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  • Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten im Test

    Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten  (2) Quelle: Gigabyte

    Kompaktwasserkühlungen für CPUs sind mittlerweile weit verbreitet. Gigabyte zeigt mit dem Waterforce ein interessantes Konzept, mit dem gleich drei Grafikkarten mittels externer Kompaktwasserkühlung betrieben werden können. Wir haben uns das potente Paket genauer angeschaut und uns gefragt: Wer kauft das?

    Auf der Computex 2014 hat Gigabyte erstmals hinter verschlossenen Türen einen Prototyp des Waterforce-Projekts gezeigt. Dieser wurde damals noch von drei Geforce GTX 780 Ti befeuert, war aber noch nicht marktreif. Ein knappes Jahr später hat das finale Produkt mit drei GTX 980 seinen Weg zu uns in die Redaktion gefunden und wir haben ausprobiert, wie sich die extravagante Konstruktion im Betrieb schlägt.

    Gigabyte Waterforce: Ein Koffer voller Grafikkarten

          

    Der Karton, in dem die Waterforce beim Kunden ankommt, böte locker Platz für ein Midi-Tower-Gehäuse. Wirklich aufregend wird es aber erst, wenn die schnöde Pappverpackung entfernt wird: Dann öffnet sich der Blick auf einen recht schicken, schwarzen Rollkoffer. Dieser enthält, neben der Radiatorbehausung und dem restlichen Zubehör, natürlich auch das Wichtigste: die drei Geforce-GTX-980-Grafikkarten.

    Gigabyte Waterforce: Die Grafikkarten

          

    Wie es sich für echte Nerds gehört, scharte sich beim Auspacken der Gigabyte Waterforce schnell eine kleine Traube an Kollegen um meinen Arbeitsplatz. Eine Kompaktwasserkühlung für gleich drei Grafikkarten gibt es eben nicht jeden Tag zu sehen. Besonderes Interesse liegt natürlich auf den 3D-Beschleunigern selbst. Wie bereits erwähnt, setzen die Taiwanesen hier auf eine Kombination aus drei Geforce GTX 980.

    Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten  (3)Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten (3)Quelle: GigabyteDas Kühlerdesign ist in dieser Form einzigartig. Auf keiner anderen erhältlichen GPU findet sich die durchaus gelungene All-in-One-Lösung , bestehend aus Grafikkarte und vorbefülltem Radiator. Ob und mit wem Gigabyte bei der Entwicklung dieser Lösung zusammengearbeitet hat, konnten wir übrigens nicht herausfinden. Eine Antwort des Herstellers auf diese Frage steht noch aus.

    Jede Karte besitzt eine eigene Pumpeneinheit, die separat über die Lüftersteuerung, welche ins Radiatorgehäuse integriert ist, gesteuert werden kann. Ebenfalls ein praktisches Detail: Die Grafikkarten sind nicht identisch, sondern unterscheiden sich durch verschiedene Schlauchlängen, das vereinfacht die Montage selbst in großen Gehäusen erheblich.

    Da es sich um wassergekühlte Grafikkarten handelt, liefert Gigabyte die Pixelschubser natürlich nicht mit Standardtakt aus. Zwar haben die Asiaten nicht massiv an der Taktschraube gedreht, der Boost von 1.329 MHz ist jedoch sehr ordentlich - insbesondere angesichts der Tatsache, dass dieser im Spielebetrieb nur extrem selten reduziert wird.

    Alle Fakten rund um die drei Grafikkarten finden Sie in der untenstehenden Tabelle nochmals kompakt zusammengefasst.

    Gigabyte Waterforce 
    GPU3x Geforce GTX 980
    Core-Takt1.228 MHz (Standard 1.127)
    Core-Boost-Takt1.329 MHz (Standard 1.216)
    Speichertakt3.505 MHz
    Speichergröße4,0 GiByte
    Bus-TypPCI Express 3.0
    Speicher-Bus256 bit
    CUDA-Kerne2048
    SpeichertypGDDR5 (32x 128 MiByte)
    DirectX-Version12
    Open-GL-Version04. Apr
    AnschlüsseDVI-D, Displayport, HDMI
    KühlerProprietäre All-in-One-Wasserkühlung

    Gigabyte Waterforce: Die Montage

          

    Als einen der Vorzüge der Waterforce gegenüber einer klassischen vollmodularen Wasserkühlung beschreibt Gigabyte die simple Installation, die auch Laien und technisch wenig versierten Anwendern gelingen soll. Prinzipiell ist dies auch richtig, wer handwerklich nicht absolut unbedarft ist und auch schon ein wenig PC-Bastelerfahrung hat, den wird der Einbau der Waterforce vor keine größeren Hürden stellen.

    Aber: Ein paar Stolperfallen gibt es dann doch. Zum einen ist nicht jedes Mainboard mit der Waterforce kompatibel. Vor dem Kauf sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass die PCI-Express-Steckplätze passend verteilt sind. Die beiliegende, starre 3-Way-SLI-Bridge lässt nämlich keinen Spielraum für alternative PCI-Express-Slotkonfigurationen - wie sie etwa das Asus X99-SLI verwendet - zu.

    Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten  (5)Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten (5)Quelle: GigabyteAuch das generelle Belüftungskonzept des Gehäuses sollte vorher überprüft werden. Wer beispielsweise eine Kompaktwasserkühlung verwendet, um die CPU zu kühlen, der sollte tunlichst darauf achten, dass der dazugehörige Radiator nicht im Gehäusedeckel sitzt - dort wird schließlich das Radiatorgehäuse der Waterforce montiert. Sprich: Wer bislang die warme Abluft aus seinem Gehäuse über den Deckel nach draußen befördert hat, wird nun eine alternative Lösung benötigen. In unserem Fall haben wir einen Cryorig R1 Universal verwendet, der die erhitzte Luft unseres Core i7-5960X durch eine Öffnung in der Gehäuserückwand bläst.

    Unser Testcase, das Nanoxia Deep Silence 5, harmoniert an sich ganz gut mit dem Gigabyte Waterforce, wäre da nicht die Frontklappe, die sich glücklicherweise entfernen lässt. Die Schläuche der Wasserkühlung werden nämlich durch einen 5,25-Zoll-Laufwerksschacht nach draußen geführt. Im Video lässt sich dies besonders gut erkennen.

    07:01
    Gigabyte Waterforce: Video zur Triple-Grafikkarten-Wasserkühlung

    Gigabyte Waterforce: Die Inbetriebnahme

          

    Nachdem alle Kabel und Schläuche verlegt sind, klappt die Inbetriebnahme recht problemlos: Einfach den neuesten Nvidia-Geforce-Treiber installieren und dann kann es losgehen, fast zumindest. Zunächst zeigt das Display der Lüftersteuerung noch eine Fehlermeldung an, die uns darauf hinweist, das Tool OC Guru 2 zu installieren. Dieses ist nur 14 Megabyte groß und findet sich auf der Webseite von Gigabyte zum Download.

    Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten  (6)Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten (6)Quelle: GigabyteAnschließend funktioniert die Gigabyte Waterforce wie gewünscht. Das Panel an der Frontseite erledigt die Aufgaben einer klassischen Lüftersteuerung. Dabei können die Drehzahlen der Lüfter und die Fließgeschwindigkeit des Wassers für jede der drei Karten separat geregelt werden. Die minimale Umdrehungszahl der Lüfter unseres Testmodells lag bei 1.000 U/Min. In diesem Setting ist das Setup akzeptabel leise, eine wirkliche Silent-Lösung sieht aber anders aus. Legt man die maximal möglichen 3.000 Touren an, so vergeht einem schnell das Lachen. Selbst mit Headset empfinden wir die Waterforce dann als deutlich zu laut.

    Alternativ kann man über die Lüftersteuerung auch eine Zieltemperatur wählen, die zwischen 30 und 65 Grad Celsius liegen darf. Die Waterforce passt die Lüfterdrehzahl dann automatisch an die herrschenden GPU-Temperaturen an. In unseren Augen reagierte die Automatik aber etwas hektisch und übervorsichtig. Wir empfehlen daher händisch einen Kompromiss aus Lautstärke und niedrigen Temperaturen zu suchen.

    In unseren Spieletests erreichte die Waterforce selbst mit nur 1.400 U/Min aber nie kritische Temperaturwerte und bleibt dabei verhältnismäßig leise. Auf die Spieleleistung gehen wir im folgenden Absatz ein.

    Gigabyte Waterforce: Die Performance

          

    Über die Lautstärke und den generellen Komfort haben wir schon einige Worte verloren, kommen wir nun zum wichtigsten Teil: der Spieleleistung. Unser Testsystem bestand aus einem Intel Core i7-5960X bei Standardtakt, 16 GiByte DDR4-RAM und einem MSI X99S-SLI-Plus-Mainboard. Das Betriebssystem Windows 8.1 64-bit und alle Spiele waren auf einer 500 GByte großen Samsung SSD 850 installiert. Die Ergebnisse haben wir in der untenstehenden Tabelle für Sie zusammengefasst. Die sind wie zu erwarten gut, allerdings ist auch Gigabytes Waterforce nicht vor den klassischen SLI-Problemen wie Mikrorucklern gefeit. Zudem ist der Performanceschub stets davon abhängig, wie gut die Spiele auf SLI optimiert sind.

    SpielAvg. FpsMin. Fps
    Crysis 3, WQHD, 4x MSAA, Sehr hohe Details50,143
    Bioshock: Infinite, WQHD, Ingame-AA, DX11-DoF, Ultra Details106,381
    GTA V, WQHD, FXAA, 2x MSAA, PCGH-Ultra-Preset57,843
    Tomb Raider, WQHD, 4x SSAA, TressFX, Ultra Details, Hohe Genauigkeit51,348
    GRID Autopsport, WQHD, 8x MSAA, HQ-Textures, Sehr hohe Details118,6101

    Gigabyte Waterforce: Die Zielgruppe und Fazit

          

    Während der Tests und insbesondere während des Aufbaus, habe ich mich immer wieder gefragt: Wer kauft das? Wen soll die Gigabyte Waterforce ansprechen? Tatsache ist: Ich habe keine befriedigende Antwort gefunden. Zwar ist die Idee durchaus spannend und Gigabyte liefert viele clevere Detaillösungen, beispielsweise die unterschiedlichen Schlauchlängen, die passenden Schlauchklemmen sowie den Standfuß für die Grafikkarten, nur: So richtig zünden will der Gedanke in meinen Augen letzten Endes nicht. Der Preispunkt von 2.500 Euro ist mehr als happig, auch wenn dieser bereits die drei Geforce GTX 980 beinhaltet.

    Drei solcher GPUs kosten aktuell (Stand Ende April 2015) etwa 1.500 Euro, wenn ich Sie im Einzelhandel erwerbe. Dann bleiben mir noch stolze 1.000 Euro übrig um eine hochwertige, vollmodulare Wasserkühlung zusammenzustellen, die ich nicht auf, sondern im Gehäuse montieren kann. Diese ist am Ende zudem noch leiser und kühler.

    Das Argument der simpleren Montage zieht in meinen Augen übrigens nicht, denn wenn ich mich für eine Waterforce entscheide, so muss ich immer noch selber Hand anlegen. Wer aber Wert auf Bequemlichkeit und einen extremen PC legt, der wird nicht zum Waterforce greifen, sondern von einem der zahlreichen Systemintegratoren, die Wasserkühlung individuell von Hand bauen lassen - ganz ohne sich "selbst die Finger schmutzig machen zu müssen".

    Abgesehen von der (in meinen Augen) fehlenden Zielgruppe, ist das Waterforce durchaus ein cooles Produkt. Die Performance stimmt, den drei Geforce GTX 980 sei Dank, und auch die Lautstärke hält sich bei reduzierter Lüfterdrehzahl erfreulich in Grenzen. Die Temperaturen sind ebenfalls im grünen Bereich. Mein Tipp an Gigabyte wäre: Verkauft die im Waterforce verwendeten Grafikkarten einzeln, diese können dann problemlos im Gehäuse verbaut werden und stellen eine echte Alternative zur Luftgekühlten Konkurrenz dar.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Grafikkarten-Rangliste 2016: 32 Radeon- und Geforce-GPUs im Benchmarkvergleich [Oktober]
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    Es gibt 9 Kommentare zum Artikel
    Von ACDSee
    Mit Einführung der Titan X fehlt nun wieder eine Zielgruppe mehr.Wer zuviel Geld hat und dieses gern in topaktuelle…
    Von Bevier
    Ich gehe eher davon aus, dass er meinte, dass 3 GTX 980 genügend Leistung selbst für UHD bieten aber für derart hohe…
    Von regentkoerper
    RawMangoJuli, Ein SLI-Verbund erhöht NICHT den VRAM. Im SLI werden Bilder nicht gleichzeitig sondern nach einander von…
    Von RawMangoJuli
    Tripple SLI und nur 4 GB VRAM
    Von Echo321
    Wenn man sich die kleinen Radiatoren und Abwärme von 165W (eher mehr da übertaktet) pro Karte anguckt, dann ist einem…
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Gigabyte Waterforce: Kompaktwasserkühlung für drei Grafikkarten im Test
Kompaktwasserkühlungen für CPUs sind mittlerweile weit verbreitet. Gigabyte zeigt mit dem Waterforce ein interessantes Konzept, mit dem gleich drei Grafikkarten mittels externer Kompaktwasserkühlung betrieben werden können. Wir haben uns das potente Paket genauer angeschaut und uns gefragt: Wer kauft das?
http://www.pcgameshardware.de/Grafikkarten-Grafikkarte-97980/Tests/Gigabyte-Waterforce-Test-1157580/
29.04.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/04/Gigabyte_Waterforce__2_-pcgh_b2teaser_169.jpg
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