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  • Gwent in der E3-Vorschau: Keinesfalls "noch ein Sammelkartenspiel"
    Quelle: CD Projekt

    Gwent in der E3-Vorschau: Keinesfalls "noch ein Sammelkartenspiel"

    Eben noch in The Witcher 3, jetzt als eigenständiger Titel: Mit dem Sammelkartenspiel Gwent: The Witcher Card Game will CD Projekt Red nicht nur Fans der Hexergeschichten begeistern, sondern mit langen Solokampagnen auch Freunde guter Fantasygeschichten ansprechen. Wir haben uns das Spiel auf der E3 2016 angeschaut.

    Glauben wir den Worten von Jason Slama, dem Lead Programmer von Gwent, hatte CD Projekt Red nie vor, das Sammelkartenspiel aus The Witcher 3: Wild Hunt als separaten Titel zu veröffentlichen. Das beteuert der von polnischem Bier schon leicht angeheiterte Slama, der für die Bedienoberfläche in The Witcher 3 sowie dessen Gwent-Implementierung zuständig war.

    "Ich war wirklich sehr bewegt, wie viele E-Mails, Briefe und Facebook-Nachrichten wir bekommen haben, in denen wir um ein vollwertiges Gwent angebettelt wurden. Die Fans haben mit unseren Grafiken sogar ihre eigenen Spielkarten entworfen und ausgedruckt - das müssen um die 30 Versionen gewesen sein", sagt Slama. Damit war den Entwicklern klar: Das Sammelkartenspiel um Bluffen, Täuschen und dem Zusammenstellen seiner Armee würde das erste Nicht-Rollenspiel von CD Projekt Red werden.

    Gwent ist vielen Witcher-Fans vielleicht noch unter dem Namen Gwint bekannt. Laut CD Projekt Red wurde der Titel für den weltweiten Gebrauch angepasst, frei nach dem Motto: Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.

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    Gwent: The Witcher Card Game - Trailer bestätigt Release auf PC, PS4 und Xbox One

    Passen oder weiterspielen?

    Zu Beginn des Spiels wählen wir eine von fünf Fraktionen: Nilfgaard, Scoia'tael, Nördliche Königreiche, Monster und die neue Skellige-Fraktion. Dann treten wir mit unserem Kartensatz gegen einen Mitspieler an. Ein Spiel besteht dabei aus drei Runden, von denen es zwei zu gewinnen gilt. Der Clou ist: Wir dürfen keine Karten nachziehen, sondern nur mit denen arbeiten, die wir zu Beginn des Spiels in unserem Deck haben. Allerdings dürfen wir vor dem Spiel jetzt bis zu drei Karten ablegen und neu ziehen.

    Nun legen wir die Karten abwechselnd in die drei Reihen Nahkampf-, Fernkampf- sowie Belagerungseinheiten ab. Dabei lösen manche Karten Spezialfähigkeiten aus, die etwa den Wert gegnerischer Karten reduzieren oder eigener erhöhen. Ziel ist es, dass die Punktwerte der auf dem Tisch abgelegten Karten in der Summe mehr Punkte als die Karten des Gegners ergeben.

    Ein taktisches Element kommt deshalb ins Spiel, weil die Runden nicht auf bestimmte Zugzahlen begrenzt sind. Wir können jederzeit passen - dann sollten wir aber einen guten Punktevorsprung erspielt haben. Alternativ ist uns unser Kontrahent punktetechnisch so weit voraus, dass wir unsere Karten lieber für die zweite oder dritte Runde aufsparen.

    Wiedergesehen, neu gesehen

    Neben den regulären Einheiten gibt es Heldenkarten, die besonders viele Punkte und Spezialfähigkeiten mitbringen. Zauberkarten werden nicht auf den Tisch gelegt, verändern aber beispielsweise das Wetter einer oder mehrerer Reihen, wodurch alle dort abgelegten Karten neutralisiert werden.

    Optisch ist das Stand-alone-Gwent schicker als die Version in The Witcher 3, wobei die "alte" Fassung eine Spur übersichtlicher und klarer ausschaut. Dafür kommt jede Karte jetzt auch in einer Premium-Version mit einem 3D-Modell der sonst zweidimensional darauf abgebildeten Figur. Manche der bereits bekannten Karten wurden einer Neubewertung unterzogen, andere bekamen neue Fähigkeiten, wieder andere sind komplett neu.

    Neue Karten dank Kampagnen

    Neben Freundschaftsspielen und einem Online-Turniermodus sind die Entwickler besonders stolz auf den Kampagnenmodus. Hier konnten sich die versierten Autoren der Hexer-Rollenspiele austoben und ihre schon legendären "Entscheidungen mit Konsequenzen" in das Kartenspiel einbauen.

    Pro Kampagne bieten wir euch mindestens zehn Stunden neue Inhalte. "Pro Kampagne bieten wir euch mindestens zehn Stunden neue Inhalte", sagt Jason Slama. Man vergleiche das mit Hearthstone-Kampagnen, die nichts als eine Aneinanderreihung von Bosskämpfen sind - und die deutlich schneller durchgespielt sind. In den Kampagnen wollen die Entwickler neue Geschichten aus dem Hexer-Universum erzählen - mit bekannt-beliebten und neuen Charakteren.

    Wie eine solche Kampagne aussehen kann, zeigt uns Slama anhand einer Weltkarte im Isometrie-Look, auf der Geralt entweder der Spur der Hauptgeschichte folgen oder die Umgebung nach Nebenmissionen durchforsten kann. Geralt sieht eine Ruine und wir beschließen, sie zu erforschen. Erfolg! Wir finden das Schema für eine elfische Bombe, und sogleich fügen wir unserem Deck eine neue Zauberkarte mit Brandeffekt hinzu.

    Wahlmöglichkeiten statt Zufall

    Gwent soll mit mehreren dieser Kampagnen erscheinen, in denen immer neue Helden die Hauptrolle spielen. Unklar ist noch, wie der weitere Ausbau der Kartensammlung aussehen soll. Zwar denkt CD Projekt Red über den Verkauf von Kartenpaketen nach, aber anders als etwa bei Hearthstone sollen die Spieler mehr Einfluss darüber haben, welche Karten in der virtuellen Tüte stecken. Nach Entwicklerangaben soll man zuerst eine von drei angezeigten, zufällig raren, epischen oder legendären Karten auswählen dürfen, bevor dann vier weitere, komplett zufällig arrangierte Karten im Deck landen.

    Die Karten sollen auch mit einer In-Game-Währung gekauft werden können - und anders als bei vergleichbaren Kartenspielen soll man dafür weitaus weniger Zeit investieren müssen. Ungliebte und doppelte Karten lassen sich in ihre Bestandteile zerlegen, um daraus dann neue Karten herzustellen. All das klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein - mal sehen, wie das in der geschlossenen Beta aussieht, für die man sich hier registrieren kann.

    Fazit: Gwent

    Wer Gwent nur als "noch ein Sammelkartenspiel" abtut, macht einen großen Fehler. Die begrenzte Kartenzahl in den drei Spielrunden ist eine grandiose Methode, um den Gegner in die Irre zu führen. Mir gelang es beim Spiel gegen einen anderen Journalisten, ihn in der ersten Runde zum Abspielen von sehr vielen Karten zu verleiten, diese dann knapp zu gewinnen, anschließend in der zweiten Runde absichtlich zu verlieren, um dann in der dritten Runde mit meiner zuletzt abgelegten Anführerkarte das Spiel für mich zu entscheiden.

    Allerdings ist Gwent derzeit noch ausbaufähig. So gibt es Karten, die eine Wahl zwischen drei Aktionen erlauben. Doch diese Aktionswahl verdeckt den gesamten Bildschirm und damit auch die Karten meines Gegners - deren Anordnung ich mir nicht gemerkt hatte. Auch die Spezialfähigkeiten mancher Karten sind nicht immer einleuchtend. In zwei Runden gewannen wir durch den Einsatz unserer Anführer, ohne wirklich zu wissen, was sie genau machen würden.

    Doch wie immer hatte CD Projekt Red nicht nur polnisches Bier, sondern auch einen Fragebogen im Angebot, auf dem wir dem Entwicklerteam unsere Kommentare hinterlassen durften. Das haben wir gemacht - und sind gespannt, ob unsere Vorschläge in der geschlossenen Beta umgesetzt worden sind. Und keine Angst: Selbst, wer noch nie ein Witcher-Spiel gestartet hat, hat das Grundprinzip von Gwent in wenigen Minuten verstanden - und kann dann nicht mehr mit dem Spielen aufhören.

      • Von Roland Austinat Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von VoodaGod
        ich freu mich drauf gwent bald auch gegen wirklich intelligente wesen zu spielen, bei denen ich nicht den verdacht habe dass die "schweren" gegner vom computer eine bessere hand ausgeteilt bekommen
        Das ist definitiv nicht der Fall. Ich hab auf der E3 drei Runden gegen einen CDPR-Mitarbeitet gespielt, der Gwent sicher besser kennt als ich. Ergebnis war, dass ich zwei von drei Runden gewonnen habe. Und wir hatten beide jede Menge Spaß - von daher freue ich mich auch schon auf das Spiel.

        Hoffentlich dreht CDPR nur nicht so am Kartenrad wie Blizzard - da habe ich mir dann irgendwann keine "Abenteuer" mehr gekauft, vor allem jetzt nicht, da die Karten alle paar Monate aus dem Deck geworfen werden.
      • Von VoodaGod Komplett-PC-Käufer(in)
        ich freu mich drauf gwent bald auch gegen wirklich intelligente wesen zu spielen, bei denen ich nicht den verdacht habe dass die "schweren" gegner vom computer eine bessere hand ausgeteilt bekommen
      • Von TammerID Freizeitschrauber(in)
        Ich bin gespannt wie die Kampagne wird. Aber selbst ohne Kampagne ist Gwent ein super Kartenspiel und wir brauchen eigentlich nur noch zu hoffen das es ein faires Konzept im Bezug auf InGame Währung und Booster Packs hat.
        Bin für die Beta registriert und freue mich
      • Von Nosi Freizeitschrauber(in)
        ich hätte gwent auf jeden fall probiert weil ich auch im spiel immer wieder gerne eine partie gespielt habe.
        hätte aber nie damit gerechnet dass das spiel so groß wird.

        nachdem ich nach dem ende von blood and wine fast geheult habe freue ich mich sogar richtig auf die Kampagne
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Gwent: The Witcher Card Game
Gwent in der E3-Vorschau: Keinesfalls "noch ein Sammelkartenspiel"
Eben noch in The Witcher 3, jetzt als eigenständiger Titel: Mit dem Sammelkartenspiel Gwent: The Witcher Card Game will CD Projekt Red nicht nur Fans der Hexergeschichten begeistern, sondern mit langen Solokampagnen auch Freunde guter Fantasygeschichten ansprechen. Wir haben uns das Spiel auf der E3 2016 angeschaut.
http://www.pcgameshardware.de/Gwent-The-Witcher-Card-Game-Spiel-57346/Specials/E3-2016-Vorschau-1199576/
24.06.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/06/Gwent-E3-Vorschau-Keinesfalls-noch-ein-Sammelkartenspiel-7--pcgh_b2teaser_169.png
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