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  • LG Optimus L7 im Test: Android-4.0-Smartphone mit 4,3-Zoll-Display zum Budget-Preis?

    Das LG Optimus L7 ist trotz 4,3-Zoll-Display und Android 4.0 mit rund 215 Euro ein relativ günstiges Smartphone. Wir klären in unserem Test, ob das Gerät eine echte Alternative zu den Midrange-Geräten ist. Die Herausforderung an die LG-Ingenieure ist allerdings groß, denn hinter dem großen Display schlummert ein veralteter Singlecore-Prozessor.

    Ein Blick in die gängigen Preislisten verrät recht schnell: ein Android-4.0-Smartphone mit einem großen Display jenseits von 4,3 Zoll kostet den Käufer oft mehr als 400 Euro, da sticht das Optimus L7 von LG mit seinem 4,3-Zoll-DIsplay für rund 220 Euro deutlich aus der Masse hervor. Kein Wunder also, dass beim PCGH-Preisvergleich das LG L7 zeitweise in der Top 10 der gefragtesten Smartphones rangiert. Doch hinter den Kulissen ist nicht nur die Größe entscheidend, sondern auch eine gelungene Abstimmung der verwendeten Komponenten in Zusammenarbeit mit dem Betriebssystem. In unserem Test verraten wir Ihnen, ob LG mit dem L7 ein empfehlenswertes Budget-Smartphone ohne Einschränkungen oder grobe Schnitzer im Angebot hat, oder ob Sie lieber nach einer Alternative Ausschau halten sollten.

    LG Optimus L7 - Chassis, Design und Verarbeitung
    Das Design des L7 ist recht schnörkellos und erinnert an die klare Linienführung des Galaxy S2 von Samsung. Die dominierenden Materialien beim L7 sind Kunststoff und Glas. Die silberfarbene Einbettung der Vorderseite kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Preis des L7 seinen Tribut bei der Materialauswahl fordert. Im Dämmerlicht wird man das L7 vielleicht noch für ein hochwertiges High-End-Gerät der Android-Riege halten, spätestens in der Hand wird der Unterschied dank Plastikcharme aber deutlich. Doch trotz des nicht ganz so hochwertigen Finishs ist das Design L7 durchaus gelungen und an den Plastik-Look gewöhnt man sich schnell.

    Die Vorderseite des L7 wird durch eine Glasplatte über dem 4,3-Zoll-Display dominiert, die "Überhänge" oberhalb und unterhalb des Displays sind recht schmal ausgeführt und unterstreichen die klare Linienführung des Android-Smartphones. LG verwendet einen physischen Homebutton, der von zwei berührungsempfindlichen Schaltflächen samt Rückbeleuchtung für "Zurück" und "Menü" flankiert wird. Unsere weiße Testversion des L7 bietet zu wenig Kontrast bei den beleuchteten und berührungsempfindlichen Schaltern - bei Sonnenlicht kann man deren Position nur erahnen. Der Steg oberhalb des Displays bietet neben dem LG-Logo noch eine Frontkamera mit VGA-Auflösung für Videotelefonie, einen Annäherungssensor und eine Ausspaarung für den Lautsprecher. Im unteren Rahmen sitzt der USB-Anschluss, der obere Rahmenteil beherbergt einen Headset-Anschluss und den Power-Schalter. Für unseren Geschmack ist die Neigung der oberen Kante etwas zu steil und der Power-Knopf liegt etwas zu weit am rechten Rand - der Knopf lässt sich blind so nicht optimal betätigen und ist auch etwas zu bündig in das Chassis eingelassen, um ihn zuverlässig zu ertasten. Die rechte Seite des Telefons besitzt keine Zusatzknöpfe, links sitzt eine Lautstärkewippe, die gleichzeitig auch als Auslöser für die Kamera dient.

    Das L7 von LG ist mit 122 Gramm relativ leicht, allerdings fehlen hier auch hochwertige und schwere Materialien, wie sie beispielsweise Apple derzeit bei der iPhone-Serie verwendet. Die Abmessungen sind mit rund 126 x 67 x 8,7 Millimetern noch kompakt und das L7 passt mit Abstrichen in die Hemd- oder Hosentasche.

    LG Optimus L7 - das SoC (CPU und GPU)
    Im L7 arbeitet ein Einkern-Prozessor mit einem Takt von 1 GHz. Grundsätzlich birgt diese Spezifikation noch keine Nachteile, da viele Smartphones einen Einkern-Prozessor besitzen und selbst mit etwas weniger Takt durchaus eine gute Leistung bieten. Leider ist dies beim LG Optimus L7 nicht immer der Fall. Unter der Haube arbeitet ein SoC der Snapdragon-S1-Serie von Qualcomm. Der MSM7227A besitzt zwar eine Adreno-200-GPU mit höherer taktrate als die herkömmlichen 200er-GPUs, dennoch reicht die Mehrleistung nicht aus, um dem L7 in jeder Anwendungslage genug Leistung zur Verfügung zu stellen. In der Praxis nervt das L7 mitunter durch Ruckler, lange App- und Webseiten-Ladezeiten samt Rucklern bei der der Darstellung von Webseiten. In unseren Tests war das Gerät bereits bei der parallelen Installation von 3 Apps überfordert und war erst nach langer Wartezeitwieder ohne Einschränkungen nutzbar. Wenn Sie sich also das L7 zulegen, dann müssen Sie sich im Klaren sein, dass mit zunehmender Gebrauchszeit das Leistungsverhalten des Smartphones abnimmt. Auch die GPU ist nicht mehr zeitgemäß. Einfache Apps und Spiele laufen zwar akzeptabel auf dem Optimus L7, aber umfangreiche 3D-Inhalte sorgen für eine sichtbar geringe Bildwiederholrate. Wer ab und an eine Webseite betrachten will, kaum Spiele spielt und erste Schritte auf dem Smartphone machen will, sollte sich das L7 dennoch näher anschauen. Allerdings sollten Sie in diesem Fall kein aktuelles High-End-Gerät zum Vergleich heranziehen, denn sonst wollen Sie unter Garantie nicht mehr auf das L7 zurückwechseln. Für unsere Tests haben wir auch schon das aktuelle Update von LG herangezogen - dies hat die Leistung des L7 grundlegend verbessert, dennoch leidet es noch unter den oben genannten Einschränkungen.

    Neben dem angestautem Prozessor besitzt das L7 nur 512 MByte Arbeitsspeicher, dieser dürfte ebenfalls zu den Rucklern im Betrieb beitragen. Der interne SPeicherplatz ist mit 4 GByte kanpp bemessen, allerdings hat man die Möglichkeit den Speicherplatz mit einer microSD-Speicherkarte zu vergrößern.

    LG Optimus L7 - Bildschirm und Akkulaufzeit
    Ein positiver Punkt des Optimus L7 ist der verbaute Bildschirm. Dieser besitzt eine Bilddiagonale von 4,3 Zoll und löst Inhalte mit 480 x 800 Bildpunkten auf, dies entspricht einer für diese Preisklasse respektablen Pixeldichte von 217 ppi. Das IPS-Display sorgt darüber für knackige Farben und gute Kontraste, auch die Einblickwinkel sind gut. Wäre das SoC-Manko nicht, der Bildschirm alleine würde schon den Kauf des Optimus L7 rechtfertigen, da diese Größe in Kombination mit der guten Qualität in dieser Preisklasse eher die Ausnahme ist.

    Das L7 von LG besitzt einen 1.700-mAh-Akku, was angesichts der kompakten Abmessungen des Smartphones durchaus positiv ist. Interessanterweise kommt dem L7 die veraltete SoC-Architektur mit nur einem Kern zu gute, zusammen mit den verschiedenen Stromsparmechanismen des L7 kann man mit dem Gerät bei normaler Nutzung durchaus fast zwei Tage durchhalten. Allerdings sollten dann Zusatzfunktionen wie NFC deaktiviert werden und es empfiehlt sich auch, die Bildschirmhelligkeit zu reduzieren. Da der Akku des L7 modular ist und durch den Anwender getauscht werden kann, wäre auch ein voller Ersatzakku als Reisebegleiter eine Alternative.

    LG Optimus L7 - Kamera und Software
    Das Opimus L7 besitzt auf der Rückseite eine 5-Megapixel-Kamera samt LED-Blitz und auf der Vorderseite eine VGA-Kamera für Videotelefonie. Dank Android 4.0 kann man die Kamera direkt vom Lockscreen aus aufrufen, die Ladezeit der Kamera-App ist je nach Smartphone-Auslastung gut bis befriedigend. Im schlimmsten Fall braucht das L7 rund 4 Sekunden bis man ein Foto schießen kann, manchmal ist die App aber auch schon in drei Sekunden verfügbar. Positiv: LG hat die Lautstärkewippe zusätzlich als Auslöser für die Kamera ausgelegt - ein Beispiel, dem an sich alle Hersteller folgen sollten, die bei einem Smartphone keinen zusätzlichen Auslöse-Knopf für die Kamera vorgesehen haben. Die Qualität der getätigten Bilder beim L7 hängt stark von der Beleuchtung ab. Bei Tageslicht und ruhigen Szenen sind die Bilder durchaus brauchbar, allerdings ist die Bildqualität nicht mit Smartphone-Kameras bei High-End-Geräten vergleichbar. Die Farben sind teils unnatürlich und die geschossenen Details sind deutlich geringer als bei hochwertigen 5-Megapixel-Sensoren. Für Schnappschüsse ist die Kamera bedingt geeignet, die lange Ladezeit der App und die spürbare Auslöseverzögerung kommen erschwerend hinzu. Die Qualität der VGA-Kamera ist bestenfalls durchschnittlich, die Bilder angezeigten sind oft recht dunkel und auch hier fehlt es deutlich an Details. Videos können beim L7 ebenfalls nur in VGA-Qualität aufgenommen werden, allerdings sind die Ergebnisse durchaus brauchbar – gute Beleuchtung vorausgesetzt. Fehlt diese, sind Videos durch starkes Rauschen und nicht vorhandene Details unansehnlich.

    Auf dem L7 läuft Android 4.0 in einer angepassten Version, wie auch andere Hersteller verfeinert LG das Google-Betriebssystem mit eigenen Funktionen. Das Resultat der neuen Software kann sich durchaus sehen lassen und die derzeitige Version der LG-Anpassungen wirkt wesentlich aufgeräumter, als noch die Vorgängerversion. Auf dem Startbildschirm können am unteren Rand fünf Programme abgelegt werden, die auch vom Lockscreen aus gestartet werden können. LG bietet darüber hinaus noch Zusatzprogramme für den NFC-Betrieb mit dem Sie durch die Berührung vordefinierte Presets zum Stromsparen ausführen können. In der Praxis wird dies von den Anwendern vermutlich erst mit zunehmender Verbreitung der NFC-Technik auch beim Bezahlen genutzt werden. Ansonsten zeigt sich Android 4.0 auf dem LG-Smartphone erfreulich unaufdringlich und die Veränderungen im Vergleich zum Google-Original halten sich ebenfalls in Grenzen.

    LG Optimus L7 - Fazit:
    Wer die Leistung aktueller Smartphones kennt und an die Performance dieser Geräte gewohnt ist, wird mit dem L7 keinen Spaß haben. Wenn Sie jedoch nur ab und an die verschiedenen Smartphone-Funktionalitäten nutzen und erste Schritte mit Android machen wollen, ist das L7 auf jeden Fall einen Blick wert. Allerdings sollten Sie vor dem Kauf alle relevanten Funktionen testen und dabei die Leistung und die Ladezeiten des Geräts genauer unter die Lupe nehmen. Klammert man die Ruckler und Ladezeiten aus der Gleichung aus, ist das Optimus L7 ein solides Android-Smartphone mit aktueller Android-4.0-Software, so wie einer umfassenden Ausstattung. Der Bildschirm ist ebenfalls ein Pluspunkt und das Gerät ist kompakt und leicht. Alternativen im 4,3-Zoll-Segment und mit Android 4.0 gibt es in dieser Preisklasse nicht. In diesem Fall bleibt Ihnen oft nur ein Gerät mit 3,7-Zoll-Display oder kleiner. Das Optimus L7 von LG kostet im PCGH-Preisvergleich rund 225 Euro.

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    Zusätzlich in der Galerie: Einige der beliebtesten Android-Apps.

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LG Optimus L7 im Test: Android-4.0-Smartphone mit 4,3-Zoll-Display zum Budget-Preis?
Das LG Optimus L7 ist trotz 4,3-Zoll-Display und Android 4.0 mit rund 215 Euro ein relativ günstiges Smartphone. Wir klären in unserem Test, ob das Gerät eine echte Alternative zu den Midrange-Geräten ist. Die Herausforderung an die LG-Ingenieure ist allerdings groß, denn hinter dem großen Display schlummert ein veralteter Singlecore-Prozessor.
http://www.pcgameshardware.de/Handy-Smartphone-229953/Tests/LG-Optimus-L7-Test-909376/
20.07.2012
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2012/07/LG-L7__5_.JPG
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