dinger kauft... man bekommet fürs gleiche Geld n Laptop, und n Smartphone haben auch eigentlich alle, die n Tablet wollen...
      • Von GTRblackKNIGHT Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Das Ding kann doch nur floppen.

        Für 1300 bekommt man die neue PS4 + ordentlichen PC...
        Oder eben einen richtig ordentlichen Gaminglaptop (mit 770 GTX ist da schon mögl.)

        Vermutl. ein absolutes Spielzeug, dass sich nur Leute mit zu viel Geld und zu viel Zeit anschaffen werden.
        Da es aber wenige dieser Leute gibt, wird das Ding wohl ein absoluter Misserfolg werden.

        Ich bin da eher mal auf das neue Razer Gaming Notebook gespannt.
        Aber dieses ist ja wohl, ähnlich wie Alienware, auf Apothekenpreis-Niveau.
        Mich würde nur mal interessieren, was Razer dann für ein Soundsystem bietet.
        Bei Alienware ist es Klipsch... habe aber noch keine aktuellen Profitests dazu gefunden (auch mangels Suche).

        Dennoch rechtfertigen gutes und Design und die ein oder andere technische Spielerei (z.B. exzellente Soundsysteme von namenhaften Herstellern) nicht solche Preise,
        zumal die MSI Notebooks auch immer mit exzellenten Sound getetestet werden (Dynaudio... der ein oder andere wird diese Marke von VW und Audi her kennen) und mal locker bei gleicher oder besserer Hardware 500,- € unter Alienware liegen.
        ASUS muss ja deutlich schlechter sein, vorallem, was den Sound und den Bildschirm angeht.
        Ansonsten ist Clevo ja noch ganz gut, wobei die verbauten Onkyo Komponenten wohl nicht das halten, was der Name verspricht.
      • Von Tiz92 Volt-Modder(in)
        Sinnloses Teil, der Markt will sowas nicht. Für zocken nehme ich PC oder Konsolen und für ein Tablet ist es überdimensioniert und zu teuer.
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