Test LG G3: Kann das Smartphone mit dem HTC One und dem Galaxy S5 mithalten?

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LG G3 im Test 14
Quelle: PC Games Hardware

Die letzten Jahre hat LG vor allem Smartphones der Mittelklasse und im Billigsegment gebaut. Dass LG auch anders kann, beweist der koreanische Hersteller mit seinem Topmodell LG G3. Top-Prozessor, fetter Akku, hochauflösendes Display - das Smartphone lässt kaum Wünsche offen. Oder doch? PC Games Hardware macht den Test mit dem LG G3.

Plastik- oder Edelmetall-Cover? Hier streiten sich die Geister. Für Edelstahl - gern auch gebürstet - spricht, dass das bei Smartphones immer äußerst schick aussieht. Plastik wirkt oft billig, ist dafür duldsamer und hält auch Stürze besser aus. LG hat bei dem G3 nun eine Art Mischform verbaut: Die Rückseite besteht aus Plastik, doch dank einer Metallic-Beschichtung mit mattem Finish sieht das LG G3 nicht billig aus. Und Fingerabdrücke schluckt das Finish ebenfalls. Zudem wiegt das Smartphone nur 149 Gramm - für ein Smartphone mit 5,5 Zoll-Display ist das nicht viel.

LG G3: Ergonomie

Die Rückseite des G3 ist leicht gewölbt, damit liegt es angenehmer in der Hand als ein Smartphone mit glatter Rückseite. Schlau ist die Platzierung des Einschaltknopfes und der Lautstärketasten, die auf der Rückseite des Geräts in der Mitte liegen. Damit lässt sich vor allem während des Telefonats die Lautstärke komfortabel regeln. Ungünstig ist jedoch, dass die Kamera direkt über den gerade beschriebenen Schaltknöpfen liegt. Da fährt der Finger dann auch mal ab und an aus Versehen über die Kamera. Doch Fingerabdrücke auf der Kamera sind der Bildschärfe nicht unbedingt zuträglich. Fans von mechanischen Tasten werden wiederum nicht sehr glücklich darüber sein, dass die Android-Menütasten nur auf dem Display eingeblendet werden.

LG G3: Display

Das 5,5 Zoll große Quad-HD-Display hat sehr scharfe 2.560 x 1.440 Pixel Auflösung respektive 538 ppi zu bieten. Zudem ist es mit 385 Candela sehr hell. An die Brillanz und Helligkeit eines AMOLED-Displays, wie Samsung sie baut, kommt das LG G3 jedoch nicht heran. Dennoch: Es macht Spaß, auf dieses Display zu gucken. Im Alltag kommt man mit 55 Prozent Beleuchtung aus, nur bei voller Sonne wird es kritisch und es ist schwer zu erkennen, was auf dem Display steht.

LG G3: Menüführung und Funktionen der UX-Oberfläche

Als UI hat LG seine Benutzeroberfläche UX aufgespielt. Sie bietet Vorteile wie beispielsweise die Smart Keyboard genannte Technologie: Die adaptive Tastatur lernt das Nutzerverhalten und beschleunigt so die Texteingabe und vermindert Tippfehler. Die Technologie zeichnet das Tippverhalten auf und analysiert es und versteht somit, welches Wort der Nutzer eingeben wollte. Eine Swype-Tastatur ersetzt das allerdings nicht. Praktisch: Die Höhe der Tastatur kann den Händen und der Position der Daumen des Nutzers angepasst werden. Bestimmte Tasten können individuell als häufig verwendete Symbole definiert werden, um das Tippen zu beschleunigen.

Über das Feature Smart Notice sagt einem das Smartphone, was man tun soll. Dazu wertet es ähnlich wie Google Now das Nutzerverhalten aus. So kann Smart Notice den Nutzer an einen am Nachmittag abgelehnten Anruf erinnern und fragen, ob man die Person zurückrufen möchte. Wenn sich eine große Anzahl ungenutzter Dateien oder Apps auf dem G3 angesammelt hat und hoffnungslos Speicher in Beschlag nimmt, wird das G3 den Nutzer fragen, ob er diese Daten entfernen will. Und beim Thema Wetter rät Smart Notice: "Vielleicht nimmst Du besser einen Regenschirm mit, weil es heute Abend regnen wird."

Weiter sind auf dem LG G3 einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden: Mit dem Knock Code können Nutzer ihr Smartphone entsperren, indem sie auf dem Bildschirm ein bestimmtes Klopf-Muster eingeben. Beim Einrichten des Smartphones muss man dazu drei bis acht Klopfzeichen auf ein Feld mit vier Quadranten verteilen. Je länger dieser Klopfcode ist, desto höher die Sicherheit. Aber desto länger dauert es auch, das Telefon zu entsperren.

Über den Content Lock sichert und versteckt man persönliche Dateien. Sinnvoll ist das, wenn man sein Smartphone beispielsweise seinen Kindern zum Spielen leiht. Wird das G3 an einen PC angeschlossen, verhindert Content Lock eine Dateivorschau, sodass die Daten sicher sind. Content Lock kann Daten sowohl auf dem internen Speicher wie auf der microSD-Karte sichern.

Die Funktion Kill Switch ermöglicht es dem Besitzer, sein Telefon im Falle eines Diebstahls ferngesteuert außer Betrieb zu nehmen. Für den Finder wird auf dem gesperrten Bildschirm zudem eine Telefonnummer angezeigt, die der Finder anrufen kann, um das Smartphone zurückzugeben (und einen kleinen Finderlohn zu kassieren).

LG G3: Die Leistung

Das LG G3 spielt in der Oberliga, bei den meisten Werten muss sich LG jedoch dem Samsung Galaxy S5 oder dem HTC One M8 geschlagen geben. Einzige Ausnahme: Im Vellamo-Benchmark ermitteln wir eine Leistung von 2.758 Punkten im HTML-5- und 1.508 Punkte im Metal-Test. Das heißt, das G3 ist ein absoluter Webprofi: www-Seiten sind ratzfatz aufgebaut. Im Geekbench 3 erreicht das Smartphone ein Resultat von 2.358 Punkten. Im Manhattan-Benchmark (GFX Benchmark) rendert das Smartphone die Szene mit durchschnittlich 10,8 Fps. Gamer können sich also bei Autorennen und Co. bestens verausgaben. Höchstens im Gegeneinanderfahren gegen ein Samsung Galaxy S5 könnte es schwierig werden, den Sieg zu erringen.

Viel Power hat auch der Akku zu bieten, der auf stolze 3.000mAh getuned ist. Damit kommt man einen Tag ohne Probleme über die Runden. Wer das Display nicht dauernd anhat, schafft es auch mal bis zu zwei Tage ohne Steckdose.

LG G3: 13-MP-Kamera

Per Schnellzugriff öffnet sich die Kamera, wenn man den Volume-Down-Button fest drückt. Mit 13 Megapixel Auflösung bricht das LG G3 zwar nicht alle Rekorde. Doch wichtiger als Pixelmasse sind intelligente Funktionen und eine gute Bildqualität bei Schummerlicht. Und hier kann das LG G3 im Großen und Ganzen überzeugen. Statt erst das Motiv im Vorschau-Modus scharf zu stellen und dann den Verschluss auszulösen, löst der Autofokus-Prozess den Verschluss aus, sobald das Motiv scharf eingestellt ist. Dabei stellt die Cam auf bis zu 9 Autofokuspunkte.

Im HDR-Modus werden Fotos optimal belichtet, auch wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Insgesamt sind auch Aufnahmen bei Dämmerung und fast Nacht rauscharm. Allerdings erkauft sich LG die rauscharme Abbildung durch starkes Weichzeichnen der Motive. Nachteil der HDR-Fotos: Das Motiv sollte sich dabei möglichst nicht bewegen, sonst wird das Ergebnis unscharf. Entsprechend muss man bei Portraitfotos HDR erst einmal deaktivieren. Doch das ist kein Drama - die Menübefehle für die Kamera sind intelligent angeordnet, sodass man mit ein bis zwei Klicks die Einstellung ändern kann.

Als Einstelloptionen gibt es neben der Automatik auch die Möglichkeit, ein großes Bild aufzunehmen und zugleich mit der Frontkamera ein Selfie in das große Bild einzubauen. Das gelingt aber nur, wenn der Abstand zum Motiv groß genug ist. Die Bildqualität des Bild im Bild ist jedoch aufgrund seiner schwachen Auflösung von 2 MP eher bescheiden.

Weiter bietet die Kamera eine Panoramafunktion, wobei man - anders als beim Sony Xperia Z zum Beispiel - das Panorama in beide Richtungen fotografieren kann. Das Ergebnis ist allerdings nicht immer zufriedenstellend: Bei längeren geraden Linien im Bild (z. B. einem Hausdach), klappt das nahtlose Zusammenfügen nicht immer. Und schließlich lässt sich der Fokus im Bild nach der Aufnahme noch verschieben. Diese Spielerei, den Fokuspunkt nach dem Fotografieren anders zu setzen, konnte uns im Test jedoch nicht als sinnvoll überzeugen.

Die Videoqualität ist sehr gut - angesichts einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel war das zu erwarten. Für witzige Effekte sorgt der Zeitlupenmodus, der mit drei Klicks eingestellt werden kann.

LG G3: Fazit

LG hat mit dem G3 einen Powerknaben auf den Markt gebracht. Ausdauernd, was den Akku angeht, erfreulich scharf das Display und schnell beim Laden von Webseiten, Rendern von Spielen und Durchsuchen von Kontakten. Auch wenn die Benchmarks ein klein wenig schwächer ausfallen als beim Samsung Galaxy S5, so ist das LG G3 dennoch ein interessantes Smartphone. Denn beim Surfen schlägt das G3 das S5 vernichtend, beim Mailen und Telefonieren kommt es auf ein paar Leistungspunkte mehr oder weniger nicht an. Dafür zahlt man für das LG G3 mit 16 GB 549 Euro (UVP). Das sind 100 Euro weniger als das Samsung Galaxy S5 kostet. Das LG 3 hat also bei einer Topleistung großes Sparpotenzial zu bieten.

Bildergalerie

Smartphone LG G3
Hersteller (Bezugsquelle) LG Electronics
Preis (ohne Vertrag)/Preis-Leistungs-Verhältnis 549,- (16 GB) / 599,- Euro (32 GB) / befriedigend - Tendenz gut
Software  
Betriebssystem Android 4.4.2 KitKat
Herstellereigene Oberfläche UX User Interface
Display, CPU, Speicher  
Display: Größe, Auflösung 5,5 Zoll, 2560 x 1440 Pixel (538 ppi)
Display-Helligkeit 385 Candela
Prozessor Quadcore, 2,46 GHz (Snapdragon S801 )
Integrierter Speicher/RAM 16/32 GB eMMC ROM, 2/3 GB DDR3 RAM, micro SDXC Slot (bis zu 2 TB)
HDMI-Anschluss nein
Akku-Kapazität 3.000 mAh
Slot für Speicherkarte Micro-SD
Slot für SIM-Karte Micro-SIM
Bedienung  
Stabilität/Verarbeitungsqualität Sehr gut/sehr gut
Größe (Höhe x Breite x Tiefe) 146,3 x 74,6 x 8,9 mm
Gewicht 149 Gramm
Touch-Präzision sehr gut
Display-Spiegelung schwach bis mittel
Display-Bildqualität Sehr gut
Standard-Tastatur Sehr gut
Ergonomie gut
Erreichbarkeit: Tasten gut
Erreichbarkeit: SIM-Karte & Akku Akku muss für SIM- und SD-Kartentausch herausgenommen werden
Kamera an Rückseite (Bildqualität) Rückseite 13 MP mit OIS+ und Laser-Autofokus (sehr gut)
LED-Blitz an Rückseite Ja, 1 x LED
Kamera an Front (Bildqualität) 2,1 Megapixel (ausreichend)
Auslöseverzögerung Unter einer Sekunde
Videos aufnehmen (Bildqualität) 3.840 x 2.160 Pixel, 30 Fps (gut) plus Zeitlupe
Kopfhörer (Qualität) Gut
NFC Unterstützt
Leistung CPU-Leistung, Grafikleistung, CPU-Leistung: Vellamo-Benchmark (HTML5/Metal) 2.758/1.508 Punkte
GFX Benchmark (Manhattan Offscreen) 672 Frames (10,8 Fps)
Geekbench 3.0 2.358 Punkte
Antutu 32.542 Punkte
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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Dennisth Software-Overclocker(in)
        Darf ich dem Test entnehmen, dass das Sony Xperia Z2 nicht mitgetestet wurde, weil
        A: Es die anderen Geräte in Grund und Boden gestampft hätte?
        B: Es um einiges schwächer als die Geräte gewesen wäre?
        C: Sony euch kein Xperia Z2 zum Vergleich "geschenkt" hat?

        Also für so einen Test sollte schon die "Elite" der Smartphones vertreten sein. Sprich: Apple, Samsung, Sony, HTC, LG usw.
      • Von Dennisth Software-Overclocker(in)
        Darf ich dem Test entnehmen, dass das Sony Xperia Z2 nicht mitgetestet wurde, weil
        A: Es die anderen Geräte in Grund und Boden gestampft hätte?
        B: Es um einiges schwächer als die Geräte gewesen wäre?
        C: Sony euch kein Xperia Z2 zum Vergleich "geschenkt" hat?

        Also für so einen Test sollte schon die "Elite" der Smartphones vertreten sein. Sprich: Apple, Samsung, Sony, HTC, LG usw.
      • Von Maqama Software-Overclocker(in)
        das LG G3 ist ganz nett, aber die gebotenen Features rechtfertigen nicht den Aufpreis vom G2, welches P/L Technisch der Knaller ist.
      • Von RRCRoady Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Hornissentreiber
        Das wären dann allein in der Horizontalen statt 1920 Pixel rund 11000 Pixel. Dann bräuchtest du schon ein ausgewachsenes Rechenzentrum, um auf so einem Teil zocken zu können.
        Tja, deswegen "wünsche ich mir". Und deine negativ aufgeführten Punkte, sind mittlerweile durch Firmware Updates behoben
      • Von Hornissentreiber
        Zitat von RRCRoady
        Mann... diese Pixeldichte würd ich mir bei meinem PC Monitor wünschen

        Das wären dann allein in der Horizontalen statt 1920 Pixel rund 11000 Pixel. Dann bräuchtest du schon ein ausgewachsenes Rechenzentrum, um auf so einem Teil zocken zu können.

        Munter bleiben!
      • Von Hornissentreiber
        Sagt mal, liebe Leute von PCGH, das soll ein Test sein? Werbetext wäre die passende Bezeichnung. Oder warum lasst ihr die negativen Erscheinungen, die über das LG G3 bekannt geworden sind, unerwähnt? Die wichtigsten Probleme sind:
        - Der Monitor dimmt sich aufgrund von Überhitzung nach ein paar Minuten im Freien automatisch herunter, sodass das Display trotz der theoretisch hohen Leuchtkraft kaum noch ablesbar ist.
        - Die Akkuladung fällt bei eingeschaltetem Monitor innerhalb weniger Minuten sichtbar (!) ab, ähnlich dem Minutenzeiger einer Uhr.

        Beides ist natürlich die Folge der völlig idiotischen Auflösung. Viele Pixel benötigen nun einmal viel Energie. Und für alle, die auf diese wirklich unheimlich tolle, supergroße Auflösung scharf sind, weil das ganz, ganz bestimmt noch viel supertoller als Full HD ist, habe ich das mal ausgerechnet.

        Das menschliche Auge hat durchschnittlich eine Auflösung von einer Bogenminute. Bei einem Abstand zum Monitor von 40 cm (das dürfte ungefähr dem Sehabstand der meisten Menschen zum Smartphone entsprechen), bedeutet dass, das das kleinste Objekt (also hier ein Pixel), das noch aufgelöst werden kann, 0,116 Millimeter breit ist. Wer es nicht glaubt, kann das per Winkelfunktion gerne selber ausrechnen. Die Pixel des G3 haben bei 538 ppi eine Breite von gerade einmal (25,4 mm geteilt durch 538) 0,047 Millimeter. Das heißt, die Pixel unterschreiten das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges um den Faktor 2,5! Das Vorgängermodell G2 hat einen etwas kleineren Bildschrim (5,2 Zoll) und bei "nur" Full HD 423 ppi. Damit sind die Bildpunkte 0,06 Millimeter breit. Merkt ihr was? Auch diese Auflösung unterschreitet die des menschlichen Auges bei weitem. Was sollen wir dann mit einer noch höheren Auflösung?

        Im Fernsehen sah ich einmal einen Mann, der die 2,5-fache Sehschärfe des Durchschnittsmenschen hatte. Für so jemanden muss der Monitor des G3 ein wahrer Segen sein, weil er bei jedem existierenden Monitor, egal für welches Gerät, alles pixelig wahrnimmt. Für die überwältigende Mehrheit bringt diese Auflösung nichts als Nachteile mit sich - siehe oben. Wenn einem kein Feature für ein neues Gerät mehr einfällt, baut man eben Scheinfeatures ein, damit das Marketing was zum Schreiben hat.

        Bei den Digitalkameras war es bis vor wenigen Jahren genau so. Die Kamerahersteller hatten nichts Neues auf der Pfanne, also wurden die Auflösungen jedes Jahr größer, ungeachtet der Tatsache, dass die Fotos dadurch keineswegs besser, sondern durch immer stärkeres Bildrauschen schlechter wurden. Alles nur, damit man größere Zahlen auf die Packung drucken konnte.

        Dabei hätte LG beim G3 super Argumente gehabt. Bei dem Teil kann man nämlich endlich wieder den Akku wechseln und einen Mikro-SD-Slot hat es auch. Nur bewirbt LG das Gerät unverständlicherweise nicht damit. Ich hätte mir das G3 wegen dieser Merkmale fast gekauft, aber die besagten Probleme haben mich davon wieder Abstand nehmen lassen.

        Munter bleiben!
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