Radeon HD 6870 und HD 6850 im Test: AMDs zweite DirectX-11-Generation - Radeon HD 6870/6850 im Test: Bildqualität - AA/AF

Grafikkarten

Radeon HD 6870 und HD 6850 im Test: AMDs zweite DirectX-11-Generation

Carsten Spille, Raffael Vötter, Marc Sauter
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22.10.2010 04:01 Uhr
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Test Radeon HD 6870/Radeon HD 6850: Mit der Radeon HD 6870 und der HD 6850 auf Basis der Barts-GPU geht AMDs zweite DirectX-11-Generation an den Start. PC Games Hardware testet, ob sich die neuen Modelle besser schlagen als ihre Vorgänger - egal ob mit Tessellation, bei der Leistungsaufnahme oder der Fps-Balkenlänge.

Der neue Standard von A.I. lautet 'Qualität', er entspricht dem bisherigen 'A.I. Advanced'. Um optisch den alten Standard 'A.I. Standard' zu erreichen, muss 'Hohe Qualität' manuell ausgewählt werdenDer neue Standard von A.I. lautet "Qualität", er entspricht dem bisherigen "A.I. Advanced". Um optisch den alten Standard "A.I. Standard" zu erreichen, muss "Hohe Qualität" manuell ausgewählt werden [Quelle: Siehe Bildergalerie]AMD hat das Banding der HD 5000 gefixt, allerdings flimmert das AF nun auch wieder stärkerAMD hat das Banding der HD 5000 gefixt, allerdings flimmert das AF nun auch wieder stärker [Quelle: Siehe Bildergalerie]Radeon HD 6870/6850 im Test: Bildqualität & anisotroper Filter
Seit der Radeon HD 2000 ist AMD hinsichtlich der Bildqualität Nvidia zumeist unterlegen gewesen, vor allem in Sachen anistroper Filterung. So bietet Nvidia seit der Geforce-8-Serie bei Treiber-Standard das bessere AF. Die optionale High-Quality-Einstellung (HQ) ist bis heute unerreicht. Die HD-5000-Reihe brachte Änderungen am AF mit: Das Ergebnis neigt weniger zum Flimmern als die HD-4000-Vorgänger, zeigt dafür je nach Spiel und Texturinhalt sichtbares Banding (abrupte Übergänge zwischen Texturen). Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in einem Artikel des 3D Centers, welcher aufgrund privater Bemühungen mehrerer PCGH-Redakteure ins Rollen kam. Mit der heute debütierenden HD-6000-Generation nimmt sich AMD zwar offiziell des Banding-Problems an und hat es in der HD6800-Reihe behoben, führt gleichzeitig aber neue Werkseinstellungen für die Bildqualität ein.

Die erste Änderung betrifft das Catalyst Control Center: Unter der Option A.I. fasst AMD diverse Optimierungen zusammen. Diese betreffen unter anderem das AF, aber auch Shader-Routinen, kleinere Tweaks und seit geraumer Zeit werden auch FP16-Rendertargets gegen solche im R11G11B10-Format ersetzt und damit die Leistung auf Kosten der Bildqualität erhöht (in Dawn of War 2, Empire Total War, Far Cry, Need for Speed: Shift, TES IV: Oblivion und Serious Sam 2). Der bisherige Treiberstandard war AI auf "Standard", alternativ besteht die Option A.I. komplett zu deaktivieren (was der Texturqualität jedoch nicht auf das Niveau von Nvidia verhilft) sowie mithilfe von "Erweitert" die AF-Optimierungen noch aggressiver einzustellen. Mit den neuen HD-6000-Treibern teilt sich A.I. in "Leistung", "Hohe Qualität" und "Qualität" auf, die Ersetzung der FP16-Targets kann optional abgeschaltet werden. So weit, so gut.

Radeon HD 6870/6850 im Test: Neuerungen beim anisotropen Filter
"Qualität" ist die neue Standardeinstellung, zudem sind die Render Target Replacements aktiv. Uns fiel zu Beginn der Tests auf, dass der anisotrope Filter der HD-6800-Karten im Vergleich mit einer Radeon HD 5870 stärker flimmert. Nach Rücksprache mit AMD teilte man uns mit, dass die Standardeinstellung "Qualität" aggressiver filtert als der bisherige Treiberstandard (A.I. Standard; dort seien die Texturfilteroptimierungen bei der HD-5800-Reihe bereits deaktiviert). Erst die Option "Hohe Qualität" bringe die Optimierungen auf den bislang gekannten Level und ist vergleichbar mit dem bisherigen A.I. Standard der HD-5800-Karten. Die HD-6000-Karten filtern also standardmäßig auf dem Niveau einer HD-5000-Karte mit A.I. Erweitert/Advanced. AMD verschafft seinen neuen Karten einen Fps-Vorteil auf Kosten der Bildqualität. Ist "Hohe Qualität" aktiviert, verschwindet das unschöne AF-Banding fast vollständig, das Flimmern wird ebenfalls reduziert - die Bildrate natürlich auch.

Kurz: "High Quality" auf einer Radeon HD 6000 ist nach unserer Einschätzung am ehesten mit Nvidias Treiberstandard (Quality/Qualität inklusive "Trilinearer Optimierung") vergleichbar - und so testen wir daher auch.

Unterm Strich ist die Entwicklung insgesamt positiv:

• Das Banding-Problem der Evergreens, laut AMD ein Hardware-Bug, ist größtenteils beseitigt
• Das AF-Flimmern ist nicht so stark wie bei einer HD 4000 und die Rendertarget-Optimierungen lassen sich auf Wunsch abschalten
• Den Nutzern werden mehr Freiheiten geboten denn je

Zwar steht Nvidia hinsichtlich des AFs nach wie vor deutlich besser da, so nah wie mit der Radeon HD 6000 kam AMD den Geforce-Karten aber schon lange nicht mehr, sofern sie im Treiber die höchstmögliche Qualität anwählen. Wer Wert auf möglichst sauber gefilterte Texturen legt, kommt dennoch nicht um eine Geforce samt HQ-AF herum.

Wir werden uns das AF im Rahmen erweiterter Tests noch genauer ansehen und Artikel publizieren. Im Rahmen der wenigen Test-Tage ist dies unser vorläufiges Fazit.

Die Tent-Filter sind gestorben, dafür gibt's mit MLAA einen anderen Weichzeichner. Dieser funktioniert theoretisch in jedem Spiel und unter jeder APIDie Tent-Filter sind gestorben, dafür gibt's mit MLAA einen anderen Weichzeichner. Dieser funktioniert theoretisch in jedem Spiel und unter jeder API [Quelle: Siehe Bildergalerie]Radeon HD 6870/6850 im Test: Bildqualität: Kantenglättung
Bis dato beherrschen aktuelle Radeon-Grafikkarten neben MSAA und AAA (für transparente Texturen) auch Supersampling (SGSSAA) unter DirectX 9. Hinzu kommen die CFAA-Downfilter Edge Detect (beste Polygon-Glättung am Markt) sowie Wide- und Narrow-Tent (Vollbild-Weichzeichner auf MSAA-Basis). Nvidia bietet offiziell nur MSAA, CSAA und Transparency-AA auf Multi- sowie Supersampling Basis. Mithilfe von Tools steht zudem SGSSAA in allen APIs bereit.

Mit dem Release der Radeon HD 6000 streicht AMD offenbar die CFAA-Filter Wide- und Narrow-Tent. Zumindest sind sie im Treiber für die HD-6800-Reihe nicht mehr vorhanden. Dafür gibt es dort Morphological Antialiasing (MLAA). Diese Post-Processing-Technik ist ein per Direct Compute berechneter Weichzeichner, der in allen APIs funktioniert und das komplette Bild bearbeitet - selbst der Counter des Tools Fraps oder das HUD werden "geblurt". Für Spiele, die überhaupt keine Kantenglättung bieten, wie beispielsweise GTA 4, ist das eine interessante Option, deren Schönheit im Auge des Betrachters liegt. Objektiv betrachtet handelt es sich bei diesem Weichzeichner um eine Technik, die bereits berechnete Informationen unter Aufwendung weiterer Rechenkraft weiterverarbeitet - im Gegensatz zum klassischen Multi- oder Supersampling etwa, die durch höhere Geometrie- oder Gesamtauflösung ein Mehr an Information in die Bildberechnung einfließen lassen.

Vergleichsscreenshots mit MLAA sind derzeit nicht möglich, da Tools wie Fraps den geglätteten Inhalt nicht erfassen können. AMD bietet lediglich ein offline-Tool an, welches Screenshots nachträglich mit denselben Algorithmen zu Leibe rückt, die auch das MLAA im Treiber nutzt.

MLAA ist ein Vollbild-Blur-Filter via Post-Processing in allen APIs, der jedoch Bildinformationen zerstört und daher nicht mit SSAA verglichen werden kann!MLAA ist ein Vollbild-Blur-Filter via Post-Processing in allen APIs, der jedoch Bildinformationen zerstört und daher nicht mit SSAA verglichen werden kann! [Quelle: Siehe Bildergalerie]


 
Schraubenverwechsler(in)
01.03.2011 12:25 Uhr
Nach ersten Tests scheint die Radeon HD6870 auch RemoteFX tauglich zu sein.
Quelle: Windows Server 2008 R2 BLOG
PCGH-Community-Veteran(in)
05.11.2010 11:41 Uhr
Also zur Langlebigkeit. Wie soll man bei einer karte die nicht mal ein Jahr auf dem Markt ist, die langlebigkeit bewerten? (Na, Na? BTW 8800GTX/GT/GTS reicht für die meisten spiele noch immer aus und ist jetzt 4 Jahre alt).

Übrigens habe ich solche fehler nicht bei Filmen und Videos. Vielleicht sind da treiberleichen deiner Ati3870, welche da noch probleme machen.

Interessant auch bei dem Latencybug, denn wenn man sich den Thread im Forum dazu durchließt, fällt auf, dass mit den letzten treibern bei allen druchgehend der Fehler behoben wurde. Lässt also wieder auf Treiberprobleme deinerseits vermuten.

Vielleicht nächste mal System neu aufsetzen...
Schraubenverwechsler(in)
05.11.2010 10:54 Uhr
[COLOR=black]Ich habe vor einer Woche eine GTX 460 zurückgeschickt.

Gründe:
1. Ich habe einen P45- Chipsatz und bei mir trat der Latencybug im powerstat 8 trotz neuster Treiber auf.
2. DXVA- Qualität war unterste Schublade. Dvbviewer EVR + neuster Cyberlinkcodec: bei SD- Programmen - Artefakte um harten Kanten herum (ganz übel bei einem Fußballspiel, wenn um die Spieler herum nur Klötzchen zu sehen sind) - verfälschte und übertriebene Farben. Internetvideos ( Flash, mp4 usw.) Auweia. HD- Material war allerdings ganz ok. Fazit: nvidia Videoqualität = Augenkrebs, denn meine ausgediente ATI 3870 wieder im Rechner - weisen besagte Videos eine Top Qualität gegenüber Nvidia auf. DXVA-Checker bestätigt auch Defizite bei Nvidia.

Desweiteren frage ich mich, warum bei Tests der Latencybug mit keiner Silbe Erwähnung findet, oder die Videoqualität getestet wird.
Da kratzen sich die Fanboys und Redakteure die Augen aus, wegen AF- Flimmern und vergessen dabei, dass eine Graka mehr können muss als nur 3D.
Der Kauf einer Grafikarte sollte, bei wahrer Vernunft, nur unter ökonomischen und qualitativen Maßstäben erfolgen. Dazu gehören:
1. P/L Verhältnis
2. Stromverbrauch
3. Lautheit
4. Qualität der beworbenen Eigenschaften
5. Langlebigkeit (Qualität und Zukunftssicherheit) z.B. keine kurzlebigen Lüfter oder gebrochene Lötstellen
Alles andere ist in meinen Augen dekadent und dient sicher nur dem Ego, wenn man sich der Vernunft beraubt.
PS: Kann es sein, da die Videos (AF- Flimmern) im mp4 Format vorliegen und Nvidia Nutzer eine bescheidene Videoqualität gegenüber ATI Nutzern haben, folgerichtig auf den Videos etwas erkennen? Scheinbar werden bei mir die Videos zu sehr Qualitativ aufgewertet.
Ach noch etwas: Physx als Argument zu nennen, bei ca. 20 Spielen die hardwarebeschleunigt werden, in 7 Jahren - "gähn" das ist einfach zu wenig.[/COLOR]
Lötkolbengott/-göttin
05.11.2010 00:21 Uhr
Zitat: (Original von Schaffe89)
Die Bidlqualität hat sich laut PCGH und Computerbase nicht verschlechtert, sondern bei HQ ingesamt gesehen verbessert.
Das ist falsch, HD6k flimmert mehr als HD5k!
Moderator
04.11.2010 20:20 Uhr
Bevor es hier zu persönlich wird, möchte ich euch bitten auf PN auszuweichen, wenn ihr die sachliche Ebene verlassen wollt. Das Wort mit F..... muss auch nicht sein.

B2T

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