Thermaltake View 71 TG: Vollverglastes Raumwunder im Test
Mit vier Abdeckungen aus gehärtetem Glas, von denen die beiden seitlichen mit Schwingtürscharnieren ausgestattet sind, gibt Thermaltakes View 71 TG großzügig Einblicke ins Innere und macht gleichzeitig optisch auf sich aufmerksam. PCGH testet, ob der Big-Tower mit einem Innerraumvolumen von fast 94 Liter nicht nur mit seinem ungewöhnlichen Design, sondern auch seiner Ausstattung und Kühlung zu überzeugen weiß.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Thermaltake View 71 TG - Ausstattung: Viel Platz für viel Hardware
- 2 Thermaltake View 71 TG - Eigenschaften: Einfacher Einbau für überdimensionierte Komponenten
- 3 Thermaltake View 71 TG - Leistung: Insgesamt gute, aber nicht ganz geräuscharme Kühlung
- 4 Thermaltake View 71 TG: Auffälliges, gut bestücktes Gehäuse mit tadelloser Kühlung
PC-Gehäuse haben sich von unscheinbaren, meist schwarzen Blechkästen zu Hinguckern gemausert, die mit beleuchteten Lüftern oder (RGB-)Lichtleisten verziert sind und keinesfalls unter dem Schreibtisch ihr Dasein fristen sollten. Ein weiterer ungebrochener Trend ist es, die PC-Behausung mit einem oder gar zwei gläsernen Seitenteilen zu bestücken, um die beleuchteten Lüfter, die gefärbte Flüssigkeit des Wasserkühlkreislaufes oder die aktuell immer öfter mit einer RGB-Beleuchtung versehene Hardware im Inneren zur Schau zu stellen. Fest steht, mit gläsernen Elementen versehene Hardware-Heime haben sich von teuren Exoten und Designerstücken zu bezahlbaren, die große Masse ansprechenden Gehäusemodellen entwickelt.
Die View-Gehäusereihe des Herstellers Thermaltake ist vor allem für tiefe Einblicke in das Innenleben des Spielerechners bekannt. Mit dem von uns hier getesteten Modell View 71 TG, welches auch als Variante mit RGB-Lüftern View 71 TG RGB erhältlich ist, gibt es nochmals mehr Glas als bei der Konkurrenz. Insgesamt vier Seiten des Gehäuses sind mit 5 Millimeter dicken, gehärteten Glasabdeckungen ausgestattet. Während sich die Glasplatten an der Front und auf der Oberseite nur per Schrauben lösen lassen, handelt es sich bei den seitlichen Panels um Schwingtüren für den vereinfachten Zugang zu den Komponenten, die zusätzlich prominent präsentiert werden. Ein auffälliges Design und Einblicke in den Innerraum machen zwar optisch eine Menge her, doch wie sieht es mit der Ausstattung, der Kühlleistung und der dabei entstehenden Geräuschkulisse aus? Kann das Thermaltake View 71 TG auch in diesen Disziplinen punkten? Das wird unser Test zeigen.
Thermaltake View 71 TG - Ausstattung: Viel Platz für viel Hardware
Quelle: PC Games Hardware
Thermaltake View 71 TG: Das vollverglaste Raumwunder im Test (1)
Wer nach einem auffälligen Hardware-Heim sucht, in das bis zu zehn 2,5-Zoll und sieben 3,5-Zoll-Laufwerke, große E-ATX- und XL-ATX-Platinen sowie viele Lüfter oder Radiatoren eingebaut werden können, wird mit Thermaltakes 19 Kilo schweren View 71 TG fündig. Im Innenraum, bei dem man auf eine Einraumvariante ohne Netzteilkammer setzt, findet man zwei Kombi-Käfige für je zwei 3,5/2,5-Zoll-Laufwerke, die ausgebaut werden können, um beispielsweise für besonders lange Grafikkarten Platz zu schaffen. Als Alternative zu den Laufwerkskäfigen im Innenraum sind auf der Rückseite des Mainboard-Trays drei ebenfalls entfernbare Halterungen platziert, an denen wahlweise je eine 3,5-Zoll-HDD oder zwei 2,5-Zoll-HDDs/SSDs angeschraubt werden können.
Leider gehört auch das Thermaltake View 71 TG zu den Gehäusetypen, bei denen trotz eines riesigen Platzangebots kein Einbauschacht für optische 5,25-Zoll-Laufwerke zur Verfügung steht. Die mit einem magnetischen Staubschutz versehene Front ist entweder für den Einbau des Radiators einer AIO-Wasserkühlung oder für die Montage von Gehäuselüftern gedacht. Generell hält das Thermaltake View 71 TG ausreichend Lüfterplätze für eine optimale Komponentenkühlung parat: Die Front nimmt zwei 140-mm- oder drei 120-mm-Propeller auf (alternativ: maximal 420-mm-Radiator), der Deckel lässt sich mit drei 140/120-mm-Lüftern oder einem 360/420-mm-Wärmetauscher bestücken und am Heck und am Boden lassen sich ein 140-mm- respektive zwei 120-mm-Propeller (140-mm oder 240-mm-Radiator) anbringen. Für eine weitere, eher ungewöhnliche Montagemöglichkeit einer AIO-Wasserkühlungslösung (360/420-mm-Radiator) müssen die beiden übereinanderliegenden Laufwerkshalterungen im vorderen Bereich der Hinterseite der Mainboard-Halterung entfernt werden.
Thermaltake View 71 TG: Innenraum im Detail
Neben den zum Standard für ein Gehäuse der gehobenen Preisklasse gehörenden Staubfiltern für den Boden (Zugmechanismus), den Deckel (magnetisch) und die Front (magnetisch) hat das Thermaltake View 71 TG noch ein Ausstattungsextra zu bieten, das zu dem offenen Design mit Einblick passt. Dank eines GPU-Risers und einer Grafikartenhalterung können Grafikkarten vertikal eingebaut werden und deren Kühlerdesign inklusive der RGB-beleuchteten Lüfter zur Schau gestellt werden.
Thermaltake View 71 TG - Eigenschaften: Einfacher Einbau für überdimensionierte Komponenten
Thermaltake bietet das View 71 TG als Big-Tower an und Größe, respektive Platz, sind bei einem Innenraum mit 94 Litern Volumen auch Programm. Ohne die Demontage der beiden Kombi-Laufwerkskäfige darf die Grafikkarte beispielsweise schon 310 mm lang sein (maximal 410 mm ohne HDD-Käfig). Die Höhenbeschränkung für CPU-Kühler von 190 mm wird auch von einem High-End-Tower-Modell inklusive 140-mm-Lüfter nicht überschritten und mit Netzteilen gibt es auch keine Probleme, solange die nicht länger als 220 mm ausfallen. Die Tatsache, dass es bei der Platinen-Größe keine Einschränkungen gibt - selbst E-ATX- oder XL-ATX-Boards passen -, ist ein weiteres Indiz dafür, wie viel Platz im schnittkantenfreien Inneren des Thermaltake View 71 TG ist. Dazu kommen viel Raum für die Kabelverlegung sowie großzügige Kabeldurchlässe, die einen stressfreien Einbau aller Komponenten ermöglichen. Etwas enttäuscht aber hat uns, dass Thermaltake bei dem sehr verwindungssteifen Big-Tower trotz des hohen Preises auf ein Kabelmanagement per Klettverschluss verzichtet. Das hätten wir bei einem 180-Euro-Gehäuse genauso erwartet wie eine Fertigungsqualität, an der es nichts zu bemängeln gibt. Leider sind die Scharniere für die beiden Tür-Panels bruchanfällig, die Befestigungslöcher in den Panels an der Front und dem Deckel sind nicht sauber gefräst und die Gewinde für die Schrauben, mit denen die Glaselemente befestigt werden, sind unsauber gebohrt.
Bildergalerie
Thermaltake View 71 TG - Leistung: Insgesamt gute, aber nicht ganz geräuscharme Kühlung
Von Haus aus besitzt Thermaltakes View 71 TG an Front und Heck je einen hauseigenen 140-mm-Riing-14-LED-Lüfter (max. Drehzahl 1.400 U/min und 1.000 U/min mit LNC). Um zu überprüfen, ob die beiden blau beleuchteten Propeller in der Lage sind, auch sehr leistungsstarke Hardware gut und mit einer geringen Lautheit (Werksangabe: 28.1 dB-A und 22.1 dB-A mit LNC) zu kühlen, bauen wir unsere Test-Hardware in den Innenraum ein. Dabei besteht das Testsystem aus einem Core i7-6700K, aus einer Asus-Mini-ITX-Platine mit Z170-Chipsatz, der Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, dem Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard) sowie dem Corsair RM 550X (ATX-Netzteil mit 550 Watt). Bei einer Raumtemperatur von 24° C heizen wir anschließend den 94-Liter-Inneraum des Thermaltake View 71 TG mithilfe eines Witcher-3-Spielstandes (1.920 x 1.080, maximale Details außer Hairworks) über 1,5 Stunden auf.
Die Messwerte, die wir mithilfe des MSI Afterburner und eines weiteren Monitoring-Tools ablesen, bescheinigen dem Big-Tower eine gute bis sehr gute Kühlleistung. Die maximale CPU-Temperatur liegt bei guten 69° C (Temperatur offener Aufbau: 60° C), die GTX 1070 im ITX-Format wird auf sehr gute 68° C gekühlt (67° C im offenen Aufbau) und erreicht einen ordentlichen Boost-Takt von 1.835 MHz bei nur 2.000 U/min Lüfterdrehzahl. Die Innenraumtemperatur liegt ebenfalls bei sehr niedrigen von 29,0° C. Die beiden ab Werk mitgelieferten Lüfter kühlen also mehr als ordentlich, patzen allerdings etwas bei der Lautheit. Da die Front offen ist und die Glasverkleidung nicht direkt mit der Frontblende abschließt, dringen insgesamt 1,8/1,8 Sone (50 cm Abstand frontal/schräg vorne [45-Grad-Winkel]) aus dem nicht gedämmten View 71 TG (Wertungsnote: Befriedigend). Hier würde es helfen, die beiden mitgelieferten Kabel (LNC) einzusetzen, welche die Lüfterspannung auf 7 Volt drosseln. Im Gegenzug wird die Kühlleistung dann etwas schwächer ausfallen, das wäre bei einem Großraumvolumen von 94 Liter wahrscheinlich zu verschmerzen.
Thermaltake View 71 TG: Auffälliges, gut bestücktes Gehäuse mit tadelloser Kühlung
Die Glaselemente sowie die beiden Seitenpanels mit Türfunktion machen Thermaltakes View 71 TG zum Hingucker und gewähren gleichzeitig für besonders viel Einsicht in die Hardware des Spiele-PCs. Die Ausstattung ist gut und hält neben vielen Laufwerks- und Lüfterplätzen mit dem GPU-Riser und der Grafikkartenhalterung für den vertikalen Einbau noch ein interessantes Extra bereit. Die Innenraumgröße erleichtert den Hardware-Einbau enorm, ein Kabelmanagement wäre jedoch wünschenswert gewesen. Die Kühlleistung fällt schon besser als gut aus (Wertungsnote 1,67), die 1,8 Sone Lautheit der Lüfter unter Last sind etwas zu viel des Guten (Wertungsnote: 3,13). In der Summe ist das Thermaltake View 71 TG ein gutes und mit 2,25 bewertetes Gehäuse, dessen Preis mit 180 Euro für diese Wertung etwas zu hoch ausfällt (Preis-Leistungs-Note: befriedigend).
| Gehäuse | View 71 TG |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Thermaltake (http://de.thermaltake.com) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1674631 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis (getestete Version) | Ca. € 180,-/befriedigend (Front, Deckel, beide Seitenteil aus Glas, keine Dämmung) |
| Version ohne Fenster/ohne Dammung/Lüfter | Nicht vorhanden/n. v./n. v. |
| Ausstattung (20 %) | 2,38 |
| Plätze für Laufwerke | 2 × 3,5/2,5 Zoll, 3 × 3,5 Zoll oder 6× 2,5 Zoll |
| Erweiterungs-Slots (Blende) | Acht + zwei für vertiakalen CPU-Einbau (Riser-Adapter nicht mitgeliefert) |
| Handbuch | Nicht vorhanden |
| Lüfterplätze | Deckel: 3 × 140/120 mm, Front: 2 × 140/3 × 120, Heck: 1 × 140/120 mm, Seite:-, Boden: 2 × 120 |
| Vorhandene Lüfter | 2 × 140 mm (Front/Heck) |
| Frontanschlüsse | 2 × USB 3.0, 2 × USB 2.0, Audio |
| Besonderheiten | Abeckung aus Glas für die Front und den Deckel, beide Seitenteile aus Glas, beide Seiternteile mit Türnechanismus, beleuchtete Lüfter (blau), magnetischer Staubschutz für den Deckel und die Front, SSD-Montage auf Rückseite des Mainboard-Trays mit entfernbarer Halterung, Wakü-Schlauchausgänge, Grafikartenhalterung (vertilaker Einbau per Riser adapter möglich), Staubschutz am Boden |
| Eigenschaften (20 %) | 1,69 |
| Material (nicht gewertet) | Stahl, Kunststoff und Glas |
| Gewicht (Nicht gwertet) | 18,9 kg |
| Abmessungen (H x B x T)/Volumen | 59,2 × 27,4 × 57,7 cm/93,6 Liter |
| Platz für Grafikkarte/CPU-Kühler | 41,0,/19,0 cm |
| Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifheit | Befriedigend/gut/sehr gut |
| Zusammenbau * | Sehr gut: Sehr großer Innenraum mit viel Volumen und sehr viel Platz für den Komponenteneinbau. Die Laufwerkskäfige können bei Bedarf sogar komplett etfernt werden, das auf der Rückseite noch Halterungen für je eine 3,5-Zoll-HDD oder zwei 2,5-Zoll-SSDs/HDDs ist. Viel Platz für die Kabelverlegung, GPU kan vertikal eingebaut werden (Riser) |
| Besonderheiten beim Zusammenbau | Festolattenkäfig herausnehmbar, Halterung für 3/6 × 3,5/2,5-Zoll HDDs/SSDs an der Rückseite des Mainboard-Trays, Aussparung hinter dem Sockel, Aussparung für Kabeldurchführungen und Kabelmanagemant auf der Rückseite, mäßige Entkopplung der HDDs |
| Praxisprobleme | Keine Probleme |
| Kompatibilitätstest | Alle Platinengrößen passen |
| Leistung (60 %) | 2,40 |
| Temperatur CPU | 69,0° C |
| Temperatur GPU (Lüfterumdrehzahl/Takt) | 68,0° C (2.000 U/min/1835 MHz) |
| Temperatur Innenraum Gehäuse/M.2-SSD | 29,0° C/58,0° C |
| Lautheit der Lüfter, 50 cm Abstand frontal/schräg vorne (45-Grad-Winkel) | 1,8/1,8 Sone |
| FAZIT | 2,25 |
| Pro und Contra: | + Temperatur CPU, Grafikkarte und Innenraum |
| + Ausstattung (Laufwerksplätze/GPU-Halterung und Riser) | |
| - Lüfter aufgrund des offenen Aufbau ungedrosselt zu laut | |
| * System: Intel Core i7-6700K, Intel Z170, Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard), Corsair Corsair RM 550X/550 Watt (ATX), Umgebungstemperatur: 24 °C |

Di = 0,8 x Da bei metrischem Gewinde.