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  • Drama um Godus und die Selbstdemontage des Peter Molyneux: Keine Interviews mehr mit der Presse (Update)

    Das Drama um Godus und die Selbstdemontage des Molyneux Quelle: PC Games Hardware/Roland Austinat

    Bei Godus lief es zuletzt gar nicht mehr wie geplant. Die Finanziers sind sauer, der "Nachlassverwalter" muss die Scherben zusammenkehren und Peter Molyneux gießt eifrig Öl ins Feuer - merkt dabei aber offenbar nicht, dass er sich selbst demontiert. Update: Nachdem sogar seine Familie bedroht wurde, will sich Molyneux nicht mehr gegenüber der Presse erklären.

    Update

    Dass die Nummer um Godus noch nicht ausgestanden ist, war absehbar. Die Spieler waren unzufrieden, die Finanziers auch. Die Entwickler stellten sich nicht gerade geschickt an, als sie sich gegenüber ihren Kunden und Investoren erklären mussten. Das griff die Presse auf und auch "das Internet", wie wir es heute kennen und wo bereits ein umgefallener Sack Reis einen Social-Media-Shistorm auslösen kann.

    Das Problem ist, dass es nicht aufging. Molyneux ist nicht mehr der Jüngste und offenbar wurde es ihm in den letzten drei Tagen auch etwas zu viel, als er sich "dem Internet" zum Fraß vorgeworfen hat. In einer Skype-Konferenz aus Guildford erklärt Molyneux, dass die einzige Antwort darauf der Rückzug sein kann. "ich liebe meine Spiele und ich liebe es, sie mit anderen zu teilen. Es ist dieses unglaubliche Ding, das ich mit meinem Leben anfangen kann, Ideen auszuarbeiten und sie mit anderen zu teilen. Das Problem ist, dass es nicht aufging."

    Das ist ein ganz anderer Peter Molyneux, den man hier sprechen hört. Nicht der Molyneux, der sich ungeschickt in einem Video mit der Community zu Godus äußert und sich somit in Bedrängnis bringt. Die letzten drei Tage gingen dem ohne Frage visionären Entwickler offenbar sehr nahe - mit 35 Jahren aktiver Teilnahme an der Spieleindustrie ist er ein Branchenveteran. In der Zeit hätte er eigentlich, auch wenn jeder Spieler seine Schrullen hat, den Umgang mit Spielern und Investoren gelernt haben müssen.

    Auf der anderen Seite steht auch etwas Mitleid mit einem Mann, der in den letzten drei Tagen ohne Rast durch den medialen und sozialen Internetdschungel getrieben wurde. Das Internet (bzw. die Leute darin) sind schonungslos grausam; das weiß jeder, der davon schon einmal direkt oder indirekt betroffen war. Wie es dazu kam, haben wir bereits unten berichtet. Molyneux schätzt nun ein, dass man sich zeitlich komplett verschätzt hat. "Ich habe dummer- und naiverweise nicht genug Karenzzeit eingeplant und lag hundertprozentig falsch. Wenn man etwas erschafft, dass es so vorher noch nicht gab, ist es sehr schwer, die benötigte Zeit genau durchzuplanen."

    Molyneux hofft nun, dass das Spiel in den kommenden sechs bis neun Monaten einen Status erreicht, der der ursprünglichen Vision gerecht wird. Das seien dann rund drei Jahre Entwicklung, aber so sei das eben bei grundlegend neuen Ideen. Bis Mitte Januar, so versichert Molyneux, habe jeder in der Firma unermüdlich an Godus gearbeitet. Erst danach seien die Ressourcen aufgeteilt worden, um am neuen Projekt The Trail weiterzuarbeiten.

    Davon will man im Forum von Godus nicht viel wissen. Das größte Problem des Spiels ist letztendlich, dass die Leute, die nun im Forum mit der brennenden Heugabel hinter Molyneux her sind, die Investoren sind, die das Spiel mit einer halben Millionen Pfund finanziert haben. Früher hatte Molyneux dafür drei Schlipsträger eines Publishers in einem Besprechungszimmer sitzen, denen er sich erklären musste. Das ist nicht einfacher, hat aber weniger "wütender Mob"-Charakter.

    Wäre ich einer der Unterstützer dieser Kampagne, würde ich wahrscheinlich auch solche Sachen wie die Finanziers sagen. Immerhin räumt Molyneux nun Fehler ein. "Wäre ich einer der Unterstützer dieser Kampagne, würde ich wahrscheinlich auch solche Sachen wie die Finanziers sagen." Und weiter führt er aus: "Ich würde sagen: ‚Ich will die PC-Version, ich will ein Kampfsystem, ich will die Story'. Warum ist das nicht da? Warum habt ihr erst die Mobilversion entwickelt?" Nun, darauf gab es ja schon eine Antwort. Molyneux sagt von sich, dass es effektiver und effizienter gewesen wäre. Beim nächsten Spiel werde man sehr viel mehr hinter verschlossenen Türen halten. Man werde sicher wieder Fehler machen, aber dies eben nicht in der Weltöffentlichkeit breittreten. Allerdings steht da auch derzeit keine öffentliche Finanzierung im Raum. Bei einer Kickstarter-Kampagne verpflichtet man sich quasi zum Informationsaustausch mit den Investoren – das ist bei einem Publisher nicht anders.

    Ganz interessant ist auch die Story zum Curiosity-Fall (bitte unten schlaulesen), zu dem Molyneux sagt: "Wir hatten jemand hier im Haus, der sich um Bryan gekümmert hat. Die Person hat uns aber verlassen und niemand hat den Job übernommen. Das war schlimm, das war grauenhaft und ich kann verstehen, dass er sich beleidigt fühlt. Wir hätten… Nein, ich hätte Sorge dafür tragen müssen, dass er auf dem Laufenden bleibt."

    Molyneux glaubt noch daran, dass sich die Situation bereinigen lässt und wir glauben das auch. Wäre er gleich so ehrlich gewesen wie bei diesen Aussagen mit dem Gurdian, wäre die Nummer wohl kaum so hochgekocht. Mit viel Fleiß und ehrlicher Arbeit kann Molyneux das Ruder wohl rumreißen, denn Spieler vergeben leichter als der Imperator es tut. Bei der Sache mit Bryan ist man auch technisch noch gar nicht so weit, als dass die Implementierung hätte stattfinden können. 22 Cans als Studio habe hier einfach Inkompetenz bewiesen, an der Idee will man aber weiter festhalten.

    Er glaube stets an seine Ideen, aber manchmal gingen die Dinge eben aus verschiedensten Gründen nicht auf. Für die Investoren ist das dann ein gebrochenes Versprechen. Das führte dann zu extrem frustrierten Spielern, die Molyneux und seine Familie bedroht haben. Das könne so nicht weiter gehen, hält der Entwickler fest. Er werde daher die Probleme bei Godus lösen und sich dann zurückziehen. Molyneux ist eben auch kein PR-Manager, der rundgefeilte Aussagen in der Öffentlichkeit platziert – das hat er auch in all den Jahren nicht gelernt, auch wenn er seine Ideen hervorragend präsentieren kann. In der heutigen Zeit eigentlich eine lobenswerte Eigenschaft, aber eben keine, mit der man Privatinvestoren glücklich macht.

    Die Spieler sind es Leid von mir zu hören, das schon seit Jahren. Ich weiß, wir sind durch. Am Ende steht nun, dass Godus in den kommenden neun Monaten zum Abschluss gebracht werden soll. Wie das aussehen wird, ist ungewiss. Der nun betraute Konrad Naszynski gab bisher ein eher negatives Bild zum Zustand des Spiels ab und zu dem, was man noch mit dem kleinen Team erreichen kann. Molyneux selbst wird zum neuen Spiel nichts mehr nach außen tragen. Es geht sogar noch weiter, denn Molyneux will mit der Presse auch keine Interviews mehr führen. Die Gespräche mit Rock Paper Shotgun und The Guardian sollen die letzten gewesen sein. Alle dürften aber wissen, dass er das in diesem Geschäft nicht durchhalten kann. Spätestens zum Release des kommenden Spiels.

    Molyneux meint, dass die Spieler es einfach leid haben, von ihm zu hören. "Die sind es leid, von mir zu hören, das schon seit Jahren. Ich weiß, wir sind durch."


    Original-Artikel

    Wer auf Kickstarter ein Spiel mitfinanziert, der sollte mittlerweile wissen, dass das immer ein gewisses Risiko ist. Projekte, bei denen bekannte Namen für Qualität und Zuverlässigkeit stehen sollen, sind davon nicht ausgenommen. So muss nun auch 22 Cans bei Godus kleinlaut zugeben, dass man die auf Kickstarter gemachten Versprechen nicht einhalten kann. Dabei hätte man ja eigentlich davon ausgehen können, dass Peter Molyneux weiß, wie man eine Göttersimulation entwickelt.

    Die Entwicklung bei Godus zieht sich seit geraumer Zeit hin - insbesondere für den PC. Fortschritte sind klein, die Kommunikation ausbaufähig. Das ist für alle ärgerlich, die die Nummer finanziert haben. Lange tröpfelte alles vor sich hin, bis nun in einer Eilaktion Schadensbegrenzung betrieben wird. Fakt ist, dass das Entwicklerteam verkleinert wurde. Einige Schlüsselpositionen verließen 22 Cans, andere wurden intern umbesetzt und arbeiten mit Molyneux am nicht angekündigten Mobilspiel The Trail. Fest steht auch, dass von Godus bevorzugt die Mobilversion weiterentwickelt wird und die PC-Version derzeit nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekommt. Das Spiel sorgte die Tage schon für Wirbel durch eine Aussagen aus dem Umfeld der Entwickler.

    Molyneux gibt in einem Video zu, dass er einiges falsch gemacht habe. Es sei seine erste Kickstarter-Kampagne gewesen und zudem das erste Early-Access-Spiel. Auch ihm fehle es in diesen Bereichen an Erfahrung. Umso verwunderlicher ist es, dass er nicht selbst bei Godus die weitere Richtung vorgibt und nun andere das Problem lösen lässt. Während eines Q&A mit den Backern nimmt das Drama dann endgültig seinen Lauf: Zum einen ging man nicht auf die wichtige Frage ein, ob man denn die Stretch Goals noch erreicht, zum anderen lieferte Molyneux ein paar äußerst merkwürdige Statements ab, die Finanziers kaum gefallen werden.

    So räumt Molyneux zwar ein, dass man sich um einige der Versprechen besser hätte kümmern sollen, aber da hatten viele schon in den Panikmodus geschaltet. Natürlich müssen alle Versprechen, die auf Kickstarter gemacht werden, eingehalten werden. Ansonsten liegt ein Verstoß gegen die Regeln vor und das kann unangenehm enden. Wie es nun weiter gehen soll, weiß man auch mit dem Video nicht so recht. Nächste Woche will man sich um das Kampfsystem kümmern. Was danach passiert, weiß wohl nur das Team bei 22 Cans.

    Die Leute sind sauer, auch weil schon im Vorfeld in diversen Foren-Threads von Entwicklerseite erst gar nichts kam und dann Konrad Naszynski die Bombe platzen ließ. Der scheint ohnehin nur der Nachlassverwalter von Molyneux zu sein, wenn man seine Postings ansieht. Er selbst habe keine Ahnung davon, was Molyneux Vision für das Spiel war. Das müsse man ihn schon selbst fragen. Er selbst sieht derzeit nur Schadensbegrenzung. Die Ziele auf Kickstarter sind kein Thema, viel mehr die Frage, wie man Godus nun noch in einen vorzeigbaren Zustand bekommt - mit weniger Ressourcen an allen Ecken und Enden. Die beste Chemie scheint es zwischen Naszynski und Molyneux auch nicht zu geben, denn hier und da fährt man sich gerne mal sanft in die Karre.

    Wenn man ehrlich ist, sollte man die PC-Version ohnehin abschreiben. Bei Godus macht die Mobilversion Geld und entsprechend wurde da viel Zeit und Geld investiert. Am wahrscheinlichsten ist daher, dass diese Version nun irgendwie hingebogen wird und beim PC wird man schauen, was man den Leuten noch zumuten kann. Immerhin: Naszynski versprach, dass man von den Geldern der kosmetischen Gegenstände aus der Mobilversion auch etwas in die PC-Version stecken will. Selbst wenn Naszynski noch etwas richten kann, dann wird Godus wohl trotzdem hinter den Erwartungen bleiben.

    Noch viel schlimmer als ein paar verlorene Euro ist die Demontage des Molyneux, die er sich selbst zugefügt hat. Dass er gerne mal ungefragt Ratschläge in der Branche verteilt, war bekannt. Irgendeine Macke haben sie ja alle, die großen Entwicklergenies. Dass er nicht so gut darin ist, eigene Fehler zuzugeben - jeder hat eine Schwäche. Nach Godus aber werden viele Spieler auch kein Vertrauen mehr in Molyneux haben und das kann sich zu einem größeren Problem entwickeln. Molyneux ist gewiss ein Visionär, aber bei der Umsetzung klemmte es immer wieder gerne. Das führt dazu, dass zuweilen abfällig als Schwätzer tituliert wird. Immerhin kommt Molyneux bei einer Sache nun glimpflich davon: Der "Gewinner" des Molyneux-Spiels Curiosity sollte eigentlich eine Gottheit in Godus werden. Da 22 Cans aber offenbar ganz andere Sorgen hat, springt nun der Entwickler von Ollie Ollie ein. Im Spiel Not a Hero wird Bryan Henderson nun verewigt - damit ist die Peinlichkeit für Molyneux nicht mehr ganz so groß.

    Quellen: Rock Paper Shotgun, Techradar, Godus-Forum, The Guardian

    17:10
    Godus Community Update: Die Verantwortlichen erklären den Zustand des Spiels
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    Es gibt 57 Kommentare zum Artikel
    Von turbosnake
    Ich nicht, da ich finde die Plattform ist völlig egal solange das Spiel gut ist. Sofern sie also ein gutes Konzept…
    Von Scholdarr
    Ich verstehe jetzt nicht ganz, was du mir damit sagen willst, sorry...
    Von Zwoundvierzig
    Die beiden Ace Patrol Spiele waren jetzt anscheinend nicht so berauschend.Soweit ich in Tests gelesen hatte, mit guten…
    Von turbosnake
    Was ist dagegen einzuwenden? Gibt noch nicht genügend gute davon, dazu lässt sich damit Geld verdienen.Dazu kommt das…
    Von Zwoundvierzig
    Er konnte sicher viele seiner Visionen nicht so umsetzen, wie er sich dies gewünscht hatte. Und, wie ich andeutete:…
      • Von turbosnake Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Zwoundvierzig

        Ohne den Mobilespielen zu nahe treten zu wollen: An Entwicklerlegenden wie Sid Meier, Richard Garriott, die Romeros etc.
        habe ich zumindest einen anderen Anspruch, als die Entwicklung von Mobile-Spielen.
        Auch wenn diese evtl. in naher/mittlerer Zukunft wohl den Konsolenmarkt in Bedrängnis bringen.
        Ich nicht, da ich finde die Plattform ist völlig egal solange das Spiel gut ist. Sofern sie also ein gutes Konzept haben, das einen nicht abzockt wie bei zB Godus sollen sier sogar Mobile Spieler rausbringen.
      • Von Scholdarr BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von turbosnake
        Deswegen entschuldigt er such auch nach dem Release das es nicht alle Features in Spiel geschafft haben?
        Mehr dazu hier The Man Who Promised Too Much oder hier Why Peter Molyneux's Godus Is Such A Disaster
        Ich verstehe jetzt nicht ganz, was du mir damit sagen willst, sorry...
      • Von Zwoundvierzig Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von turbosnake
        Was ist dagegen einzuwenden? Gibt noch nicht genügend gute davon, dazu lässt sich damit Geld verdienen.
        Dazu kommt das sich Rundenstrategie für Touch Geräte recht gut eignet.
        Die beiden Ace Patrol Spiele waren jetzt anscheinend nicht so berauschend.
        Soweit ich in Tests gelesen hatte, mit guten Ansätzen - wie bei einem Herrn, über den wir gerade
        diskutieren

        Davon ab: Jep, damit lässt sich Geld verdienen. Mit dem tausendsten COD dieser Welt auch. Genau
        das ist aber doch m. E. die Krux. Mit möglichst simplen Spielen, die ja niemanden überfordern und
        die möglichst viele Spieler anspricht, vom Simulations-, bis zum Egoshooter-Fan, sie an die Hand nimmt etc.

        Ohne den Mobilespielen zu nahe treten zu wollen: An Entwicklerlegenden wie Sid Meier, Richard Garriott, die Romeros etc.
        habe ich zumindest einen anderen Anspruch, als die Entwicklung von Mobile-Spielen.
        Auch wenn diese evtl. in naher/mittlerer Zukunft wohl den Konsolenmarkt in Bedrängnis bringen.
      • Von turbosnake Lötkolbengott/-göttin
        Zitat
        Seid Jahren
        bekommt er auch nichts mehr wirklich herausragendes auf die Reihe; eher im Gegenteil. Mobile Games.
        Was ist dagegen einzuwenden? Gibt noch nicht genügend gute davon, dazu lässt sich damit Geld verdienen.
        Dazu kommt das sich Rundenstrategie für Touch Geräte recht gut eignet.
      • Von Zwoundvierzig Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Nightslaver
        Sorry, aber ich finde das Molyneux inzwischen alles andere als ein noch "nötiger" Visionär ist. Ja der Mann hat in der Vergangenheit, als er noch bei Bullfrog Productions arbeitete, ein paar wirklich tolle Spiele entwickelt, oder zumindest dran mitgearbeitet. Diese Zeit ist aber inzwischen auch schon 15 Jahre her. Nach seiner Zeit bei Bullfrog hat er eigentlich nichts überragendes mehr auf die Beine gestellt bekommen. Ja er hat immer wieder tolle Ideen gehabt, wie mit Black & White und sogar mit Fable und The Movies noch 2 solide Spiele produziert, aber ansonsten hat er nichts auf die Beine gestellt bekommen. Alle seinen tollen Ideen scheiterten am Ende und raus kam bei den meisten seiner Spiele ehr entäuschendes oder aber besten falls unter dem Durchschnitt liegendes.
        Wie gesagt, ich will garnicht in Abrede stellen das er bei Black & White, Fable und Godus wirklich gute Ideen hatte und umsetzen wollte, aber am Ende zählt dann doch nur das Ergebnis und was nützt mir da ein Spiel das zwar in Ansetzen über gute Ideen verfügt aber am Ende daran komplett, oder zu weiten Teilen scheitert, das eben jene Ideen nicht vernünftig ineinander greifen, oder implementiert werden konnten, oder wurden?

        Ja der Spielemarkt braucht Leute mit Kreativität und Ideen, heute in Zeiten von Spieleserien mit Xtem Serienteil und der Angst vor dem Wagnis der Umsetzung neuer Ideen bei den großen Publishern sicher auch noch mehr als sowieso, doch brauchen wir mindestens genauso sehr Leute die auch abschätzen können wieviel Inovation ein Spiel verträgt um am Ende fertig zu werden auch auch Spaß zu machen und zu der Sorte Mensch gehört Herr Molyneux einfach nicht.

        Er hat gefühlt einfach kein Gefühl dafür wieviel Inovation er auch umsetzen kann ohne das sein Spiel am Ende ehr entäuscht, dazu kommt noch das er sich auch einfach nicht bei seinen Versprechungen, die er abgibt, zügeln kann.
        Das alles soll nicht heißen das ich die Art wie Peter Molyneux hier von der Presse vorgeführt wird begrüßen täte, oder diese Hexenjagd die auf ihn veranstaltet wird richtig finde, jeder der Geld für ein Spiel von Molyneux ausgibt sollte schließlich wissen worauf er sich einlässt, seine Übertreibungen und am Ende oft entäuschenden Spiele sind ja bei weiten kein Staatsgeheimnis und leicht nachlesbar.
        Von daher ist es einfach nicht richtig Moyneux jetzt hier so an zu gehen.
        Er konnte sicher viele seiner Visionen nicht so umsetzen, wie er sich dies gewünscht hatte. Und, wie ich andeutete: auch ein Peter Molyneux steht nicht außerhalb jeder Kritik.
        Der Vorwurf, des Betruges, des Abzockens usw. geht mir gegen den Strich. Aber auch Dir geht die Form der Kritik, die gerade auf ihn einprasselt, ja zu weit, wenn ich Dich richtig interpretiere.

        Zu seinen Vorstellungen, seiner Kreativität und seiner Probleme diese adäquat umzusetzen:
        Es ist eben leider wohl nicht so einfach einen Mittelweg zu finden, der alle Beteiligten zufrieden stellt.
        Nimm nur Tim Schäfer, der Kickstarter-Projekte erst richtig ins Rollen brachte. Auch er hatte anscheinend so seine Probleme damit,
        seine sprudelnde Kreativität so in den Griff zu bekommen, dass er EIN Spiel durchzieht und nicht in Episoden teilen muß. Was wäre gewesen,
        wenn er nicht soviel eingenommen hätte, sondern nur den anfangs erbetenen Betrag?
        Was ist mit anderen alten Legenden. Nehmen wir Sid Meier. Stand früher "Sid Meiers!" darauf, konnte man es praktisch unbesehen kaufen. Seid Jahren
        bekommt er auch nichts mehr wirklich herausragendes auf die Reihe; eher im Gegenteil. Mobile Games.
        Und in seinen besten Zeiten hat er die Spiele herausgehauen - Wild Bill Stealy hat sich um das Geschäft gekümmert.
        Ich finde, Peter Molyneux bräuchte einen Geschäftspartner. Jemanden, der ihn zwar unterstützt, ihm aber auch Grenzen setzt, wenn nötig.

        Edit: Ah; Herr Braben fällt mir da auch gerade noch ein. Den Singleplayerpart nicht offline spielen zu können, ist für mich ein eklatanter
        Bruch von Versprechen. Und m. E. genauso "notwendig", wie damals bei Sim City.
        Auch wenn mir bewußt ist, dass Elite D. im Vergleich wohl eine bessere Figur macht, als Godus
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Godus
Drama um Godus und die Selbstdemontage des Peter Molyneux: Keine Interviews mehr mit der Presse (Update)
Bei Godus lief es zuletzt gar nicht mehr wie geplant. Die Finanziers sind sauer, der "Nachlassverwalter" muss die Scherben zusammenkehren und Peter Molyneux gießt eifrig Öl ins Feuer - merkt dabei aber offenbar nicht, dass er sich selbst demontiert. Update: Nachdem sogar seine Familie bedroht wurde, will sich Molyneux nicht mehr gegenüber der Presse erklären.
http://www.pcgameshardware.de/Godus-Spiel-54716/News/Godus-Drama-Molyneux-1150669/
13.02.2015
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2015/02/Building_1920-pcgh_b2teaser_169.jpg
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