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  • Vorschau Windows Phone 7 - Microsoft-Comeback bei Smartphones? - mit Youtube-Video

    Mit Windows Phone 7 wird Microsoft Windows Mobile in den verdienten und überfälligen Ruhestand schicken. Wir haben die ersten Eindrücke des mobilen Betriebssystems für Sie zusammengefasst.

    Windows Phone 7 Windows Phone 7 Quelle: Microsoft Windows Phone 7 ist in der jetzigen Form seit etwa zwei Jahren in der Entwicklung und der Vorgänger Windows Mobile mit Basis auf Version 5.0 ist schon seit 2005 auf dem Markt - ein Zeitpunkt, wo Touch-Funktionen und hochauflösende Handy-Displays nicht alltäglich waren. In dieser langen Periode sind andere Betriebssysteme entwickelt worden, die momentan den Markt mehr oder weniger dominieren.

    Windows Phone 7 - die Konkurrenz
    Mit Symbian sortiert Nokia so langsam sein Betriebssystem aus der High-End-Riege aus und ersetzt es durch Meego, welches in einer Kooperation mit Intel entwickelt wird. Apple mit dem IOS ist auch schon seit einigen Jahren dabei, allerdings technisch in der Version 4.x auf dem aktuellen Stand. Der große Konkurrent Google feiert mit Android beachtliche Erfolge und wird mit dem Sprung von 2.2 auf 3.0 noch dieses Jahr das volle Potenzial der Infrastruktur nutzen. Palm hat mit Webos eine rundum gelungene Entwicklung, die unter den Fittichen von HP weiter gedeihen wird, auch wenn man bei HP dem OS noch nicht so ganz über den Weg traut. RIM wird Ende des Jahres mit Blackberry OS 6.0 vermutlich ebenfalls auf der Höhe der Zeit sein und Samsung hat mit Bada auch ein brauchbares, aber noch wenig verbreitetes System im Angebot. Sehr viel starke Konkurrenz also zu Windows Phone 7.

    Windows Phone 7 - Testhardware
    Die aktuellen Eindrücke von Windows Phone 7 basieren auf den momentan erhältlichen Beta-Versionen. Microsoft hat das fertige OS für Oktober 2010 angekündigt - für Softwareentwicklung ein durchaus langer Zeitraum. Als Testplattform kommt ein Prototyp (Taylor) zum Einsatz, der an das i8910HD von Samsung erinnert.

    Windows Phone 7 - die Benutzeroberfläche "Metro"
    Auf den ersten Blick wirkt die Metro-Oberfläche etwas schlicht, geradezu simpel. Zumindest, wenn man von IOS oder Android kommt. Den Anwender erwarten große Rechtecke und Text, große Farbflächen sollen die Orientierung erleichtern. Klassische 2D-Technik? Nicht ganz, denn die verschiedenen Bildschirme besitzen mehrere Ebenen (Layer) und beim Sidescrolling wird man an klassische Parallax-Spiele erinnert. Im aktuellen Build gibt es aber noch ein Problem mit der Beschriftung. So werden zwar die Schaltflächen nach links und rechts über den Horizont bewegt, dabei werden aber auch Beschriftungen am Display-Rand abgeschnitten. Noch nicht optimal, aber eher ein prinzipielles Problem. Diesem Problem wird sich Microsoft bestimmt noch annehmen.

    Die ersten Berührungen mit dem neuen Handy-OS von Microsoft sind durchaus positiv, Eingaben werden superschnell verarbeitet und auch beim Wechsel der Schaltflächen spürt man keinerlei Verzögerung - hier liegt man definitiv auf Android- und IOS-Niveau. Die Struktur des Betriebssystems lässt sich grob in drei Bereiche aufteilen. Da wären zuerst die Startseiten, auf der die wichtigsten Informationen und Updates sowie Apps und Freundeslisten vertreten sind, gefolgt von der Anwendungsübersicht, auf der alle möglichen Anwendungen gut sortiert angezeigt werden, und den "Hub"-Seiten, quasi Themenkomplexe die eine Schnittstelle zwischen Informationen und Anwendungen darstellen.

    Nach einigen Minuten Eingewöhnung ist die Aufteilung in Windows Phone 7 durchaus intuitiv, aber erfrischend anders als wir es von IOS und anderen Ableitungen davon kennen. Die größte Umgewöhnung dürft der lange Druck auf eine Schaltfläche sein, der weitere Kontextmenüs an den Tag bringt. So spart man sich langes Suchen nach weiteren und tiefen Einstellungen. Hier benötigt es aber Erfahrung, mit Intuition kommt man nicht weiter.

    Etwas verwirrend beim derzeitigen Build ist die Event-Anzeige im Bereich, wo auch die Batterieleistung oder der Empfang angezeigt wird. So erscheint beispielsweise die Lautstärkeregelung im oberen Bereich, wenn man Musik hört. Erinnert etwas an den Windows-Taskbar, allerdings lässt sich erst mit dem finalen Release und einigen Tagen Praxiserfahrung sagen, ob diese nicht konsistente Anzeige eher verwirrt oder hilft. Auf der anderen Seite wird hier auch angezeigt, ob das Gerät gerade Berechnungen durchführt oder auf eine Verbindung wartet - sozusagen die Sanduhr von Windows. Grundsätzlich keine schlechte Idee, so weiß man wenigstens, dass das Gerät nicht abgestürzt ist. Unterm Strich ist das ganze UI aufgeräumt und eher schlicht gehalten, auch Kontextinfos werden soweit möglich auf die nächste Ebene verbannt - in der Praxis scheint dieses Konzept durchaus aufzugehen.

    Windows Phone 7 - die ersten Kritikpunkte
    Microsoft wird dem Anwender zum derzeitigen Standpunkt beim Release keine Copy-&-Paste-Funktion mit auf den Weg geben. Zwar hat man versprochen, dass diese Funktion nachgeliefert wird, aber schon beim IOS von Apple hat man sich erst mit implementiertem Copy-&-Paste so richtig wohl gefühlt. Noch verwirrender ist diese Tatsache, da Microsoft in Sachen Textediting einen guten Job gemacht hat und softwareseitig dem Anwender hilfreiche Text-Tools zur Hand gibt.

    Ebenfalls noch nicht auf Next-Gen-Level ist der Verzicht auf Multitasking-Support für Drittanbieter zum Launch. Egal unter welchem Gesichtspunkt man es sieht, dies ist keine weise Entscheidung. Alleine schon der Verlust an Zeit auf Entwicklerseite ist immens und wenn man die verspätete Ankunft von Windows Phone 7 hinzurechnet, sollte Microsoft an dieser Stelle alle Energien in einen Multitasking-Support stecken, sonst hinkt man in diesem Punkt der Konkurrenz hinterher. In der Praxis ist noch nicht einmal ein Audiostream im Backround möglich. Angesichts der Tatsache, dass das OS auf einer aktuellen Architektur beruht, kann diese Entscheidung nicht mit technischen Limitierungen entschuldigt werden.

    Windows Phone 7 - das virtuelle Keyboard
    Das Arbeiten mit einem virtuellen Keyboard kann durchaus anstrengend sein, darüber hinaus stellt es die wichtigste Schnittstelle zwischen Anwender und Software dar. Umso erfreulicher, dass Microsoft hier offenbar einen sehr guten Job gemacht hat - das Keyboard ist mindestens auf Iphone-Niveau und deutlich besser als das Standard-Android-Keyboard. In Anbetracht der Tatsache, dass die Tests auf einem 3,7-Zoll-Display im Horizontal-Modus durchgeführt wurden, ist das beachtlich.

    Das Design ist sehr schlicht, passend zum restlichen OS. Wie gewohnt erscheinen bei langem Drücken auf einen Buchstaben weitere Zeichen zur Auswahl. Auch die Positionierung der häufig benötigten Sondertasten wie Shift ist wie gewohnt und alle Funktionen erschließen sich intuitiv. Microsoft scheint die Arbeiten hier abgeschlossen zu haben, Kritikpunkte gibt es keine, allerhöchstens mögliche Optimierungen.

    Windows Phone 7 - Freunde und Social Networks
    In Windows Phone 7 ist die "People App" die Schnittstelle aller sozialen Kontakte, egal ob diese in Facebook oder Outlook (Exchange) hinterlegt sind. Das Problem: Windows Phone 7 behandelt alle Kontakte unabhängig von Ihrer Quelle gleichwertig, darunter leidet die Übersichtlichkeit enorm. Gänzlich verzichten kann man auf das "People App" allerdings nicht, da hier zusätzlich eine Friend Stream-Funktion geboten wird, die live aktuelle Statusmeldungen einblendet. In der Praxis gibt es bei der Kontakteverwaltung wenig bis gar keinen Unterschied, ob man mit einem Menschen regelmäßig schreibt, ob man ab und an mal seinen Status nachschaut oder ob man den Menschen nur dem Namen nach zu den aktiven Freunden zählt.

    Meldet man sich also bei den diversen Diensten und Programmen an, wird die gesamte Freundesliste importiert, manuell kann man daran bislang noch wenig ändern. An sich kein Problem, doch wenn man einen Anruf tätigen will und in der Liste erscheinen die 250 Facebook-Freunde, wird es etwas unübersichtlich. Als Workaround bietet Microsoft an, die wichtigsten Freunde auf einem Homescreen zu hinterlegen, alternativ gibt es noch eine "aktive Freunde"-Liste, die sich durch Nutzung von Kontakten selbstständig aktualisiert. Alles in allem verbesserungswürdig. Ein Facebook-App und einige Filter, wie und welche Facebook-Freunde man auf das Gerät spielen will, sollten das Problem lösen. Vielleicht hat sich Microsoft diesem Problem schon bis zum Release angenommen. Twitter? Bislang noch keine Spur.

    Windows Phone 7 - der Browser, Office und Maps
    Der Gesamteindruck des Internets mit Windows Phone 7 ist positiv. Der Browser scheint ein Mix aus Desktop-Code von 7 und 8 zu sein, der von überflüssigem Ballast befreit und dann auf das Gerät angepasst wurde. Die Ladezeiten liegen auf IOS-Level, auch die Scrollgeschwindigkeit lässt keine Wünsche offen, Zoom funktioniert via Gesten auch tadellos. Es stehen sechs Tabs für parallele Seitenbetrachtung zur Verfügung.

    Flash und Silverlight sind noch nicht implementiert, auch HTML5-Video funktioniert noch nicht. Darüber hinaus fehlt ein Youtube-App - also noch viel Arbeit für Microsoft, der Grundstein ist jedoch gelegt.

    In Sachen Office scheint zwar das Grundgerüst zu stehen, aber die Funktionalitäten und Optionen sind noch zu überschaubar. So ist zwar die Ansicht von Office-Dokumenten sehr gut gelöst, aber die Bearbeitung ist schlecht, so stehen beispielsweise nur vier Fontfarben zur Verfügung. Technisch gesehen also solide, aus Komfortsicht noch verbesserungswürdig. Reminder: Copy-&-Paste fehlt immer noch.

    Microsoft verwendet bei Windows Phone 7 die eigene Suchmaschine Bing. Zwar bringt diese Lösung noch nicht so viele Funktionen wie Google Maps mit, aber die Einbindung im Betriebssystem und auf dem Gerät ist gut gelungen. In Sachen GPS hat man zwar noch nicht die supergenaue Berechnung eines Iphone 4 zur Verfügung, aber die Anpassung auf den OS-Stil und die Geschwindigkeit der Darstellung ist für den alltäglichen Einsatz exzellent.

    Fazit: Windows Phone 7 - erstes Fazit
    Das neue Microsoft OS bietet einige sehr gute Ausblicke, einige Standard-Lösungen und einige gute Ansätze, die Microsoft in den nächsten Wochen noch dringend angehen muss. Die zu Grunde liegende Struktur scheint aber ausgereift und die "fertigen" Teile können durchaus begeistern. Microsoft steht mit Windows Phone 7 mit dem Rücken zur Wand. Das OS muss gut werden, es muss vollständig sein und Fehler, die jetzt mitgeschliffen werden (Multitasking, Copy-&-Paste?) könnten sich auf lange Sicht rächen. Wir drücken die Daumen!

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    Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
    Von Freakless08
    Das UI sieht ja grauenhaft aus. Dann doch lieber Bada, Android (mit oder ohne TouchSense) oder Symbian 3.
    Von SmileMonster
    Ohh nein. Die mir wichtigsten Dinge solln nicht dabei sein Copy and Paste und kein Multitasking. Das kann ja Eiter…
    Von Weltraum-Taste
    Das dürfte ein noch größerer Flop werden als ich dachte.
    Von Iceananas
    Irgendwie habe ich so das Gefühl, dass Microsoft das Betriebssystem ziemlich in die Grube haut.. die Vorzüge des WM 6…
    Von John Preston
    Das hört sich schon recht gut an, dann habe ich vielleicht eine echte Alternative zu Symbian. Ich hoffe nur, dass…
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Mit Windows Phone 7 wird Microsoft Windows Mobile in den verdienten und überfälligen Ruhestand schicken. Wir haben die ersten Eindrücke des mobilen Betriebssystems für Sie zusammengefasst.
http://www.pcgameshardware.de/Handy-Smartphone-229953/News/Das-Comeback-765065/
23.07.2010
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