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Games World
  • Test: HTC Desire - Smartphone mit Android 2.2 (Froyo) und neuen Funktionen

    Mit dem Desire hat HTC ein Smartphone mit Android 2.2 im Angebot, das auch bei der Hardware-Ausstattung zu den besten Geräten der (noch) aktuellen Generation zählt. PC Games Hardware macht den Nachtest des HTC Desire.

    HTC Desire (4)HTC Desire (4)Quelle: HTCTest: HTC Desire (Einleitung)
    Auf dem Papier ist das HTC Desire ein beeindruckendes Gerät, in Deutschland ist es seit April verfügbar. Ohne Vertrag muss man rund 440 Euro (Preisvergleich) auf den Tisch legen. Zum Vergleich: Ein Apple Iphone 3GS (16 GByte) kostet ohne Vertrag ca. 570 Euro (Preisvergleich) und ein Gerät mit Windows Mobile (HTC HD2) kostet ab 425 Euro (Preisvergleich).

    Im direkten Vergleich ist das Desire mit 135 Gramm etwas schwerer als das "Schwestermodell" Nexus One, bietet aber mit 576 MByte mehr RAM als das Nexus One mit 512 MByte. Darüber hinaus besitzt das Desire ein Radio. Geschmackssache sind die Knöpfe, hier verwendet HTC bei Desire herkömmliche Knöpfe mit Druckpunkten und das kleine Steuerpad unterhalb des Bildschirms ist beim Desire mit einer optischen Abtastung versehen. Bei der Bedienung des Geräts ist man aber eher selten auf diese Eingabemethode angewiesen, wenn überhaupt.

    Die Technik: HTC Desire
    Herzstück das HTC Desire ist ein Snapdragon-Prozessor (QSD8250) von Qualcomm mit einer Taktrate von 1 GHz und einem 3,7-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 480 x 800 Pixel (WVGA). Als Betriebssystem ist die aktuelle Android-Version 2.2 erhältlich. Die Speicherausstattung mit 576 MByte RAM und 512 MByte ROM ist momentan für alle Anwendungen ausreichend - Verzögerungen und Ruckler, wie Sie bei Geräten mit weniger als die Hälfte des verfügbaren Speichers auftreten, konnten wir beim HTC Desire nicht feststellen.

    In Sachen Bilder und Videos ist zumindest auf dem Papier das Desire gut ausgestattet, die 5 Megapixel-Kamera wird in einer Umgebung mit wenig Licht von einem LED-Blitzlicht unterstützt. Bilder werden entweder im 5:3- oder im 4:3-Format aufgenommen. Das LED-Licht unterstützt den Fotosensor zwar bei schlechten Lichtverhältnissen, wie bei fast allen Smartphones sollte man sich aber auf schlechte Fotoergebnisse bei unzureichender Beleuchtung einstellen. Bilder bei Tageslicht werden gut, allerdings sind Smartphones keine echter Kameraersatz und man sollte sich auf "Schnappschuss"-Niveau einstellen.

    Deutlich verbessert wurde mit dem letzten Update die Videoqualität, es wird jetzt im 720p-Format aufgenommen und die Framerate liegt jetzt bei rund 20 bis 25 Bildern. Darüber hinaus könnte in Anbetracht der relativ hohen Auflösung das Detail-Level der Aufnahme besser sein, auch die Farben wirken etwas leblos. Allerdings muss man ergänzen, dass die Qualität locker mit jedem schlechten Youtube-Video mithalten kann und die Kamera für einen Einsatz in diesem Kontext mehr als ausreichend ist.

    HTC Desire: das Gerät
    Das HTC Desire ist ein klassisches Barren-Handy, es sind auf dem Chassis kaum Störkonturen vorhanden, lediglich die USB-Schnittstelle und die Kamera ragen etwas über die geschwungene Form des Handys heraus. Mit einer Abmessung von 60 x 120 x 11,9 Millimeter ist es etwas größer als das Iphone 3GS (62,1 x 115,5 x 12,3 Millimeter), passt aber immer noch gut in Jackentaschen. Das Gerät liegt gut in der Hand und alle wichtigen Bereich des Desire sind gut erreichbar, darüber hinaus hat man nie das Gefühl, dass das Gerät "unsicher" in der Hand liegt.

    HTC bietet das Desire momentan in Deutschland nur in einer Farbkombination aus Bronze und Schwarz an - der Farbeindruck ändert sich je nach Lichtverhältnis. Eine schwarze oder weiße Version des Geräts wäre sicherlich nicht verkehrt gewesen, so sieht es etwas altbacken aus. Dies gilt zwar für das Gerätedesign an sich, allerdings passt die Formgebung gut zu den Proportionen. In Sachen Verarbeitung gibt es keine Kritikpunkte, auch wenn HTC dem Lieferumfang durchaus eine Schale oder Hülle hätte beilegen können - große Displays sind einfach anfällig gegenüber Kratzern.

    Beim Desire kommt noch nicht das neuartige Batteriefach wie beim HTC Legend zum Einsatz, so muss man bei diesem Gerät die ganze Schale abnehmen, um an den SIM-Slot und die Batterie zu kommen - so etwas sorgt immer für etwas Magenschmerzen, da die feinen Halteverstrebungen abbrechen könnten. In unseren Tests hat sich diese Angst aber nicht bestätigt, dennoch scheint die zukünftige "Schubladen"-Methode für SIM-Karte und Akku grundsätzlich die bessere Lösung zu sein.

    HTC Desire: die Praxis
    Auf dem Papier ist das Display mit 3,7-Zoll und AMOLED-Technik ein Highlight des Geräts, die Auflösung von 480 x 800 Pixel (WVGA) erlaubt eine gute Qualität, dies gilt für Texte und für Videos. Allerdings hat die OLED-Technik beim Desire Probleme mit starken Lichtquellen, so kann man bei direkter Sonneneinstrahlung nur noch hohe Kontraste auf dem Display sicher erkennen. Im Büroalltag bei großflächiger Deckenbeleuchtung gibt es jedoch keine größeren Schwierigkeiten und das Display bietet starke Farben und hohe Kontraste. Vergleichen mit anderen aktuellen Displays (Apples Iphone 4 mal außen vor) bietet das Desire eine Bildqualität auf hohem Niveau.

    Akkulaufzeit ist bei schnellen und großen Smartphones nach wie vor ein Thema, in der Regel sollte man immer ein Ladegerät in Griffweite haben, dies gilt besonders, wenn GPS-Dienste, WLAN, Bluetooth und Multimedia-Funktionen zeitgleich genutzt werden. Der 1.400 mAh-Akku ermöglicht je nach Beanspruchung eine Laufzeit von 6 Stunden bis maximal 2 Tage, dann muss das Gerät ans Netz. Werden Verbraucher wie WLAN oder GPS ausgeschaltet, steigt die Stand-by-Zeit und das Gerät hält über eine Woche durch. Subjektiv reicht eine Akku-Ladung für die normale Nutzung etwas länger als bei einem Iphone 3GS, aber auch hier ist die Nutzungsart entscheidend. Fakt ist, dass aktuelle Smartphones zwar viel Leistung bieten, aber die Entwicklung der Akkutechnik noch nicht auf dem Level der Rechen- und Grafikeinheiten ist. Inwieweit dieses Problem bei den sehr kompakten Smartphones überhaupt gelöst werden kann, ist jetzt noch nicht abzusehen. In naher Zukunft wird man vermutlich mindestens alle zwei Tage sein Smartphone aufladen müssen.

    HTC spendiert dem Desire eine eigene Software-Schnittstelle (Sense UI), die auf Android aufgesetzt. Neben der schicken und intuitiven Optik ist eine der nützlichsten Funktionen der "Friend Stream". Hier werden übersichtlich alle relevanten Daten-Kanäle nicht in dem jeweiligen Dienst (z. B. Facebook) abgelegt, sondern unter dem Eintrag des Kontaktes. So hat man alle Dialoge und Statusmeldungen übersichtlich sortiert. Eine gute Übersicht über die Funktionen von Sense finden Sie im Video am Ende des Artikels.

    Sense bietet verschiedene Startbildschirme, auf die man relativ frei Widget- und App-Shortcuts legen kann. Durch ein Wischen nach rechts oder links wechselt man zwischen den maximal sieben verschiedenen Bildschirmen. Auf Knopfdruck sieht man auch eine Übersicht aller Seiten.

    Die Sprachqualität des Geräts ist sehr gut, ankommende Anrufe und eigene Sprache wird, soweit es die Datenübertragung erlaubt, gut und klar umgesetzt. Auch die Wiedergabe über den eingebauten Lautsprecher ist gut. Nettes Feature: Wenn das Telefon klingelt und man es auf den Tisch legt (Display nach unten), schaltet sich der Klingelton automatisch ab - die anderen Teilnehmer im Meeting werden es HTC danken.

    HTC Desire: Android 2.2 (Froyo)
    Seit einigen Tagen ist die aktuelle Android-Version Froyo (2.2) für das HTC Desire verfügbar und laut ersten Tests ist Froyo teilweise 450 Prozent schneller als Eclair (2.1). Das Zauberwort lautet "Just-in-time-Compiler (JIT)", der die virtuelle Maschine Dalvik ergänzt und prozessorspezifische Befehle beschleunigt - deutlich. Durch unsere ersten Tests können wir dem Desire mit Android 2.2 grundsätzlich eine höhere Geschwindigkeit attestieren - alle Anwendungen und Eingaben werden jetzt noch zügiger Verarbeitet.

    Auch an der Geschwindigkeit des Webbrowsers hat Google gefeilt. Es portierte seine freie Javascript-Engine V8 auf Android und erreichte damit nach eigenen Angaben eine gegenüber dem Vorgänger zwei- bis dreimal schnellere Ausführung von Javascript-Code im Browser. Sollten Sie selber testen wollen, sollten Sie nicht vergessen, dass Seiten mit aktiviertem Flash teilweise länger brauchen - im direkten 1:1-Vergleich ist 2.2 teilweise deutlich schneller als 2.1.

    Ein Handy als UMTS-Modem (Tethering) bietet den Vorteil, dass man einen tragbaren Computer ohne Internetzugang unterwegs dennoch als Surfmaschine nutzen kann. Eine noch praktischere Alternative zum Tethering stellt die Hotspot-Funktion dar. Stellen Sie sich in diesem Szenario Ihr Handy einfach als den heimischen WLAN-Router vor. Mobile Geräte ohne eigenen Internetzugang, aber mit WLAN-Karte, können so über das Handy ebenfalls ins Netz gehen. In der Praxis konnten wir beide Funktionen ohne Probleme ausprobieren.

    Mit dem finalen Release 10.1 von Flash werden die Weichen für die Plug-in-Zukunft auf den Smartphones gestellt. Android-Anwendern kann das freilich egal sein, denn auch HTML5 wird unterstützt. So oder so, als Android-Anwender muss man sich grundsätzlich keine Sorgen um die Darstellung und Verfügbarkeit von Inhalten im Internet machen. Nach der Installation von Flash 10.1 haben wir einige Funktionen ohne Probleme getestet. Allerdings verlangsamen Seiten mit extrem vielen Flash-Inhalten den Seitenaufbau deutlich und belasten die Laufzeit.

    Mit Android 2.2 (Froyo) hat Google auch an der Spracherkennung des Betriebssystems Verbesserungen vorgenommen. Neben den bereits etablierten Features lassen sich nun auch Suchanfragen per Sprachbefehl starten. Eine weitere Schnittstelle wurde zu Google Translate etabliert - so sollen in der Theorie schnelle Übersetzungen möglich sein. Nach dem Download der Zusatzsoftware können sogar Nachrichten diktiert und gesendet werden - schon jetzt macht die Umsetzungen einen sehr guten Eindruck.

    Zum Glück kann man mit Android 2.2 jetzt auch auf die SD-Karte ausweichen und Apps auf dieser installieren. Damit so nicht munter Apps im Freundeskreis getauscht werden, können die Daten der SD-Karte nur auf dem eigenen Gerät gelesen werden. Allerdings unterstützen noch nicht alle Apps im Market diese Funktion.

    Fazit: HTC Desire
    Das HTC Desire ist eines der besten Android-Geräte, zweifellos. Als Gesamtpaket ist das Desire samt Android 2.2 empfehlenswert.

    Übrigens: In den Smartphone-Charts bei Amazon.de ist HTC Desire auf Platz 23 gefallen.

    ProduktnameDesire
    HerstellerHTC
    FormatCandybar
    OSAndroid 2.2
    Custom UISense UI
    Preis ohne Vertrag440 Euro
      
    CPUQualcomm Snapdragon (QSD8250)
    Takt1 GHz
      
    Interner Speicher (MiByte)576 MiByte RAM, 512 MiByte ROM
    SD-Kartebis 32 Gbyte (microSD)
      
    Displaygröße3,7 Zoll
    DisplaytechnikAMOLED
    Auflösung800 x 480 Pixel
    Punktdichte252 ppi
    TouchdisplayKapazitiv, Multitouch
      
    Kamera5 Mgeapixel, 720p, Autofocus
    Blitz/LED-Licht-/LED
    Maximale Bildauflösung2.560 x 1.920 Bildpunkte
    Videoqualität1280x720, 720p @25 fps
      
    Zusatzkamera (Front)-
      
    SchnittstellenEDGE, HSDPA
     WLAN 802.11 b/g
     Bluetooth
     USB
      
    Akkukapazität1.400 mAh
    Modularer AkkuJa
    Gesprächszeit 3G*390 Minuten
    Stand-by-Zeit 3G*360 Stunden
    Gewicht135 Gramm
    Abmessung60 x 120 x 12 Millimeter
      
    OrtsbestimmungA-GPS
    SensorenBeschleunigungssensor
     Kompass
     Annäherungssensor
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    Es gibt 14 Kommentare zum Artikel
    Von d00mfreak
    Root+Underclocking wirken da Wunder. Konnte damit die Laufzeit meines G1 um etwa das 2 bis 3-fache steigern, selbst…
    Von RedoX
    Jaja, bin höchstzufrieden mit meinem Desire^^ 2.2 natürlich schon lange drauf, aber erst mit dem schönen (selfbrew)…
    Von call_911
    Naja bei welchem Handy nicht ^^
    Von Bl1zz4rd
    Hatte ein Nokia N900 und seit Ende Juni nun das Desire ----> TOP. Und seit kurzem 2.2 Der Akku könnte vl etwas stärker…
    Von Necrobutcher
    Zum falschen Handy gegriffen hat man bei Android nie, denn die Community macht aus Android erst das richtige Android
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Handy-Test
Mit dem Desire hat HTC ein Smartphone mit Android 2.2 im Angebot, das auch bei der Hardware-Ausstattung zu den besten Geräten der (noch) aktuellen Generation zählt. PC Games Hardware macht den Nachtest des HTC Desire.
http://www.pcgameshardware.de/Handy-Smartphone-229953/Tests/Handy-Test-767436/
15.08.2010
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2010/02/Desire-Brown_Front_Back_Left20100212.jpg
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